Deutschland – wir weben dein Leichentuch

Geschichte wiederholt sich nicht. Sofern wir sie erinnern, sie als Mahnung aufgreifen und immer wieder neu darum streiten, dass sie sich nicht wiederholt. Im 19. Jahrhundert setzt mit der ersten industriellen Revolution eine gravierenden gesellschaftlicher Veränderungsprozess ein, der die alten feudalen Mächte hinweggefegt und den Bürger zum neuen Souverän werden lässt: Die französische Revolution beseitigt den Feudalismus und schafft die Grundzüge der parlamentarischen Demokratie, des allgemeinen Wahlrechts und schafft die Willkür des Adels ab. Und sie schafft ein ungeheures soziales Elend. Dafür steht nicht nur von Friedrich Engels beschriebene Manchesterismus in England. Dafür stehen die schlesischen Weber, die durch die Einführung der dampfgetriebenen Webstühle an den Rand des Hungertodes getrieben werden. Sie erheben sich…. Die Band Liederjan erzählt musikalisch die Geschichte…

Drei rote Pfiffe… Die Schmetterlinge. Gegen Faschismus

Die 68er standen auf gegen den „1000 jährigen Muff unter den Talaren“. Sie waren der Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit der Kontinuität Nazideutschlands und vieler Akteure, die in der Bundesrepublik Deutschland nahtlos weiter in führenden Aufgaben in Staat und Wirtschaft ihr Unheil trieben. Immer wieder trifft die aufstrebende Umweltbewegung auf die alten Nazis (Filbinger, Carstensen) und ihre Verquickung mit der Atomwirtschaft, mit der Industrie und ihren demokratie- und umweltfeindlichen Interessen. „Drei rote Pfiffe“, ein Song von den Schmetterlingen erzählt von dem Widerstand gegen den Faschismus und von der Hoffnung, auf eine Welt ohne diese Verbrecher.

umweltFAIRaendern hat das gesamte Album der Schmetterlinge veröffentlicht. Siehe hier:

(Der Songtext) Drei rote Pfiffe

Wir trafen Helena K. in ihrem Heim im
slowenischen Teil Kärntens. Sie erzählte
uns ihre Lebensgeschichte. Unter dem
Namen „Jelka“ war sie als Partisanin an
der Befreiung Österreichs vom Hitler-
faschismus aktiv beteiligt. Heute, als alte
Frau, muß sie miterleben, daß alte und neue Nazis in Kärnten fröhliche Urständ
feiern, während die slowenische Minderheit
um ihre vorenthaltenen Rechte kämpfen muß.

(„Jelka“ erzählt, wie sie damals
Jemanden den Weg zu den Partisanen
beschrieb“)
„Du, Leppen nach Hrebelnik drüben
Haben sie an Bunker, zwei Fichtenstämme,
und rüber haben sie so schön – von Fichten, diese Skorjen
(Ringe) drüber, dort wirst sehen. Aber du mußt pfeifen
(pfeift), dreimal mußt pfeifen, sonst ist Alarm.“

Im Kreis ihrer Enkel die alte Frau
zeigt mit erhobener Hand
auf die Wälder, die dunklen, über der Drau:
Jetzt zeige ich euch euer Land.

Dort drüben da hab ich geschuftet am Hand,
als ich ein Kind noch war.
bei der Christmette mit Glockenklang
hing Eis von Rock und Haar.

Die Bergknappen kamen zum Lindenwirt,
und flüsterten heimlich, mit List,
daß sich in der Welt was ändern wird,
daß nicht bleiben muß, wie es ist.

Verschwiegene Bäume.
Verschworener Wald.
Und drei rote Pfiffe, drei rote Pfiffe,
im Wald.

Die Drau hinunter trieb Mond um Mond,
es brach der Faschistenkrieg aus.
Da hatte ich dann einen Mann der Front,
und hatte drei Kinder im Haus.
Wie tönte da markiger Nazigesang
von deutschem Boden und Blut.

Manch ein Bursch in die Berge entsprang.
Ich trug Flugblätter unter dem Hut.

Der Gestapo war kalt und der Gauleiter schalt:
Partisanen im eigenen Land!
Ich trug Geflüster und Brot in den Wald.
Sie haben mich Jelka genannt.

Verschwiegene Bäume…

Der Winter was naß und uns wärmte der Haß.
viele sind´s die die Erde heut birgt.
Wir haben gefochten, dort oben am Paß,
und an unsrer Befreiung gewirkt.

Der Krieg was vorbei, da war Stille im Land,
da waren die Lautesten leis,
sie nahmen das Hitlerbilder von der Wand,
ihre Westen die wuschen sie weiß.

Ihr, meine Enkel, was hört ihr so stumm
die alten, die kalten Berichte?
Jetzt trampeln sie wieder auf euren Rechten herum –
erinnert euch meiner Geschichte!

Verschwiegene Bäume….

10. Juli 1976 – Chemie-Unfall in Seveso. Walter Mossmann – Ballade von Seveso – Was haben wir daraus gelernt?

Am 10. Juli 1977 kommt es im norditalienischen Seveso in einer Chemiefabrik zu einer Katastrophe. In einer Fabrik von La Roche entweicht nach einem Störfall das Ultragift Dioxin und verseucht in der gesamten Umgebung der Fabrik die Umwelt und bedroht die Gesundheit von tausenden Menschen…. Ein Ereignis, das die Warnungen der aufstrebenden Umweltbewegung brutal unterstreicht und zugleich neuen Antrieb gibt. Der Liedermacher Walter Mossmann hat dieser Katastrophe mit dem Song „Die Ballade von Seveso“ ein Denkmal gesetzt.

Siehe dazu auch diesen Bericht: https://www.mitwelt.org/walter-mossmann-ballade-von-seveso.html

Datensicherer über Invidous:

https://invidious.nerdvpn.de/watch?v=eaj2UZ159kM&list=RDeaj2UZ159kM

oder direkt über Youtube

und hier die Fassung von Gerd Schinkel:

https://invidious.nerdvpn.de/watch?v=55S1b06MiRg&list=RD55S1b06MiRg

 

Energiewende Öko-Sozial – „REpower bricht Tarifverhandlungen unter vorgeschobenen Gründen ab“

Gute Geschäfte mit der Windenergie, aber an Tarifverträgen und Mitbestimmung fehlt es immer noch. REpower hat nun die Tarfiverhandlungen mit der IG Metall abgebrochen. Foto: Dirk Seifert

REpower hat die mit der IG Metall laufenden Tarifverhandlungen abgebrochen. Darüber berichtet die IG Metall Küste ein einer Pressemitteilung von heute.

Dokumentation:  Hamburg, 31.10.12. Die Tarifverhandlungen für die 1.800 Beschäftigten des REpower-Konzerns sind von den Arbeitgebern abgebrochen worden. „Nachdem es in der letzten Runde Fortschritte gab, haben sie uns heute vollkommen unerwartet erklärt, dass es keinen Tarifvertrag geben wird. Das Verhalten ist für uns nicht nachvollziehbar. Die Geschäftsleitung hat offenbar nur einen Grund gesucht, um die Verhandlungen scheitern zu lassen“, sagte Tarifsekretärin Stephanie Schmoliner, die die Verhandlungen für die Bezirk Küste und Berlin-Brandenburg-Sachsen führt.

Über das weitere Vorgehen der IG Metall wird die Tarifkommission in der nächsten Woche beraten. „Die Beschäftigten haben mit den beiden Warnstreiks eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit sind, für einen Tarifvertrag zu kämpfen. Unsere Forderung nach einer stufenweisen Anerkennung der Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie bleibt weiter bestehen“, sagte Schmoliner.

Zu Beginn der Verhandlungen hatten am Vormittag rund 550 Beschäftigte von REpower vor dem Hauptsitz des Konzerns in Hamburg für einen Tarifvertrag demonstriert. Insgesamt beteiligten sich mehr als 700 Mitarbeiter an den Warnstreiks, zu denen die IG Metall Küste in Bremerhaven, Hamburg, Husum und Osterrönfeld parallel zu den heutigen Verhandlungen aufgerufen hatte. Rund 30 Beschäftigte aus Trampe und Eberswalde waren trotz des Feiertags in Brandenburg zu der Kundgebung angereist.

PM zu den Protestaktionen am Vormittag:

Warnstreiks begleiten Tarifverhandlungen

Rund 550 Beschäftige von REpower bei Kundgebung vor Hauptsitz in Hamburg

Hamburg, 31.10.12. Rund 550 Beschäftigte des Windkraftanlagenherstellers REpower haben heute vor dem Hauptsitz des Konzerns in Hamburg für einen Tarifvertrag demonstriert. Insgesamt beteiligten sich mehr als 700 Mitarbeiter an den Warnstreiks, zu denen die IG Metall Küste in Bremerhaven, Hamburg, Husum und Osterrönfeld parallel zu den heutigen Verhandlungen aufgerufen hatte. Rund 30 Beschäftigte aus Trampe und Eberswalde waren trotz des Feiertags in Brandenburg  zu der Kundgebung angereist. Anfang Oktober gab es bereits einen ersten Warnstreik, an dem sich mehr als 900 Beschäftigte des Unternehmens beteiligten.

„Es geht um die Frage der Gerechtigkeit. Die Beschäftigten wollen eine transparente und nachvollziehbare Bezahlung“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste auf der Kundgebung. Er forderte das Unternehmen auf, in den heutigen Tarifverhandlungen einen Abschluss möglich zu machen: „Zu sauberer Energie gehört auch gute Arbeit zu fairen Tarifbedingungen. Dann können wir gemeinsam die Probleme der Branche angehen und bei der Bundesregierung für eine konsequente Umsetzung der Energiewende werben“, so der Gewerkschafter.

Die IG Metall fordert eine stufenweise Anerkennung der Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie sowie einen Tarifvertrag für die Rufbereitschaft der Servicetechniker. Betroffen sind rund 1800 Beschäftigte der REpower Systems SE in Bremerhaven, Hamburg, Husum, Osterrönfeld, Trampe und Eberswalde, der REpower Systems GmbH mit diversen Serviceniederlassungen sowie der PowerBlades GmbH in Bremerhaven, die alle zum indischen Suzlon-Konzern gehören.

Elbvertiefung: Unternehmensverband Hafen Hamburg verlässt demokratischen Boden

Die Elbe – nicht nur ein Industriekanal für den Hamburger Hafen. Foto: Dirk Seifert

Gegen die geplante weitere Vertiefung der Elbe vom Hamburger Hafen Richtung Nordsee hatten Umweltverbände im Juli geklagt. Im Oktober entschied das Bundesverwaltungsgericht, dass mit den Baggerarbeiten nicht begonnen werden dürfe, bis es zur Hauptverhandlung kommt (vermutlich ca. 2014). Für den Hamburger SPD-Senat, die Gewerkschaft Verdi und auch die Hafen-Verbände kommt dieses Urteil einem „Weltuntergang“ für Hamburg gleich. Jetzt haben Vertreter der Hafenwirtschaft den Senat sogar aufgefordert, die staatlichen Zuwendungen für den BUND, den Nabu und den WWF einzustellen. Eine unglaubliche Forderung, die ein Demokratieverständnis zeigt, dass aus der Steinzeit zu kommen scheint.

Hier die Pressemitteilung der betroffenen Verbände:

„Das Aktionsbündnis „Lebendige Tideelbe“ aus BUND, NABU und WWF Deutschland hat mit Befremden auf den Vorstoß des Unternehmensverbands Hafen Hamburg reagiert, der darauf zielen soll, den Umweltverbänden aufgrund ihrer Klage gegen die Elbvertiefung die staatliche Förderung zu entziehen.

„Der Unternehmensverband Hafen Hamburg und allen voran ihr Präsident Günther Bonz schwingen eine große populistische Keule, um die Umweltverbände mundtot zu machen“, empören sich Alexander Porschke (NABU), Manfred Braasch (BUND) und Beatrice Claus vom WWF. Herr Bonz verkenne ganz offensichtlich, dass die nach dem Bundesnaturschutzgesetz anerkannten Verbände ihre ohnehin geringe staatliche Unterstützung gerade dafür beziehen, dass sie als stellungnahme- und klageberechtigte Organisationen darauf achten, dass bei Eingriffen in die Natur das nationale und internationale Umweltrecht ausreichend beachtet wird. „Wenn Herr Bonz diese Aufgabe nur gefördert wissen will, wenn aus seiner Sicht das richtige Ergebnis herauskommt, hat er nicht nur die Grenzen des Anstands überschritten, sondern auch den Boden des demokratischen Rechtsstaats verlassen“, so die Vertreter der Naturschutzverbände.

Auch den Vorschlag des Unternehmensverbandes, die vorgesehenen Mittel für die Stiftung Lebensraum Elbe auszusetzen, ist aus Sicht der Umweltverbände unverantwortlich. Die staatliche Stiftung wurde unter anderem auch dafür ins Leben gerufen, um die nachteiligen Auswirkungen vergangener Elbvertiefungen abzumildern und die Lebensräume für Tiere und Pflanzen an der Elbe zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen. „Wenn die Hafenwirtschaft diese bereits begonnene Arbeit der Stiftung wieder zunichte machen will, zeigt sie mehr als deutlich, dass ihr der ökologische Zustand der Elbe völlig gleichgültig ist.“

BUND und NABU und WWF machen außerdem auf eine Studie des Instituts für Seefahrt und Logistik (ISL) aufmerksam, die besagt, dass die geplante Elbvertiefung perspektivisch lediglich mit 2,5 Prozent zum Wachstum des Hamburger Hafens beitragen würde. Bei einer Wachstumsprognose von rund 150 Prozent bis 2025 könne keine Rede davon sein, dass der Hafenstandort Hamburg gefährdet sei, wenn die Elbvertiefung nicht oder ein paar Jahre später unter strengeren Auflagen komme.

Leider profiliere sich der Sprecher der Hafenunternehmen Bonz damit als ein klassischer Vertreter des anachronistischen Freund-Feind-Denkens. „Während in anderen großen europäischen Hafenstandorten wie Rotterdam oder Antwerpen Umweltschützer und Hafenwirtschaft erfolgreich an einem Strang ziehen, gemeinsam nach Lösungen suchen und fündig werden, schaufelt Herr Bonz weiterhin tiefe und trennende Gräben. Das entspricht leider weder ökonomisch noch ökologisch einem zeitgemäßen Handeln, und hat letztlich zu den Ergebnissen geführt, die Bonz jetzt selbst beklagt.“, so Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburgs.

„Mit seinen Äußerungen spielt der Präsident des Unternehmensverbands mit den Ängsten der Menschen, die im Hafen arbeiten und hetzt damit Hafenarbeiter, Umweltschützer und die Menschen im Alten Land, die die Elbvertiefung ebenfalls ablehnen, in unverantwortlicher Weise gegeneinander auf“, ergänzt Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

„Es ist erschreckend, auf welche Weise der Unternehmensverband Hafen Hamburg Einfluss auf die laufenden Haushaltsberatungen der Bürgerschaft Einfluss nehmen will. Wir erwarten, dass die Parlamentarier diesen Vorstoß mit aller Deutlichkeit zurückweisen“, so BUND, NABU und WWF.

Für Rückfragen:
Paul Schmid, Pressesprecher BUND Hamburg, Tel.: 040 / 600 387-12
Alexander Porschke, Vorsitzender NABU Hamburg, Tel.: 0172 / 403 71 67
Beatrice Claus, WWF Deutschland, Tel.: 040 / 530 200 319″

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