Vattenfall – Klimakatastrophe – Lausitz – Braunkohle – Linke – Menschenkette: Einladung zum Widerstand

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Am 23. August – mitmachen bei der Menschenkette in der Lausitz!

Die KollegInnen vom Schattenblick haben ein ausführliches und sehr informatives Interview mit dem BUND-Landesgeschäftführer Axel Kruschat auf ihrer Seite, das sich unbedingt zu lesen lohnt, wenn man über die Klimakatastrophen-Pläne von Vattenfall in der Lausitz und die politischen und rechtlichen Hintergründe zur dortigen Braunkohle-Politik mehr erfahren möchte.

In sachlicher Art und Weise geht Kruschat auf die unterschiedlichen Fragen zur künftigen Rolle von Vattenfall ein (Hinweise, dass der Konzern das Braunkohle-Geschäft in der Lausitz aufgibt). Ebenso zeigt er die Politik der Linken in Brandenburg auf, deren MinisterInnen kurz vor den im September anstehenden Landtagswahlen in der Regierung mit der SPD dem Braunkohleplan zugestimmt haben, der auch den Ausbau des Tagebaus in Welzow Süd II vorsieht.

Das ganze Interview findet sich hier: Schattenblick – Kohlepatt Brandenburg – Höchste Zeit …,  Axel Kruschat im Gespräch (SB) – Weichenstellung für die Zukunft – Plädoyer für ein Ausstiegsszenario

In jedem Fall: Am 23. August – mitmachen bei der Menschenkette in der Lausitz! Tschüss Vattenfall: Menschenkette und Camp in der Lausitz – Gegen Braunkohle und Klimakatastrophe

Das Bürgertum übt Stilkritik: Abendblatt über modische Abweichler im Bundestag

Laut Abendblatt: Stilblüte im Bundestag - Hubertus Zdebel
Laut Abendblatt: Stilblüte im Bundestag – Hubertus Zdebel

„Fällt auf: Hubertus Zdebel von den Linken“. So steht es unter einem Foto im Hamburger Abendblatt. Politik als Form und Abweichung von der Norm (nicht schlecht oder?). Das Hamburger Abendblatt weiß sich im Sommerloch zu beschäftigen. Jetzt sind es die „modischen Abweichler im Bundestag„. Vielleicht übt das Abendblatt sogar stille Kritik am Konformationszwang im Bundestag: „Parlamentarier scheinen sich auch optisch einem Fraktionszwang zu unterwerfen. Doch es gibt sie, die Politiker, die sich etwas trauen. Das kann allerdings auch gründlich schief gehen.“ Korrespondieren Form und Inhalt? Und darf man von Äußerlichkeiten auf innere Werte schließen, lieber „Totalreporter“ Frédéric Schwilden? Und ist hier wirklich ihr Foto bei Twitter? Wollen wir darüber reden? (*)

Hier zu sehen: Lange Haare und Zopf. Zdebel (Links - wo sonst) am AKW Brokdorf.
Hier zu sehen: Lange Haare und Zopf. Zdebel (Links – wo sonst) am AKW Brokdorf.

Weiß man nicht so genau. Was das Abendblatt aber offenbar in dösiger Sommerhitze völlig übersieht, ist die revolutionäre Aufhebung des Krawattenzwangs, bei dem dieser oben genannte Zdebel auch seinen Finger im Spiel hatte, um seinen Hals zu schützen. „Kleiderordnung: Bundestag schafft Krawattenzwang für Schriftführer ab„, titelte denn auch der Spiegel im Februar 2014 und berichtete: „Vor allem Linke und Grüne hatten zuletzt nur schwer Abgeordnete gefunden, die sich dem Krawattenzwang fügen wollten.“ Das ganze war perfide eingefädelt, wie n-tv schon im Dezember 2013 schrieb: Die Neulinge Alexander Neu und Hubertus Zdebel begrüßten ihre Fraktionskollegen nämlich mit einem ungewöhnlichen Brief. Sie freuen sich auf die Zusammenarbeit, schrieben die beiden. Und, dass sie im Bundestag keine Krawatten tragen wollen. Auch nicht, falls sie als Schriftführer eingeteilt werden sollten.“

(*) Der hier bloggende Schreiberling – das darf nicht unerwähnt bleiben – ist in seinem sonst sehr modisch geprägten zweiten Leben demnächst kurzhaariger wissenschaftlicher Mitarbeiter des langhaarigen und krawattenlosen Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel.

 

Uranbergbau in Tanzania und Bedrohung für Wildschutzgebiete und Menschen: Aktuelle Lage und Hintergründe

Uranbergbau bedroht eines der größten Wildschutzreservate in Tanzania.
Uranbergbau bedroht eines der größten Wildschutzreservate in Tanzania.

Uranabbau in Tanzania? Über die aktuelle Situation der Vorbereitungen für den geplanten Uranbergbau in dem ostafrikanischen Staat informiert das freie Radio Dreyeckland in einem Audio-Beitrag. Gesprächspartner ist Sigfried Schröder vom Büro der Rosa Luxemburg Stiftung in Dar es Salaam, der in dem 16 minütigen Interview ausführlich über die Interessen der Regierung berichtet, die sich durch den Uranbergbau steigende Steuereinnahmen erhofft. Fehlende staatliche Strukturen werden dort durch die Konzerne ergänzt oder ersetzt, so dass in vielen Fragen keine unabhängigen Informationen zugänglich sind oder Aufklärung über Probleme nicht geleistet wird. Besonders weit fortgeschritten ist ein Uran-Projekt im Selous Game Reserve im Südwesten des Landes, an einem der für die Wanderung der dort zahlreichen Elefanten wichtigen Pfad zu den angrenzenden Gebieten in Mozambique. Obwohl als Weltnaturerbe geschützt, erlaubte die UN – mit Auflagen – den künftigen Bergbau. Noch ist die Mkuju River Mine nicht in Betrieb…

Radio Dreyeckland bericht auf seiner Homepage: „Im September 2011 übergaben mehrere Nichtregierungsorganisationen, darunter das Uranium Network, der NABU und Rettet den Regenwald, der tansanischen Botschaft in Berlin 20.000 Unterschriften gegen den Abbau von Uran im ostafrikanischen Tansania.

Seither gingen die Probebohrungen in Tansania weiter, ein Urangebiet im Selous Game Reserve wurde von der UNESCO aus dem Status als Weltnaturerbe ausgenommen – auf Antrag der tansanischen Regierung. Die Schürfrechte zum Abbau der dortigen Uranvorkommen sind vergeben. Noch zögern die Minengesellschaften, unter anderem, weil der Preis für Uran gefallen ist.

In Bahi, einem Reisanbaugebiet in Tansania, wurden ebenfalls größere Uranvorkommen ausgemacht, die Probebohrungen sind bereits abgeschlossen. Indes gewinnt der Widerstand gegen den Abbau des Urans an Zeit und schaut auf die Gefahren.

Im Juni dieses Jahres legte das Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine 72-seitige Broschüre vor: „Uranium Mining – Impact on Health and Environment“. Der Broschüre ging eine Vernetzung tansanischer Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, kritischer JournalistInnen und verschiedener Antiatomgruppen afrikanischer Länder voraus.

Wie die Chancen einer Abwendung des Uranabbaus aussehen und welche Stolpersteine den GegnerInnen in den Weg gelegt werden, darüber sprachen wir mit Siegfried Schröder, dem Leiter des Regionalbüros der Rosa Luxemburg Stiftung aus Daressalam.“

HINWEIS: Woche der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Dar Es Salaam vom 19.9. bis 28.9.2014. Im Rahmen dieser Woche wird auch das Thema Tanzania und Uran auf dem Veranstaltungskalender stehen. U.a. wird in der Hauptkirche St. Petri eine Uranausstellung vom 22. – 27.9. gezeigt und am 22.9. mit einer gemeinsamen Veranstaltung von Rosa-Luxemburg-Stiftung, Robin Wood und der Kirche eröffnet

Hier ist der Link zur Info-Seite. Die Ausstellung über Uran in Tanzania und die Auswirkungen für Umwelt und Gesundheit ist hier auf umweltFAIRaendern zu sehen.

Vattenfall – Schon wieder wird Atomsparte neu geordnet

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Lustiges Hobby bei Vattenfall: Neu strukturieren – jetzt schon wieder die Atomsparte. Foto: Dirk Seifert

Es gibt wohl kaum ein Unternehmen, das sich derart oft neu strukturiert wie Vattenfall. Gefühlt – und das dürfte zumindest auch den KollegInnen in Deutschland so gehen – gibt es alle halbe Jahre eine neue Struktur-Erfindung aus dem Headquarter in Stockholm. Und das läuft schon seit vielen Jahren so. Höflich, aber innerlich bestenfalls kopfschüttelnd wird das bei den hiesigen Kollegen als „kulturelle Eigenart der Schweden“ zur Kenntnis genommen. Das leidende Stöhnen dazu wird besser unterdrückt. Nun wird erneut umstrukturiert, wieder einmal die Atomsparte. Das hat Vattenfall jetzt mitgeteilt.

Erst zum Jahreswechsel hat es eine große Revision gegeben: Der „kontinentale Teil samt Großbritannien“ wurde von der skandinavisch-schwedischen Mutter rechtlich abgetrennt und eigenständig als GmbH aufgestellt. Für viele ein Hinweis, dass der wirtschaftlich schwer angeschlagene Konzern seinen Ausstieg vom „Kontinent“ vorbereitet.

Außerdem hat Vattenfall damit seine Haftung für den Atombereich in Deutschland begrenzt. Sollte da beim Ausstieg oder einem Unfall was schiefgehen: Der Mutter-Konzern ist dann nicht mehr in der Haftung. Damit hat Vattenfall etwas rückgängig gemacht, was ein ehemaliger Frontmann und Merkel-Klima-Berater verbockt hatte. Der ehemalige Vattenfall-Chef Lars Göran Josefsson hatte nach der technischen und kommunikativen Katastrophe nach dem Trafobrand im AKW Krümmel im Sommer 2007 und dem parallelen Ausfall des AKW Brunsbüttel (bis zur endgültigen Stilllegung im Sommer 2011 nach Fukushima) nicht nur Millionenschäden zu verantworten. Seine danach einsetzenden Maßnahmen zur erneuten Neu-Strukturierung übersahen eine Kleinigkeit, die den schwedischen Eigentümer heftig nervten: Bei der Integration von Vattenfall Deutschland in die schwedische Konzern-Struktur übersah Josefsson, dass damit der Mutter-Konzern auch komplett in die Haftungspflichten für die Atommeiler eingebunden wurde. U.a. dieser „kleine“ Fehler trug dazu bei, dass Josefsson später seinen Hut nehmen musste. Mit der Umstrukturierung des Konzerns zum Jahreswechsel 2013 wurde auch dieses „Missverständnis“ korrigiert.

Na gut; ist Geschichte. Nun also wieder was Neues bei Vattenfall in der Atomsparte. Hier die PM des Konzerns:

„Vattenfall ordnet Kernkraftsparte neu

Vattenfall wird Kernkraftsparte an die Anforderungen der Stilllegungs- und Abbauprozesse im Bereich Kernkraft anpassen.

Vattenfall hat beschlossen, seine Kernkraftsparte in Deutschland neu zu strukturieren und so seine Organisation an die Anforderungen der Stilllegungs- und Abbauprozesse im Bereich Kernkraft anzupassen. Die bisherigen Nuklearaktivitäten in den Organisationseinheiten Nuclear und Projects werden zu einer Einheit, der Project Organisation Nuclear, zusammengefasst. Damit sollen sämtliche Aktivitäten besser verzahnt, Prozessabläufe vereinfacht und so die Effizienz gesteigert werden.

Neuer technischer Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH (VE-NE) wird Dr. Ingo Neuhaus, bisher Leiter der Rückbauplanung bei Vattenfall. Der bisherige technische VE-NE-Geschäftsführer Ernst Michael Züfle wird für den Leiter der Regionaleinheit Kontinentaleuropa/Großbritannien beratende Aufgaben wahrnehmen. Die kaufmännische Geschäftsführung der VE-NE wird künftig Dr. Axel Cunow übernehmen, sein Vorgänger Rainer Weiß widmet sich seinen Aufgaben als Leiter der Finance Services der Regionaleinheit Kontinentaleuropa/Großbritannien. Pieter Wasmuth bleibt VE-NE Geschäftsführer für Kommunikation. Der Wechsel in der Geschäftsführung und die neue Organisationsstruktur gelten zum 01.08.2014.“

Link zur Pressemitteilung:

http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=571859

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