Rohstoff Uran – Konflikte und Verträge: Niger und AREVA einigen sich

Uranmine der AREVA  bei Arlit im Niger. Foto: Davin Francois
Uranmine der AREVA bei Arlit im Niger. Foto: Davin Francois

Der französische Atomkonzern AREVA und die Regierung des Niger haben sich in Sachen Uranbergbau auf einen neuen Vertrag geeinigt. Nigers Exporte bestehen zu über 70 Prozent aus Uran. „Areva wiederum, der drittgrösste Nuklearkonzern weltweit, baut seit mehr als 40 Jahren in dem Sahelstaat Uran ab und bezieht 35% seines Rohstoffs aus Niger. Das Unternehmen betreibt bei Arlit, 900 km nordöstlich von der Hauptstadt Niamey, zwei Minen“, berichtet die NZZ und die taz hält fest:“ Beide Seiten betonten am Montag in Nigers Hauptstadt Niamey, es handle sich um einen „ausgewogenen“ Vertrag.“

Demnach gelten für „Areva erstmals die Bestimmungen des nigrischen Bergbaugesetzes, wodurch sich die Abgaben und Steuern an den nigrischen Staat im Wert von bisher 5,5% der Förderung auf 12% mehr als verdoppeln“ (NZZ). Den Medienberichten zu Folge wird AREVA außerdem 100 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur investieren, vor allem „zum Bau einer 220 km langen Strasse von Agadez nach Arlit.“ (NZZ)

Bei der Deutschen Welle ist zu lesen: „“Nach monatelangen Diskussionen haben wir uns geeinigt“, sagte Nigers Minister für Bergbau und industrielle Entwicklung, Omar Hamidou Tchiana, in einer Pressekonferenz. „Mit dem Ergebnis ist jede Seite zufrieden.“ Jetzt werde ein neues Kapitel in der Geschichte des Uran-Abbaus im Niger aufgeschlagen, betonte Luc Oursel, Vorstandsvorsitzender von Areva.“

Außerdem schreibt die DW: „Der Areva-Chef Luc Oursel sagte laut der Agentur AFP am Montag in Niamey, man anerkenne die Ansprüche der nigrischen Regierung auf eine Erhöhung der Einnahmen. Die Aufstockung der Abgaben erbringt dem Staat Mehrerlöse von rund 100 Mio. € pro Jahr. Im Verlauf der Verhandlungen war Areva von der eigenen Regierung gedrängt worden, den Forderungen des nigrischen Präsidenten Issoufou, eines Verbündeten in der von Paris angestrebten Sicherheitsarchitektur in der Sahelzone, nachzugeben.“

Hintergrund für das ungewöhnliche Eingreifen der französischen Regierung dürfte die zunehmend unsichere Lage in der gesamten Sahelregion bzw. im Nord-Westen Afrikas sein. Immer mehr gerät diese Region in den Focus militärischer Auseinandersetzungen, nach dem zunächst Frankreich in Mali Truppen einsetzte, inzwischen auch von der Bundeswehr unterstützt. Auch im benachbarten Niger kam es in der Folge zu schweren Terroranschlägen, im Sommer 2013 waren auch die Uranminen bei Arlit betroffen. Dort sind französische Spezialeinheiten zum Schutz der Anlagen stationiert. Auch AREVA Manager wurden entführt und später freigelassen.

Dass sich die Lage in der Region weiter verschärft, berichtet die Deutsche Welle auch in einem weiteren Artikel aus den letzten Tagen. Unter der Überschrift „Niger: Westafrikas nächster Krisenherd?„, heißt es dort: „Neben seinen Nachbarn Mali, Libyen und Nigeria wirkt Niger wie ein Stabilitätsanker. Nach einem Putsch schien es langsam aufwärts zu gehen. Doch jetzt droht ein Machtkampf das bitterarme Land erneut ins Chaos zu stürzen.“

Es ist also nicht unbedingt von der Hand zu weisen, dass Frankreichs Regierung auf seinen Atomkonzern auch deshalb Einfluss nahm und für einen verbesserten Vertragsabschluss mit dem Niger plädierte, um ein wenig zur Stabilisierung in der Region beizutragen. Nicht zuletzt hatte es im Niger auch immer wieder Demonstrationen für gerechtere Verträge gegeben.

Erfolgreiche Verträge mit Mängeln

Über 18 Monate hatten die beiden Seiten miteinander verhandelt und „die beiden Areva-Gesellschaften Somair und Cominak hatten sich heftig dagegen gewehrt. Nun stimmten sie zu, bekommen im Gegenzug aber faktisch die Mehrwertsteuer erlassen“, schreibt das Handelsblatt. Außerdem: „Nigers Exporte des Landes bestehen zu über 70 Prozent aus Uran. Nach Angaben von Nichtregierungsorganisationen steht diese Ausfuhr aber nur für 5,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Sie kritisieren „40 Jahre Ausbeutung“. Der am Montag geschlossene Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist verlängerbar.“ Die DW schreibt: „Areva ist mit rund 6000 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Land.“

Obwohl dieser neue Vertrag aus Sicht der nigrischen Regierung sicherlich zurecht als eine Verbesserung angesehen wird, gibt es auch Rückschläge. Neben den zwei bereits erwähnten Minen bei Arlit sollte eigentlich eine weitere Mine in Imouraren in Betrieb gehen. Die Regierung im Niger hatte die AREVA immer wieder dazu gedrängt, den Betrieb endlich aufzunehmen.

Doch jetzt ist nach Angaben der NZZ klar: „Dagegen wird die Inbetriebnahme der Mine Imouraren vorläufig auf Eis gelegt. Das Joint Venture, mit einer Investitionssumme von 1,2 Mrd. € und einer geplanten Produktion von 5000 t Uran eines der grössten derartigen Vorhaben weltweit, sollte ursprünglich 2013 eingeweiht werden und die nigrische Uranproduktion verdoppeln. Die Verzögerung kommt Areva zupass; der Konzern schrieb letztes Jahr einen Verlust von fast 500 Mio. €, und der niedrige Uranpreis von derzeit 28 $ pro Pfund drückt auf die Profitabilität.“

Aber auch insgesamt gibt es an den neuen Verträgen Kritik: „“Der Staat lässt sich seit Jahren grundlos riesige Geldsummen durch die Lappen gehen“, kritisiert der nigrische Aktivist Nouhou Arzika. Er ist skeptisch, ob sich mit dem neuen Vertrag tatsächlich etwas ändert“,  berichtet DW: „“Das ist sehr intransparent und wir wissen noch gar nicht, ob die Bevölkerung im Niger und die Arbeiter in den Minen tatsächlich in Zukunft mehr profitieren“, so Arzika.“

Und bei der NZZ wird unter der Zwischenüberschrift „Mangelnde Transparenz“ berichtet: „Kritiker halten die Zugeständnisse von Areva für ungenügend. Sie hatten Abgaben im Bereich von 15% bis 20% gefordert. Die nigrische Gruppe zur Förderung der Transparenz in der Rohstoffindustrie bemängelt, dass Fördermengen und Gewinne der Uranproduzenten nicht veröffentlicht werden. Ein bisher nicht publik gemachter Bericht der amerikanischen Stiftung Open Society bemängelt ebenfalls die mangelnde Offenlegung der Transaktionen in dem Sektor. An diesen Missständen ändert das Abkommen vorläufig nichts.“

Die DW schreibt ausführlich über die schwierige Lage im Niger: „Der Konzern zahle weder Exportsteuern für das Uran noch Körperschaftssteuer, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters Anfang des Jahres und berief sich dabei auf vertrauliche Dokumente. Laut nigrischem Bergbauministerium gingen dem Staat dadurch jährlich rund 30 Millionen Euro verloren. Niger ist nach Kasachstan, Kanada und Australien der weltweit viertgrößte Uranproduzent.“

„Frankreich besitzt 80 Prozent der Firmenanteile von Areva und ist damit Hauptaktionär. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds hat Areva 2013 einen Gewinn eingefahren, der fast doppelt so hoch war wie das Bruttoinlandsprodukt des Niger – insgesamt rund neun Milliarden Euro,“ heißt es weiter bei der DW, die sich dann auch ausführlich mit der Situation im Niger befasst.

Unter dem Titel „Arm und krank“ ist zu lesen: „Wie Peanuts wirken da die 100 Millionen Euro, die der Konzern jetzt zusätzlich für Entwicklungsprojekte im Niger versprach. Von dem Geld sollen etwa Asphaltstraßen zwischen der Uranstadt Arlit im Norden und Tahoua weiter südlich gebaut werden. Doch auf Strom, fließendes Wasser und Arbeit, von der man leben kann, wartet die Mehrheit der rund 17 Millionen Menschen im Land bislang vergebens. Niger belegt den letzten Platz des Human Development Index (HDI) und zählt somit laut Vereinten Nationen zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung leben hier von weniger als einem Euro am Tag. Dazu kommen die Gefahren für die Gesundheit der Menschen, die in den Uranabbaugebieten leben und arbeiten. Rund um die Minen von Arlit liegen Millionen Tonnen von Abraum – strahlender Müll, der beim Uran-Abbau anfällt.“

Ökologisches Desaster Uranbergbau

In der Tat ist über das ökologische Desaster des Uranbergbaus im Zusammenhang mit den neuen Verträgen kaum etwas zu lesen. Bedenkt man, dass z.B. die Sanierung der Uranbergbaugebiete in Deutschland bei der Wismut in Thüringen inzwischen 20 Jahre andauern und insgesamt rund sieben Milliarden Euro gekostet haben, dann macht das schnell klar, welche Erblasten auf die Menschen in der bitterarmen Region noch zukommen.

Doch nicht nur die Spätfolgen sind ein Problem. Davon berichtet die DW weiter: „“Die meisten Menschen wissen doch gar nichts über die Risiken“, sagt Idayat Hassan vom Zentrum für Demokratie und Entwicklung im benachbarten Nigeria. „Die radioaktive Verschmutzung in Wasser, Luft und Boden ist hoch, aber wer macht sauber?“ Es gäbe zwar internationale Gesetze, aber es mangele am politischen Willen, diese Standards auch umzusetzen, so Hassan.

Bereits 2010 hatten Umweltschützer von Greenpeace in einem Bericht kritisiert, dass die Strahlenbelastung rund um die Minen 500 Mal höher sei als normal. Außerdem decke der Konzern seinen immensen Wasserbedarf mit dem Grundwasser der Region und leite das kontaminierte Abwasser anschließend in naheliegende Seen und Flüsse. In vier von fünf Proben stellten die Aktivisten eine Urankonzentration fest, die weit über dem Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation für Trinkwasser liegt.“

Ein weiteres gravierendes Problem ist die Korruption, die dazu führt, dass das Geld nicht dort ankommt, wo es helfen könnte. Die nigrische Regierung bezeichnet die Verträge als einen Erfolg, der auch „anderen Ländern Mut machen könnte, sich gegenüber ausländischen Investoren durchzusetzen,“ zitiert die DW die bereits erwähnte Hassan:  „Aber jetzt sei Nigers Regierung am Zug. Präsident Issoufou hatte bei seinem Amtsantritt 2011 versprochen, er werde für wirtschaftlichen Aufschwung sorgen. Er selbst ist Bergbauingenieur, ausgebildet in Frankreich. Zwischen 1985 und 1992 arbeitete er sogar für Areva.“

Hassan ist skeptisch: In der ganzen Region, egal ob Nigeria, Niger oder Guinea-Conkary, habe der Rohstoffreichtum noch nicht zu besseren Lebensbedingungen geführt, sagt sie. „Das liegt vor allem an der Korruption, da ist Niger keine Ausnahme. Wie kann denn ein Land einer der größten Uranproduzenten sein und gleichzeitig einer der ärmsten Staaten der Welt?““

Uranbergbau: Konflikte und Umweltschäden überall…

 

Ostermarsch an Uranfabrik Gronau: Dreckiges Uran aus Afrika

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Anthony Lyamunda, Aktivist gegen geplanten Uranabbau in Tansania und der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel von den Linken auf dem Ostermarsch an der Uranfabrik in Gronau. Foto: Dirk Seifert

Besuch aus Tansania beim Ostermarsch-Auftakt an der Uranfabrik im westfälischen Gronau. Bereits am gestrigen Donnerstag traf der Aktivist Anthony Lyamunda den Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel in Münster. Lyamunda berichtete über den von der Regierung in Tansania geplanten Einstieg in den Uranbergbau. Bei der URENCO in Gronau wird Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken angereichert.

Ebenfalls gestern berichtete der WDR ausführlich über die Aktivitäten zum Ostermarschauftakt in Gronau. Der Bericht ist hier nachzulesen.

Die Münstersche Zeitung berichtet über das Treffen von Lyamunda und Zdebel:

„Protest gegen Abbau und Anreicherung von Uran: Was eines Tages in der Urananreicherungsanlage in Gronau landet, ist oftmals unter schmutzigen Umständen in afrikanischen Minen gewonnen worden. Gemeinsam mit dem tansanischen Umweltaktivisten Anthony Lyamunda fordern die Linken das Ende des Uranhandels.

Lyamunda engagiert sich seit 2009 gegen den geplanten Uranabbau in Tansania. Was in Tansania drohe, könne man am Beispiel des laufenden Uranabbaus in Niger beobachten, so Lyamunda: „In Niger werden zum Uranabbau  Unmengen von Schwefelsäure eingesetzt und radioaktiver Feinstaub freigesetzt. Die Bevölkerung und die Minen-Arbeiter sind dieser radioaktiven Strahlung schutzlos ausgesetzt.“

Seine vielleicht wichtigste Aufgabe sieht Lyamunda darin, die Wege des abgebauten Urans aufzudecken: „Der internationale Uranhandel wird von den Akteuren verschleiert und geheimgehalten“, so Lyumunda. Es sei daher nicht auszuschließen, dass vom drohenden Uranabbau in Tansania auch die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau profitiert.

„Bundesregierung verschleiert Uran-Herkunft“

Der linke Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel wies darauf hin, dass es ursprünglich die RWE-Tochter „Uranerzbergbau GmbH“ gewesen sei, die Tansania nach potenziellen Uran-Minen erkundet habe. „Bundesregierung und EU verschleiern die Herkunft des in deutschen Atomkraftwerken verbrauchten Urans“, sagt Zdebel. (Siehe dazu auch den untenstehenden Link mit weiteren Informationen)

Die Forderung nach der Schließung der Urananreicherungsanlage steht auch beim Ostermarsch an Karfreitag in Gronau im Mittelpunkt. „Atomenergie ist eben keine saubere Energie. Das fängt schon beim schmutzigen Uranabbau in  Entwicklungsländer wie Tansania an“, argumentiert Stefan Kubel von der Anti-Atom-Initiative „SofA“.“

Uranabbau in Grönland? – Besser die Finger von lassen

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Widerstand gegen Uranbergbau in Grönland formiert sich.

Weltweit wird von internationalen Konzernen intensiv nach Rohstoffen gesucht, darunter auch das für die Atomwirtschaft notwendige Uran. In Folge der Klimakatastrophe wird auch Grönland als ein künftiger Uran- und Rohstofflieferant immer bedeutsamer (Spiegel). Die Regierung hat angekündigt, den Uranbergbau angehen zu wollen und hat ein entsprechendes Verbot im Herbst letzten Jahres aufgehoben. Im März haben zwei Konferenzen in Nuuk und in Kopenhagen stattgefunden, die sich mit den Folgen des Uranbergbaus befassten. Als Fazit ist klar: Der Widerstand gegen einen Uranbergbau in Grönland hat erst begonnen. Hier als Dokumentation eine englischsprachige Pressemeldung der Organisatoren.

„Copenhagen and Nuuk, Thursday 27 March 2014, International conferences in Nuuk and Copenhagen document that uranium mining is not sustainable

Saturday 22 March and Tuesday 25 March, international conferences were held in Katuaq, The Cultural House of Greenland, in Nuuk, and in the Parliament building, Christiansborg in Copenhagen on the impacts of uranium mining in Greenland and the rest of the world. The organisers of the conferences were Avataq, The Danish Ecological Council, NOAH Friends of the Earth Denmark and SustainableEnergy.

Their objective was to help in providing information for the Greenlandic and Danish governments to determine whether the extraction, production and export of uranium can be done safely with respect to public health and the environment and if so how. Some of  the world’s most prominent experts on the nuclear fuel chain gave lectures at the conferences, including the Australian pediatrician, Helen Caldicott, who for more than four decades has been one of the most influential anti-nuclear activists in the world, and Jan Willem Storm van Leeuwen, expert in chemistry and energy systems at Ceedata Consultants in the Netherlands.

Furthermore, lectures were given in Copenhagen by Cindy Vestergaard, senior researcher at the Danish Institute for International Studies, and in Nuuk by Søren Hald Møller, headof the Greenlandic Environment Agency for Mineral Resources.

Storm van Leeuwen presented the first independent preliminary analysis of the health and environmental impacts of the controversial rare earth elements and uranium mining project at Kuannersuit/Kvanefjeld in Southern Greenland.

“After being bombarded with propaganda by the mining industry for more than five years, we finally get some neutral information from independent experts”, says Mikkel Myrup, chairman of Avataq, who attended both conferences. “Some of the parliamentarians who participated in the conference in Nuuk, made it clear that it was exactly this type of information that was lacking six month ago, when the uranium ban was repealed. It could have changed their vote”.

The conference in Nuuk was attended by the Minister of Industry and Minerals, Jens-Erik Kirkegaard. The politicians’ debate panel also included the chairman of the government party Atassut, Gerhardt Petersen, the chairman of Demokraatit, Anda Uldum, the vice-chairman of Partii Naleraq, Per Rosing Petersen, Saxtorph Didriksen from the government party Siumut, Kalistat Lund from Inuit Ataqatigiit, and the chairman of Partii Inuit, Nikku Olsen – most of them members of the Parliament of Greenland, Inatsisartut’s Natural Resources Committee.

“One of the most important messages is that there is still significant opposition to uranium mining in the Greenlandic and Danish parliaments”, says Hans Pedersen from Sustainable Energy. “At both conferences, representatives of Inuit Ataqatigiit stressed that the party intends to roll back the repeal of the uranium ban, when it returns to power”.

Johan Lund Olsen from Inuit Ataqatigiit, Finn Sørensen from the Red-Green Alliance and Christian Friis Bach from the Social Liberal Party participated in the politicians’ panel debate at Christiansborg. Among the more than one hundred attendants of the conference were representatives of research institutions and authorities, including the Prime Minister’s Office, the Ministry of Foreign Affairs, the Ministry of Business and Growth, Greenland Representation, The DCE – Danish Centre for Environment and Energy, the Danish Working Environment Authority, GEUS – the Geological Survey of Denmark and Greenland, the National Institute of Radiation Protection, Danish Decommissioning and European Environment Agency.

Both conferences were attended by members of citizens’ groups in Narsaq – the town located nearest to the planned uranium mine at Kuannersuit – who expressed their concern over the possible health and environmental impacts of the mining project. “There is no doubt that the opposition to uranium mining in the Danish Realm continues”, says Palle Bendsen from NOAH Friends of the Earth Denmark. ”During the last year we have developed an efficient cooperation between Greenlandic and Danish NGOs. At the same time, we benefit from the inputs from an ever-increasing network of international experts”.“

The conferences were funded by OOA Fonden, Græsrodsfonden, Gaia Trust, Miljø- og Energifonden af 2005, 1. Maj Fonden and Plums Fond for Økologi, Fred og  Bæredygtighed. The lecturers’ presentations can be found here: http://ecocouncil.dk/en/releases/presentations

For further information, please contact:
For Avataq (www.avataq.gl): Mikkel Myrup, tel.: +299 22 84 23, e-mail: mikkelmyrup(at)post.com

For The Danish Ecological Council (www.ecocouncil.dk): Christian Ege, tel.: +45 33 18 19 33, (mob.) +45 28 58 06 98, e-mail: christian(at)ecocouncil.dk and Niels Henrik Hooge, tel.: +45 21 83 79 94, e-mail: nielshenrikhooge(at)yahoo.dk

For NOAH Friends of the Earth Denmark (www.noah.dk): Palle Bendsen, tel.: +45 98 14 76 95, (mob.) +45 30 13 76 95, e-mail: pnb(at)mail.dk

For SustainableEnergy (www.ve.dk): Hans Pedersen, tel.: +45 51 92 24 14, e-mail:
pedersen(at)ve.dk

Uran tötet – Französischer Atomkonzern AREVA in der Mongolei

anti-nuclear-mongoleiLogoUmweltFAIRaendern-geAlarmierende Meldungen in Sachen Uranbergbau mit katastrophalen Folgen kommen aus der Mongolei. Dort erkundet der französische Atomgigant AREVA seit Jahren die Uranvorkommen und bereitet den Abbau vor. Die Initiative „MUNX TENGER – ewiger Himmel“ berichtet aktuell auf ihrer Homepage über Krankheiten und Missbildungen bei den Viehherden in der Nähe der Bohrungen, die AREVA zur Erkundung der Uranstätten durchgeführt hat. Die Gründe dafür sind zwar nicht klar, aber der räumlich-zeitliche Zusammenhang ist unübersehbar, berichtet Munx-Tenger. UmweltFAIRaendern dokumentiert im folgenden den Artikel, der im Original hier als PDF zu lesen ist.

Über AREVA in der Mongolei und den Uranbergbau ist hier mehr zu lesen: Mongolei: Atomindustrie und Bergbaukonzerne contra Nomaden.

„Uran tötet – Die Tiere auf den Weiden verenden – AREVA bohrt weiter

Seit mehreren Jahren hat der französische Staatskonzern AREVA im Bezirk Ulaanbadrakh in der Ostmongolei in Probebohrungen ergiebige Uranvorkommen erkundet. Im Herbst 2013 hat er von der mongolischen Regierung die Lizenz zum Abbau dieser Vorkommen erhalten.

Seit einigen Jahren beobachten die dort lebenden Nomaden Krankheiten und Missbildungen bei ihren Tieren: Ziegen, Schafe und Kamele. Alle Viehhalter, die in der Abwindzone dieser Probebohrungen leben und seit Jahrzehnten dort ihre Herden weiden, sind davon betroffen. Die Zahl der Missbildungen und Totgeburten hat über die Jahre immer weiter zugenommen, bis den betroffenen Viehhaltern klar wurde, dass es einen Zusammenhang mit diesen Bohrungen geben muss.

Bis heute ist nicht klar, was diese Totgeburten und Missbildungen im Einzelnen verursacht. Entsprechende Untersuchungen von unabhängigen Experten werden von den zentralen Behörden verweigert. Die offiziellen Untersuchungen beschränken sich auf das Grundwasser, dessen Qualität mit steigender Schwermetallbelastung dramatisch abgenommen hat. Erst jetzt, nach Jahren der Proteste, scheint es erste Hoffnungen auf eine öffentliche Untersuchungskommission zu geben. Ob die radioaktive Strahlung verantwortlich für das Verenden der Tiere ist, ob es Partikel von radioaktiven Elementen oder „nur“ sehr giftige Schwermetalle sind – Tatsache ist, dass die Weidetiere in immer größerem Umfang sterben.

Das Frühjahr ist die Zeit des Ablammens. Die Nomaden achten darauf, dass etwa im März alle Jungtiere zur Welt kommen, damit sie bei Wintereinbruch kräftig genug sind, um den ersten strengen Winter ihres Lebens zu überstehen. Das Frühjahr 2014 scheint nun zur Katastrophe zu werden. Schon Ende Februar lagen die ersten Berichte über Totgeburten vor. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Viehhalter Gan-Ochir aus der Gemeinde Zuunbayan in einer Entfernung von neun Kilometern von AREVA bei seinen Ziegenlämmern einen Totalverlust erlitten hat. Alle bisher geborenen Zicklein sind tot. Die Bilder dieser Katastrophe sind so schrecklich, dass wir hier auf eine Veröffentlichung verzichten.

Wachsender Widerstand – trotz Repressionen

Die Einwohner des Bezirks Ulaanbadrakh protestieren seit langer Zeit in großer Einmütigkeit gegen diese Vergiftung und Vernichtung ihrer Existenz – bisher ohne Erfolg. Alle Angebote von AREVA an die betroffenen Gemeinden sehen letztlich die Vertreibung der Nomaden vor – garniert mit dem Angebot, beim Umzug zu helfen oder einige wenige alternative Erwerbsmöglichkeiten bereitzustellen.

Keine Unterstützung erhalten die Nomaden durch die mongolische Regierung, die mit dem Versprechen angetreten ist, gegen Korruption vorzugehen, und die den Umweltschutz zu einem zentralen Thema ihres Wahlkampfs gemacht hat. Der Ministerpräsident Elbegdorj wütet direkt gegen die Nomaden: Sie würden mit ihren Protesten die weitere Entwicklung der Mongolei behindern und Investoren verärgern. Dabei zeigt das Beispiel des Niger sehr deutlich, dass der Profit der Atomindustrie dort in keiner Weise der Bevölkerung und dem Land zugute gekommen ist: Der Niger ist trotz (oder wegen?) 40 Jahren Uran-Abbaus durch AREVA immer noch eines der ärmsten Länder der Welt.

Mongolei, Niger… AREVA bringt tödliches Risiko

So droht sich in der Mongolei zu wiederholen, was in der Republik Niger im Umfeld der AREVA-Uran-Mine von Arlit geschehen ist: Eine radioaktive und giftige Verwüstung der Umgebung der Mine. Doch Arlit oder Ulaanbadrakh sind keine „Ausrutscher“ der Atomindustrie. Kasachstan, Australien, USA, Niger, Mongolei – es ist überall dasselbe.
Die gesamte Kette der Nutzung der Kernenergie stellt ein tödliches Risiko dar.

Bereits am Anfang, beim Abbau von Uranerz, entstehen tödliche Gefahren: Zahlreiche radioaktive Stoffe, darunter Radongas, werden freigesetzt; auch nichtradioaktive, giftige Stoffe gelangen in die Umwelt. Der Abraum – weltweit mehr als eine Milliarde Tonnen – enthält noch bis zu 85 Prozent der ursprünglichen Radioaktivität. Der Wind verweht strahlende Partikel in alle Richtungen. Die Atomkatastrophen von Windscale/Sellafield, Three Miles Island (Harrisburg), Tschernobyl und Fukushima zeigen den Wahnsinn der angeblich beherrschbaren Technologie. Und am Ende der Kette steht das ungelöste Problem der Endlagerung des gesamten Mülls für eine Zeitspanne jenseits unserer Vorstellungskraft.

Die französische Firma AREVA lässt ihr gefördertes URAN unter anderem auch in Deutschland aufbereiten. Die Bundesregierung hat in der Vergangenheit eine konkrete Antwort, woher die noch laufenden deutschen Kernkraftwerke ihre Brennstäbe beziehen, verweigert.

• Solidarität mit den Nomaden der Gobi!
• Stoppt den Uran-Abbau weltweit!
• Sofortiger Ausstieg aus der Kernenergie!

Eike Seidel, www.munx-tenger.de, 21.3.2014″

Mehr zum Thema: Alle Artikel zum Uranabbau auf dieser Seite. Außerdem:

„Albtraum Uranabbau – Wachsender Widerstand gegen drohenden Uranabbau in Mali“

MaliUranbergbau in Mali: „Die Wahrheit kam nur scheibchenweise ans Licht: Bereits 1970 hat der französische Atomkonzern Areva – damals noch Cogema – in der Region Falea im äußersten Südwesten Malis Uran-, Kupfer- und Bauxitvorkommen entdeckt. Im Jahre 2007 erhielt die kanadische Firma „Delta Exploration“ von der malischen Regierung eine Konzession für den Abbau dieser Rohstoffe – ein Recht, das sie kurz darauf an die ebenfalls in Kanada registrierte Firma „Rockgate Capital“ weiterverkaufte. Betroffen sind 21 Dörfer auf einem Hochplateau mit reichhaltigen Wasserressourcen und einzigartiger  Biodiversität im Grenzgebiet zu Guinea und Senegal.“ So beginnt der Artikel in der Zeitung von „Afrique-Europe-Interact“ (Nr. 4, S.2, hier als PDF). Afrique-Europe-Interact ist ein transnational organisiertes Netzwerk, das Anfang 2010 gegründet wurde. Beteiligt sind BasisaktivistInnen vor allem aus Mali, Togo, Deutschland, Österreich und den Niederlanden – unter ihnen zahlreiche selbstorganisierte Flüchtlinge, MigrantInnen und Abgeschobene.

Der Artikel berichtet über die Hintergründe der Planungen internationaler Konzerne, in Mali künftig Uranbergbau zu betreiben und über den Widerstand: „Um so vielversprechender ist, dass der Widerstand gegen den in Falea geplanten Uranabbau seit 2010 erheblich an Schwung gewonnen hat, insbesondere durch die enge Kooperation zwischen dem ARACF und dem Europäischen BürgerInnenforum (EBF), von dem einzelne Mitglieder auch bei Afrique-Europe-Interact aktiv sind“.

Auch die Internationale Konferenz 2012 nennt der Artikel: „Im März 2012 organisierte
der ARACF zudem in Kooperation mit den „ÄrztInnen gegen den Atomkrieg“ (IPPNW) und dem „uraniumnetwork“ eine internationale Konferenz in Bamako unter dem Titel „Uran, Gesundheit und Umwelt“. Ergebnis dieser und weiterer Bemühungen war, dass der Widerstand immer breiter getragen wurde. So haben sich alle 12 Bürgermeister in der Region Falea schriftlich gegen den Uranabbau ausgesprochen.

Denn die Menschen wissen mittlerweile um dessen ökologische, soziale und gesundheitliche Gefahren. Und somit auch um den Zynismus der beteiligten Firmen, die zwar ihre eigenen Arbeiter aus Europa bzw. Nordamerika umfassend geschützt, afrikanische Beschäftigte indes noch nicht einmal über die Strahlenbelastung an den Bohrlöchern unterrichtet haben. Vor diesem Hintergrund dürfte es auch kaum überraschen, dass sich die Regierung inzwischen gezwungen sieht, mit dem ARACF zusammenzuarbeiten, anstatt diesen – wie noch in den ersten Jahren – öffentlich zu diffamieren.“

Mehr zum Thema Uran, Mali, die Sahelregion und die internationalen Konflikte um Rohstoffe:

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