Während Vattenfall heute im Verbund mit der Kultursenatorin im Hamburger Rathaus seine Greenwashing-Lesetage 2013 vorstellte, präsentierte „Lesen ohne Atomstrom“ im Deutschen Schaupielhaus „Die Erneuerbaren Lesetage“. Zum dritten Mal geht das Projekt gegen Vattenfall ins Lese-Rennen. Als Höhepunkte der kostenlosen Veranstaltungen vom 21. – 26. April werden u.a. dabei sein: Iris Berben, Jean Ziegler, Hannes Jaenicke. Elke Heidenreich, Joachim Król, Roger Willemsen, Jakob Augstein, Corny Littmann, Ulrich Waller, Jan Plewka, Ben Becker, Wolfgang Niedecken und viele andere. Angesichts dieser Liste und solcher Unterstützer wie den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen, dem Goethe-Institut, dem Hamburger Sport Verein (HSV) und diverser anderer dürfte man im Hause Vattenfall „not very amused“ sein.
Die Lesetage ohne Atomstrom „setzen mit vielen anderen erneut ein beeindruckendes Zeichen für eine Zukunft ohne Atomenergie, für die Beschleunigung der Energiewende – und gegen den Kulturmissbrauch des Atomkonzerns Vattenfall mit seinen so genannten „Vattenfall-Lesetagen““, heißt es auf deren Homepage.
„Lesen ohne Atomstrom“: Ein Volksentscheid am 22. September kann den „dubiosen Deal“ mit Vattenfall noch stoppen.
Und: „Vattenfall benimmt sich, als gehöre ihnen diese Stadt – was angesichts der devoten Anbiederung des Senats an den Atomkonzern nicht verwundert.“ Oliver Neß, Sprecher der „Erneuerbaren Lesetage“: „Die Kulturbehörde finanziert aus Steuergeldern … weiter das Greenwashing Vattenfalls – und dies, obgleich der Atomkonzern die deutschen Steuerzahler derzeit vor Gericht verklagt. Vattenfall fordert drei Milliarden Euro „Schadenersatz für den Atomausstieg“. Ergänzend will der Senat Vattenfall auch noch das Hamburger Stromnetz dauerhaft überlassen. Ein Volksentscheid am 22. September kann den dubiosen Deal noch stoppen.“
Die Grüne Bürgerschaftsfraktion kritisierte heute per PM, dass Vattenfall mit Unterstützung des SPD-Senats und der Kultursenatorin im Rathaus die Lesetage präsentieren konnte – ausgerechnet am Jahrestag der Fukushima-Katastrophe. Das Hamburger Abendblatt, Medienpartner der Vattenfall-Lesetage, berichtete unter dem Titel: Vattenfall-Lesetage-feiern-15-Geburtstag. Außerdem berichtet die Taz-Hamburg über beide Veranstaltungen.
Berlin bald ohne Vattenfall-Zentrale Deutschland? Die Konflikte verschärfen sich. Foto: Dirk Seifert
Eine Flut von Medienberichten gibt es in den letzten Tagen über die Krise beim Stromkonzern Vattenfall. Milliarden-Verluste, der Abbau von 2.500 Arbeitsplätzen, sinkende Erlöse beim Stromverkauf, deutliche Gewinn-Rückgänge, keine Strategie für die Energiewende, Gerüchte, dass Vattenfall sich aus der Braunkohle in Ostdeutschland zurück ziehen könnte – oder gar ganz aus Deutschland verschwindet. Und das alles während der seit langem heftigsten Tarifauseinandersetzungen zwischen Vattenfall und der Belegschaft. 4.000 Beschäftigte von Vattenfall gingen gestern für ihre Arbeitsplätze auf die Straße. Da geht es nicht nur um 6,5 Prozent mehr Lohn, sondern auch um die Forderung nach einer Beschäftigungsgarantie bis 2020. Da prallen gerade heftig die Interessen aufeinander. Weitere Warnstreiks sind noch für März angekündigt und bei einem Scheitern der Verhandlungen wird es bei Vattenfall zu Streik kommen!
Und dann noch die vielen Probleme im „Normalbetrieb“: Das im Bau befindliche Kohlekraftwerk in Moorburg wird durch ein Gerichtsurteil, das die Kühlwasserentnahme aus der Elbe massiv einschränkt und den Betrieb mit Kühlturm vorschreibt, deutlich teuer und ein wirtschaftlicher Betrieb ist im Grunde kaum noch vorstellbar. In Berlin ist so gut wie sicher, dass Vattenfall das Stromnetz nicht mehr betreiben wird. Nur wenn das dort laufende Volksbegehren scheitert – was niemand erwartet – hätte Vattenfall noch eine Chance, dass Geschäft weiter zu betreiben. Und wie bei Vattenfall üblich, kommen die Pannen immer genau dann, wenn man sie nicht braucht: Gestern morgen fiel in Berlin für 23.000 Haushalte rund eine Stunde lang die Stromversorgung aus. Ein Vattenfall-Umspannwerk hatte einen Defekt.
Auch Hamburg könnte mit einem anstehenden Volksentscheid verloren gehen. Immerhin zeigen Umfragen, dass rund 64 Prozent der HamburgerInnen dafür sind, die Energienetze wieder in die öffentliche Hand zu übernehmen. Nicht nur die Stromnetze.
Viel härter würde Vattenfall der Verlust der Fernwärmeversorgung treffen. Denn hier geht es auch um die Kraftwerke, die Vattenfall verlieren würde. Die machen nicht nur Wärme, sondern produzieren auch Strom, mit dem sich gutes Geld verdienen lässt. Und dabei verliert Vattenfall auch alle Kunden in diesem Geschäftsfeld. Insgesamt rund 100 Millionen Euro jährlich verdiente Vattenfall allein bei der Fernwärme! Auch für Vattenfall kein Pappenstil!
Eine Frage an die Gewerkschaften bleibt: Warum keine Rekommunalisierung zumindest der Netzesparten von Vattenfall?
Stromausfall in Berlin – fast 23.000 Kunden betroffen Berliner Morgenpost Ursache sei ein Defekt im Umspannwerk am Koppenplatz im Bezirk Mitte gewesen, berichtete ein Sprecher des Energiekonzerns Vattenfall. Gegen 8 Uhr sei der Strom aber wieder geflossen, hieß es. Betroffen waren rund 19.000 Haushalte und etwa 3900 … Alles zu diesem Thema ansehen »
Verdi wirft Vattenfall Managementfehler vor Potsdamer Neueste Nachrichten Potsdam – Der Energiekonzern Vattenfall hat noch keine konkreten Pläne für den angekündigten Stellenabbau in Brandenburg. „Wir stehen erst am Anfang des Prozesses“, sagte Sprecher Steffen Herrmann am Donnerstag. Dennoch machten sich mehrere … Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall im Gegenwind sz-online Beschäftigte des Energiekonzerns Vattenfall aus Hamburg, Cottbus und Berlin demonstrierten gestern vor der Berliner Zentrale gegen die Streichung von 1500 Arbeitsplätzen. Foto: dpa. Erlöseth uns“, hat ein Ironiker unter den erbosten Mitarbeitern vor … Alles zu diesem Thema ansehen »
Lausitzer zittern vor dem Abzug der Schweden Märkische Allgemeine POTSDAM – 4000 Vattenfall-Beschäftigte protestierten gestern vor der Deutschland-Zentrale des schwedischen Energiekonzerns in Berlin gegen den geplanten Stellenabbau. 500 Kraftwerksbeschäftigte und Bergleute waren allein aus der Lausitz gekommen … Alles zu diesem Thema ansehen »
Energieerzeuger – Wut auf Vattenfall Berliner Zeitung Die Ankündigung des Stromkonzerns Vattenfall, hierzulande rund 1 500 von 20.000 Stellen zu streichen, hat in der Belegschaft für Schock und Wut gesorgt: Zu einer Demonstration vor der Vattenfall-Zentrale in der Berliner Chausseestraße kamen am … Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall-Beschäftigte demonstrieren gegen Stellenabbau Berchtesgadener Anzeiger «Die Zitrone ist ausgequetscht, jetzt ist Schluss», rief Konzernbetriebsratschef Rainer Kruppa ihnen zu. Die Gewerkschaften riefen zu bundesweiten Warnstreiks am 19. März auf, einen Tag vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde bei der Vattenfall GmbH. Alles zu diesem Thema ansehen »
Hohenwarte: Vattenfall und das ruinierte Geschäftsmodell Ostthüringer Zeitung „Wir machen keine Abstriche bei Dammsicherheit, Anlagensicherheit und Personensicherheit“, sagte Dr. René Kühne , Leiter der Produktionskoor- dinierung der Vattenfall Hydro Germany , zu der die Pumpspeicherwerke (PSW) gehören. Das war es dann … Alles zu diesem Thema ansehen »
Trebendorf verhandelt ab April mit Vattenfall Lausitzer Rundschau April sollen die Verhandlungen zwischen Trebendorf und Vattenfall über einen Umsiedlungsvertrag beginnen. Als erstes geht es um Entschädigungsregelungen. Eine Woche zuvor werden die Mitglieder der Verhandlungsgruppe darauf vorbereitet, kündigte … Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Jobs Berliner Morgenpost Mehrere tausend Beschäftigte des Energiekonzerns Vattenfall haben in Berlin gegen den geplanten Stellenabbau und für höhere Einkommen demonstriert. Mit Transparenten, auf denen „Wir wehren uns“ und „Ohne Mitarbeiter kein Moos“ stand, zogen nach … Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall-Beschäftigte demonstrieren gegen Stellenabbau Süddeutsche.de Berlin (dpa) – Mehrere tausende Beschäftigte des Energiekonzerns Vattenfall haben in Berlin gegen den geplanten Stellenabbau und für höhere Einkommen demonstriert. Die Gewerkschaften riefen zu bundesweiten Warnstreiks am 18. März auf, einen Tag … Alles zu diesem Thema ansehen »
2500 Stellen weg – „Vattenfall hat sich verzettelt“ tagesschau.de Gerade noch hatte Vattenfall-Chef Löseth von einem „guten Jahr“ gesprochen, da kündigte der größte Energieerzeuger Europas 2500 Stellenstreichungen an, 1500 davon in Deutschland. Wann genau wer wo gehen soll, ist nicht bekannt. Die Schweden … Alles zu diesem Thema ansehen »
Massiver Stellenabbau bei Vattenfall Hamburger Abendblatt Es ist eine Hiobsbotschaft für die rund 20.000 deutschen Mitarbeiter des Energieversorgers Vattenfall. 1500 Arbeitsplätze will der schwedische Konzern bis Ende 2014 in Deutschland abbauen – weitaus mehr als bereits im Vorfeld befürchtet worden war. Alles zu diesem Thema ansehen »
SPD-Fraktion Vattenfall hat Verantwortung für Lausitz DIE WELT Potsdam/Cottbus – Die Brandenburger SPD-Fraktion hat den geplanten Personalabbau beim Energiekonzern Vattenfall kritisiert. Fraktionschef Ralf Holzschuher appellierte am Donnerstag an die schwedische Konzernführung, ihre Verantwortung für die … Alles zu diesem Thema ansehen »
Gegen betriebsbedingte Kündigungen Märkische Allgemeine Vattenfall betreibt im Südosten Brandenburgs mehrere Braunkohletagebaue und -kraftwerke. Dort sind mehr als 5.000 Menschen beschäftigt. Nach Agenturinformationen sollen vor allem die Verwaltungen von Vattenfall gestrafft werden. Beim technischen … Alles zu diesem Thema ansehen »
«Erlöseth uns» – Personalabbau bei Vattenfall erst am Anfang? greenpeace magazin online Nach dieser Ankündigung vom Mittwoch prasselt auch in Stockholm Kritik auf Vattenfall ein. Der Hauptvorwurf lautet: Der Energieriese hat sich mit seiner Expansion ins europäische Ausland verkalkuliert. «Jetzt zahlen die Mitarbeiter den Preis für die … Alles zu diesem Thema ansehen »
Zeitung Heute: Vattenfall streicht 1500 Jobs Tagesspiegel Berlin – Vattenfall streicht in Deutschland 1500 von 20 000 Arbeitsplätzen. Wie der schwedische Staatskonzern am Mittwoch mitteilte, müssten die Kostenstrukturen verbessert werden, weil der Trend zum Energiesparen und das schwache … Alles zu diesem Thema ansehen »
Demo gegen Stellenstreichungen bei Vattenfall NDR.de Mitarbeiter des Energiekonzerns Vattenfall haben am Donnerstag gegen die geplanten Stellenstreichungen demonstriert. An einer Protestkundgebung in Berlin beteiligten sich auch Beschäftigte aus Hamburg. Mit sieben Bussen seien sie am Morgen in die … Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall baut ab Potsdamer Neueste Nachrichten Berlin – Ob das ein Zufall ist? Einen Tag vor Warnstreiks und einer Demonstration bei der deutschen Vattenfall-Zentrale in Berlin-Mitte kündigte die Konzernspitze in Stockholm einen „Konsolidierungskurs zur weiteren Kostensenkung“ an. Gemeint ist vor … Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall streicht tausende Stellen freiewelt.net Der Energiekonzern Vattenfall plant bis Ende nächsten Jahres eine Kürzung von über 2500 Arbeitsplätzen, allein 1500 davon in Deutschland. Besonders Mitarbeiter in Berlin, Hamburg und Cottbus sind von dem Stellenabbau betroffen. Laut Ankündigung … Alles zu diesem Thema ansehen »
Probleme von Vattenfall nicht überraschend Pressrelations (Pressemitteilung) Der Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag AXEL VOGEL hat den von dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall angekündigten Stellenabbau als für die Beschäftigten äußerst schmerzhaft bezeichnet. Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall streicht konzernweit 2500 Stellen Traunsteiner Tagblatt Stockholm/Berlin (dpa) – Der schwedische Energiekonzern Vattenfall verschärft seinen Sparkurs und streicht 2500 Arbeitsplätze, davon 1500 in Deutschland. Sie sollen bis Ende 2014 «sozialverträglich» abgebaut werden, kündigte Vorstandschef Øystein … Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall streicht in Deutschland 1500 Stellen newsecho.de – Meine Nachrichten Vattenfall streicht in Deutschland 1500 Stellen. Berlin – Der Energiekonzern Vattenfall will in Deutschland 1500 Stellen bis zum Jahr 2014 abbauen. Das kündigte das Unternehmen in Berlin an. (dpa). Tweet … Alles zu diesem Thema ansehen »
Vattenfall streicht 1.500 Jobs in Deutschland | Mittelstand … von dapd Stockholm/Berlin (dapd). Nach den Konkurrenten E.on, RWE und EnBW plant nun auch der vierte große Stromerzeuger auf dem deutschen Markt, Vattenfall, spürbare Einschnitte beim Personal. Allein in Deutschland sollen rund 1.500 von … Mittelstand-Nachrichten.de
Mit Literaturtagen versucht der krisengebeutelte Stromkonzern Vattenfall einmal im Jahr von seinen Atomkraftwerken und seinem federführenden Beitrag zur Klimakatastrophe abzulenken. Das aber gelingt Vattenfall immer schlechter, weil seit nunmehr drei Jahren dem Konzern auch kulturell Paroli geboten wird. Das neue Projekt in diesem Jahr heißt in Anspielung an die alten Hamburgischen Electricitäts Werke (HEW), die von Vattenfall Anfang 2000 aufgekauft wurden: Hamburger Energie Wechsel – kurz HEW-Lesetage. Der Nautilus-Verlag, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie die GWA St. Pauli haben sich zusammengetan und werden vom 15. – 20. April mit einem Literaturprogramm von über 30 Veranstaltungen dem Vattenfall-Konzern das Greenwashing vereiteln.
Seit heute ist das komplette Programm online. Am 15. April beginnen die HEW-Lesetage mit einer Eröffnungsveranstaltung auf Kampnagel, bei der Ingo Schulze lesen und im Anschluss über „Kunst und Knechtschaft“ diskutieren wird.
Bei weiteren mehr als 30 Veranstaltungen lesen Friedrich Ani, David Chotjewitz, Frank Göhre, Merle Kröger, Dominique Manotti, Harry Rowohlt, Jochen Schimmang, Sybil Gräfin Schönfeldt, Frank Spilker, Barbara Sichtermann und viele andere. Auf der Abschlussparty im Gängeviertel am 20.4. gibt es nach einer Lesung von Katja Kullmann und Sarah Khan Musik: Frank Spilker und Frau Kraushaar machen den Abschluss zum Aufbruch!
Die Initiatoren der Lesetage unterstützen mit ihrer Aktion auch den anstehenden Volksentscheid für die vollständige Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg. Die werden derzeit noch von Vattenfall (Strom, Fernwärme) und E.on (Gas) betrieben, die Stadt Hamburg ist lediglich als Minderheitsaktionär mit 25,1 Prozent beteiligt. Das Bündnis „Unser Hamburg – Unser Netz“ will mit dem Volksentscheid erreichen, die Kontrolle über die Netze wieder vollständige in die öffentliche Hand zu nehmen und damit die Energiewende besser voran bringen zu können.
Auch „Lesen ohne Atomstrom“ wird in diesem Jahr wieder gegen Vattenfall antreten. Das Programm 2013 ist noch nicht veröffentlicht, aber online ist das folgende unter diesem Link zu erfahren.
Bei der CDU-Fraktion in Hamburg dürfte Halbmast geflaggt sein: Die Verfassungsklage, mit der die Christdemokraten den Volksentscheid für die vollständige Rekommunalisierung der Energienetze verbieten lassen wollten, ist gescheitert! Das Verfassungsgericht hat die Klage schlicht abgelehnt! Auch in den Konzernzentralen von Vattenfall und E.on dürfte die Stimmung schlecht sein. Denn immerhin haben sie gute Gründe davon auszugehen, dass nun am 22. September per Volksentscheid eine Mehrheit der HamburgerInnen ihnen die Rote Karte zeigt und mit ihrem Kreuz für die Initiative „Unser Hamburg – unser Netz“ stimmen wird. Bislang betreiben diese beiden Unternehmen die Netze für Strom, Fernwärme und Gas. Das Bündnis „Unser Hamburg – Unser Netz“ aus Umweltorganisationen, Kirchen, Verbraucherzentrale und Mieterverbänden hat laut einer repräsentativen Umfrage des Hamburg Abendblatt eine deutliche Mehrheit hinter sich.
Hier die Pressemeldung des Bündnisses zu dem Urteil des Hamburgischen Verfassungsgerichts:
Energienetze: Verfassungsklage der CDU nicht zulässig / Volksentscheid wird kommen!
Das Hamburgische Verfassungsgericht hat heute die CDU-Verfassungsklage gegen den geplanten Volksentscheid zur Rücknahme der Energienetze in die Öffentliche Hand abgewiesen. Damit ist der Weg für den Volksentscheid am 22. September 2013 frei.
Das Verfassungsgericht kommt zu dem einstimmigen Beschluss, dass die Verfassungsklage unzulässig ist. Die CDU hatte im Dezember 2012 Verfassungsklage eingereicht, damit aber die Fristen für eine solche Überprüfung nicht eingehalten. Mit seiner Entscheidung folgt das Gericht der Auffassung der Initiative UNSER HAMBURG – UNSER NETZ, derzufolge eine Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit in der Regel vor der zweiten Stufe der Volksgesetzgebung, dem Volksbegehren, zu erfolgen hat. Das Volksbegehren hatte UNSER HAMBURG – UNSER NETZ bereits im Juni 2011 mit über 116.000 Unterschriften durchgeführt.
„Wir freuen uns über das grüne Licht für den Volksentscheid. Die Hamburger Bürgerinnen und Bürger sind nun aufgefordert, über diese zentrale Weichenstellung der Energiepolitik zu entscheiden. Kommunale Netze sind gut für die Energiewende, und die Gewinne aus dem Netzbetrieb verbleiben zudem in Hamburg“, so Manfred Braasch, Theo Christiansen und Günter Hörmann, die Vertrauenspersonen von UNSER HAMBURG – UNSER NETZ.
UNSER HAMBURG UNSER NETZ wurde im Verfahren vor dem Hamburgischen Verfassungsgericht durch Dr. Till Steffen von der Kanzlei elblaw Rechtsanwälte vertreten.
Steigt Vattenfall aus der Braunkohle in der Lausitz aus? Foto: Dirk Seifert
Die Ankündigungen von Vattenfall, einen Block des 920 MW Braunkohlekraftwerk in Lippendorf bei Leipzig (Sachsen) zu verkaufen, löst heftige Reaktionen aus. Kein Wunder angesichts der in Schweden laufenden Debatte über Milliarden-Verluste, Fehlinvestitionen und den viel zu hohen CO2-Emissionen der Vattenfall-Tochter in Deutschland. Vattenfall in der Krise heißt auch: Der Konzern will 2.000 Arbeitsplätze abbauen, davon möglicherweise rund 1.000 in Deutschland. Fast die gesamte Expansions-Strategie von Vattenfall, die Anfang der 2000er Jahre zu Investitionen in fast allen Ostsee-Anrainer-Staaten führte und das Ziel verfolgte, Vattenfall zum großen Player in diesem Wirtschaftsraum zu machen, sind inzwischen gescheitert. Strategisch hat sich Vattenfall nicht nur in Deutschland völlig verhauen. (siehe auch: “Schweden empört sich über Vattenfalls Größenwahn”)
Überlegungen, die offenbar sehr ernst sind. Denn seit der Ankündigung von Vattenfall, dass Braunkohlekraftwerk in Lippendorf verkaufen zu wollen, warnen verschiedene Stimmen auch in Deutschland vor einer „Zerschlagung von Vattenfall“. Die Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL) bestätigt das in einer Pressemitteilung vom Montag und bezeichnet diese als: „durchaus realistische Einschätzung zur Haltung des schwedischen Staates und seiner Repräsentanten“. Der Verband stellt fest, dass der „mögliche Verkauf der Kraftwerksanteile in Lippendorf … zu großer Irritation und Verunsicherung in der Lausitz“ führe. (Mitteilung des Verbandes (PDF, die PM finden sie unten in voller Länge auf dieser Seite)
Der Verband hält die Berichte über einen (Teil)Rückzug von Vattenfall also für überaus ernst zu nehmend und macht sich Sorgen um die Beschäftigten in der Region, für die 17.000 Arbeitnehmer und ihren Familien. „Die wiederkehrenden Berichte sind für die Menschen, die direkt oder indirekt von der Braunkohle leben, unerträglich.“
Vattenfall Deutschland betont zwar, man stehe zur Braunkohle, aber klar ist auch: Vattenfall-Deutschland hat im Konzern nichts mehr zu sagen. Die Entscheidungen werden allesamt in Stockholm getroffen. Und immer mehr gerät der Konzern-Vorstand mit dem Eigentümer – dem schwedischen Staat – in Konflikt:
„Schweden und Braunkohle hat scheinbar nie gepasst und passt offensichtlich immer weni-ger“, so der WiL-Vorsitzende Dr. Hermann Borghorst. „Es reicht nicht, wenn die Vattenfall-Spitze sich zur Braunkohle bekennt, gleichzeitig aber der Eigentümer das Geschäft ständig in Frage stellt. Der Eigentümer, das Königreich Schweden, ist gefordert, für Klarheit zu sorgen und aus seinem Herzen keine ‚Mördergrube‘ zu machen. Man kann nicht gutes Geld verdienen wollen und ständig wegen des Produkts mit schlechtem Gewissen herumlaufen.“
Auch die IG BCE hat am Montag hoch alarmiert auf die Meldungen aus Schweden reagiert und in seltener Deutlichkeit festgestellt: „Wenn sich diese Aktivitäten (gemeint sie die Auslandsinvestitionen, uFä) im Nachhinein als nicht profitabel herausstellen sollten und Vattenfall deswegen jetzt zu Verkäufen in Deutschland gezwungen ist, dann kann es dabei nur um einen Gesamtverkauf und nicht um Einzelverkäufe gehen (Hervorhebung uFä). Ein Auseinandernehmen des Unternehmensverbunds von Bergbau, Energie und den Tochterfirmen brächte erkennbar nur Nachteile mit sich“, sagte der stellvertretende IG BCE Vorsitzende und ebenfalls stellvertretende Vorsitzende des Vattenfall-Aufsichtsrats Ulrich Freese.“
Keine Frage: Für die Vattenfall-Beschäftigten nicht nur in der Lausitz dürften die Debatten in Schweden Anlaß zu großer Sorge um ihre Arbeitsplätze und ihre soziale Sicherheit sein. Dennoch muss man nicht nur die IG BCE kritisieren. Eine Stromerzeugung bei Vattenfall mit über 80 Prozent Braunkohle-Anteil ist in Zeiten von Klimawandel und Energiewende keine strategisch gut aufgestellte Position und die Kritik des schwedischen Mehrheitseigners ist in dieser Sache nicht neu. (siehe auch: Radio Schweden – “Vattenfall zaghaft bei grünem Strom”) Eine Debatte um neue Strategien für die Beschäftigten, über die Chancen und Risiken der Energiewende für die MitarbeiterInnen, gibt es fast nicht. So reagieren die Gewerkschaften, nicht nur die IG BCE, auf die Geschäftspolitik der Konzerne. Eigene Konzepte gibt es fast nicht.
Besonders deutlich wird das z.B. auch bei den in Berlin und Hamburg laufenden Projekten zur Rekommunalisierung der Energienetze. Das hier auch Chancen bestehen, um für die jetzt noch bei Vattenfall beschäftigten KollegInnen langfristig sichere Arbeitsplätze zu entwickeln, wird kaum diskutiert. Betont werden fast nur eventuelle Risiken für die Beschäftigten. So bleibt die Beschäftigten am Ende nur, sich jeweils den Konzern-Strategien zu unterwerfen. Dabei gibt es durchaus Ansätze für eine gewerkschaftliche Diskussion: Chancen und Risiken der Energiewende. Man muss sie nur führen! Siehe auch hier: Die Energiewende ist eine Chance für Arbeitsplätzeund hier: Verdi Berlin – Besser doch nicht rekommunalisieren!
Sonst kommt etwas heraus, wo zwischen gewerkschaftlichen Positionen und einer Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL) keine Unterschiede mehr erkennbar sind. Die Antwort der WiL auf die Krise bei Vattenfall und die Klimakatastrophe lautet: „Die WiL fordert zudem, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Investition in ein neues, modernes, emissionsarmes Braunkohlekraftwerk zu schaffen. „Die Lausitzer bzw. die ostdeutsche Braunkohle braucht einen Betreiber, der klar zur Braun-kohle steht. Die WiL warnt vor einer Zerschlagung des Unternehmens, nur weil eine zwanghafte, imagepolierende Verringerung des CO2-Ausstoßes propagiert wird oder weil sich der Konzern an anderer Stelle übernommen hat“, so Borghorst“
Mit so einer Position in Zeiten der Energiewende muss man sich nicht wundern, wenn am Ende das System zusammen bricht. Das Interesse Schwedens, die Klimagase zu reduzieren als „zwanghafte, imagepolierende Verringerung des CO2-Ausstoßes“ und Propaganda abzutun und obendrein gleich noch ein neues klimaschädliches Braunkohlekraftwerk zu fordern, zeigt nur eines: Da hat jemand nicht begriffen, wie die Energiewende funktioniert und warum Vattenfall so tief in der Krise steckt.
Hier die PM der Wirtschaftsinitiative Lausitz vom 4. März 2013 in voller Länge:
WiL fordert Klarheit vom Eigentümer und warnt vor einer Zerschlagung der ostdeutschen Braunkohleindustrie
Die Irritationen aus Schweden zu den Braunkohletagebauen und den Braunkohlekraftwerken nehmen kein Ende. Medien aus Berlin und Brandenburg berichten aktuell: „Sogar die Zerschlagung droht“, „Schwedischer Konzern stellt ostdeutsche Braunkohle zur Disposition“, „Schweden gefällt Vattenfalls deutsche Tochter nicht mehr“. Diese durchaus realistische Einschätzung zur Haltung des schwedischen Staates und seiner Repräsentanten sowie der mögliche Verkauf der Kraftwerksanteile in Lippendorf führen zu großer Irritation und Verunsicherung in der Lausitz, vor allem bei den 17.000 Arbeitnehmern und ihren Familien. Die wiederkehrenden Berichte sind für die Menschen, die direkt oder indirekt von der Braunkohle leben, unerträglich.
„Schweden und Braunkohle hat scheinbar nie gepasst und passt offensichtlich immer weniger“, so der WiL-Vorsitzende Dr. Hermann Borghorst. „Es reicht nicht, wenn die Vattenfall-Spitze sich zur Braunkohle bekennt, gleichzeitig aber der Eigentürmer das Geschäft ständig in Frage stellt. Der Eigentümer, das Königreich Schweden, ist gefordert, für Klarheit zu sorgen und aus seinem Herzen keine ‚Mördergrube‘ zu machen. Man kann nicht gutes Geld verdienen wollen und ständig wegen des Produkts mit schlechtem Gewissen herumlaufen.“
Aus Sicht der WiL ist die Lausitzer Stromerzeugung aus Braunkohle im Energiemix mit erneuerbaren Energien (Wind, Solar, Biomasse) das Rückgrat der Lausitzer Industrie. Die regionale Wertschöpfung geht für die kommenden Jahrzehnte nur mit der Braunkohle und nicht ohne Braunkohle. Die WiL fordert zudem, die notwendigen Rahmenbedingungen für die Investition in ein neues, modernes, emissionsarmes Braunkohlekraftwerk zu schaffen.
„Die Lausitzer bzw. die ostdeutsche Braunkohle braucht einen Betreiber, der klar zur Braunkohle steht. Die WiL warnt vor einer Zerschlagung des Unternehmens, nur weil eine zwanghafte, imagepolierende Verringerung des CO2-Ausstoßes propagiert wird oder weil sich der Konzern an anderer Stelle übernommen hat“, so Borghorst.
Ihr Gesprächspartner für weitere Informationen ist: Dr. Hermann Borghorst, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Lausitz e.V.
Vattenfall PM 28.11.2012
Vattenfall definiert neue Nachhaltigkeitsziele
Im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung präsentierte Vattenfall heute seine neuen Nachhaltigkeitsziele. Eines der Ziele ist beispielsweise, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien bei Vattenfall über den Zuwachsraten des Marktes liegen soll. Die Ziele basieren auf den Direktiven des schwedischen Staates als Eigentümer von Vattenfall und orientieren sich an den 20/20/20-Zielen der EU.
Die Nachhaltigkeitsziele im Einzelnen:
Die Kohlendioxidemissionen von Vattenfall sollen bis zum Jahr 2020 auf 65 Millionen Tonnen reduziert werden (2010: 94 Mio. Tonnen).
Die Zuwachsrate bei den Erneuerbaren Energien soll höher ausfallen als die durchschnittlichen Wachstumsraten in denjenigen Ländern, in denen Vattenfall aktiv ist. Die Zuwachsraten werden jährlich gemessen.
Die Energieeffizienz soll sowohl intern als auch extern gesteigert werden. Messbare Ziele werden festgelegt, sobald die EU-Richtlinie für Energieeffizienz in nationale Ziele umgesetzt ist.
„Um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen werden wir die Zuwachsrate bei den Erneuerbaren Energien steigern. Damit der Energiemarkt auch international funktionieren kann, braucht es aber auch eine höhere Kapazität bei der Stromübertragung und mehr Stromtrassen. Je integrierter der Strommarkt ist, desto besser werden die Bedingungen für erneuerbare Energien“, betonte Øystein Løseth, CEO von Vattenfall.
Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Stefan Müller, Vattenfall GmbH, Head of Media Relations Germany