Atomkraftwerke Brokdorf und Grohnde werden be-warn-streikt: Verdi und IGBCE fordern mehr Geld

AKW-Brokdorf-2012a-Dirk-Seifert
Warnstreik in Brokdorf (Foto) und im AKW Grohnde. Verdi und IGBCE fordern mehr Geld. Foto: Dirk Seifert

Heute haben nach einem Aufruf der Gewerkschaften Verdi und IGBCE in Norddeutschland ca. 2.500 MitarbeiterInnen unterschiedlicher Betriebe, darunter auch Beschäftigte der Atommeiler in Brokdorf und Grohnde, einen Warnstreik durchgeführt. Bundesweit sollen sich rund 7.000 Beschäftigte beteiligt haben. Der NDR berichtet: „Ver.di wirft E.ON vor, ein Scheitern der Tarifverhandlungen zu provozieren. Die zuletzt angebotene Erhöhung der Bezüge um 1,1 Prozent sei „völlig inakzeptabel“. Die Gewerkschaft verlangt eine Verbesserung um 6,5 Prozent bei einer Laufzeit des Vertrages von zwölf Monaten. Außerdem sollten alle Azubis nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung für mindestens zwölf Monate übernommen werden.“ Die Tarifverhandlungen sollen morgen fortgesetzt werden.

Die Lage für die Beschäftigten bei den Atomkonzernen wie E.on, RWE, Vattenfall und EnBW ist überaus heikel: E.on will allein in Deutschland 6.000 Arbeitsplätze abbauen, RWE mindestens 5.000. Auch bei den kleinen Unternehmen Vattenfall und E.on sind massive Sparmaßnahmen angekündigt und in Umsetzung.

Siehe hier: Energiewende und Strukturwandel: Massiver Arbeitsplatzabbau bei den alten Stromkonzernen und Siemens

Aber auch bei der Energiewende und den Erneuerbaren gibt es Probleme: IG Metall Küste – Verpatzte Energiewende gefährdet tausende Arbeitsplätze in Norddeutschland

Regenwolken über Solarzeitung PHOTON – gegen Arbeitnehmerrechte und Insolvent

Energiewende Öko-Sozial – “REpower bricht Tarifverhandlungen unter vorgeschobenen Gründen ab”

Bürger und Stromnetze – Auch Lübeck gründet eine Bürger-Genossenschaft

strommast moorburg 03
Stromnetze in BürgerInnenhand gilt überall… Foto: Dirk Seifert

Nicht nur in Städten wie Hamburg, Berlin oder Oldenburg steht die Rekommunalisierung und Demokratisierung der Energienetze auf dem Plan. Auch in Lübeck engagieren sich BürgerInnen: „Die Gründung der BürgerEnergieGenossenschaft Lübeck rückt in greifbare Nähe. Die Genossenschaft soll, wenn alles nach Plan läuft, im Februar gegründet werden. Ziel ist, die 25,1 Prozent Stadtwerke-Anteile, die das dänische Unternehmen DONG Energy hält und verkaufen will, zu erwerben und so wieder nach Lübeck zurückzuholen.“Viele Menschen unterstützen dieses Vorhaben, aber es müssen mehr werden“, so die Intiatoren.“ (Quelle) Vor wenigen Tagen gab es dazu eine Infoveranstaltung in Lübeck.

„Mit dem Rückkauf der Anteile will die BürgerEnergieGenossenschaft Einfluss auf die Energieversorgung durch die Lübecker Stadtwerke nehmen und langfristig die ökologische und soziale Ausrichtung in den Mittelpunkt stellen. Sie will das Geld der Mitglieder in der Region anlegen und für eine angemessene Rendite sorgen. Mit der so angestrebten Demokratisierung der Energieversorgung und der Teilnahme an der regionalen Wertschöpfung werde eine zukunftsweisende Entwicklung eingeschlagen.

Die bislang von Dong gehaltenen 25,1% können nur als Ganzes und nur von der Stadt zurückgekauft werden. Dafür muß sie von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen und muß die Anteile zu dem Preis erwerben, auf den sich DONG-Energy mit dem Käufer geeinigt hat. Zurzeit laufen die Kaufverhandlungen, über den Stand ist nichts bekannt, auch nicht über die Höhe der Kaufsumme.“

Kontakt: Netzwerk Energiewende Lübeck
c/o BUND, Glocklengießerstraße 42 a, 23552 Lübeck
E-Mail: info(AT)netzwerk-energiewende-luebeck.de

Volksbegehren Berlin gegen Vattenfall – Jetzt wird’s ernst…

blnenergietischIn einer Pressemitteilung hat der Berliner Energietisch mitgeteilt, dass das geplante Volksbegehren für die Rekommunalisierung der Stromnetze und die Gründung eigener Stadtwerke auf dem Weg ist: „Der Berliner Energietisch hat heute offiziell die Durchführung des Volksbegehrens „Neue Energie für Berlin“ bei der Innenbehörde beantragt. Damit wird die nächste Stufe auf dem Weg zu einem Volksentscheid über die Zukunft der Berliner Energieversorgung eingeläutet.  Ab dem 11. Februar müssen dann in vier Monaten 200.000 Unterschriften gesammelt werden, damit zur Bundestagswahl im September ein Volksentscheid stattfinden kann. Der Gesetzentwurf des Berliner Energietisches sieht die Rekommunalisierung der Stromnetze und die Gründung eines berlineigenen Stadtwerkes vor.

Nötig wurde dieser Schritt, weil in der politischen Diskussion der letzten Monate keine Einigung erzielt werden konnte. Der Senat lehnt weiterhin den vom Energietisch vorgelegten Gesetzentwurf ab. Lediglich die Koalitionsfraktionen von SPD und CDU legten einen inhaltlich völlig ungenügenden Gesetzentwurf zur Gründung berlineigener Stadtwerke vor. Beim Zeitplan von Berlin Energie liegt die Senatsverwaltung auch weit hinter dem eigenen Zeitplan zurück. Ein für Dezember 2012 angekündigter Zwischenbericht wurde um drei Monate verschoben.

„Was die Regierungskoalition den Berlinerinnen und Berliner anbietet, reicht bei weitem nicht aus. Deswegen führt an der zweiten Stufe des Volksbegehrens kein Weg vorbei, schon allein um den Druck weiter aufrechtzuerhalten“, erklärt Stefan Taschner, Sprecher des Berliner Energietisches.“

Mehr Infos: www.berliner-energietisch.net

IG Metall Küste – Verpatzte Energiewende gefährdet tausende Arbeitsplätze in Norddeutschland

ig_metall
IG Metall demonstriert für Arbeitsplätze bei der Energiewende

Dokumentation: Hamburg, 4.1.2013. Durch den verpatzten Start der Energiewende sind tausende Arbeitsplätze in der Offshore-Windindustrie und auf den Werften in Norddeutschland in Gefahr. Die IG Metall Küste ruft deshalb für Dienstag, 8. Januar, (Beginn: 10 Uhr) zu einer Kundgebung vor dem Hannover Congress Centrum, Theodor-Heuss-Platz 1, 30175 Hannover auf. Erwartet werden über achthundert Beschäftigte aus betroffenen Betrieben wie den SIAG Nordseewerken in Emden, der Sietas-Werft in Hamburg, PowerBlades in Bremerhaven oder den P+S-Werften in Stralsund und Wolgast. Anlass der Kundgebung ist die „Offshore-Konferenz“ des Bundeswirtschaftsministeriums u.a. mit Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und dem Maritimen Koordinator der Bundesregierung Hans-Joachim Otto in Hannover.

„Das Planungschaos der Bundesregierung verzögert Investitionen der beteiligten Firmen in Milliardenhöhe und gefährdet mehrere tausend Arbeitsplätze wie z.B. bei den SIAG Nordseewerken in Emden oder Sietas in Hamburg“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Statt Perspektive und Zukunft verbinden viele Beschäftigte die Energiewende mit Angst um Arbeitsplätze und Standorte. Das darf so nicht weiter gehen!“

Konkrete Unterstützung verlangt die IG Metall Küste für die 700 Beschäftigten der SIAG Nordseewerke in Emden: „Die Situation in Emden ist viel zu ernst, um auf der Konferenz nur über die Chancen der Offshore-Windenergie zu reden. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister muss jetzt handeln und den Beschäftigten konkret helfen. Wegducken wird keinem helfen. Machen sie es endlich zur Chefsache und stellen sie sich ihrer Verantwortung“, forderte Bezirksleiter Geiken.

Medien-Information 1 / 2013

Ansprechpartner für die Medien:  Heiko Messerschmidt, IG Metall Küste,

Berlin braucht Unterstützung für die Energiewende – Vattenfall abschalten

blnenergietisch
Energiewende in Berlin braucht Unterstützung: Unterschriftensammeln gegen Vattenfall und für ein Bürgerstromnetz!

In Berlin bereitet sich ein breites Bürgerbündnis auf das Volksbegehren für die Rekommunalisierung der Stromnetze vor. Ziel ist es, dem bisherigen Betreiber Vattenfall die Rote Karte zu zeigen und die Energiewende in die eigene Hand zu nehmen.

Auf der Homepage des „Berliner-Energietisch“ rufen die Initiatoren zur Unterstützung auf: „Für ein erfolgreiches Volksbegehren müssen wir von Februar bis Juni 200.000 Unterschriften sammeln.“ Damit das gelingt, werden Unterschriften-SammlerInnen gesucht: Mindestens 2.000 Aktive will das Bündnis für diese Aktion gewinnen. Eintragen kann sich jede und jeder hier: „Ja, ich sammle mit!„.

Das richtet sich nicht nur an die BerlinerInnen selbst: Mit einem echten Aktionsurlaub in Berlin können auch Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet (und darüber hinaus), die die Energiewende unterstützen wollen auch nur für wenige Stunde oder Tage das Volksbegehren unterstützen!

In zahlreichen Städten wird derzeit über die Rekommunalisierung der Energienetze für Strom, aber auch Fernwärme und Gas gestritten. Bürgergenossenschaften treten auch an, um die Netze direkt zu übernehmen, um die Blockadepolitik gegen die Energiewende durch die alten Stromkonzerne abzuschaffen. In Hamburg wird es im September zum Volksentscheid für die vollständige Rekommunalisierung kommen, damit Vattenfall (Strom und Fernwärme) und E.on (Gas) die Netze nicht weiter blockieren können. In Oldenburg und Berlin treten Genossenschaften an, um die Netze direkt zu übernehmen. Siehe auch hier.

 

×