Die Anti-Atom-Initiative Brokdorf-Akut hat am Samstag in einer Pressemitteilung zu möglichen Castortransporten aus Sellafield und La Hague in das AKW Brunsbüttel Stellung genommen. Dieser Atommüll war eigentlich für das Zwischenlager in Gorleben vorgesehen. Schleswig-Holsteins grüner Energieminister Robert Habeck hatte im Zuge der Parteiengespräche über einen Kompromiss zur Endlagersuche vorgeschlagen, dass dieser Atommüll als „Lastenausgleich“ in dem stillgelegten Atommeiler an der Elbe zwischengelagert werden könnte. So könnten weitere Castortransporte nach Gorleben vermieden werden. „Brokdorf-Akut: Erst AKWs abschalten – dann über Castor reden“ weiterlesen
Schlagwort: E.on
Rekommunalisierung: Die Tricks der großen Stromkonzerne

Mit allen Tricks versuchen die vier großen Stromkonzerne die Rekommunalisierung von Stromnetzen, Fernwärme oder Gas zu hintertreiben. Darüber berichtet der Spiegel in seiner Online-Ausgabe. Natürlich wird auch Vattenfall ausdrücklich genannt: Mit völlig überzogenen Preisen, die die Unternehmen öffentlich nennen, versuchen sie, Kommunen und Bürger vor dem Schritt einer Rekommunalisierung abzuschrecken.
Als Beispiel führt der Spiegel die Preisdebatte in Hamburg und Berlin an, wo zwei Bürgerbündnisse die Rekommunalisierung fordern. In Berlin läuft derzeit das Volksbegehren und in Hamburg ist klar, dass es am 22. September zum Volksentscheid kommt. „Am Beispiel Berlin zeigt sich, wie weit die Preisvorstellungen zum Teil auseinandergehen: Die dortige Rückkauf-Initiative geht von einem Preis von 400 Millionen Euro aus, Gegner hantieren mit einer Summe von einer Milliarde Euro. Selbst in Hamburg, wo die Stadt Vattenfall im Frühjahr 2012 für 544 Millionen Euro 25,1 Prozent an der Netzgesellschaft abgekauft hat, steht der Preis nicht fest – Befürworter der vollständigen Übernahme setzen weniger als zwei Milliarden Euro an, Gegner kalkulieren mit bis zu 2,5 Milliarden Euro.“
In Hamburg bekommt Vattenfall auch die Unterstützung der SPD, der CDU und der FDP, um vor den angeblich nicht bezahlbaren Kosten zu warnen.
Außerdem versuchen die Unternehmen auch davon abzulenken, dass die Netzübernahme für Kommunen ein sicheres Geschäft sind, weil es klar kalkulierbare Gewinne gibt. Nicht nur beim Gas- und Stromnetz. In Hamburg steht obendrein auch die Fernwärme auf der Rekommunalisierungsliste. Obwohl Vattenfall die Gewinne in seiner Konzernstruktur gut versteckt, haben vor einigen Jahren Prüfungen gezeigt, dass möglicherweise bis zu 60 Millionen Euro mit der Fernwärme in Hamburg pro Jahr verdient werden kann. Kein Wunder, wenn Vattenfall, E.on und andere mit allen Tricks versuchen, die Rekommunalisierung zu verhindern.
Darüber berichtete umweltFAIRaendern bereits hier: Geheim: Vattenfalls Millionengewinne mit dem Fernwärmegeschäft in Hamburg und Vollständige Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg ist machbar
Der Berliner Energietisch, derzeit mit dem Volksbegehren beschäftigt, kommentiert den Spiegel-Artikel heute mit einer Pressemitteilung:
„So tricksen Vattenfall und Co. um die Stromnetze zu behalten – Wuppertal Institut legt Studie vor
Das Wuppertal Institut legt heute seine im Auftrag der grünen Bundestagsfraktion erstellte Kurzstudie zu auslaufenden Konzessionsverträgen für Stromnetze vor. Darin werden die verschiedenen Methoden der Netzbetreiber beschrieben, wie eine Rekommunalisierung verhindert werden soll.
Als schlechtes Beispiel wird auch explizit Vattenfall genannt. Der schwedische Konzern wird sowohl in Hamburg als auch in Berlin für seine überzogenen Kaufpreisforderungen als auch für die verzögerte Herausgabe von Netzdaten gerügt.
„Drohkulissen, überzogener Kaufpreis aber auch Großflächenplakate und Sponsoring: viele der aufgeführten Methoden sind uns auch in Berlin durch Vattenfall vertraut. Dem setzen wir Konzepte, Transparenz und viel Engagement entgegen. Dies kommt auch bei den Berlinerinnen und Berliner ehrlicher an“, erklärt Stefan Taschner, Sprecher des Berliner Energietisches.
Das Volksbegehren des Berliner Energietisches sieht die Rekommunalisierung der Stromnetze und die Gründung eines berlineigenen Stadtwerkes vor. Bis zum 10. Juni muss das Bündnis aus über 50 Organisationen 200.000 Unterschriften sammeln, damit die Berlinerinnen und Berliner zur Bundestagswahl über die zukünftige Energieversorgung ihrer Stadt in einem Volksentscheid abstimmen können.
Wuppertal Institut: Kurzstudie zu auslaufenden Konzessionsverträgen für Stromnetze http://www.spiegel.de/media/0,4906,31132,00.pdf
Kontakt: Dr. Stefan Taschner“
Das AKW Brokdorf muss vom Netz – Keine Castortransporte nach Schleswig-Holstein
Rund um den Atommeiler Brokdorf laufen die Vorbereitungen für die Protest- und Kulturmeile am 21. April auf Hochtouren. Kurz vor dem 27. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl wollen die AtomkraftgegnerInnen in Schleswig-Holstein den Druck für die Abschaltung des AKW Brokdorf erhöhen. Auch in Bayern wird an diesem Tag demonstriert. Dort wird in Grafenrheinfeld der Atomausstieg gefordert (alle Infos auf www.anti-atom-demo.de) „Das AKW Brokdorf muss vom Netz – Keine Castortransporte nach Schleswig-Holstein“ weiterlesen
Anti-Atom-Gruppen lehnen Kompromiss zum Endlagersuchgesetz ab
Auf einer Pressekonferenz in Hannover haben heute Anti-Atom-Organisationen den bisherigen Kompromiss für ein Endlagersuchgesetz abgelehnt. Das Hamburger Abendblatt fasst zusammen: „Der von Umweltminister Altmaier erzielte Kompromiss wird von Atomkraftgegnern abgelehnt. Sie fordern die niedersächsische Regierung auf, am Dienstag beim Spitzentreffen das geplante Gesetz abzulehnen.“ Die BI Lüchow Dannenberg, Greenpeace, ausgestrahlt informierten die Presse: „Hauptkritikpunkt ist, dass das Gesetz bereits vor der Sommerpause verabschiedet werden soll, noch bevor die ebenfalls vorgesehene Enquete-Kommission zur Standortsuche überhaupt Ergebnisse hat erarbeiten können“, so das Abendblatt.
Nicht nur in Morsleben, ASSE und Gorleben läuft mit der Entsorgung eigentlich alles schief. Überall in der Republik steht hochradioaktiver und noch mehr leicht- und mittelradioaktiver Atommüll herum: Und auch beim Schacht Konrad läuft nichts wie es soll: Atommüll-Lager im Schacht Konrad verzögert sich: Sicherheitsprobleme nehmen kein Ende
Siehe auch:
Nicht nur verstrahlt: Vattenfalls Kohlekraftwerke vergiften Umwelt und Menschen

Kohleverstromung schädigt nicht nur das Klima, sondern auch die Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Greenpeace. „Durch Deutschlands Kohlekraftwerke sterben statistisch gesehen rund 3.100 Menschen verfrüht. Sie verlieren zusammen rund 33.000 Lebensjahre. Das sagt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie aus, welche die Organisation am gestrigen Mittwoch unter dem Motto „Tod aus dem Schlot“ vorstellte“, schreiben die Klimaretter. Dort kann man sich ausführlicher über die Studie informieren.
Neben RWE richtet sich die Studie auch gegen Vattenfall, die über 80 Prozent ihres Stroms mit Braunkohle vor allem in der ostdeutschen Lausitz erzeugen. Vattenfall hat natürlich schon festgestellt, dass das Unsinn ist, was Greenpeace behauptet. Die Pressemitteilung gibt es hier. Selbstverständlich verfügt Vattenfall über die modernsten Kraftwerke, allesamt ordentlich saniert und mit allen Meßwerten bliebe man deutlich unter den Genehmigungsgrenzwerten. Greenpeace verfolge mit der Studie die klare „Absicht, den Energieträger Kohle zu diskreditieren und den Menschen Angst zu machen“, so Vattenfall.
Zur Kohleverstromung siehe auch hier: Klimakatastrophe in und aus Australien: Weltweit größte Kohleminen sollen erschlossen werden
und hier: Kolumbien: “Blutige Kohle” für deutschen Strom – Menschrechtsverletzungen und Umweltzerstörung
Weitere Hintergrundinfos bei Greenpeace: Hier die Übersichtsseite über die Studie und hier die Studien:
27.03.2013 Kohle-Gesundheitsreport
02.04.2013 Uni Stuttgart: Health Impacts of Coal Fired Power Stations in Germany
28.03.2013 Todesfälle durch Kohle
