Hark Bohm und der Hamburger Volksentscheid – ROBIN WOOD im Gespräch mit dem Regisseur und Drehbuchautor

Hark Bohm meint, dass die Energienetze in die öffentliche Hand gehören. Warum? Darüber spricht und diskutiert der Regisseur und Drehbuchautor am kommenden Donnerstag auf einer Veranstaltung der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD in der „Hamburger Botschaft“. Damit startet ROBIN WOOD seine Reihe zur Energiewende und zur Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg: Tschüss Vattenfall sagen. Anlass ist der Volksentscheid „Unser Hamburg – unser Netz“ am 22. September.

Hark Bohm gehört zu jenen Künstlern, die sich immer wieder auch in wichtige gesellschaftliche und soziale Fragen einmischen; nicht nur mit seinen Filmen. Es sind eher die stillen, aber umso eindringlicheren Töne, mit denen Hark Bohm auf seine Anliegen aufmerksam macht. So engagiert er sich gemeinsam mit Hardy Krüger und Klaus Bednarz z.B. für Projekte gegen Rechts und hat gemeinsam mit Ex-SPD-Bürgermeister Henning Voscherau für den Volksentscheid über die Energienetze unterschrieben.

In einer Einladung von ROBIN WOOD sagt Hark Bohm: „Es kommt drauf an, wer die Verfügungsmacht über die Netze besitzt. Die Energieversorgung ist für alle Menschen entscheidend. Der Schlüssel für die Energienetze gehört in die Hände einer demokratisch gewählten Bürgerschaft.“

Der Journalist und Autor David Siems wird den Abend mit Hark Bohm und Dirk Seifert, dem Energiereferenten von ROBIN WOOD, moderieren und kritische Nachfragen stellen.

Donnerstag, 5. September: „Die Netze sind für alle da – Gemeinwohl statt Rendite“, mit Hark Bohm (Regisseur) und Dirk Seifert (ROBIN WOOD), Kritische Fragen stellt: David Siems (Journalist).

Eine Veranstaltung von ROBIN WOOD in der HAMBURGER BOTSCHAFT, Sternstr. 67, Nähe U/S Bahn Sternschanze oder U-Bahn Feldstr., Beginn: 19.30 Uhr, www.robinwood.de/unser-netz-hamburg

Weitere Veranstaltungen von ROBIN WOOD zur Energiewende, Klimaschutz und den Energienetzen:

Montag, 9. September: „Klimakatastrophe Vattenfall“, mit: Verena Kern  (Klimaretter) und Daniel Häfner (ROBIN WOOD).

Donnerstag, 12. September: „Energiewende braucht Netze“, mit: Michael Sladek, (Stromrebell EWS Schönau) und Florian Kubitz (ROBIN WOOD), Kritische Fragen stellt: David Siems (Journalist), Als Gäste: EnergieNetz Genossenschaft Hamburg.

Sonntag, 15. September: Eine musikalische Lesung mit Ruth Marie Kröger, Michael Weber, Radek Stawarz: IN DIESEM DRECKSNEST GIBT ES NUR EINE VERNÜNFTIGE FRAU, Calamity Jane`s Briefe an ihre Tochter, Eintritt: 10 Euro. MEHR INFOS zu dieser Veranstaltung.

++ Alle Veranstaltungen in der HAMBURGER BOTSCHAFT, Sternstr. 67, Nähe U/S Bahn Sternschanze oder U-Bahn Feldstr., Beginn jeweils: 19.30 Uhr

Außerdem:
ROBIN WOOD in Kooperation mit den „Unternehmen gegen Atomkraft“:

Freitag, 20. September: Hommage an Franz Joseph Degenhardt, Rolf Becker liest + Kai Degenhardt singt, außerdem: Falco Trio (Duo Session), mehr Infos hier, ORT: KNUST, Neuer Kamp 30, 20 UHR, Eintritt: SPENDE

Volksentscheid Hamburg – „Die Schlacht um die Energienetze“

„In Hamburg tobt ein erbitterter Kampf um die Versorgungsnetze, um die Energiewende – und um die Stimmen der Wähler“, stellte das zu Gruner+Jahr gehörende Magazin GEO auf seiner Homepage vor bereits etwas mehr als einer Woche fest. Über den anstehenden Volksentscheid zur vollständigen Rekommunalisierung schreibt GEO weiter: „Angekündigt war eine Diskussion zum Thema Rückkauf der Energieversorgungsnetze durch die Stadt Hamburg. Doch was der Lokalsender Hamburg1 Anfang August ausstrahlte, glich eher einem Schlachtfest. Eine geschlossene Phalanx von Rückkauf-Gegnern, der Chef von Vattenfall Deutschland, die Hamburger Fraktionschefs von SPD und CDU, ein Vertreter des Bundeskartellamts und der Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts“, fielen über „Unser Hamburg – Unser Netz“ her.“

Der ganze Artikel steht hier.

Durchgezappt: NDR Magazin berichtet über Vattenfalls Rechtsverstöße und den Hamburger Volksentscheid

logo_rgb_balkenDas Medienmagazin Zapp berichtet über Vattenfall und die wiederholten Rechtsverstöße des Stromkonzerns. Wie hier auf umweltfairaendern.de bereits berichtet, ermittelt die Bundesnetzagentur in mehreren Fällen gegen Vattenfall. Nun widmet sich der NDR den Vorfällen. Mit massivem Werbeaufwand kämpft das Unternehmen gegen die drohende Rekommunalisierung der Energienetze für Strom und Fernwärme nach einem erfolgreichen Volksentscheid am 22. September in Hamburg.

Der (gesendete) Bericht aus dem NDR-Magzin Zapp steht hier online.

Siehe auch: Legal – Illegal: Vattenfall – Gezielter Rechtsverstoß? Die Hamburger SPD schweigt

Außerdem online verfügbar das Interview mit Carola Ensslen (SPD), die in den Medien (Bild etc.) und aus den eigenen Partei-Reihen heftig unterhalb der Gürtellinie angegriffen wurde, nachdem sie sich öffentlich für den Volksentscheid und in der SPD für eine offene Debatte ausgesprochen hatte. Das Interview des ZAPP-Magazin ist hier online.

Siehe auch: Volksentscheid Energienetze Hamburg – SPD-Spitze zeigt dünne Nerven

Ebenso online steht das Interview mit Günther Hörmann von der Verbraucherzentrale Hamburg und Vertrauensperson des Volksentscheids „Unser Hamburg – Unser Netz“. Hörmann erläutert darin, wie Vattenfall permanent gegen Rechtsvorschriften verstößt und warum der Volksentscheid ein gutes Geschäft für Hamburg wäre. Hier online.

Siehe auch: SPD und Energienetze Hamburg – Machtpolitik statt gute Geschäfte für die Stadt Hamburg und die BürgerInnen!

Außerdem:

Der Sound der Netze: Rantanplan und der Netze-Chor – DAS IST UNSER NETZ

Den Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ kam man jetzt hören, sehen und fühlen: Die Ska-Band Rantanplan und der Netze-Chor haben den Soundtrack für den Volksentscheid eingespielt: Das ist unser Netz. Bevor ihr das Video anklickt: Am 4. September das große Benefiz-Konzert für den Volksentscheid mit Rantanplan, Le Fly, Jan Plewka und Pensen. Hier die Infos, einfach jetzt Tickets kaufen und damit den Volksentscheid unterstützen! Alle Infos hier: ROCKEN für den Volksentscheid – Hamburg

Anschnallen, Lautsprecher aufdrehen, los gehts:

Alles klar? Natürlich ein Song von Rio Reiser und Ton Steine Scherben, den viele von euch sicherlich im Original kennen: Der Rauch Haus Song (Youtube). Es ist zwar Zufall, aber dennoch: Heute, dem Tag wo dieser Scherben-Song neu vertextet online geht, ist der 17. Todestag von Rio Reiser. Siehe hier: Nie vergessen – Für immer und dich: Rio Reiser – Der Traum ist aus und immer wieder: Lass uns ein Wunder sein.

Möglich wurde das Video durch die freundliche Unterstützung von R.P.S. Lanrue und Gert Möbius, den Song nicht nur zu covern, sondern ihn für den Hamburger Volksentscheid gegen Vattenfall und E.on (erstmals) umzutexten. Dafür ein fettes Danke! Weitere Danksagungen gleich weiter unten.

Fotos von den Aufnahmen für den Song findet ihr hier: RANTANPLAN trifft “Unser Netz Chor”

Danksagung:
Unser Hamburg – Unser Netz e.V. dankt für die Unterstützung zum „Unser Netz Song“:
– der Band Rantanplan für alles,
– den Tao-Studios für den Ton,
– Fabian Pieper für Bild und Schnitt,
– für Videomaterial – Graswurzel.TV,
– den Sängerinnen und Sängern des „Unser Netz“ Chor,
– der Rauch Haus Song ist von Ton Steine Scherben, T/M: Rio Reiser und R.P.S. Lanrue,
– Gert Möbius und R.P.S. Lanrue für die Unterstützung und die Genehmigung,
– Dirk Seifert für die Idee und den Text der Coverversion.
Alles wird gut: Tschüss Vattenfall!

Volksentscheid Energienetze Hamburg – Ein Faktencheck der „Welt“

logo_rgb_balkenMit einem umfangreichen Faktencheck zum anstehenden Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ hat sich „Die Welt“ in die Debatte eingemischt. Darin beleuchtet Jens Meyer-Wellmann die zahlreichen Aspekte, die bei der Debatte um die vollständige Rekommunalisierung der Energienetze für Strom, Wärme und Gas eine Rolle spielen. Diese Netze gehören derzeit noch mehrheitlich Vattenfall und E.on. 

Der Artikel gibt in diversen Punkten einen Überblick und trägt in dieser Weise auch zu einer Versachlichung der Debatte bei, die in den letzen Wochen immer schärfer geworden ist. In jedem Fall zeigt der Text auch auf, dass Vorwürfe, die Volksentscheids-Initiative erzähle vor allem Märchen, nicht haltbar sind. Ohne auf derartige Polemiken aus Reihen der SPD-Spitze einzugehen, zeigen die vielen Hinweise und Statements, die Meyer-Wellmann zusammenträgt, dass es durchaus sehr gute Arguemente für die Ziele des Volksentscheids gibt.

Dennoch ließen sich viele der dargestellten Sachverhalte auch noch anders bewerten. Auch geht der Artikel nicht auf wichtige Voraussetzungen ein, die für die Volksinitiative von Bedeutung sind: Das völlige Versagen der beiden Konzerne in Sachen Energiewende. Da geht es nicht nur um Atomkraftwerke, sondern auch um die hohen klimaschädlichen Emissionen dieser Konzerne, allen voran Vattenfall. (Siehe hier: Vattenfall – Kein Partner für Hamburg)

Ein wesentliches Manko in direktem Bezug zur Netze-Debatte ist aber, dass das Thema „Gewinne aus dem Netzbetrieb“ nicht behandelt wird: Der Artikel berichtet zwar über die Kosten der Rekommunalisierung und über die notwendigen Investitionen. Berichtet auch, dass eine Refinanzierung durchaus möglich ist. Völlig unerwähnt bleibt aber in diesem Zusammenhang die Frage, wie hoch denn die Gewinne aus dem Betrieb der Netze für die Konzerne eigentlich sind? Erwähnt wird lediglich eine Aussage von Vattenfall, dass die Netze „ein gutes Geschäft“ seien.

Bislang werden die Gewinne von Vattenfall und E.on verschwiegen. Untersuchungen im Auftrag der Hamburger Umweltbehörde hatten aber vor drei Jahren gezeigt, dass Vattenfall allein mit der Fernwärme bis zu 60 Millionen Euro Gewinn pro Jahr einsackt! Die Quellen stehen hier auf den Seiten der BSU öffentlich zugänglich.

Aus Berlin ist bekannt, dass Vattenfall dort allein mit dem Stromnetz jährlich rund 700 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn von 30 Millionen Euro pro Jahr macht. Siehe hier: Vattenfall Berlin: Mindestens 30 Millionen Euro Gewinn beim Stromnetz-Betrieb

Aus allen drei Netzen – so hatte vor einiger Zeit der Grüne Fraktionsvorsitzende Jens Kerstan anhand verschiedener Veröffentlichungen vorgerechnet – könnten die Gewinne pro Jahr bei etwa 100 Millionen Euro liegen und einen Umsatz von etwa 1 Milliarde Euro erreichen. (Siehe unten: Fette Beute) Auf Basis derartiger Einnahmen wäre eine Finanzierung der Übernahme nach einem erfolgreichen Volksentscheid keine große Problematik.

Siehe auch hier:

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