20.000 Unterschriften für die ASSE

Noch rund eine Woche läuft die Unterschriften-Aktion für die Räumung des Atommülllagers ASSE II. Die Bürgerinitiativen rund um den vom Einsturz und Wassereinbrüchen bedrohten Salzstock in der Nähe von Braunschweig wollen damit den Druck auf die Verwortlichen im Bundesumweltministerium erhöhen, damit der Atommüll geborgen wird. Denn trotz allem Gerede verdichten sich immer mehr Hinweise, dass die Bundesregierung die Kosten für diese Maßnahme scheut und stattdessen auf die billigere Flutung der ASSE setzt. Dabei ist klar, dass die Flutung zu einer radioaktiven Verseuchung des Grundwassers führen wird. Alle Infos und online unterschreiben!

Solarstrom, Energiewende und die Strompreise

In seinen regelmäßigen Wochenschauen auf Telepolis berichtet Wolfgang Pomrehn aktuell über den Stand der Verhandlungen zwischen Bundesregierung und Ländern über die Zukunft der Solarenergieförderung im Rahmen des EEG. Möglicherweise noch vor der Sommerpause könnte es hier zu einer Einigung kommen. Außerdem betrachtet Pomrehn die Entwicklung der Strompreise und zeigt auf, welche unterschiedlichen Faktoren und Rahmenbedingungen zu den Strompreissteigerungen führen.

Interessant ist auch, dass der Strom in Deutschland trotz aller Kampagnen einschlägig Interessierter nicht knapp wird. Im Gegenteil exportiert Deutschland mehr Strom, als es importiert. Pomrehn berichtet:  „Bemerkenswert ist, dass Deutschland weiter Nettoexporteur von Strom ist. In den ersten drei Monaten 2012 wurden unterm Strich 8,224 Milliarden Kilowattstunden Strom exportiert. Wenn sich das Blatt im weiteren Verlauf des Jahres nicht noch ganz dramatisch wenden sollte, wird Deutschland damit 2012 wieder in etwa so viel netto exportieren wie 2010, dem letzten Jahr, als noch alle AKW das ganze Jahr über liefen (mit Ausnahme von Vattenfalls Pannenmeilern, die bekanntlich bereits einige Jahre stillstanden). 2010 hatte Deutschland netto rund 17 Milliarden kWh ausgeführt.“  Alle Informationen im Detal hier.

Klagen der Atomkonzerne – Konzerne schüren Ängste mit Phantasiezahlen

E.on und RWE klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den Atomausstieg und träumen von Entschädigungen im Umfang von 15 Milliarden Euro. Vattenfall wird in Washington klagen, weil der Atomausstieg eine Investitions-Diskriminierung darstelle. Und ob Vattenfall und EnBW sich auch noch an das Bundesverfassungsgericht wenden, entscheidet sich die nächsten Tage.

Das sind die Maßnahmen, mit denen die Atomkonzerne die Energiewende an die Wand fahren wollen und weiter Hardliner gegen den Ausbau der Erneuerbaren Energien bleiben. Eine Möglichkeit, denen die Rote Karte zu zeigen, ist der Ökostromwechsel. Das ist a.) ganz einfach, b.) tut es nicht weh und c.) es schmerzt die Atomstromunternehmen. Wie man das macht und zu wem man wechseln sollte, erfährt man unter „Atomausstieg selber machen„.

„Angst schüren – das ist denn auch zweifellos eines der Motive von E.ON und RWE für ihre Verfassungsklage gegen den Atomausstieg“, kommentiert Jürgen Döschner vom WDR auf Tagesschau.de. Er kritisiert nicht nur die Panikmache und die absurden Zahlenspiele zwischen Schadensersatz, vermeintlich wegen der Energiewende steigenden Strompreisen und Hororzahlen für den Netzausbau. Döschner zeigt auch die Richtung auf, in der die Bundesregierung den Atomkonzernen mal zeigen könnte wo der Hammer hängt: „Und wenn es wirklich juristisch eng werden sollte für die Bundesregierung, dann sollte sie vielleicht ihrerseits mal die Gerichte bemühen – zum Beispiel, um prüfen zu lassen, wie es denn bestellt ist um den gesetzlich vorgeschriebenen Entsorgungsnachweis oder um die Versicherung möglicher AKW-Unfälle. Dabei könnte sich nämlich die Ansicht mancher Juristen bestätigen, dass die Betriebsgenehmigungen für sämtliche Atomkraftwerke in Deutschland längst erloschen sind.“ Quelle: Tagesschau.de

 

Atommülllager ASSE II – Rückholung statt Flutung

Das Atommülllager ASSE II droht abzusaufen und einzustürzen. Seit Jahren versprechen die Behörden, den Atommüll rausholen zu wollen, weil anders die Sicherheit für das Grundwasser und die Bevölkerung nicht erhalten bleiben kann. Doch während alle von Rückholung des Atommülls reden, werden unterirdisch Arbeiten für die Flutung des maroden Salzstocks vorbereitet. Aber genau dieses Verfahren würde zu einer radioaktiven Verseuchung des Grundwassers führen.

Bürgerinitiativen rund um die ASSE machen deshalb mobil: Bis zum 28. Juni wollen sie mit einer jetzt gestarteten Online-Aktion 20.000 Unterschriften sammeln, um die Flutung zu stoppen! Alle Infos dazu hier.

ONLINE UNTERSCHREIBEN: hier längs….

Klimawandel – Großkraftwerke ohne Kühlwasser

So kann es auch gehen! Der Klimawandel bestraft diejenigen, die ihn verursachen. Der Spiegel berichtet grad: „Der Klimawandel bedroht die Stromerzeugung in den USA und Europa, weil in heißen Sommern das Kühlwasser knapp wird. Ohne ausreichende Kühlung sind Kraftwerke nicht zu betreiben, warnen Forscher. Der Sektor müsse sich dringend anpassen – sonst drohten Fehlinvestitionen.“ (Online)

Und auf Telepolis berichtete Ralf Streck bereits im Februar unter der Überschrift:“Warten auf den Blackout in Frankreich“ vom Atomkraftwerks-Wunderland, dass dort den Meilern das Kühlwasser ausgeht, – im Sommer und im Winter.

Frankreich reagiert jetzt mit Stromrationierungen: „Licht aus in Frankreich wegen AKW Problemen mit dem Kühlwasser – Schaufensterbeleuchtung muß ab 1. Juli nachts abgeschaltet werden.“ Matthias Brake schreibt auf Telepolis: „Geschäfte und Unternehmen in Frankreich müssen ab dem 1. Juli die Beleuchtung ihrer Schaufenster, Fassaden und von Innenräumen, die von außen sichtbar sind von 1 Uhr nachts bis 6 Uhr morgens ausschalten. Die neue Energiesparverordnung war im letzten Dezember noch von der damaligen Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet angekündigt worden (Städte: Keine „Festbeleuchtung“ mehr ab 1 Uhr?).

Auch in Frankreich werden die Folgen der Klimakatastrophe spürbar: Schon seit Jahren haben die Atommeiler sowohl im Winter als auch im Sommer Probleme mit dem Kühlwasser aus den Flüssen: „Das führte zu Abschaltungen und Stromimporten aus Deutschland. Landesweit soll mit dem nächtlichen Beleuchtungsverbot soviel Strom eingespart werden, wie 260.000 Haushalte pro Jahr verbrauchen (je 4.000 kWh/a). Drei Viertel der französischen Stromversorgung stammt aus AKWs, die meisten davon werden mit Flusswasser gekühlt, was mittlerweile im Winter wie im Sommer problematisch sein kann“, schreibt Brake.

Ein Problem, dass auch in Deutschland nicht unbekannt ist. Immer wieder wurden Atommeiler, wie z.B. das inzwischen stillgelegte AKW Krümmel an der Elbe, im Sommer aufgrund zu hoher Wassertemperaturen in seiner Leistung gedrosselt.

Absurd ist das außerdem, wenn man die gegenwärtige Kampagne gegen die Energiewende betrachtet: Im Atomwunderland Frankreich steigen die Strompreise und: Frankreich muss in diesen Engpässen ausgerechnet aus Deutschland Strom importieren!  Und Deutschland kann – trotz der immerhin acht abgeschalteten AKWs liefern – Dank dem Solarstrom!


 

 

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