Atomkonzerne und kein Konsens: „Wir zahlen nicht“

atommüllfassOffenbar hatte Bundesumweltminister Altmaier bei seinem Gespräch mit den Atomkonzernen über Konsens, Endlagersuche und Atommülllagerung keinen wirklichen Spaß. RP-Online meldet, was im Grunde schon vorher klar war: „Die vier großen Energiekonzerne Eon, RWE, Energie Baden-Württemberg (EnBW) und Vattenfall lehnen es ab, zusätzliche Kosten für ein Atommüll-Zwischenlager zu übernehmen, das nicht in Gorleben sein wird. Dort sei man der Verpflichtung, die technischen Voraussetzungen für ein Zwischenlager zu schaffen, bereits nachgekommen, hieß es aus Unternehmenskreisen nach einem Spitzengespräch der Konzernchefs gestern mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). Wenn Bund und Länder nun aus politischen Gründen Gorleben als Zwischenlager ausschlössen, sei die Finanzierung eines alternativen Zwischenlagers eine vom Staat zu finanzierende „gesellschaftliche Aufgabe“, so die Manager.“

Ohne die Zustimmung der Atomkonzerne dürfte das gesamte weitere Verfahren erhebliche Probleme bekommen. Niedersachsens Zustimmung zum Endlagersuchgesetz hängt an der Zusage, dass es keine weiteren Atomtransporte aus der Wiederaufarbeitung nach Gorleben geben darf. Wohin der Atommüll dann aber soll, ist offen. Lediglich Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg haben unter Bedingungen erklärt, den Atommüll ggfls. aufzunehmen. Doch: Die Atommüll-Standortlager an den AKWs gehören den Atomkonzernen und sind auf die Aufnahme des vor Ort erzeugten Atommülls beschränkt. Es braucht also neue Genehmigungen, die die Atomunternehmen beantragen müssten. Ob der Bund per Gesetz die Unternehmen dazu zwingen kann, ist derzeit unklar.

Auf weitere kostenrelevante Probleme verweist die Süddeutsche Zeitung: „Das andere (Problem) sind die Betreiber selbst, also RWE, Eon, Vattenfall und EnBW. Sie müssten für die Zwischenlager Castor-Genehmigungen beantragen. Der Anreiz dazu ist gering, denn die Konzerne tragen das volle Risiko: Eine Genehmigung werden sie nur unter Auflagen erhalten. Beispiel Sicherheit: Ist ein Castor beschädigt, muss er auch am Standort repariert werden – ein Transport zu Vorrichtungen in Gorleben käme für den strahlenden Container wohl kaum infrage.

Die Lösung wäre eine „heiße Zelle“ an jedem AKW-Lager, das einige der 26 Castoren übernimmt. Nur kostet jede einzelne Zelle hohe zweistellige Millionenbeträge. Warum die Betreiberfirmen, die eine gültige Genehmigung für die Transporte nach Gorleben schon lange besitzen, freiwillig diese Millionen zahlen sollten, ist bisher Altmaiers Geheimnis.“

Damit nicht genug: In Schleswig-Holstein hat die Landesregierung als eine Bedingung für die Aufnahme von Atommüll z.B. am AKW Brunsbüttel verlangt: „Die Kosten für die Endlagersuche dürfen nicht den Bürgerinnen und Bürgern oder dem Staat aufgelastet werden. Es muss das Verursacherprinzip greifen, d.h. die Kosten für die Endlagersuche müssen von den AKW-Betreibern getragen werden.“ (siehe hier PDF, Bedingung 3).

Das gilt insbesondere auch für die Kosten, die auf Vattenfall und Co bei einer eventuellen Zwischenlagerung des Atommülls z.B. in Brunsbüttel zukommen würden. Da steht also noch eine Menge Ärger ins Haus. Setzen sich Landes- und Bundesregierung nicht durch, droht am Ende, dass die SteuerzahlerInnen und nicht die Atomkonzerne den ganzen Verschiebe-Bahnhof bezahlen müssen.

Siehe auch: Riskantes Spiel: Endlager-Deal braucht Zustimmung durch Atomkonzerne

Mehr Konsens bei Atommülllager in Schleswig-Holstein: CDU, ein paar Piraten, Grüne, SPD und SSW kommen sich näher

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Mehr Konsens bei Atommülllager in Schleswig-Holstein: CDU, ein paar Piraten, Grüne, SPD und SSW kommen sich näher

Radioaktiv-10.jpg„Die schleswig-holsteinische Landespolitik hat sich mit großer Mehrheit bereit erklärt, Castoren mit Atommüll auf dem Gelände des AKW Brunsbüttel zwischenzulagern – allerdings unter strengen Auflagen. Nach dreistündiger Debatte am Vormittag und Verhandlungen hinter den Kulissen haben Regierungsfraktionen, CDU und zwei Piraten am Abend ein entsprechendes Positionspapier verabschiedet. Kernpunkt: Schleswig-Holstein steht zu seiner „Mitverantwortung“ für den deutschen Atommüll. Aber: Auch andere Bundesländer müssen mithelfen. FDP und die meisten Piraten enthielten sich.“ Das vermeldet das Landesportal über die gestrige Abstimmung im Landtag von Schleswig-Holstein. Der mit Mehrheit beschlossene Antrag steht hier zum download bereit (PDF)

 

Historische Endlagersuche – Gesetzentwurf und Zeitplan

ESG-facebook-shareAlle reden vom Endlagersuchgesetz und wie toll das alles ist, so mit totalem Konsens und richtig historisch und so. Und damit nun alle mal ordentlich mitreden können, weil ja totale Transparenz herrschen soll:

Hier der Gesetzentwurf zur Endlagersuche als PDF.

Hier der Zeitplan, mit dem das Gesetz beschlossen werden soll (PDF) „Historische Endlagersuche – Gesetzentwurf und Zeitplan“ weiterlesen

ROBIN WOOD zu Endlagersuche und Atommüll-Schiebereien

Logo-robinwood-gwROBIN WOOD-Pressemitteilung:  „Fehler aus Gorleben nicht wiederholen – ROBIN WOOD kritisiert Atommüll-Verschieberei / Öffentlichkeit muss an Entscheidungen zur Atommüll-Lagerung beteiligt werden.

ROBIN WOOD fordert die verantwortlichen Politiker in Bund und Ländern auf, vor Entscheidungen zur Atommüll-Lagerung endlich die Öffentlichkeit umfassend zu beteiligen und nicht durch Entscheidungen von oben sowie unnötigen Termindruck neue Konflikte zu erzeugen. Einen gesellschaftlichen Konsens kann es nur auf Basis eines sofortigen Atomausstiegs und unter umfassender Beteiligung aller Betroffenen geben.

Das zeigt sich nicht nur in Gorleben, sondern jetzt auch bei der Debatte um den Atommüll aus der sogenannten Wiederaufarbeitung.

Die aktuelle Auseinandersetzung darüber, wo 26 CASTOR-Behälter mit hochradioaktivem Müll aus den Plutoniumfabriken Sellafield und La Hague gelagert werden sollen, legt die ganze Atommüll-Misere offen: In den noch laufenden Atomanlagen wird täglich neuer Atommüll erzeugt, dabei weiß schon heute niemand mehr, wo und wie der vorhandene Atommüll sicher gelagert werden kann.

„Wer einen wirklichen Neuanfang in der Endlagersuche will, sollte nicht die Fehler von Gorleben alle wiederholen. Die BürgerInnen müssen bei allen Fragen der Suche um die Endlagerung des Atommülls von Anfang an einbezogen werden. Erst danach können Entscheidungen getroffen werden.

Das gilt auf Bundesebene, wie auch auf Länderebene. Wer das ignoriert, erzeugt keinen Konsens, sondern nur neue Auseinandersetzungen. Es ist kein Wunder, wenn die Menschen befürchten, dass aus den Zwischenlagern an den AKW-Standorten Endlager werden“, so Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD.“

* * * * * * * * * * * * * * * * Veranstaltungs-Hinweis: Am Sonntag, den 21. April, wird an den Atomkraftwerken in Brokdorf und Grafenrheinfeld für den Atomausstieg protestiert. ROBIN WOOD unterstützt diese Demonstrationen. Bei der Protest- und Kulturmeile am AKW Brokdorf wird ROBIN WOOD mit einem Infostand dabei sein und ein Schnupper-Klettern anbieten. Beginn der Aktionen in Brokdorf ist um 5 vor 12 Uhr.  * * * * * * * * * * * * * * * *

Weitere Infos: www.robinwood.de/energie

Für Endlager-Löser, Helden, historische Momente und überhaupt – Keine Atempause…..

Für all die, die Lösungen voran bringen, wo andere nur scheitern: Ein Jahr – es geht voran….

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