Internationale Ärzte: Gesundheitliche Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima – 2016

Was ist über die radiologischen und gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima bekannt? Vielfach wird Blick auf die Internationale Atomenergie Organisation IAEO in solchen Fragen genommen. Doch die IAEO ist vor allem der weltweiten Förderung und dem Ausbau der Atomenergie verpflichtet. Auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO ist in diesen Fragen nur begrenzt Klarheit zu bekommen, denn: In Atomfragen überlässt die WHO es der IAEO, fachliche Einordnungen zu betreiben. Nicht gerade eine gute Struktur, wenn man sich unabhängig über die gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophen informieren will. Wirtschaftlich unabhängig von der Atomenergienutzung sind Organisationen wie zum Beispiel die „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW)“. Im Jahr 2016 hatte die IPPNW einen umfangreichen und gut besetzten Fachkongress durchgeführt und aus diesem Anlass einen Report (PDF) zusammengestellt und veröffentlicht. UmweltFAIRaendern dokumentiert diesen Report und die Vorträge der Fachkongress.

Freitag, 26. Februar 2016

Einführung:
Leben mit der Bedrohung (Rede, PDF 0.2 MB) (Audiobeitrag ab Min.11:45 (MP3-Download)
Dr. Alex Rosen, IPPNW

Vortrag:
Anniversaries of Hope
(als Audiobeitrag)
Jonathan Frerichs
, Consultant peace-building & disarmament, vormals World Council of Churches, Geneva, Switzerland

„Atomkraft? Nein Danke!“ IPPNW-Grüße aus der ganzen Welt (Video, 2 Min)

Samstag, 27. Februar 2016

9:00 Uhr
PLENUM 1

Deutsch/Englisch
Gefahren ionisierender Strahlung

Die Gefahren ionisierender Strahlung (Präsentation, PDF 7 MB) (als Audiobeitrag)
Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, Institut für Community Medicine, Universitätsmedizin Greifswald (UMG)

Thirty years after Chernobyl: Medical-demographic situation in Buda/Koshelevo district of Gomel region of Belarus, affected by Chernobyl disaster (Skript, PDF 100 KB) (als Audiobeitrag)
Dr. Sergej KorsakLeiter der Poliklinik am zentralen Kreiskrankenhaus Buda Koschelowa, Belarus

Die gesundheitlichen Folgen von Fukushima
(Rede, PDF 40 KB) (Präsentation, PDF, 0.9 MB)  (als Audiobeitrag)
Prof. Dr. Toshihide Tsuda, Japan, Environmental Epidemiology at Okayama University, Graduate School of Environmental and Life Science, Japan

10:30 – 11:45 Uhr 
FOREN

F 1 | Deutsch/Englisch
30 Jahre Leben mit Tschernobyl
Eine Bilanz der gesundheitlichen und ökologischen Schäden

30 Years Later: Health effects of Chernobyl (Präsentation, PDF 1.9 MB)
(als Audiobeitrag)
Dr. Ian Fairlie, Consultant on Radiation in the Environment, London, UK

Gesellschaftliche Vereinigung „Freude den Kindern“ – Projekt „Leben mit Diabetes“ (Präsentation, PDF 3 MB) (Vortrag, PDF 0,1 MB)
Ljudmilla Maruschkevitch, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ und Initiatorin des Projekts „Leben mit Diabetes“ für Kinder, Belarus

 

F 2 | Englisch
Gesundheitliche und genetische Folgen ionisierender Strahlung

Genetische Strahlenfolgen beim  Menschen – Erkenntnisse nach Tschernobyl (Rede, PDF 0.3 MB)
Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake, Physikerin und Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Strahlenschutz, Hannover

Teratogenic radiation effects: Perinatal mortality and congenital malformations following Chernobyl (Präsentation, PDF 0.5 MB) Abstract (PDF 0,1 MB)
Dr. Alfred Körblein, Physiker und Statistiker, Nürnberg

 

F 3 | Englisch
Auswirkungen der Atomunfälle auf die Biosphäre

Recent Developments Concerning Impacts To Non-Human Biota in Fukushima (Präsentation, PDF 7 MB) (als Audiobeitrag)
Prof. Dr. Timothy Mousseau, Biological Sciences Dept., University of South Carolina, USA

 

F 4 | Deutsch
Leave it in the Ground!
Stationen einer Kampagne für eine globale Ächtung des Uranabbaus, vorgestellt von Claus Biegert, Nuclear Free Future Award

 

F 5
Hibakusha Worldwide
Atomenergie und Atomwaffen als zwei Seiten der selben Medaille.
Kommentierter Rundgang durch die Ausstellung mit anschließender Diskussion unter internationaler Beteiligung.

12:15 – 13:00 Uhr
FOREN

F 6 | Deutsch/Englisch
5 Jahre leben mit Fukushima: Eine Bilanz der gesundheitlichen und ökologischen Schäden

Perinatal mortality in Japan after Fukushima (Präsentation, PDF 0.2 MB) (als Audiobeitrag)
Dr. Alfred Körblein, Physiker und Statistiker

Exposure Status of Workers After the Fukushima Dai-ichi Nuclear Power Plant Accident (Präsentation, PDF 0.5 MB) (als Audiobeitrag)
Mako Oshidori, japanische Journalistin

Recent Developments Concerning Impacts To Non-Human Biota in Fukushima (als Audiobeitrag)
Prof. Dr. Timothy Mousseau, Biological Sciences Dept., University of South Carolina, USA


F 7
| Englisch
Wie ist eine unabhängige Forschung zu gewährleisten?
Dr. Keith Baverstock, ehemaliger Mitarbeiter der WHO, Faculty of Natural and Environmental Sciences, University of Kuopio, Finland
Dr. Ian Fairlie, Consultant on Radiation in the Environment, London, UK

 

F 8 | Englisch
Soziale Situation der von Tschernobyl und Fukushima betroffenen Menschen
Tatjana Semenchuk, NGO „Erinnerung an Tschernobyl“, Wiltscha, Ukraine
Social situation of the populations affected by Fukushima Nuclear Power Plant Accident (Rede, PDF, 75 KB)
Prof. Masae Yuasa, Soziologin und Dozentin an der Fakultät für internationale Studien der Hiroshima City University

 

F 9 | Deutsch
Außerbetriebnahme von AKWs und Abrüstung
Prof. Dr. Andreas Nidecker, Radiologe, PSR/IPPNW Schweiz
Dr. Jean-Jacques Fasnacht, Arzt, Präsident PSR/IPPNW Schweiz

Stilllegung und Abriss von Atomkraftwerken (Präsentation, PDF 0.3 MB)
Dr. Jörg Schmid, AK Atomenergie der IPPNW Deutschland
Moderation: Dr. Barbara Hövener, IPPNW

13:50-14:20
SIDE-EVENT 1
Congenital malformations in Rivne Polossia and the Chernobyl Accident (Video, 32 Min)
Prof. Dr. Wladimir Wertelecki, Arzt und Genetiker, Department of Medical Genetics, University of South Alabama, USA (auf dem Kongress ausgefallen)


SIDE-EVENT 2

Presentation of the Japanese Preserving Decidious Teeth Network
Prof. Chihiro Ichihara, Strahlenexperte der Aichi Medical University, Japan
Informationen zum PDTN

14:30 Uhr
PLENUM 2 l Deutsch/Englisch
Atomwirtschaft: Auf dem Weg zur Atommüll-Industrie?
(gesamtes Plenum als Audiomitschnitt)

Atomwirtschaft: Auf dem Weg zur Atommüll-Industrie? (Präsentation, PDF 0.9 MB) Prof. Dr. Wolfgang Irrek, Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft, Hochschule Ruhr West, Bottrop (im Audiomitschnitt ab Minute 2)
Tobias JaletzkyEurosolar (im Audiomitschnitt ab Minute 54)

16:30 Uhr
FOREN

F 10 | Deutsch/Englisch
Energiewende, Bürger & Konzerne

Perspektiven der Energiewende (als Audiobeitrag)
Tobias Jaletzky, Geschäftsführer EUROSOLAR

Ausstieg aus dem Atomausstieg und die Nicht-Energiewende in Japan (als Audiobeitrag)
Tomoyuki Takada, Anti-Atom-Aktivist, Initiative „Atomfree Japan e.V.“

Japan’s Energy “Backlash” with rising community power as small hope
(Präsentation, PDF 1.5 MB) (als Audiobeitrag)
Dr. Tetsunari Iida, Institute for Sustainable Energy Politics, Tokyo


F 11
| Deutsch
Energie, Krieg & Frieden
Claudia Haydt, Informationsstelle Militarisierung (IMI)

Henrik Paulitz, Fachreferent IPPNW Deutschland


F 12
| Deutsch
Atommüll & Generationsgerechtigkeit

Atommüll und Generationengerechtigkeit (Präsentation, PDF 0.9 MB)
Ursula Schönberger, AG Schacht Konrad

Susanne Kallenbach-Herbert, Öko-Institut e.V., Darmstadt 


F 13
| Deutsch
Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland und Europa
Mycle Schneider, Energy Consultant and Nuclear Analyst, Paris
Matthias Weyland, ausgestrahlt


F 14
| Deutsch
Die Atomfabriken Gronau, Lingen und der Ausstiegsbeschluss
Otto Jäckel, IALANA
Peter Bastian, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen: Die Atomfabriken Gronau und Lingen

Gronau, Lingen und die Urantransporte (Präsentation, PDF 5 MB)
Irene Thesing,
ContrAtom

Sonntag, 28. Februar 2016

9:30 Uhr
Plenum 3 l Deutsch/Englisch
Courting Amageddon – Der Tanz auf dem Vulkan (als Audiobeitrag)
Dr. Helen Caldicott, Kinderärztin, Autorin, Physicians for Social Responsibility (PSR) & Nuclear Policy Research Institute, USA, Medical Association for Prevention of War (MAPW), Australien

Der steinige Weg zur Energiewende (als Audiobeitrag)
Ursula Sladek, Elektizitätswerke Schönau

11:00 Uhr
Erinnerung an Robert Jungk  (Prof. Dr. Rolf Dieter Kreibich) (Audiomitschnitt Min. 5:23) (MP3-Download)
Erinnerung an Hermann Scheer
(Peter Becker, PDF 0.4 MB) (Audiomitschnitt Min. 25:43) (MP3-Download)
Erinnerung an Hans-Peter Dürr (Claus Biegert) (Audiomitschnitt Min. 45:64)
(MP3-Download)

11:20 Uhr

Weltweiter Atomausstieg: Was ist zu tun?
gesamte Podiumsdiskussion als Audiomitschnitt (ab Min 67)

Ursula Sladek, Elektizitätswerke Schönau
Mycle Schneider, Energy Consultant and Nuclear Analyst, Paris (MP3-Download)

UK new nuclear energy debate (Präsentation, PDF 0.3 MB) (MP3-Download)
Sean Morris, Nuclear Free Local Authorities, Manchester, UK

Prof. Dr. Rolf Dieter Kreibich, Nachhaltigkeits- und Zukunftsforscher 

 

26.-28. Februar 2016, Berlin

5 Jahre Leben mit Fukushima – 30 Jahre Leben mit Tschernobyl

Internationaler IPPNW-Kongress


Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung
des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. | International Physicians for the Prevention of Nuclear War – German affiliate (IPPNW)

Programm

Anmeldung

ReferentInnen

Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe AktivistInnen und Interessierte,vor 30 Jahren, am 26. April 1986, fand die Mär von der „sicheren Atomkraft“ mit dem Super-GAU von Tschernobyl ein abruptes Ende. Millionen von Menschen wurden direkt durch radioaktiven Niederschlag betroffen; viele starben und noch viel mehr leiden bis heute an den Folgen der Strahlung. Vor 5 Jahren, am 11. März 2011, zeigte sich, dass die Menschheit die Lektion von Tschernobyl  nicht gelernt hatte, als es in Fukushima zu einem mehrfachen Super-GAU kam. Auch hier sind wieder Millionen von Menschen betroffen. Diese beiden Atomkatastrophen stehen stellvertretend für das enorme menschliche Leid, die generationsübergreifenden  gesundheitlichen Folgen und die ökologische Zerstörung, die in den letzten 70 Jahren durch die Nukleare Kette verursacht wurden. Denn vom Uranbergbau über die zivile und militärische Nutzung der Kernspaltung bis hin zum Atommüll, Fallout und radioaktiven Abraum schädigt die Atomindustrie Mensch und Umwelt.

lesen

Stilllegung AKW Grafenrheinfeld: BUND und Kommunen beantragen Abbruch der Erörterung

Bund-bdv-2
Edo Günther vom BUND Bayern aus Schweinfurt: Beim Erörterungstermin zur Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld ist ihm das Lachen vergangen.

Gestern begann der Erörterungstermin zur Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld. Heute Morgen brachen BUND, AG Schacht Konrad und andere Initiativen das Verfahren ab und verließen die Veranstaltung. Nun fordert der BUND gemeinsam mit den betroffenen Kommunen, die ebenfalls beteiligt waren, den offiziellen Abbruch des Termins durch die Behörde. „Stilllegung AKW Grafenrheinfeld: BUND und Kommunen beantragen Abbruch der Erörterung“ weiterlesen

Plutonium-Fabrik USA: Kostenexplosion – Money for nothing?

MOX-SRS-Schild34Für fünf Milliarden Dollar sollte in South Carolina auf dem Gelände der Savannah River Site eine Plutonium-Fabrik entstehen, die aus dem Plutonium überzähliger Atomwaffen von Russland und den USA Brennelemente für den Einsatz in Atomkraftwerken herstellen sollte – sogenannte Mischoxid-Brennelemente, kurz MOX. Der Plan: So soll Waffen-Plutonium in ziviles Plutonium umgewandelt und in einer hochradioaktiven Matrix für den (terroristischen) Missbrauch unbrauchbar gemacht werden. 2007 begann der Bau, an dem der französische Atomkonzern AREVA beteiligt ist. Heute ist die Anlage immer noch nicht fertig und die Kosten explodieren. Inzwischen werden allein bis zur Fertigstellung zusätzliche 12 Mrd. Dollar veranschlagt. Hinzu kämen dann noch die Betriebskosten für einen etwa 20-jährigen Betrieb, die sich dann in der Summe auf bis zu 50 Mrd. Dollar summieren können. Präsident Obama und Bundespolitiker in der USA wollen daher das Projekt beenden. Lokale Größen allerdings wollen mit dem Argument der Arbeitsplätze weiter machen. Auch deutsches und schweizerisches Plutonium lagert in den USA.

Die Zeitung „The State“ berichtet über die seit langem andauernden Auseinandersetzungen um den Bau der MOX-Fabrik in der Nähe von Aiken. Statt weiterhin enorme Steuergelder zu verschwenden, soll das Plutonium nicht mehr zu MOX verarbeitet werden, sondern mit hochradioaktiven Abfällen, von denen es mehr als reichlich in der alten nuklearen Militär-Anlage Savannah River Site gibt, vermischt und in Behältern verpackt dann in einem Salzstock in New Mexico eingelagert werden. Diese Möglichkeit wäre nicht nur schneller, sondern auch um ein Vielfaches preiswerter, als die MOX-Anlage weiter zu bauen, heißt es.

„Money for nothing“ könnte es am Ende für die SteuerzahlerInnen in den USA heißen. Das jedenfalls  befürchtet John MacWilliams laut The State: „“We are confident it is not feasible in this environment,’’ associate deputy energy secretary John MacWilliams said of the MOX project. “We are going down a road spending money on something that will never happen. Unfortunately, that seems to us to be a very large waste of taxpayer money.’’“

Über die Absicht von Präsident Obama, den Weiterbau der MOX-Anlage zu stoppen, berichte WNN bereits im Frühjahr: „Obama seeks to terminate MOX project at Savannah River“.

Zwar wird dabei ausgeblendet, dass es um die Sicherheit des Lagers in New-Mexico nicht sonderlich gut bestellt ist und es immer wieder gravierende Störfälle gegeben hat. Aber auch andere Probleme mit der MOX-Strategie gibt es. Nicht nur, weil immer mehr AKWs in den USA vom Netz gehen (werden). Die Betreiber haben im Grunde kein Interesse, MOX einzusetzen, weil dies technisch höhere Anforderungen stellt, auch was die Sicherheitsfragen angeht. Sogar E.on hatte vor einigen Jahren in der Debatte um einen MOX-Einsatz in us-amerikansischen Reaktoren eher abgewunken.

The State berichtet von einer Presse-Tour an der Anlage und Darstellungen des Department on Energy, nach denen es schon jetzt neben den Verzögerungen auch massive Baumängel gibt oder Materialbestellungen erfolgten, für die gar keine Verwendung bestand. Gestritten wird nicht nur über derartige Mängel und Schlampereien, sondern auch über die Einschätzung, wie weit das Projekt eigentlich derzeit ist: Während Bundesbehörden davon ausgehen, dass derzeit lediglich 27 Prozent der Anlage errichtet sind, behaupten AREVA und Co einen Umsetzungsgrad von etwa 70 Prozent.

In Deutschland hat man MOX-Brennelemente in den vergangenen Jahren in einigen AKWs eingesetzt. Das Plutonium stammte aus der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Uran-Brennelementen in Frankreich und England. Inzwischen geht dieses MOX-Programm seinem Ende entgegen. Die letzten dieser gefährlichen Brennelemente befinden sich bereits in den AKWs.

Gefertigt wurden diese MOX-Elemente in Frankreich, England und Belgien und in geringem Umfang in Deutschland. Eine eher Versuchs-MOX-Anlage in Hanau war dafür zuständig. Der geplante Bau einer größeren Plutonium-Fabrik von Siemens an dem hessischen Standort wurde nach mehreren Störfallen schließlich eingestellt. Alte Plutoniumbestände sind erst jüngst auch aus Karlsruhe in die USA exportiert worden.

 

Stillgelegtes AKW Grafenrheinfeld – Rückbau derzeit „nicht genehmigungsfähig“ – Betreiber E.on spekuliert mit erneuter Inbetriebnahme

AKW-Grafenrheinfeld-02-2015

Wie macht man die sichere Stilllegung einer Atomanlage wie dem AKW Grafenrheinfeld? Auf dem Erörterungstermin fordern BUND und Vertreter von Initiativen und Kommunen mehr Sicherheit.

Eigentlich geht es seit Dienstag um die Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld und wie dies am besten zu machen ist. Von einer „Grünen Wiese“ sprechen (oder soll man sagen phantasieren) Betreiber E.on (PreussenElektra) und die bayerische Atomaufsicht. Angesichts der ungeklärten „Entsorgung“ für die gesamte Palette radioaktiver Abfälle gehen Umweltschützer davon aus, dass der Atommüll noch bis Ende des Jahrhunderts vor Ort zwischengelagert bleiben könnte. Sie – der BUND, Initiativen, BürgerInnen und zahlreiche Gemeinden aus der Region – fordern mehr Sicherheit und geringere Radioaktivitäts-Werte bei den künftigen Maßnahmen zur Stilllegung. Doch es könnte auch ganz anders kommen, berichtet der BR: „Zunächst will der Kraftwerksbetreiber PreussenElektra abwarten, was bei der Verfassungsbeschwerde der Energiekonzerne wegen der zwangsweisen Stilllegung ihrer Atomkraftwerke herauskommt. Dann stehe die Entscheidung an, ob das im Juni 2015 stillgelegte AKW Grafenrheinfeld möglicherweise wieder hochgefahren wird. Das sagte der Delegationsleiter von PreussenElektra, Christian Müller-Dehn, am Dienstag (25.10.16) bei einem Erörterungstermin der Grafenrheinfelder Kulturhalle.“ „Stillgelegtes AKW Grafenrheinfeld – Rückbau derzeit „nicht genehmigungsfähig“ – Betreiber E.on spekuliert mit erneuter Inbetriebnahme“ weiterlesen

Bundesverkehrswegeplan zurückziehen! Bahnstrecken ausbauen!

Hubertus-Zdbel-Kommission2016-2Anlässlich der Sondersitzungen des Verkehrsausschusses macht die Linksfraktion im Bundestag noch einmal deutlich: Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) muss gänzlich zurückgezogen werden.

DIE LINKE will statt des BVWP einen sozial-ökologischen Mobilitätsplan, der gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeitet wird. Dabei müssen Lebensqualität und Mobilitätsbedürfnisse der Menschen sowie die Umweltverträglichkeit der Verkehrswege und -mittel im Fokus der Planung stehen.

Auch in Nordrhein-Westfalen zeigt sich, dass der BVWP vor allem auf weiteren Wachstum im Straßenverkehr ausgelegt ist und mit Milliarden von Steuergeldern die umwelt- und gesundheitsschädliche Mobilität von gestern für Jahrzehnte zementiert wird. Am deutlichsten wird dies anhand folgender Projekte:

  • A52 AK Essen/Gladbeck
  • B56 Bonn/Hardtberg – Birlinghoven/Dambroich
  • B66 Bielefeld

Da bereits die Bürgerbeteiligung zum BVWP eine reine Farce war – rund 40.000 Einwendungen wurden innerhalb von zwei Wochen bearbeitet, ohne dass es zu nennenswerten Änderungen im BVWP kam – ist zu erwarten, dass die Bundesregierung auch im Rahmen der Sondersitzung den Nutzen dieser Projekte nicht plausibel wird darlegen können.

Hubertus Zdebel, MdB für Münster:
„Investitionen in die Zukunft sehen anders aus als die Milliarden, die in weiteren Straßenausbau investiert werden sollen. Viel wichtiger als die oben aufgeführten Projekte wären Engpassbeseitigungen im Schienennetz, z.B. der dringend notwendige zweispurige Ausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen-Dortmund.“

 

 

×