Rund um den Atommeiler Brokdorf laufen die Vorbereitungen für die Protest- und Kulturmeile am 21. April auf Hochtouren. Kurz vor dem 27. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl wollen die AtomkraftgegnerInnen in Schleswig-Holstein den Druck für die Abschaltung des AKW Brokdorf erhöhen. Auch in Bayern wird an diesem Tag demonstriert. Dort wird in Grafenrheinfeld der Atomausstieg gefordert (alle Infos auf www.anti-atom-demo.de) „Das AKW Brokdorf muss vom Netz – Keine Castortransporte nach Schleswig-Holstein“ weiterlesen
Monat: April 2013
Anti-Atom-Gruppen lehnen Kompromiss zum Endlagersuchgesetz ab
Auf einer Pressekonferenz in Hannover haben heute Anti-Atom-Organisationen den bisherigen Kompromiss für ein Endlagersuchgesetz abgelehnt. Das Hamburger Abendblatt fasst zusammen: „Der von Umweltminister Altmaier erzielte Kompromiss wird von Atomkraftgegnern abgelehnt. Sie fordern die niedersächsische Regierung auf, am Dienstag beim Spitzentreffen das geplante Gesetz abzulehnen.“ Die BI Lüchow Dannenberg, Greenpeace, ausgestrahlt informierten die Presse: „Hauptkritikpunkt ist, dass das Gesetz bereits vor der Sommerpause verabschiedet werden soll, noch bevor die ebenfalls vorgesehene Enquete-Kommission zur Standortsuche überhaupt Ergebnisse hat erarbeiten können“, so das Abendblatt.
Nicht nur in Morsleben, ASSE und Gorleben läuft mit der Entsorgung eigentlich alles schief. Überall in der Republik steht hochradioaktiver und noch mehr leicht- und mittelradioaktiver Atommüll herum: Und auch beim Schacht Konrad läuft nichts wie es soll: Atommüll-Lager im Schacht Konrad verzögert sich: Sicherheitsprobleme nehmen kein Ende
Siehe auch:
Nicht nur verstrahlt: Vattenfalls Kohlekraftwerke vergiften Umwelt und Menschen

Kohleverstromung schädigt nicht nur das Klima, sondern auch die Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Greenpeace. „Durch Deutschlands Kohlekraftwerke sterben statistisch gesehen rund 3.100 Menschen verfrüht. Sie verlieren zusammen rund 33.000 Lebensjahre. Das sagt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie aus, welche die Organisation am gestrigen Mittwoch unter dem Motto „Tod aus dem Schlot“ vorstellte“, schreiben die Klimaretter. Dort kann man sich ausführlicher über die Studie informieren.
Neben RWE richtet sich die Studie auch gegen Vattenfall, die über 80 Prozent ihres Stroms mit Braunkohle vor allem in der ostdeutschen Lausitz erzeugen. Vattenfall hat natürlich schon festgestellt, dass das Unsinn ist, was Greenpeace behauptet. Die Pressemitteilung gibt es hier. Selbstverständlich verfügt Vattenfall über die modernsten Kraftwerke, allesamt ordentlich saniert und mit allen Meßwerten bliebe man deutlich unter den Genehmigungsgrenzwerten. Greenpeace verfolge mit der Studie die klare „Absicht, den Energieträger Kohle zu diskreditieren und den Menschen Angst zu machen“, so Vattenfall.
Zur Kohleverstromung siehe auch hier: Klimakatastrophe in und aus Australien: Weltweit größte Kohleminen sollen erschlossen werden
und hier: Kolumbien: “Blutige Kohle” für deutschen Strom – Menschrechtsverletzungen und Umweltzerstörung
Weitere Hintergrundinfos bei Greenpeace: Hier die Übersichtsseite über die Studie und hier die Studien:
27.03.2013 Kohle-Gesundheitsreport
02.04.2013 Uni Stuttgart: Health Impacts of Coal Fired Power Stations in Germany
28.03.2013 Todesfälle durch Kohle
Uranfabriken URENCO: Tochterunternehmen ETC stoppt nach tötlichem Unfall Produktion
„Der Zentrifugen-Hersteller Enrichment Technology hat nach dem Tod von zwei Arbeitern die Produktion an mehreren Standorten gestoppt, darunter in Deutschland. Die beiden Arbeiter waren im niederländischen Almelo verunglückt. Die Nachricht bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwoch. Enrichment Technology beliefert seine Muttergesellschaften Areva und Urenco mit Maschinen zur Urananreicherung. Betroffen seien neben Deutschland auch Niederlassungen in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und den USA.“ Das berichtet die Berliner Morgenpost mit dem Datum 3. April. Heute haben die Initiativen aus dem Münsterland mit einer Pressemitteilung zu dem Unfall und den Folgen reagiert:
„Urenco-Tochter ETC stoppt nach tödlichem Unfall Produktion – auch Standorte Gronau und Jülich betroffen? Atomkraftgegner: viele offene Fragen nach Unfall
Nach dem tragischen Unfall, bei dem vergangene Woche zwei Mitarbeiter der Urenco-Tochter ETC (Enrichment Technology Company) in der Urananreicherungsanlage Almelo ums Leben kamen, hat die Zentrifugen-Firma ETC nach Informationen niederländischer Medien und der Nachrichtenagentur Reuters schon am Sonntag, 31. März, die Produktion an allen Firmenstandorten gestoppt. Zunächst hatten Firmensprecher Konsequenzen für andere Standorte noch ausgeschlossen. Betroffen von dem Produktionsstopp sind damit anscheinend auch die ETC-Standorte in der Urananreicherungsanlage Gronau sowie am Forschungszentrum Jülich.
Warum zieht ETC derart umfassende Konsequenzen? Liegt dem tödlichen Unfall ein tiefer gehendes Sicherheitsproblem bei ETC zugrunde? Gibt es Hinweise auf fahrlässiges Verhalten oder mangelnde Sicherheitsvorkehrungen, die auch an anderen Firmenstandorten zu Problemen führen könnten? Ist die Firmenmutter Urenco, auf deren Werksgelände die ETC in Almelo und Gronau tätig ist, in irgendeiner Weise betroffen oder involviert? Gab es beim firmeninternen oder externen Katastrophenschutz unerwartete Probleme? Warum wird die Öffentlichkeit nur bruchstückweise über die Vorgänge informiert? „All diese Fragen müssen nun auch von der Atomaufsicht in Düsseldorf eingehend in Zusammenarbeit mit den niederländischen Behörden geprüft werden. Die Untersuchungsergebnisse müssen dann öffentlich zugänglich gemacht werden – auch den betroffenen Kommunen an den Firmenstandorten – und in die laufende „Sicherheitsüberprüfung“ der Landesregierung mit einfließen,“ forderte Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und ergänzt: „Unsere Anteilnahme gehört den Familien der verstorbenen ETC-Mitarbeiter.“
ETC erforscht, entwickelt und produziert Gas-Zentrifugen für die Urananreicherung und realisiert im Auftrag von Urenco und Areva den Bau von Urananreicherungsanlagen. Die Firma gehört als Joint Venture zu je 50% den Atomunternehmen Urenco und Areva. Kürzlich hatte ETC aufgrund fehlender Aufträge u. a. in Gronau massive Entlassungen angekündigt.
Weitere Infos: www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.kein-castor-nach-ahaus.de, www.westcastor.de
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen – Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) – Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau – Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ Jülich
Siehe auch: Statt Atommüllentsorgung – Oberirdische Lagerung für radioaktives Uran völlig unbefristet!
Darüber, dass bei der URENCO in Gronau künftig Atommüll für 100 Jahre gelagert werden soll, berichtet auch die taz hier.
Atommüll-Lager im Schacht Konrad verzögert sich: Sicherheitsprobleme nehmen kein Ende

Die Inbetriebnahme des für die dauerhafte Lagerung von leicht- und mittelradioaktiven Atommüll vorgesehenen Schacht Konrad in Salzgitter wird sich offenbar weiter verzögern. Bei dem derzeit laufenden Vorbereitungen für die Einlagerung des Atommülls zeigen sich immer wieder große Probleme, die immer wieder zu Verzögerungen führten. Nachdem der Beginn für den Probebetrieb auf 2019 verschoben werden musste, ist nun ein Verzögerung von zwei weiteren Jahren bis zum Jahr 2021 wahrscheinlich. Das melden Medien mit Bezug auf Berichten von DPA und dem NDR. „Atommüll-Lager im Schacht Konrad verzögert sich: Sicherheitsprobleme nehmen kein Ende“ weiterlesen
