Vor Reportern wird gewarnt – Atomtransporte auf Passagierfähren zwischen Rostock und Trelleborg

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Protest gegen Atomtransporte mit der Stena Line in Kiel. Foto: Anti-Atom-Camp

Die Panaroma-Redaktion des NDR berichtet aktuell über Atomtransporte zwischen Schweden und Deutschland auf der Fährverbindung Rostock – Trelleborg. Auch über diese Linie finden zahlreiche Atomtransporte statt – im Unterdeck der Passagierfähren! „Seit 2009 hat das Bundesamt für Strahlenschutz 70 Transporte von Uranhexafluorid auf Fähren genehmigt. Dieser Stoff ist eine äußerst giftige, radioaktive und korrosive Verbindung aus Uran und Fluor, die in der Uran-Anreicherung eingesetzt wird“, meldet Panorama. Im weiteren Bericht wird ein Insider zitiert, der vom Umgang der Stena Line mit dem Thema und den Risiken informiert.

Anfragen für eine Drehgenehmigung wurden abgelehnt. Schlimmer noch, die Linie warnte direkt vor den Journalisten: „Diesmal bitten wir ganz offiziell um eine Drehgenehmigung. Doch die wird abgelehnt. Wir finden heraus: Die Verantwortlichen warnen sogar intern vor unseren Reportern. Per Mail und Aushang werden Stena-Line-Mitarbeiter angewiesen, nun besonders wachsam zu sein. Darin heißt es: „Bitte erlauben Sie niemandem, während des Ladevorgangs oder der Überfahrt in die Nähe dieser Transporte zu kommen. Bitte achten Sie auf Menschen, die Passagiere filmen oder interviewen.““

Weiter schreiben die AutorInnen Alexa Höber & Ingo Thöne: „Wie in einem Fahndungsaufruf werden die Namen unserer Reporter genannt und auch ein Foto veröffentlicht. Auf unsere schriftliche Nachfrage, warum das Unternehmen per Steckbrief vor unseren Reportern warnt, erhalten wir keine Antwort. Doch der Insider vermutet: „Stena Line ist sich sehr bewusst, dass die Atomproblematik ein heißes Eisen ist. Dass sie in der Gesellschaft stark unter Druck stehen könnten, wenn das öffentlich wird – und damit auch Kunden verlieren. Insofern haben sie ein großes Interesse, dass dies nicht an die Öffentlichkeit gerät.““

Panorama wird heute Abend über diesen Vorgang berichten. UmweltFAIRaendern hatte im März 2014 über die Atomtransporte mit den Passagierfähren über die Stena Line geschrieben. Die Grünen in Rostock hatten ein Ende der dortigen Atomtransporte gefordert, nachdem in Hamburg bei Kontrollen immer wieder Sicherheitsmängel bis hin zu befristeten Beförderungsverboten ausgesprochen worden waren.

Unter dem Link zu dem Beitrag befindet sich auch ein Video über diese Atomtransporte durch Rostock und über die Fähren, gemacht von örtlichen Anti-Atom-Initiativen.

Proteste gegen Atomtransporte mit der Stena Line gab es jüngst auch in Kiel. Das dortige Anti-Atom-Camp verteilte u.a. Flyer an die Passagiere mit dem Titel: „Stena Line – Das Strahlungsrisiko fährt mit“ – in deutsch und schwedisch!

Namibia – Hamburg – Narbonne: Eine strahlende Nuklear-Reise der Umweltzerstörung

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51 Container mit Uran auf der Bahn bei Hamburg.

Während der Atomzug mit 51 strahlenden Uran-Containern von Hamburg aus quer durch die Republik rollt, berichten die Medien über die Ereignisse: Über die Aktion heute morgen, bei der AtomkraftgegnerInnen den Zug vorerst im Hamburger Hafen stoppten, um Falschmeldungen des Hamburger Senats und über das Ziel des Atomtransports, der mit Uran aus Namibia, Kasachstan und Usbekistan unterwegs nach Südfrankreich ist. Aus dem Uran werden Brennelemente für Atomkraftwerk entstehen. Danach ist es dann hochradioaktiver Strahlenschrott. Nur am Rande wird davon gesprochen, unter welchen katastrophalen Bedingungen das Uran aus der Erde geholt wird – z.B. in Namibia.

Warum das Uran in der Erde bleiben muss? Darüber berichtet umweltFAIRaendern u.a. hier:
Atomtransporte Hamburg: Dreckiges Namibia-Uran auf dem Weg zu hochradioaktivem Atommüll

Über die Dinge von heute kann man hier lesen und hören:
Die Bild schreibt „Anti-Atom-Aktivisten stoppen Uran-Zug„,  das Bonner Magazin rhein:raum informiert: „Wieder Atomtransport erwartet„. Bei der Mopo: „Anti-Atom-Aktivisten ketten sich an Gleise – Zug gestoppt„, das Greenpeace-Magazin stellt fest: „Atomkraftgegner blockieren Uranzug in Hamburg„. Der Deutschlandfunk informiert in der Reihe „Umwelt und Verbraucher“ kurioserweise über „Ausschreitungen bei Atomtransport in Hamburg“ (Audio-Link). Die Taz berichtet: „Täglich rollt der Kernbrennstoff“ mit vielen Zahlen über Atomtransporte, das Neue Deutschland schreibt über:“Uranpulver per Schiff und Zug“ und Hubertus Zdebel von der Links-Fraktion stellt fest: „Nach Aktion gegen Atomtransport in Hamburg: 50 Container mit radioaktivem Uran sollen quer durch Deutschland nach Südfrankreich“ Außerdem haben auch viele TV-Sender, wie z.B. RTL über die Aktion (danke Udo!) von heute berichtet.


 

Atomzug ist unterwegs Richtung NRW und Frankreich

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Atomzug mit 51 Uran-Containern rollt Richtung NRW nach Südfrankreich. Foto: Pay Numrich

Der Atomzug mit nun insgesamt offenbar 51 Containern voller Uran ist auf direktem Weg Richtung Südfrankreich – ohne den sonst üblichen Halt am Rangierbahnhof in Hamburg-Maschen. Die Innenbehörde in Hamburg soll dem vernehmen nach bestätigten, dass das Uranerzkonzentrat, aus dem Brennelemente für Atomkraftwerke hergestellt werden sollen, nicht mehr auf Hamburger Gebiet ist.

Vermutlich geht es von Hamburg über Bremen, Osnabrück, Münster, Köln, Bonn und weiter die Mosel entlang nun weiter Richtung Südfrankreich.

Was bisher geschah:

Atomtransporte Hamburg: Aktion gegen Uran-Container beendet

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Atomzug mit Uran-Containern: Aktion ist beendet. Foto: Pay Numrich

Die Aktion gegen den Atomtransport aus Hamburg mit 50 Container voller Uranzerkonzentrat (Yellow Cake) ist beendet. Heute Morgen gegen sieben Uhr hatten sich AktivistInnen vor und hinter dem Zug mit Rohren unter der Schiene angekettet. Nachdem die Polizei zunächst hinter dem Zug per Flex die AktivstInnen von der Schiene holten und 13 der 50 Container wieder zurück auf den Südwest-Terminal transportierten, sind gegen 11.30 Uhr auch die AktivistInnen vor dem Zug geräumt worden.

Der Atomzug wird voraussichtlich dann im Laufe des Tages zunächst zum Rangierbahnhof nach Hamburg-Maschen rollen. Dort wird er einige Zeit bleiben, um die Behälter in einen Regel-Güterzug zu sortieren. Vermutlich gegen Mitternacht könnte er dann über Niedersachsen und Bremen sowie NRW und Rheinland Pfalz Richtung Südfrankreich weiterfahren – wenn nichts dazwischen kommt.

Hamburg ist internationale Drehscheibe im Urangeschäft. Über 180 Atomtransporte gingen in 2013 über Hamburg, der größte Teil davon über den Hafen. Dabei kommt es immer wieder zu Beanstandungen und auch Beförderungsverboten. AtomkraftgegnerInnen fordern deshalb, dass der Hamburger Senat endlich für ein Verbot der Atomtransporte im Hafen sorgt.

Mehr Informationen auf umweltFAIRaendern.de über Atomtransporte und:

Angekettet: Atomtransport in Hamburg durch Aktion gestoppt

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Angekettet vor dem Atomtransport mit Uran-Kontainern. Foto: Pay Numrich

Blockade_Urantransport_Hamburg-5Ein Atomtransport mit 50 strahlenden Uran-Containern ist heute morgen kurz nach sieben Uhr von AtomkraftgegnerInnen am Güterbahnhof Hamburg-Süd (erreichbar über die S-Bahn Veddel) an der Abfahrt gehindert worden. Vor und hinter dem Zug haben sich AktivistInnen angekettet. Seit Tagen wird über die Atomtransporte mit dem Uran aus Namibia und Kasachstan Blockade_Urantransport_Hamburg-4berichtet. Zu diesen 36 Containern sind nun – wie schon gestern berichtet weitere 14 mit Uranzerzkonzentrat – so genanntem Yellow Cake – hinzubekommen. Die Herkunft soll Usbekistan sein. Außerdem hatte sich durch Beobachtungen der AktivistInnen herausgestellt, dass der Hamburger Senat jüngst über einen der letzten Atomtransporte falsch informiert hatte. (Pressekontakt und Info der AktivistInnen siehe unten!)

* alle Fotos auf dieser Seite: Pay Numrich / feinfrisch.net. Die Fotos sind hier als Zip-Datei (nur mit Zustimmung des Urhebers verwenden)

Der NDR berichtet über die Aktion hier. :“Um kurz nach 7 Uhr hatten sich drei Atomkraftgegner mithilfe einer Rohrkonstruktion, die unter den Gleisen verläuft, vor und hinter dem Zug angekettet. Seitdem stehen die Waggons mit mehr als 50 Containern Uranerzkonzentrat am Güterbahnhof Hamburg-Süd auf der Veddel. Mit der Aktion wollen die Aktivisten darauf aufmerksam machen, dass fast täglich radioaktives Material über den Hamburger Hafen transportiert wird.“

Blockade_Urantransport_Hamburg-2Die PM der AktivistInnen als Dokumentation:

„Hamburg: Ankettaktion stoppt Uranzug

Aktivist_innen haben in den frühen Morgenstunden einen Zug mit mehr als
50 Containern Uranerzkonzentrat gestoppt. Am Güterbahnhof Hamburg-Süd ketteten sich Personen vor und hinter dem Zug an. Über den Umschlag der Uranerzkonzentrat-Container durch die Firma C. Steinweg am Süd-West-Terminal hatte es zuletzt Diskussionen gegeben, die Bürgerschaft hatte falsche Auskünfte dazu gegeben und das Uran stand einen Monat lang im Hamburger Hafen.

Das Uran stammt aus Namibia, Kasachstan und Usbekistan. Dort wird der Brennstoff für Atomkraftwerke unter Verursachung großer Umweltschäden abgebaut. Für eine Tonne Uran müssen bis zu 100.000 Tonnen Gestein abgebaut werden, die Reste strahlen radioaktiv und der Staub wird von Menschen eingeatmet, gravierende Krankheiten sind die Folge. Der große Wasserverbrauch in trinkwasserarmen Regionen führt zudem zur Absenkung des Grundwasserspiegels. „Schon der Abbau von Uran verursacht so viel Schäden, dass allein deshalb die Atomkraft abgelehnt werden muss. Um darauf aufmerksam zu machen, blockieren wir genau diesen Zug am Anfang der Atomspirale.“, erklärt Johannes die Aktion.

Angeliefert wurde ein Großteil des Uranerzkonzentrat mit der „Sheksna“
und der „Green Mountain“ über das Süd-West-Terminal in der vergangenen Woche. Bestimmt ist das auch als „Yellow Cake“ bekannte Material für die Konversionsanlage in Malvesi (nahe Narbonne in Frankreich). In weiteren Schritten werden daraus Brennelemente für Atomkraftwerke in aller Welt produziert.

Die ebenfalls beteiligte Aktivistin Hanna führt aus: „Wir blockieren Atomtransporte, weil sie die Archillesferse der Atomindustrie sind. Wir wollen die Stilllegung aller Atomanlagen weltweit und sofort. Außerdem kämpfen wir für eine Welt, in dem eine solche menschenverachtende Technologie überhaupt nicht möglich ist.“

Erst am Wochenende war ein Camp gegen Atomtransporte am Nord-Ostsee-Kanal zu Ende gegangen.

Pressekontakt vor Ort: 0175 9767027″

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