Vattenfall vor dem Aus? Unternehmen wird gespalten. Was wird aus dem Atom- und Kohlekonzern und seinen MitarbeiterInnen? Foto: AKW Krümmel, Dirk Seifert
Die Volksentscheids-Initiative „Unser Hamburg – Unser Netz“ reagiert auf die heutige Pressekonferenz zur schweren Krise bei Vattenfall. Hier die PM im Wortlaut: „Die jüngsten Ankündigungen des Schwedischen Energiekonzerns Vattenfall verstärken aus Sicht von UNSER HAMBURG – UNSER NETZ die Überzeugung, dass dieses Unternehmen kein guter und verlässlicher Partner der Stadt Hamburg sein kann.
Die Konzernleitung hat massive Einsparungen und einen Einstellungsstopp angekündigt. Außerdem soll das Unternehmen umstrukturiert und Personal abgebaut werden. Was dies genau für die Standorte Hamburg, Berlin und Cottbus bedeutet, sei noch unklar.
„Der Hamburger Senat hat sich im Rahmen der Netzbeteiligung völlig unnötig an das Unternehmen Vattenfall gebunden und dafür 543 Millionen Euro ausgegeben. Nun schwächelt das Unternehmen, weil es weiter auf Atom- und Kohlekraft setzt. Was passiert mit den Hamburger Netzen, wenn Vattenfall sich wie schon in Polen und Belgien ganz aus Deutschland verabschiedet? Ein Grund mehr, mit dem Volksentscheid die Verträge unwirksam zu machen und die Energienetze auf die sichere Seite in die kommunale Regie zu holen. Ein städtisches Unternehmen bleibt zuverlässig in Hamburg“, so Manfred Braasch, Vertrauensperson von UNSER HAMBURG – UNSER NETZ.
Zu UNSER HAMBURG – UNSER NETZ: Am 22. September 2013 findet der Volksentscheid für die vollständige Übernahme der Hamburger Strom- und Gasnetze und der Fernwärmeversorgung in die Öffentliche Hand statt. Über 45 Hamburger Organisationen der Zivilgesellschaft, insbesondere aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Verbraucher- und Mieterschutz, beteiligen sich in dem überparteilichen Bündnis.“
Vattenfall bereitet sich vor, Tschüss zu sagen. Foto: Dirk Seifert
Die Krisenlage beim Atomkonzern Vattenfall spitzt sich weiter zu. Enorme finanzielle Verluste führen jetzt offenbar zu tiefen Einschnitten in der Unternehmensorganisation. Heute kündigte das Unternehmen an, sich in zwei Konzernbereiche aufzutrennen. Die Welt berichtet: „Anfang 2014 werde das Geschäft in die Bereiche Skandinavien sowie Kontinentaleuropa und Großbritannien aufgeteilt, kündigte der Staatskonzern bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen an.“ (Die heutige PM von Vattenfall hier und in vollständiger Länge unten im Text)
Der Sender DeutschlandRadio deutet diese Maßnahme auch als Vorbereitung auf einem möglichen kompletten Verkauf des Unternehmens jenseits von Skandinavien. Seit längerer Zeit deutet sich dieser Schritt an. Für die schwedischen Eigentümer ist die gesamte Expansion von Vattenfall außerhalb von Schweden zu einem Desaster geworden. Aus dem Plan, rund um die Ostsee zur Nummer 1 zu werden, wurde nichts. Der extrem hohe Anteil von klimaschädlicher Braunkohle am deutschen Stromgeschäft ist den Eigentümern schon seit längerem ein großes Ärgernis. Immer wieder wurde auch der Verkauf dieser Sparte in der Lausitz erwogen. Hinzu kommen die vielen Skandale und Pannen bei Betrieb der Atomkraftwerke von Vattenfall Deutschland, die für einen nachhaltigen Imageschaden gesorgt haben und massive Kunden-Einbußen zur Folge hatten.
Dass der Rückzug aus Deutschland immer wahrscheinlicher wird, machen auch diese Äußerungen klar (Die Welt): „Die Aussichten trübten sich zunehmend ein. „Das Unternehmen geht davon aus, dass sich der Markt in absehbarer Zukunft nicht erholen wird“, sagte Vorstandschef Öystein Löseth.“
Vattenfall hat aufgrund zahlreicher Fehlentscheidungen des Managments inzwischen einen Schuldenberg von ca. 20 Mrd Euro aufgebaut. Die Welt meldet mit Bezug auf die heutige Bilanzpressekonferenz von Vattenfall: „Angesichts der schwachen Ertragslage schreibt der schwedische Energiekonzern Vattenfall rund 3,4 Milliarden Euro auf Kraftwerke und andere Vermögenswerte ab. Der größte Anteil entfällt auf Gas- und Steinkohlekraftwerke in den Niederlanden, doch auch in Deutschland schreiben die Schweden auf Steinkohlekraftwerke knapp 500 Millionen Euro ab. Das Unternehmen verschärft außerdem sein Sparprogramm. Im kommenden Jahr sollen 285 Millionen Euro eingespart werden, bisher waren 170 Millionen geplant.“
Finanz-Desaster Kohlekraftwerk Moorburg
Horrordaten, die zeigen, wie angeschlagen Vattenfall ist. Zu vermuten ist, dass z.B. die genannte Abschreibung in Höhe von 500 Millionen Euro zu einem großen Teil im Zusammenhang mit dem Kohlekraft in Hamburg-Moorburg stehen. Das Kraftwerk wird derzeit schrittweise in Betrieb genommen und gilt Vielen als totales wirtschaftliches Desaster.
Der Personalabbau dürfte noch verschärft werden
Für die MitarbeiterInnen bei Vattenfall kommt es knüppeldick. Schon jetzt werden in Deutschland 1.500 Arbeitsplätze abgebaut. Nun erhöht Vattenfall auch noch seine Einsparziele. Das dürfte nicht nur – wie die Welt schreibt – zum Einstellungsstopp führen, sondern ein nächstes Programm zur Personaleinsparung auf den Plan setzen.
Vattenfall nimmt umfangreiche Abschreibungen vor und teilt Unternehmen auf
Vattenfall hat sich entschieden, das Unternehmen in eine skandinavische und eine kontinentaleuropäische Einheit aufzuteilen. Dies ist eine von mehreren Maßnahmen als Reaktion auf die Entwicklungen des europäischen Energiemarktes. Gleichzeitig muss Vattenfall infolge der Marktentwicklung und gestiegener Geschäftsrisiken 29,7 Milliarden SEK auf Vermögenswerte des Unternehmens abschreiben.
Vattenfall ändert seine Organisationsstruktur, um größere finanzielle und strategische Flexibilität zu erreichen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2014 wird die Geschäftstätigkeit des Konzerns in zwei regionale Einheiten aufgeteilt: Skandinavien und Kontinentaleuropa/UK. Hintergrund dieser Änderungen ist die aus Sicht des Unternehmens gestiegene Unsicherheit in Bezug auf die Entwicklung des Energiebinnenmarktes in Europa, insbesondere in Kontinentaleuropa. „Die neue Struktur ermöglicht jeder Region, sich auf ihre jeweiligen Hauptthemen zu konzentrieren. Darüber hinaus eröffnet sie Möglichkeiten, Risiken der Geschäftstätigkeit von Vattenfall auf dem europäischen Festland langfristig zu teilen“, erklären Vattenfalls Chairman of the Board of Directors, Lars G. Nordström, und CEO Øystein Løseth. Wie auch andere europäische Energieversorger ist Vattenfall von zunehmend trüben Marktaussichten betroffen. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich der Markt in absehbarer Zukunft nicht erholen wird.
Um den gestiegenen Geschäftsrisiken Rechnung zu tragen, wurden die zukünftigen Cashflows mit einem größeren Risikofaktor bewertet. Als Konsequenz daraus schreibt das Unternehmen den Buchwert seiner Vermögenswerte um insgesamt 29,7 Milliarden SEK ab. Die Auswirkungen auf das Ergebnis der Periode belaufen sich aufgrund von Steuereffekten im Zusammenhang mit den Abschreibungen auf 24,5 Milliarden SEK. Die Abschreibungen im zweiten Quartal haben jedoch keine Auswirkungen auf den Cashflow von Vattenfall.
Die im zweiten Quartal vorgenommenen Abschreibungen betreffen: • Gas- und Steinkohlekraftwerke in den Niederlanden: 14,5 Milliarden SEK • Steinkohlekraftwerke in Deutschland: 4,1 Milliarden SEK • Blockheizkraftwerke in Skandinavien: 2,5 Milliarden SEK • Goodwill aus dem Handelsgeschäft: 6,8 Milliarden SEK • Sonstige Vermögenswerte: 1,8 Milliarden SEK
Das operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2013 stieg um 3,3% auf 16.950 MSEK (Vorjahreszeitraum: 16.401 MSEK). Trotz der umfangreichen Abschreibungen erfüllt Vattenfall die finanziellen Ziele zur Kapitalstruktur.
Chairman of the Board of Directors Lars G. Nordström und CEO Øystein Løseth: „Es wiegt natürlich schwer, Abschreibungen in dieser Größenordnung vornehmen zu müssen. Doch sie spiegeln unsere aktuelle Realität wider, und wir müssen von unseren heutigen Erkenntnissen über den Markt ausgehen. Das bedeutet, dass wir den Wert unserer Vermögenswerte anpassen müssen. Es bedeutet auch, dass wir Maßnahmen ergreifen müssen, die aus unserer Sicht notwendig sind, um langfristig ein nachhaltiges und starkes Vattenfall zu sichern.“
Vattenfall hat bereits mit Konsolidierung und erheblichen Einsparungen auf die schwierige Marktsituation reagiert, ergreift jetzt jedoch weitere substanzielle Maßnahmen.
Kostensenkungen und laufende Rationalisierungsmaßnahmen werden beschleunigt. Die geplanten Kosteneinsparungen für 2014 werden von 1,5 Milliarden SEK auf 2,5 Milliarden SEK erhöht. Für 2015 wird ein neues Sparziel von 2 Milliarden SEK festgelegt. Vattenfall hat einen Einstellungsstopp verhängt und zudem den Einsatz externer Berater erheblich eingeschränkt. Seit 2010 hat Vattenfall jährlich seine Kosten um 7,5 Milliarden SEK reduziert.
Die Investitionen für die kommenden fünf Jahre werden auf 105 Milliarden SEK gesenkt, verglichen mit 123 Milliarden SEK für den Zeitraum 2013 bis 2017. Bereits beschlossene Investitionsprojekte werden priorisiert, der Fokus liegt weiterhin auf erneuerbarer Energie.
Wechselkurs: 1 EUR = 8,7773 SEK (30. Juni 2013)
Weitere Informationen erhalten Sie von Ivo Banek, Kommunikationschef, Tel.: +46 (0)8 739 50 10 Klaus Aurich, Head of Investor Relations, Tel.: +46 (0)8 739 65 14, Mobil: +46 (0)705 39 65 14. Vattenfall Pressestelle, Tel.: +46 (0)8 739 50 10, press@vattenfall.com Präsentation Halbjahresreport: http://www.vattenfall.com/en/q2-report-2013.htm
Österreich verbietet künftig den Import von Atomstrom und geht damit einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende. Das Alpenland besitzt keine Atomkraftwerke. Die Inbetriebnahme eines in Zwentendorf gebauten Reaktors ist vor 35 Jahren per Volksentscheid verhindert worden. Seitdem engagiert sich Österreich immer wieder, dass auch in anderen Ländern der Atomausstieg voran kommt.
Sowohl der Nationalrat als auch der Bundesrat haben jetzt entsprechenden rechtlichen Maßnahmen zugestimmt, mit dem der Atomstrom-Import künftig unterbunden werden soll. Die Klimaretter berichten: „Das Land, das nie ein Atomkraftwerk am Netz hatte, positioniert sich seit Jahrzehnten wie kaum ein anderes auf der Welt mit deutlicher Mehrheit gegen die Atomenergie. So gesehen ist der Schritt, künftig auch keinen Atomstrom mehr ins Land zu importieren, nur konsequent. Nachdem der österreichische Nationalrat am 3. Juli eine entsprechende Novelle des Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetzes (ElWOG) sowie des Energie-Control-Gesetzes beschlossen hat, stimmte nun auch die zweite Parlamentskammer, der Bundesrat, für den Importstopp von Atomstrom.“
Konkret haben die neuen Regelungen die Folge: „Kein österreichischer Energiekonzern darf in Zukunft Strom vom Betreiber eines Atomkraftwerks oder aus unbekannten Quellen einkaufen. Zu jeder Kilowattstunde muss es künftig ein Herkunftszertifikat geben, das die Energie als nicht atomar ausweist.“ Ab 2015 soll der Herkunftsnachweis offenbar rechtlich verbindlich werden.
Allerdings, darauf verweisen die Klimaretter in dem Artikel: Ob diese Regelungen EU-konform sind, muss sich noch zeigen. Siehe dazu auch im Spiegel.
Glaubt man dem Abendblatt, dann ist Peter Lohmeyer offenbar ein Hinweis auf Erfolg. In Salzburg hatte Lohmeyer am Samstag Premiere, als Sensenmann beim „Jedermann“ im Rahmen der Festspiele 2013. „Gelungene Jedermann-Premiere“ schreibt das ORF und berichtet: „Verantwortlich für die Neuinszenierung nach zwölf Jahren sind der Amerikaner Brian Mertes und der Engländer Julian Crouch. Die beiden sind mit dem gesamten Ensemble stürmisch gefeiert worden.“ Über Lohmeyers Rolle: „Peter Lohmeyer ist ein fast zärtlicher Tod, der mit seinem eigenen Schicksal hadert. Fast beiläufig schickt er Jedermann ins Jenseits, indem er im Vorübergehen ein Leichentuch über ihn deckt. Christliche Jenseitsvorstellungen von Tod, Jüngstem Gericht und Auferstehung werden in der neuen Inszenierung nicht bedient. Eher die Vorstellung des ewigen Kreislaufs von Werden und Vergehen.“ Mehr zur Premiere ist hier beim ORF zu lesen und hier im Abendblatt.
Kulturfestspiele 2013 in Salzburg. Mit Peter Lohmeyer im „Jedermann“. Foto: Dirk Seifert
So erfolgreich Lohmeyer derzeit in Salzburg ist, so erfolgreich könnte auch sein Engagement in Hamburg sein. Dort setzt er sich für den Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ ein. Der zielt darauf, Vattenfall und E.on die Verfügung über die Energienetze für Strom, Fernwärme und Gas abzunehmen und sie wieder zu 100 Prozent in die öffentliche Hand zu bekommen. Sein Statement zur Forderung „JA zu 100 Prozent“ ist klar: „Am liebsten Spiele ich die Hauptrolle – so sollte es Hamburg auch handhaben“, sagt Lohmeyer auf der Homepage der Volksentscheids-Initiative. Wäre ja prima, wenn sein Engagement für die Energiewende am Ende auch so gelobt wird, wie sein Wirken in Salzburg.
Ach, dieser Jedermann! Da kommt man ja unweigerlich dazu, sich den Kopf zu zerbrechen: Ist dieser Jedermann nicht nur ein Vattenfall? So geizig und rücksichtslos? Könnte es sein, dass es einen Zusammenhang gibt, den Peter Lohmeyer hier – vielleicht nur intuitiv – spürt? Und haben wir nicht schon vor einiger Zeit unter der Überschrift „Vattenfalls Stern auf dem Rückzug – Was hat dich bloß so ruiniert?“ darüber nachgedacht, wie existenziell das Unternehmen bedroht ist? Den Mammon kennt das Unternehmen. Aber könnte die SPD die Rollen von Glaube und Hoffnung übernehmen, um Vattenfall zu läutern und zur Buße zu bewegen. Und wie könnte ein solches Vattenfall aussehen? Im weißen Hemd und mit einem Pilgerstab? Könnte es ein ehrliches Bereuen geben? Keine klimaschädlichen Kohlekraftwerke und die Entschädigungsklage für die Stilllegung der Atomkraftwerke wird zurück gezogen? Und wird Gott Vattenfall dann in den Himmel lassen und werden auf den Weg dorthin Engel oder gar Bürgermeister Scholz für Vattenfall singen? Ach Gott! Das lassen wir lieber alles sein und freuen uns für Peter Lohmeyer, dass der „Jedermann“ in Salzburg so erfolgreich ist.
Infobroschüre zum Vorteil von Vattenfall war nur „aufgrund eines Versehens“ veröffentlicht worden, sagt SPD-Senatorensprecher. Total Titanic irgendwie.
Dumm gelaufen für den SPD-Senat in Hamburg. Jetzt gibt es die Rolle rückwärts zur umstrittenen Infobroschüre für die ErstwählerInnen. „Hamburgs Schulsenator Ties Rabe, SPD, hat nach Kritik an fehlender Ausgewogenheit eine verkürzte Fassung in Auftrag gegeben“, meldet das Abendblatt heute und berichtet: „Nur noch sieben statt zwölf Seiten – mit einer deutlich abgespeckten Handreichung will Schulsenator Ties Rabe (SPD) die wahlberechtigten Schüler über den Volksentscheid zum Energienetze-Rückkauf am 22. September informieren. Anders als zunächst geplant soll der Flyer auch nicht gedruckt und an die Schulen verteilt werden. Interessierte können Text und Bilder nun stattdessen von der Homepage der Schulbehörde herunterladen.“
Totalschaden, könnte man das auch nennen! Erstmals zum Volksentscheid dürfen in Hamburg SchülerInnen ab 16 Jahren wählen. Dazu wollten Schulbehörde und die Landeszentrale politische Bildung informieren. Allerdings geriet die Broschüre derart einseitig zugunsten der Gegner des Volksentscheids, dass es von allen Seiten Proteste hagelte. UmweltFAIRaendern.de hatte dazu berichet: Volksentscheid Energienetze Hamburg: Staatlich mit aller Macht für Vattenfall und E.on.
Mit dem Volksentscheid wollen die Initiatoren Vattenfall und E.on die Verfügung über die gewinnträchtigen Energienetze abnehmen, die für die Energiewende gebraucht werden. Die HamburgerInnen stimmen am 22. September – gleichzeitig mit der Bundestagswahl – darüber ab, die Netze wieder zu 100 Prozent kommunal zu betreiben!
Stopp der Infobroschüre: Senator bestreitet Zusammenhang mit der Kritik
Man muss es schon dreist nennen: Nachdem durch die Linken in der Bürgerschaft das einseitige Machwerk der Behörde aufgeflogen ist bzw. bekannt wurde, soll das Ganze als vermeintliche Panne herunter gespielt werden. Das Abendblatt schreibt mit Bezug auf den Behördensprecher Beressau: „Dass der Senator die Neufassung wegen der Kritik der Opposition vorgenommen habe, mochte Bressau nicht gelten lassen. „Die erste Version war eigentlich nur ein Entwurf, der aufgrund eines Versehens veröffentlicht wurde“, sagte Bressau.“ Na klar, Schuld sind immer die Anderen!
Klar, das veröffentlicht man mal „aufgrund eines Versehens.“ Vor allem bei einem so heißen Thema. Kann ja immer mal passieren… Wenn man das glauben soll, könnte auch das stimmen: Die Beteiligung des SPD-Senats als Minderheitsaktionär bei Vattenfall und E.on könnte durchaus Ergebnis eines Versehens sein. Den Verdacht hatte ich schon länger: Herr Senator Rabe, stimmt das?
Energiepolitik des Senats vielleicht auch sonst „aufgrund eines Versehens“?
Und wir vergessen auch sonstige Beihilfen für Vattenfall, z.B. die Unterstützung mit der Kultursenatorin als Schirmfrau für die Vattenfall-Lesetage inkl. gemeinsamer Pressekonferenz im Rathaus:
Und wie schön wäre es, wenn auch die Sätze von Bürgermeister Scholz zum Vattenfall-Kohlekrafwerk Moorburg nur „aufgrund eines Versehens“ veröffentlich wurden. Z.B. wenn er dieses Klimamonster als „ein hochleistungsfähiges, hocheffizientes und hochlukratives Kraftwerk“ bezeichnet. Die taz-Hamburg berichtet dazu heute mit diesem Artikel.