Atommüll-Alarm: Künftiger Atommüll unterwegs mit der Deutschen Bahn

webheader_atomalarm_originalgroesseMit 21 Containern voller Uranerzkonzentrat  (Yellow Cake) hat das Schiff VASILIY SHUKSHIN von St. Petersburg kommend über den Nord-Ostseekanal gestern den Hamburger Hafen erreicht. AtomkraftgegnerInnen aus Hamburg hatten die Verladung wie schon in den letzten Monaten am Süd-West-Terminal im Hamburger Hafen in der Nähe der Veddel beobachtet und mit Transparenten protestiert. Das Uran stammt vermutlich aus Kasachstan. Am Ende einer langen Reise durch zahlreiche Atomanlagen wird daraus Atommüll entstanden sein, für dessen Lagerung es weltweit keine sicheren Lösungen gibt. „Atommüll-Alarm – Tatorte in Deutschland“ heißt daher auch eine aktuelle Kampagne der Anti-Atom-Bewegung.

In den späten Nachmittagsstunden sind die radioaktiven Container dann zunächst zum Rangierbahnhof nach Hamburg-Hafen gebracht worden. Gegen Mitternacht startete die strahlende Reise dann von dort über Bremen und Münster und geht weiter über Köln und Bonn nach Südfrankreich. Erst im laufe der nächsten Tage wird das Uranzerzkonzentrat in Narbonne, Frankreich erwartet. Dort wird es für die Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke vorbereitet und später u.a. in den deutschen Uranfabriken in Gronau und Lingen weiter verarbeitet. Diese beide Atomanlagen sind vom Atomausstieg in Deutschland ausgeklammert und verfügen über eine unbefristete Dauerlizenz. Sie versorgen weltweit Atomkraftwerke mit dem erforderlichen Brennstoff und tragen so entscheidend zu den atomaren Risiken und immer größeren Atommüllbergen bei.

Atommüll-Alarm: Politische Ökonomie des Atommülls

WarnhinweisPolitische Ökonomie des Mülls. Was? Genau! Politische Ökonomie des Atommülls könnte es sogar heißen. Etwas, von dem Kollege K. Marx damals noch keine Ahnung hatte, aber etwas, von dem wir noch eine Million Jahre gut haben werden. Die Zeitschrift „PROKLA“ (PDF) hat in ihrem aktuellen Heft einen Aufsatz von Achim Brunnengräber und Lutz Mez veröffentlicht: „Strahlende Hinterlassenschaften aus Produktion und Konsumtion – Zur Politischen Ökonomie des Atommülls“ Prokla? Was? Genau: Das ist die Zeitschrift, bei der  – nach eigener Darstellung – nur noch die älteren LeserInnen wissen, dass das „Probleme des Klassenkampfs“ bedeutet. Und was hat das nun mit Atommüll zu tun. Muß ich auch gleich erstmal lesen.

Bei Nadir.org kann man auch mehr über die Prokla und die Themen online durchstöbern.

Atommüll-Alarm: Reaktordruckbehälter in Geesthacht – Atommüll oder Forschungsobjekt?

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Der RDB der Otto Hahn bei der Anlieferung in Geesthacht Anfang der 80er Jahre. Rechtsgrundlage für die Lagerung in Frage gestellt. Foto: HZG

Strittige Debatte bei dem seit fast zwei Jahren laufenden „konsensorientierten Dialog“ zwischen Begleitgruppe und dem Betreiber HZG in Sachen Stilllegung der ehemaligen Atomforschungsanlage der GKSS bei Geesthacht. Dort lagert seit Anfang der 80er Jahre auch der Reaktordruckbehälter (RDB) des einzigen bundesdeutschen Atomschiffs, der „Otto Hahn“. Laut Genehmigung erfolgt die Lagerung seitdem „für wissenschaftliche Untersuchungen“. Die Begleitgruppe hat im Rahmen des Dialogs nun festgestellt, dass die Rechtsgrundlage für die Lagerung des RDB nicht mehr tragbar ist. Der Betreiber erklärt: „Vor dem Hintergrund, dass der Aufsichtsrat 2008 beschlossen hat, sämtliche kerntechnischen Einrichtungen des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums endgültig abzuschalten und zurückzubauen können wir die Überlegungen der Begleitgruppe hinsichtlich der Zukunft des Reaktordruckbehälters zwar nachvollziehen“, erklärt Dr. Torsten Fischer, Sprecher am Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG), „das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die von der Atomaufsicht erteilte Lagerungsgenehmigung weiterhin gültig ist“, so Fischer weiter. „Atommüll-Alarm: Reaktordruckbehälter in Geesthacht – Atommüll oder Forschungsobjekt?“ weiterlesen

Atommüll-Alarm: Strahlende Frachten durch Rheinland-Pfalz

webheader_atomalarm_originalgroesseAtomtransporte durch Rheinland-Pfalz. Über Atomtransporte mit Uranzerzkonzentrat haben sich die Grünen in RP schlau gemacht und erfahren: „13 Karte_A4_rgb_2-AMKZüge mit radioaktivem Uranerzkonzentrat sind von Januar bis August 2014 nach Angaben des Wirtschaftsministeriums durch Rheinland-Pfalz gefahren. Im Vorjahr habe es 18 derartige Transporte gegeben, einen weniger als 2012, teilte das Wirtschaftsministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion mit.“ (Focus/DPA)

Die Anti-Atom-Bewegung ist derzeit mit der Kampagne „Atommüll-Alarm: Tatorte in Deutschland“ am Start:

Die Anfrage der Grüne aus RP ist hier als PDF zu finden. Atomtransporte rollen auf Straßen und Schienen durch die Republik. Einer der wichtigen Umschlagplätze nicht nur für das Uranerz ist der Hamburger Hafen. Dort haben AtomkraftgegnerInnen die geheimen Atomtransporte in den letzten Monaten recherchiert und sorgen mit ihren Informationen für einiges aufsehen. Auch, weil sich AtomkraftgegnerInnen an die Schienen ketteten und einen Transport aufhielten.

Eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel hatte jüngst ergeben:

Atommüll-Alarm: Ratschlag im Bundestag gegen Atommüllexporte aus Jülich in die USA

Ratschlag im Bundestag über Strategien gegen den Export hochradioaktiver Brennelemente in 152 Castor-Behältern aus Jülich in die USA. Auf seiner Inforeise durch die Bundesrepublik traf sich der US-Aktivist Tom Clements gemeinsam mit Vertretern von Anti-Atom-Gruppen und den Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer, Sylvia Kotting-Uhl (beide Grüne) und Hubertus Zdebel (Linke) im Bundestag. Clements berichtete ausführlich über den Atomkomplex der Savannah River Site in South Carolina, dem Ort, wo der Atommüll aus Jülich nach den Planungen der Bundesregierung und der Landesregierung in NRW künftig aufgearbeitet werden soll. (Gruppenfoto gegen Castor-Transporte: Hubertus Zdebel (Linker Bundestagsabgeordneter), Peter Bastian (SOFA Münster), Tom Clements (Savanna River Site Watsch, USA) und Sylvia Kotting-Uhl (Grüne Bundestagsabgeordnete) nach dem Strategietreffen im Bundestag. Foto: Dirk Seifert)

Einen Vortrag über die Savannah River Site von Tom Clements, den er in Hamburg auf einer Veranstaltung gehalten hat, ist hier als PDF online.

Clements sprach davon, dass sich auch in den USA ein breiter Widerstand entwickeln würde, weil immer mehr Menschen auch dort befürchten, dass die Savannah River Site klammheimlich zum Endlager für hochradioaktiven Atommüll wird.

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