Uranfabrik – Aktionen in Gronau – Atomaufsicht im Dornröschenschlaf

Vor der Uranfabrik in Gronau sind weiterhin AktivistInnen von ROBIN WOOD, contratom und den Münsterländer-Anti-Atom-Initiativen am Start: Nachdem gestern durch Aktionen im und über den Gleisen ein Atommüllzug zur Rückfahrt gebracht wurde, sind jetzt die Eingangstore der Uranfabrik verschlossen.

Weniger Probleme als mit den AtomkraftgegnerInnen haben die Betreiber der Uranfabrik in Gronau – darunter die Atomkonzerne E.on und RWE –   mit der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf.  Als der Koaltiontsvertrag zwischen den Grünen und der SPD vor wenigen Wochen unterschrieben wurde, konnte sich die Chefetage der Uranfabrik in Gronau entspannt zurücklehnen und hat sich vermutlich ein Gläschen Sekt gegönnt.

Denn wenn es um Atomausstieg im eigenen Bundesland geht, dann zeigt Rotgrün in NRW auf andere. Die eigene Atomaufsichtsbehörde darf ihren Dornröschenschlaf halten und von Gronau aus können weiterhin Atomkraftwerke in aller Welt mit dem nötigen Uranbrennstoff versorgt werden. Super-Gau? Findet woanders statt.

Gerade mal drei Sätze haben die neuen und alten Koalitionäre in NRW in ihrem immerhin 189 Seiten starken Vertrag zum Thema Uranfabrik zustande bekommen. Mit keiner Silbe wird in dem rot-grünen Koalitionsvertrag die eigene Handlungskompetenz auch nur erwähnt: „Zum Atomausstieg gehört jedoch auch ein vollständiger und endgültiger Ausstieg aus der gesamten nuklearen Brennstoffkette. Darum werden wir darauf drängen, dass die Bundesregierung den von NRW initiierten Bundesratsbeschluss vom Juni 2011 zur Stilllegung aller Anlagen des Kernbrennstoffkreislaufs umsetzt. Wir wollen die Urananreicherung in Gronau rechtssicher beenden.“ (Koalitionsvertrag NRW 2012-2017, Seite 55)

Die rot-grünen Koalitionäre verstecken sich in Sachen „Brennstoffkette“ hinter der Bundesregierung und versuchen damit von ihrer eigenen Handlungskompetenz abzulenken. Immerhin ist das Land NRW für die Uranfabrik in Gronau Atomaufsichtsbehörde und damit für die Sicherheit dieser Anlage zuständig.

Und manchmal erinnert sich Rotgrün in NRW auch daran: Im Sommer 2011 kündigte die rot-grüne Landesregierung an, im Rahmen ihrer Zuständigkeit als Atomaufsichtsbehörde die Uranfabrik in Gronau einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen, in der auch die Erkenntnisse aus dem Unfallablauf von Fukushima berücksichtigt werden sollen. Aber: Das ist nun über ein Jahr her und noch immer gibt es keinerlei Ergebnisse!

Nicht einmal die zentralen Fragestellungen, die die Behörde prüfen will, noch ein Konzept, wie denn im Einzelnen die Uranfabrik überprüft werden soll, liegen der Öffentlichkeit vor!

Vielleicht sollten sich die NRW-Grünen mal mit ihrem Parteikollegen und früheren Umweltminister in Hessen Joschka Fischer beraten? Fischer hatte damals in Hessen vorgeführt, wie eine sicherheitsorientierte Atomaufsicht funktionieren kann. Aus einer rot-grünen Landesregierung heraus hatte er mit seinem Stab in den 90er Jahren mit einer Vielzahl von Maßnahmen die Plutoniumfabriken in Hanau in die Zange genommen und den Betreiber Siemens schließlich zur Aufgabe gezwungen. Die bestehende Anlage zur Herstellung von Plutoniumbrennelementen wurde schließlich stillgelegt, der Neubau einer Plutoniumfabrik, in die Siemens bereits über eine Milliarde DM investiert hatte, aufgegeben. Eine vorhandene Fabrik für die Herstellung von Uranbrennelementen gab Siemens dann in der Folge auch noch auf.

Auch wenn eine Landesbehörde nicht die fehlenden bundesgesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Abschaltung einzelner Anlagen ersetzen kann: Mit dem nötigen politischen Willen und einer konsequent sicherheitsorientierten Atomaufsichtsbehörde lässt sich schon einiges bewegen. Doch davon ist das rot-grüne NRW weit entfernt.

Atomausstieg kommt von unten – Online bei ROBIN WOOD für die Abschaltung der Uranfabrik Gronau demonstrieren: Informationen und Unterschreiben.

Uranfabrik Gronau – Protestaktion gegen Uranmülltransport nach Frankreich

AktivistInnen aus den Anti-Atom-Organisationen contratom und ROBIN WOOD sowie vom Aktionsbündnis gegen Atomanlagen Münsterland haben heute Mittag um 12:15 einen Zug mit abgereichertem Uranmüll aus der Urananreicherungsanlage Gronau gestoppt. Zwei Personen haben sich am Bahnübergang K65/Welbergener Damm mit einem Rohr an den Schienen angekettet. Diese Transporte nach Frankreich finden derzeit alle vier Wochen statt. Nach einer Kletteraktion gegen diese Transporte im Mai dieses Jahres in Münster, kommt es heute erneut zu Protesten an der Strecke.

Mit ihrer Aktion wollen die Anti-Atom-Aktivist_innen die geheimen Transporte nach Pierrelatte in Frankreich öffentlich machen und den Export von Atommüll stoppen. Die Protestaktion dauert an (Kontakt siehe unten).

Es wissen immer noch zu wenig Menschen, dass nach wie vor – trotz angeblichem Atomausstiegs – Atomtransporte auf Straßen, Wasser und Schienenwege unterwegs sind. Für den Katastrophenfall gibt es nicht einmal ausreichende Notfallpläne. Bei einem Unfall müssten die Menschen im Umkreis von etwa fünf Kilometern evakuiert werden. Zu befürchten wären zahlreiche Tote.

„Die Bevölkerung soll eingelullt werden mit dem Hinweis, der Atomausstieg sei beschlossene Sache. Doch die Urananreicherungsanlage Gronau ist über die Jahre weiter ausgebaut worden, darum hat sich die Anzahl der gefährlichen Atomtransporte erhöht,“, erläutert die Aktivistin Hanna Poddig ihre Motivation. In Gronau kann Uran für bis zu 35 Reaktoren in aller Welt angereichert werden – das ist kein Atomausstieg.

Gegen die Uranfabrik in Gronau protestiert ROBIN WOOD auch mit einer Online-Aktion. Informationen und Unterstützen hier.

Hintergrund: Bis 2009 wurde der abgereicherte Uranmüll als Wertstoff deklariert nach Russland verschifft. Nach zahlreichen Blockaden, Mahnwachen und öffentlichen Protestaktionen in Deutschland und Russland wurden diese Transporte eingestellt. Keiner weiß, wohin mit dem Müll.

Jetzt wird er nach Frankreich gebracht zur Dekonversionsanlage, dort soll das gefährliche Uranhexafluorid in das stabilere Uranoxid zum Zweck der Zwischenlagerung umgewandelt werden. Atommülltourismus quer durch Europa löst jedoch nicht das Atommüllproblem.

Kontakt vor Ort: 0175 3520033 oder 01573 7470785

MOX-Transporte – Plutonium auf Reisen

Dirk Seifert, September 2009: Zur Herstellung von Uran-Brennelementen muß das Uran in den Minen verladen und zur Herstellung von Urandioxid transportiert werden. Anschließend wird es zu Herstellung von Uranhexafluorid auf die Weiterreise gebracht. Von hier aus geht es zur Uran-Brennelement-Herstellung (in Deutschland ist das die ANF in Lingen). Anschließend erfolgt der Transport in das jeweilige AKW. Die dann bestrahlten hochradioaktiven Brennelemente werden nach einer Zeit im Abklingbecken des AKW in Castorbehälter verpackt und auf dem Betriebsgelände in ein so genanntes dezentrales Zwischenlager gebracht. Bis zum Jahr 2005 wurden die bestrahlten Brennelemente in die Wiederaufarbeitung nach Frankreich und Endland transportiert. Nach der Abtrennung des beim Reaktoreinsatz neu entstanden Plutoniums wird dieses später zu so genannten Mischoxid-Brennelementen verarbeitet, die dann wieder in den Atomreaktoren zum Einsatz kommen.

Kontrolle von UF6-Behältern im Hamburger HafenZur Ver- und Entsorgung der Atomkraftwerke sind eine Vielzahl von Atomtransporten erforderlich. Die gefährliche Fracht geht über Autobahnen, Bundes- und Kreisstraßen, per Schiff und Bahn auf die Reise und dabei auch immer wieder durch dichtbesiedelte Wohngebiete.Von Atomtransporte mit Plutoniumbrennstoff und Uranhexafluorid gehen erhebliche Gefahren für die Bevölkerung aus, sollte es zu Unfällen kommen. Evakuierungen und Todesfälle wären die Folge. Auch wegen dieser Gefahrenpotentiale beim Transport radioaktiver Stoffe setzt sich ROBIN WOOD für den Ausstieg aus der Atomenergie ein.

Zur Herstellung von Uran-Brennelementen muß das Uran in den Minen verladen und zur Herstellung von Urandioxid transportiert werden. Anschließend wird es zu Herstellung von Uranhexafluorid auf die Weiterreise gebracht. Von hier aus geht es zur Uran-Brennelement-Herstellung (in Deutschland ist das die ANF in Lingen). Anschließend erfolgt der Transport in das jeweilige AKW. Die dann bestrahlten hochradioaktiven Brennelemente werden nach einer Zeit im Abklingbecken des AKW in Castorbehälter verpackt und auf dem Betriebsgelände in ein so genanntes dezentrales Zwischenlager gebracht. Bis zum Jahr 2005 wurden die bestrahlten Brennelemente in die Wiederaufarbeitung nach Frankreich und Endland transportiert. Nach der Abtrennung des beim Reaktoreinsatz neu entstanden Plutoniums wird dieses später zu so genannten Mischoxid-Brennelementen verarbeitet, die dann wieder in den Atomreaktoren zum Einsatz kommen.

Der größte Teil, der bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente entsteht ist hochradioaktiver Atommüll- für den es bis heute keine dauerhaft sichere Lagermöglichkeit gibt. Regelmäßig kommt dieser Atommüll in Castorbehältern verpackt in das Zwischenlager nach Gorleben. Der nächste dieser höcht gefährlichen Transporte nach Gorleben soll im Herbst 2010 stattfinden.

MOX – Plutoniumtransporte Stoppen!

Aus dem britischen Atomzentrum Sellafield sollen demnächst plutoniumhaltige MOX-Brennelemte (MOX: Mischoxid, Mischung aus Uran- und Plutoniumoxid) zum Atomkraftwerk Grohnde geliefert werden. Die Anlieferung soll per Spezial-LKW und Schiff von England nach Deutschland erfolgen. Nachdem Cuxhaven und Bremen/Bremerhaven einen Umschlag dieser gefährlichen Fracht in ihren Häfen abgesagt haben, suchen die Betreiber laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Strahlenschutz nun „Alternativrouten“ für den Plutoniumtransport. Die Transportstrecken gelten als geheim. Es ist nicht auszuschließen, dass die Betreiber auch einen Umschlag in Hamburg erwägen. Eine Genehmigung für den Transport der vorerst acht MOX-Brennelemente liegt bislang nicht vor.

Herkunft des Plutoniums

Üblicherweise werden in Atomreaktoren Brennelemente aus Uran eingesetzt. Die MOX-Brennelemente enthalten demgegenüber eine Mischung aus Uran und Plutonium. Dieses Plutonium ist bei der so genannten Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen entstanden. Angesichts einer bis heute fehlenden Möglichkeit zur dauerhaften sicheren Lagerung des beim Betrieb von Atomkraftwerken anfallenden Atommülls, wurde in Deutschland bis zum Jahr 2005 die Wiederaufarbeitung als so genannter Entsorgungsnachweis anerkannt. Die hochradioaktiven Brennelemente wurden in Castortransporten in die Wiederaufarbeitungsanlagen (WAA) ins französische La Hague und ins britische Sellafield transportiert. Beide Anlagen wären nach deutschem Atomrecht nicht genehmigungsfähig. In der Umgebung dieser Anlagen sind hohe Konzentrationen von radioaktiven Abgaben, darunter auch das hochgefährliche Plutonium, festgestellt worden. Bei der Wiederaufarbeitung der Brennelemente aus den deutschen Atomreaktoren entsteht neben dem Plutonium (und Uran) eine große Menge hochradioaktiver Atommüll. Dieser wird seit Jahren in Glas verschmolzen und per Castortransporten zur Zwischenlagerung nach Gorleben transportiert. Das anfallende Plutonium wird nach der Abtrennung zu MOX-Brennelementen verarbeitet. Rund die Hälfte der derzeit noch 17 in Betrieb befindlichen AKWs verfügt über eine Genehmigung zum Einsatz solcher Brennelemente.

Deutschland hat Plutoniumwirtschaft beendet

In Deutschland sind Pläne für eine Plutoniumwirtschaft in den 80er und 90er Jahren vollständig eingestellt worden. Die in Wackersdorf geplante WAA ist nach heftigen Auseinandersetzungen um die ökologischen Risiken schließlich aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben worden. Eine in Hanau von Siemens im Bau befindliche MOX-Brennelemente-Fabrik wurde nicht fertiggestellt. Der Schnelle Brüter in Kalkar, der zur Plutoniumherstellung vorgesehen war, ist nach jahrelangen heftigen Auseinandersetzungen nicht fertiggestellt worden. Der Transport der Brennelemente aus deutschen Reaktoren in die Wiederaufarbeitung ist im Jahr 2005 beendet worden. An den Atomkraftwerken sind so genannte dezentrale Zwischenlager eingerichtet worden, in denen die abgebrannten Brennelemente angesichts einer fehlenden Endlagerung in Castorbehältern lagern.

Transport-Risiken bei MOX

Der Transport von MOX-Brennelementen birgt gegenüber herkömmlichen Brennelement-Transporten zusätzliche Risiken. MOX-Brennelemente werden daher in gepanzerten Spezial-LKWs transportiert. Die Brennelemente selbst befinden sich einem Spezialbehälter.

Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt in einer Broschüre aus dem Jahr 2000 zu den Risiken von MOX-Transporten fest: „Im Vergleich zu abgebrannten Brennelementen geben sie nur eine vergleichsweise geringe Strahlung ab. Das gilt auch für Uran-Plutonium-Mischoxid (MOX)-Brennelemente. Das darin enthaltene Plutonium aber darf keinesfalls in die Umwelt gelangen, da das Einatmen schon kleinster Mengen Lungenkrebs hervorrufen kann. (S. 8) Eine Freisetzung kann z.B. über ein länger anhaltendes Feuer mit hohen Temperaturen erfolgen.

Risiken bei der Herstellung

Die Wiederaufarbeitung von abgebrannten Brennelementen ist ein äußerst „dreckiger“ Verfahrensschritt auf dem Weg zur Herstellung von MOX-Brennelementen. Die radioaktiven Ableitungen über die Luft und über das Wasser sind um ein vielfaches höher als bei Atomkraftwerken und haben zu einer deutlichen Belastung des Ärmelkanals (La Hague) und der Irischen See (Sellafield) geführt. In der Umgebung beider Anlagen werden erhöhte Plutonium-Werte gemessen.

Das Plutonium wird in einem sehr komplexen chemischen Verfahren aus den hochradioaktiven Brennelementen abgetrennt. Gegenüber der Herstellung von Brennelementen aus Natur-Uran ist die Verarbeitung von Plutonium besonders gefährlich.  Aufgrund der besonders intensiven Alpha-Strahlung des Plutoniums muss die Verarbeitung unter extrem hohen Sicherheitsanforderungen und Abschirmungen erfolgen.

Vor allem in der britischen WAA Sellafield (THORP) hat es immer wieder schwere Störfälle gegeben, die zum Jahrelangen Stillstand der Anlage führten. So wurde im Mai 2005 bekannt, dass es in einer Rohrleitung zu einer Leckage gekommen war, die monatelang nicht bemerkt worden ist und erst Wochen nachdem diese entdeckt wurde, der Öffentlichkeit mitteilt wurde. Monatelang waren insgesamt über 80.000 Liter einer hochradioaktiven, aus Salpetersäure, Uran und Plutonium bestehenden Flüssigkeit in einem Teil der Anlage gelaufen und führten zu einer erheblichen Kontamination. Mindestens 200 Kilogramm Plutonium haben sich laut Presseberichten in dieser Lösung befunden. Die Anlage musste drauf hin stillgelegt werden und ist erst vor kurzem wieder angefahren worden. Doch die Probleme gehen weiter. Britische Zeitungen berichteten im Mai 2009, dass es möglicherweise erneut zu einer mehrjährigen Abschaltung kommen könnte, weil es immer wieder zu neuen technischen Schwierigkeiten, vor allem an drei Verdampferanlagen, kommt.

Aber auch die Herstellung von MOX-Brennelementen selbst ist technisch überaus komplex und störanfällig. Eine Vielzahl technischer Probleme haben dazu geführt, dass die MOX-Anlage in Sellafield weit unter den geplanten Kapazitäten arbeitet: Im April 2009 veröffentliche die britische Zeitung Independent, dass in der MOX-Anlage Sellafield in den sieben Jahren seit Inbetriebnahme insgesamt nur 6,3 Tonnen Brennstoff hergestellt wurden. Die Anlage war im Oktober 2001 in Betrieb gegangen.

Nach bislang vorliegenden Informationen sind seit der Inbetriebnahme lediglich 12 MOX-Brennelemente für das Schweizer Kraftwerk in Beznau hergestellt und ausgeliefert worden. 2007 wurde mit der Brennelementherstellung für das AKW Grohnde begonnen. Bis zum August 2008 sollen allerdings lediglich drei MOX-Brennelemente fertiggestellt worden sein.

Laut Presseberichten sollten noch in diesem Herbst 2009 zunächst acht MOX-Brennelemente, offenbar in zwei Spezial-LKWs per Schiff über Cuxhaven nach Grohnde gehen.  Denkbar ist aber auch, dass – sofern noch ein viertes MOX-Brennelement in Sellafield fertig gestellt wird, zunächst nur vier MOX-BEs ausgeliefert werden.

Die taz berichtete am 12.8.2009, das nach Angaben der britischen Anti-Atom-Organisation CORE der so genannte Grohnde-Vertrag die Herstellung von insgesamt 64 MOX-Brennelementen und deren Lieferung an das niedersächsische AKW regelt. Weitere 44 MOX-Elemente seien in Sellafield für das AKW Brokdorf an der Unterelbe bestellt worden.

Erhöhte Risiken beim MOX-Einsatz im Reaktor

Der Einsatz von MOX-Brennelementen in Atomkraftwerken ist im Vergleich zu herkömmlichen Uran-Brennelementen riskanter. Abgebrannte MOX-Brennelemente strahlen wesentlich stärker als abgebrannte Uran-Brennelemente. Somit sind die bestrahlten MOX-Brennelemente komplizierter zu handhaben und die Strahlenbelastung für die Beschäftigten ist größer.

Aus physikalischen Gründen reduziert der Einsatz von MOX-Brennstoff die Wirksamkeit der Steuerstäbe, macht den Reaktor instabiler und erhöht das Risiko, dass ein Unfall zur Katastrophe wird. Für den Betrieb eines AKW ist die Steuerung und Moderation des Neutronenflusses von entscheidender Bedeutung, um sowohl eine unkontrollierte Kettenreaktion oder auch eine unbeabsichtigte Unterbindung der Kettenreaktion zu verhindern. MOX-Brennelemente erschweren aber aufgrund ihrer neutronenabsorbierenden Eigenschaften die Steuerung und reduzieren die Wirksamkeit der Neutronenabsorber gegenüber Uran. Da die Wirkung der Neutronenabsorberstäbe, die den Neutronenfluss im Reaktor regeln, nachlässt, wird beispielsweise in Frankreich die Anzahl dieser Stäbe erhöht. Außerdem wird der Einsatz von Borsäure erhöht, mit dessen Hilfe ebenfalls der Neutronenfluss reguliert wird.

Anlagen zur MOX-Fertigung

Die wichtigsten Anlagen zur Herstellung von MOX-Brennelementen befinden sich in Frankreich (Anlage Melox, Marcoule) und Großbritannien (Anlage SMP, Sellafield). Die Fertigung in Hanau wurde 1991 durch das Hessische Umweltministerium verboten, der Neubau einer größeren Anlage 1995 durch Siemens eingestellt.


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