Plutonium-Transporte zum AKW Grohnde – Kritik wächst

Besser keine Plutonium für das AKW Grohnde. Proteste wachsen. Foto: Dirk Seifert

Die Kritik an den geplanten Plutoniumtransporten aus der englischen Atomfabrik Sellafield zum AKW Grohnde wächst. Auch die Linken im Niedersächsischen Landtag und in der Bremer Bürgerschaft haben sich jetzt noch einmal gegen die gefährlichen Plutoniumtransporte und den Einsatz der MOX-Brennelemete im AKW Grohnde ausgesprochen.

Während letztes Wochenende mehrere Hundert AtomkraftgegnerInnen in Nordenham und am AKW Grohnde protestierten, wollen sich die KommunalpolitkerInnen im Kreis Wesermarsch (Nordenham) am Montag zu einer Sondersitzung treffen. Die dortigen Katastrophenschutzbehörden sind bis heute nicht über die Transporte informiert.

In der Kritik steht nicht nur der Landtransport der Plutonium-Stäbe. Gravierende Sicherheitsmängel weist vor allem das Schiff auf, mit dem die riskante Fracht von England zum Umschlagshafen in Nordenham gebracht werden soll. Französische Behörden haben die mangelnde Sicherheit der Atlantic Osprey bereits 2010 kritisiert. Bürgerinitiativen haben inzwischen in einem Schreiben an den Vorsitzenden gefordert, dass sich der Hafenauschusses des Niedersächsischen Landtages mit dem Plutoniumtransport und der mangelnden Sicherheit der Atlantic Osprey beschäftigt. Das Schiff ist im Gegensatz zu anderen Atomfrachtern nur einwandig gebaut und verfügt nur über eine Antriebs-Maschine.

Gestern hat die Linken-Fraktion in Hannover ihre Kritik an den Transporten bekräftigt: „Der umweltpolitische Sprecher der LINKEN im Landtag, Kurt Herzog, sagte: „Wenn es in Niedersachsen um Atomkraft geht, spielen Sicherheit und der Schutz von Mensch und Umwelt keine Rolle mehr. Die Verantwortlichen halten es offenbar nicht einmal für notwendig, die Landräte der betroffenen Kreise zu informieren!“

So fehle der ‚Atlantic Osprey‘ z.B. die doppelwandige Außenhaut. Zudem haben sich in 2010 französische Behörden gegen einen weiteren Einsatz des Schiffes ausgesprochen. Es wäre unverzüglich zu klären, aus welchen Gründen. Herzog: „E.on als verantwortliches Unternehmen setzt Mensch und Natur mit diesem Transport unkalkulierbaren Gefahren aus – und die Aufsichtsbehörden schauen zu.“ Doch nicht nur der Transport, auch der Betrieb von MOX-Brennelementen sei unverantwortlich; ihr Einsatz könne die Auswirkungen eines Reaktorunfalls noch verschlimmern, wie das Beispiel Fukushima gezeigt habe. „Schon ein Millionstel Gramm Plutonium kann Krebs auslösen, wenn man es einatmet. Deshalb muss der Transport von und der AKW-Betrieb mit MOX-Brennelementen verhindert werden“, so Herzog. DIE LINKE fordert daher ein Verbot des Einsatzes und Transportes plutoniumhaltiger Mischoxidbrennelemente.“

In Bremen hat die Linken-Fraktion einen Antrag in die Bürgerschaft (Drs. 18/564, 11. September 2012) eingebracht. Allerdings wurde der Antrag auf der letzten Sitzung nicht behandelt. Darin soll die Bürgerschaft beschließen:

„1. Der Senat wird aufgefordert, gegenüber dem Bundesamt für Strahlenschutz und dem Bundesumweltamt Sicherheitsbedenken anzumelden.
2. Der Senat wird aufgefordert, die Bedenken gegebenenfalls auch in der Kommission „Sicherung und Schutz kerntechnischer Einrichtungen“ zu äußern.
3. Der Senat wird gebeten, auf die niedersächsische Landesregierung einzuwirken mit dem Ziel, auch dieses von der Gefährlichkeit des anstehenden Transports zu überzeugen und Schritte dagegen einzuleiten.“

Dirk Seifert

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