Uranbergbau im Elefanten-Park – Tanzania und die Risiken für Gesundheit und Umwelt – Info-Broschüre ist online

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Bedroht durch Uranbergbau in Tanzania. Elefanten im Selous Game Reserve und auf dem Wildlife Corridor. Foto: Elke Kuhne

Ausgerechnet in einem der bedeutsamsten Wildschutzgebiete will das ostafrikanische Tanzania mit dem Einstieg in den Uranbergbau beginnen. Im Selous Game Reserve im Südwesten des Landes, an einem der für die Wanderung der dort zahlreichen Elefanten wichtigen Pfad zu den angrenzenden Gebieten in Mozambique, soll das dreckige und gefährliche Uranprojekt starten.  Obwohl als Weltnaturerbe geschützt, erlaubte die UN – mit Auflagen – den künftigen Bergbau. Noch ist die Mkuju River Mine nicht in Betrieb, noch wäre Zeit, das unverantwortliche Abenteuer Uranbergbau zu stoppen.

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Bedroht durch Uranbergbau: Weltkulturerbe Selous Game Reserve und der Wildlife Corridor in Tanzania. Foto: Dirk Seifert

Deshalb fand im Oktober 2013 mit zahlreichen ExpertInnen aus aller Welt eine internationale Konferenz über die Risiken des Uranbergbaus in Dar Es Salaam statt. Jetzt ist die Dokumentation dieser überaus wichtigen Tagung erschienen. Die Dokumentation mit ihren zahlreichen Fakten zu unterschiedlichen Themen und auch den Erfahrungen aus anderen Ländern kann hoffentlich dazu beitragen, zu verhindern, dass Tanzania die gleichen Fehler macht, wie andere arme Staaten, die sich Einnahmen aus dem Bergbau erhoffen. Hoffnungen, die meist nicht erfüllt werden. Gemeinsam mit dem Legal and Human Rights Centre Tanzania hat die Rosa-Luxemburg-Stiftung (Büro Ostafrika) jetzt die Broschüre „Uranium Mining – Impact on Health and Environment“ veröffentlicht. Sie ist – in englischer Sprache – hier online als PDF. Die Stiftung hatte auch die Konferenz im Oktober maßgebilch unterstützt. (Siehe auch unten die Ankündigung der RLF…)

he actual launch of the booklet by Head of Office Rosa-Luxemburg-Stiftung East Africa, Siegfried Schroeder, Guest of Honour Dr. Robert Mtonga, Executive Director Legal and Human Rights Centre, Dr. Helen-Kijo Bisimba and Guest of Honour Mrs. Mahfoudha Hamid. (Foto: RLS)
Rosa-Luxemburg-Stiftung, S. Schroeder, Dr. R. Mtonga, LHRC, Dr. H.K. Bisimba, Mrs. M. Hamid. (Foto: RLS)

In einer Pressemeldung der Rosa-Luxemburg Foundation in Dar Es Salaam heißt es zu der Veröffentlichung: „Auf dem Gelände unseres Kooperationspartners, dem Legal and Human Rights Center, wurde am 28. Mai 2014 die brandneue Broschüre zum Uranabbau in Tanzania der Öffentlichkeit vorgestellt. In Beiträgen verschiedener RednerInnen wurden nicht nur die verheerenden Umwelt- und Gesundheitsschäden beschrieben, die der Uranabbau unweigerlich mit sich bringt. Es wurde auch erneut zum Dialog zwischen Wissenschaft, Regierung und Zivilgesellschaft in Tansania aufgerufen. Zudem wurden die wirtschaftlichen Kosten der Uranförderung angesprochen.

So wies Mahfoudha Hamid, stellvertretende Vorsitzende der tansanischen Menschenrechtskommission, in ihrer Rede auf den hohen Energieeinsatz hin: „Der Uranbergbau benötigt sehr viel Energie. Deshalb fragen wir unsere Regierung, wie gut sie darauf in Zeiten vorbereitet ist, in denen Energieknappheit allerorten diskutiert wird. Wie geht die Regierung mit dem enormen Energiebedarf anderer Wirtschaftszweige und der Bevölkerung um?“

Mit einer Mischung aus wissenschaftlicher Expertise und einem Crashkurs in politischer Bildung schärfte Dr. Robert Mtonga aus Sambia, Co-President der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), der Menge ein: „Alle Regierungsmitglieder haben nur Zeitverträge, und diese sind von den Wählerinnen und Wählern unterschrieben. Wir AktivistInnen sind nicht eine schlechte Gesellschaft, wir sind die Zivilgesellschaft!” Im Weiteren führte er aus, dass das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung immer an erster Stelle der Besorgnis einer Regierung zu stehen habe, auch wenn mächtige wirtschaftliche Interessen im Spiel sind.

Der Büroleiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Ostafrika, Siegfried Schröder, verwies in seiner Präsentation der wesentlichen Inhalte der Publikation vor allem auf die seit langem bekannten und bisher nicht gelösten Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit dem Uranbergbau sowie die Gefahren der Endlagerung von Rückständen aus dem Bergbau, den sog. ‚Tailings‘. Mit Bezug auf die aktuelle Diskussion in Deutschland sagte er: “Jetzt, da Deutschland nach jahrzehntelanger Nutzung dieser gefährlichen Technologie den Ausstieg aus der Atomenergie entschieden hat, versuchen die großen Energiekonzerne die kostenintensive Abfalllagerung an den Staat abzuschieben. Genauso geht es auch in Tanzania um Verantwortung für den Gesamtprozess und die Frage, wer die tatsächlichen Kosten für die Lagerung von radioaktivem Abfall hinterher tragen wird.“

Im Anschluss mischte sich das Publikum mit interessanten Kommentaren und Fragen ein. Was dabei den meisten unter den Nägeln brannte, war die zweifelhafte Rolle der tansanischen Regierungsbehörden, die Wachstum und Arbeitsplätze in Aussicht stellen, ohne jedoch transparent auf die Risiken des Uranabbaus zu verweisen. Besonders wurde bemängelt, dass ein Umweltverträglichkeitsgutachten für das Mkuju-River-Projekt nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, gleichzeitig aber eine erste Schürfgenehmigung erteilt wurde. (Text: Therese Wenzel / Dar es Salaam)“

Die Deutsche Botschaft in Tanzania hatte bereits vor einigen Tagen die Dokumentation auf Facebook angekündigt: „Launch of publication „Uranium Mining – Impact on Health and Environment“. Following up the „International Conference on Uranium Mining: Impact on Health and Environment“ in Oct. 2013 which was attended by civil society as well as officials of the Government of Tanzania, the Rosa-Luxemburg-Foundation and Legal and Human Rights Centre officially launched the corresponding publication this week. The booklet provides concerned citizens, NGOs and political decision makers with information not only about the short-term socio-economic benefits but also reflects about the possible long-term consequences of uranium mining on health and environment.“

Von der Homepage der RLF der folgende Text:

Uranium Mining

Impact on Health & Environment. Study published by the RLS East Africa Office

The catastrophic events at Fukushima Nuclear Power Plant in Japan on 11 March 2011 should sound as a vivid reminder of how profoundly hazardous uranium activities are. Even after three long years, the lives of hundreds of thousands of people in Japan and across the world continue to be affected by this disaster especially the thousands who remain in make shift camps because of radioactive contamination. To this date, hundreds of tons of radioactively contaminated water are reportedly still leaking out of the damaged reactors.

Whilst the developments in the global uranium mining and energy sector are worrisome, advances in uranium mining sector in Tanzania continue unrelatedly. In 2013, Tanzania under its new mining legislation issued its first uranium mining license for the Mkuju River Project, which lies in the now partly degazetted and ecologically delicate Selous Game Reserve. Hitherto, test exploration for uranium in Bahi and other prospective areas had commenced in earlier years. Numerous findings reveal that uranium mining has had a notable health risks to mine workers, the environment and to host communities. Many of the concerns have been further articulated in this publication.

Given the evolution in the uranium mining sector in Tanzania, the question of community participation in environmental management in the extractive sector has caught the attention of many stakeholders. NGOs and other stakeholders have decried the absence of civic involvement in the processes of environmental management despite government pronouncements that seem to sanction community participation in environmental management processes. The reality on the ground is that there is insignificant involvement of these communities. Furthermore, prospecting companies have been rather complacent in meeting many minimum standards in this pilot phase as witnessed in Bahi. Depicting upon criticisms and feedback coming from various consultations with uranium mining affected communities in Tanzania and across the world, the Rosa Luxemburg Foundation and other partners organized a series of activities under the theme “Uranium Mining: Impact on Health and Environment”. Starting with a field visit in Bahi and a public dialogue in Dodoma the activities culminated in an international conference in Dar es Salaam; the aim of this campaign addressed the need to examine uranium mining and its implications on health and the environment.

In this regard, the Rosa Luxemburg Foundation is grateful to its partners including the Legal and Human Rights Centre (LHRC), CESOPE in Dodoma, civil society actors in Ruvuma Region, International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW), Uranium Network and African Uranium Alliance. The collaborative effort of all these organisations has facilitated debate around the dangers of uranium mining and enabled afflicted communities to have a say in the management of their resources. The RLS is also grateful for participation from the Government of Tanzania represented by the Honourable Minister of Health, Dr. Hussein Ally Mwinyi. I hope civil society, activists, communities, private sector and government will continue to have purposeful engagement on uranium mining in the expectation of finding safer energy solutions for the generations to come.

(Acknowledgement by Siegfried Schröder, Regional Director of Rosa Luxemburg Stiftung (RLS) East African Office)

 

Atomdrehscheibe Hamburg: Radioaktive Weltreisen

Strahlende Weltreisen des Uran: Aus den Uranminen in Namibia zum Hafen von Walvish-Bay, per Schiff in die Elbmetropole Hamburg, weiter auf der Schiene quer durch Westdeutschland und Frankreich nach Narbonne. Zwischenstop zur Weiterverarbeitung, anschließend nach Pierrelatte an der Rhone oder nach Gronau in Westfalen. Erneute Weiterverarbeitung. Von z.B. Gronau aus geht es weiter zu den Brennelemente-Fabriken in alle Welt, nach Lingen im Emsland, nach Belgien, Japan, Schweden, Südkorea, Russland oder die USA – teilweise dann wieder über den Hamburger Hafen. Von diesen Anlagen gehen die fertigen Brennelemente an die Atomkraftwerke – wiederum teilweise über den Hamburger Hafen. Bereits auf diesem Weg ist jede Menge Atommüll angefallen. Die strahlenden Uran-Geschäfte sind immer noch ein großes Geschäft – und voller Risiken.

Fast jeden zweiten Tag ist Hamburg von solchen Uran-Transporten betroffen. Über 180 waren es im Jahr 2013. Auch am letzten Donnerstag ging erneut Uran aus Namibia durch Hamburg. Per Zug ging die Reise über Osnabrück, Münster und weiter Richtung Hamm mit dem Ziel Narbonne in Frankreich.

Mit der „Golden Karoo“ kam das Uranerzkonzentrat (Yellow Cake) am 14. Mai im Hamburger Hafen an. „In Namibia wird das Uran in Tagebauen abgebaut, dabei entstehen große Mengen radioaktiven und giftigen Staubs sowie flüssige radioaktive Abfälle. Diese werden meist unter freiem Himmel in Becken gelagert. Die Bevölkerung profitiert nicht von dem Uranabbau, sondern leidet unter den gesundheitlichen Folgen der Radioaktivität, der verseuchten zurückbleibenden Erde und dem hohen Wasserbedarf der Uranminen, der zu weniger genießbarem Trinkwasser in den sowieso schon wasserarmen Regionen führt“, teilt der BBU in einer Presseerklärung zu dem Atomtransport mit.

Mehr Informationen: Uranbergbau in Namibia

Atomtransporte und Hamburger Hafen

Uran in der Mongolei: Viehsterben im Abwind der Bohrstellen von AREVA?

anti-nuclear-mongoleiMit einem umfangreichen Newsletter informiert der Verein “MUNX TENGER – ewiger Himmel” über den weiteren Verlauf des Viehsterbens in der Mongolei. Es besteht der Verdacht, dass es einen Zusammenhang mit den Bohrungen nach Uranerz durch den französischen Atomkonzern AREVA gibt. Bereits im März informierte der Verein über die alarmierende Situation: Uran tötet – Französischer Atomkonzern AREVA in der Mongolei. Zahlreiche Video-Links von Betroffenen werden im Newsletter angeführt und übersetzt. Außerdem gibt es aktuelle Informationen über das Berufungsverfahren der Aktivisten von „Gal Undesten“, die zu drastischen Strafen verurteilt wurden und Berichte über Aktionen gegen den geplanten Uranabbau in der Mongolei und über den Atomkonzern AREVA. Der Newsletter steht hier zum download bereit (PDF).

„Die Situation der Viehhalter im Landkreis Ulaanbadrakh im Umfeld des AREVA-Geländes ist in diesem Frühjahr 2014 katastrophal. Sehr viele Jungtiere, die alle im März geboren werden, sind tot zur Welt gekommen, sind missgebildet oder überlebten die ersten Atemzüge nicht. Vielfach dauerten die Geburten mehrere Tage, was darauf schließen lässt, dass die Jungtiere überhaupt keine Bewegungen im Mutterleib mehr machten und so die Geburt nicht unterstützten. Die Viehhalter berichten von völlig erschöpften Muttertieren. Von weiter entfernten Nomaden werden bei Mehrlingsgeburten einige Lämmer und Zicklein abgegeben. Diese Maßnahme ist notwendig, damit nicht auch noch die Muttertiere sterben, wenn ihre nach der Geburt einschießende Milch nicht von Jungtieren getrunken wird.“

Atomenergie Atomwaffen: Ostermarsch in NRW startet bei Uranfabrik Gronau

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Uran und kriegerische Konflikte: In der Uranfabrik in Gronau startet der NRW-Ostermarsch. Foto: Dirk Seifert

Der Ostermarsch in NRW startet in diesem Jahr vor den Toren der Uranfabrik der URENCO in Gronau. Dort wird Uran mit einer Technik angereichert, die auch in der Lage ist, atomwaffenfähiges Material herzustellen. Nicht nur, dass der Betrieb dieser Anlage vom Atomausstieg nach Fukushima nicht betroffen ist. Obendrein soll diese Uranfabriken der URENCO in Deutschland, den Niederlanden und England privatisiert werden. Damit entstehen neue Risiken für die Weiterverbreitung von Atomwaffentechnik.

Doch nicht nur diese Perspektive ist von Bedeutung. Uran und andere Rohstoffe werden immer mehr zum Anlass kriegerischer Konflikte. Dafür steht unter anderem die französische Politik in der südlichen Sahelzone. Mit ihrem Einsatz im letzten Jahr in Mali und jetzt in der Afrikanischen Zentralrepublik ist Frankreich dabei, die rohstoffreichen Regionen unter Kontrolle zu halten. Dazwischen liegt der Niger, aus dem Frankreich über ein Drittel seines Urans bezieht und in dem es heftige Auseinandersetzungen gibt. Bewaffnete Konflikte, Entführungen und Terroranschläge.

Der Kriegs-Einsatz in Mali hat auch für den Niger Folgen, wo französische Truppen an den Uranminen stationiert sind. Dort betreibt der französische Atomgigant AREVA den Uranbergbau mit katastrophalen Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen. Frankreich macht damit große Gewinne. Der Niger bleibt bettelarm. Unterstützung dafür bekommt Frankreich nun auch von Deutschland. Für die Reste der Friedensbewegung ist das bislang nur in Einzelfällen ein Thema und auch die Anti-Atom-Bewegung weiß mit dem Thema kaum etwas anzufangen.

In Gronau wird Uran auch aus Frankreich eingesetzt; ein Teil davon dürfte auch aus dem Niger stammen. Genaue Daten werden von der Bundesregierung verweigert. AREVA ist auch mit der URENCO verbunden. Gemeinsam teilen sich die beiden Konzerne den Bereich der Forschung, der Entwicklung und des Baus von Uranzentrifugen zur Herstellung von Brennstoff für Atommeiler.

Am kommenden Karfreitag, dem 18. April, startet um 12.30 Uhr der Ostermarsch in NRW an der Uranfabrik in Gronau. Hier die Pressemitteilung der Initiativen:

„Anti-Atomkraft-Initiativen, Umweltverbände und Friedensinitiativen forderten am heutigen Mittwoch bei einer Pressekonferenz von der Bundes- und Landesregierung NRW die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau. Außerdem forderten sie, die noch in diesem Jahr bevorstehende Eröffnung des Atommüll-“Zwischen“-Lagers in Gronau zu stoppen. Dort sollen – bundesweit einmalig – bis zu 60.000 Tonnen Uranoxid ohne zeitliche Befristung gelagert werden. Atomkraftgegner befürchten deshalb die Entstehung eines oberirdischen Endlagers in Gronau. Für Karfreitag, 18. April, (wenige Tage vor dem 28. Tschernobyl-Jahrestag) rufen inzwischen rund 40 Initiativen und Verbände gemeinsam zu einem Ostermarsch an der Urananreicherungsanlage in Gronau auf. Der Ostermarsch in Gronau findet als Auftakt des Ostermarschs Rhein – Ruhr statt und beginnt um 12.30 Uhr am Haupttor der Urananreicherungsanlage (Röntgenstraße 4 in Gronau).

„Die Urananreicherungsanlage Gronau ist eine zentrale Atomanlage in der Bundesrepublik Deutschland und der internationalen Atomindustrie. Sie kann den Uranbrennstoff für nahezu jedes zehnte Atomkraftwerk weltweit anreichern. Dennoch ist sie vom sogenannten Atomausstieg in der Bundesrepublik komplett ausgenommen. Wenn die Bundesregierung es mit dem Atomausstieg ernst meint, muss sie auch die Urananreicherung im eigenen Land beenden“, forderte Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und Mitglied im lokalen Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau.

„Die Atommüllproblematik wächst der Bundesregierung über den Kopf. Das neue Uranmülllager in Gronau verschärft die Problematik um den sicheren Verbleib von radioaktivem Abfall – auch, weil das Problem in die nächsten Generationen verschoben wird. Der Gronauer Uranmüll wird im Rahmen des neuen Standortauswahlgesetzes für die Bundesregierung nicht berücksichtigt – das ist unverantwortlich und verheißt für Gronau nichts Gutes,“ so Claudia Baitinger vom Arbeitskreis Atom des BUND NRW.

„Die Urananreicherung hat immer auch eine militärische Dimension. Sie ist der einfachste Weg zur Atombombe und selbst der abgereicherte Uranmüll wird noch für panzerbrechende Waffen genutzt. Mit dem gemeinsamen Ostermarsch in Gronau wollen wir deutlich machen, dass zu einer wirklichen Friedenspolitik zwingend der Ausstieg aus der Urananreicherung gehört,“ erklärte Joachim Schramm, Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) NRW.

„Völlig unverantwortlich sind auch die Verkaufspläne für die Betreiberfirma der Urananreicherungsanlage Gronau, die multinationale Urenco Ltd. Jeder Eigentümerwechsel bedeutet eine Weiterverbreitung der hochbrisanten Urananreicherungstechnologie. Die Bundesregierung muss mit ihrem Vetorecht diese Verkaufspläne stoppen. Die Devise muss lauten: „stilllegen statt verkaufen“, forderte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Weitere Infos:
www.ostermarsch-gronau.de, www.bbu-online.de, www.bund-nrw.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.nrw.dfg-vk.de, www.ostermarsch-ruhr.de“

Uranabbau in Grönland? – Besser die Finger von lassen

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Widerstand gegen Uranbergbau in Grönland formiert sich.

Weltweit wird von internationalen Konzernen intensiv nach Rohstoffen gesucht, darunter auch das für die Atomwirtschaft notwendige Uran. In Folge der Klimakatastrophe wird auch Grönland als ein künftiger Uran- und Rohstofflieferant immer bedeutsamer (Spiegel). Die Regierung hat angekündigt, den Uranbergbau angehen zu wollen und hat ein entsprechendes Verbot im Herbst letzten Jahres aufgehoben. Im März haben zwei Konferenzen in Nuuk und in Kopenhagen stattgefunden, die sich mit den Folgen des Uranbergbaus befassten. Als Fazit ist klar: Der Widerstand gegen einen Uranbergbau in Grönland hat erst begonnen. Hier als Dokumentation eine englischsprachige Pressemeldung der Organisatoren.

„Copenhagen and Nuuk, Thursday 27 March 2014, International conferences in Nuuk and Copenhagen document that uranium mining is not sustainable

Saturday 22 March and Tuesday 25 March, international conferences were held in Katuaq, The Cultural House of Greenland, in Nuuk, and in the Parliament building, Christiansborg in Copenhagen on the impacts of uranium mining in Greenland and the rest of the world. The organisers of the conferences were Avataq, The Danish Ecological Council, NOAH Friends of the Earth Denmark and SustainableEnergy.

Their objective was to help in providing information for the Greenlandic and Danish governments to determine whether the extraction, production and export of uranium can be done safely with respect to public health and the environment and if so how. Some of  the world’s most prominent experts on the nuclear fuel chain gave lectures at the conferences, including the Australian pediatrician, Helen Caldicott, who for more than four decades has been one of the most influential anti-nuclear activists in the world, and Jan Willem Storm van Leeuwen, expert in chemistry and energy systems at Ceedata Consultants in the Netherlands.

Furthermore, lectures were given in Copenhagen by Cindy Vestergaard, senior researcher at the Danish Institute for International Studies, and in Nuuk by Søren Hald Møller, headof the Greenlandic Environment Agency for Mineral Resources.

Storm van Leeuwen presented the first independent preliminary analysis of the health and environmental impacts of the controversial rare earth elements and uranium mining project at Kuannersuit/Kvanefjeld in Southern Greenland.

“After being bombarded with propaganda by the mining industry for more than five years, we finally get some neutral information from independent experts”, says Mikkel Myrup, chairman of Avataq, who attended both conferences. “Some of the parliamentarians who participated in the conference in Nuuk, made it clear that it was exactly this type of information that was lacking six month ago, when the uranium ban was repealed. It could have changed their vote”.

The conference in Nuuk was attended by the Minister of Industry and Minerals, Jens-Erik Kirkegaard. The politicians’ debate panel also included the chairman of the government party Atassut, Gerhardt Petersen, the chairman of Demokraatit, Anda Uldum, the vice-chairman of Partii Naleraq, Per Rosing Petersen, Saxtorph Didriksen from the government party Siumut, Kalistat Lund from Inuit Ataqatigiit, and the chairman of Partii Inuit, Nikku Olsen – most of them members of the Parliament of Greenland, Inatsisartut’s Natural Resources Committee.

“One of the most important messages is that there is still significant opposition to uranium mining in the Greenlandic and Danish parliaments”, says Hans Pedersen from Sustainable Energy. “At both conferences, representatives of Inuit Ataqatigiit stressed that the party intends to roll back the repeal of the uranium ban, when it returns to power”.

Johan Lund Olsen from Inuit Ataqatigiit, Finn Sørensen from the Red-Green Alliance and Christian Friis Bach from the Social Liberal Party participated in the politicians’ panel debate at Christiansborg. Among the more than one hundred attendants of the conference were representatives of research institutions and authorities, including the Prime Minister’s Office, the Ministry of Foreign Affairs, the Ministry of Business and Growth, Greenland Representation, The DCE – Danish Centre for Environment and Energy, the Danish Working Environment Authority, GEUS – the Geological Survey of Denmark and Greenland, the National Institute of Radiation Protection, Danish Decommissioning and European Environment Agency.

Both conferences were attended by members of citizens’ groups in Narsaq – the town located nearest to the planned uranium mine at Kuannersuit – who expressed their concern over the possible health and environmental impacts of the mining project. “There is no doubt that the opposition to uranium mining in the Danish Realm continues”, says Palle Bendsen from NOAH Friends of the Earth Denmark. ”During the last year we have developed an efficient cooperation between Greenlandic and Danish NGOs. At the same time, we benefit from the inputs from an ever-increasing network of international experts”.“

The conferences were funded by OOA Fonden, Græsrodsfonden, Gaia Trust, Miljø- og Energifonden af 2005, 1. Maj Fonden and Plums Fond for Økologi, Fred og  Bæredygtighed. The lecturers’ presentations can be found here: http://ecocouncil.dk/en/releases/presentations

For further information, please contact:
For Avataq (www.avataq.gl): Mikkel Myrup, tel.: +299 22 84 23, e-mail: mikkelmyrup(at)post.com

For The Danish Ecological Council (www.ecocouncil.dk): Christian Ege, tel.: +45 33 18 19 33, (mob.) +45 28 58 06 98, e-mail: christian(at)ecocouncil.dk and Niels Henrik Hooge, tel.: +45 21 83 79 94, e-mail: nielshenrikhooge(at)yahoo.dk

For NOAH Friends of the Earth Denmark (www.noah.dk): Palle Bendsen, tel.: +45 98 14 76 95, (mob.) +45 30 13 76 95, e-mail: pnb(at)mail.dk

For SustainableEnergy (www.ve.dk): Hans Pedersen, tel.: +45 51 92 24 14, e-mail:
pedersen(at)ve.dk

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