Hamburger EnergieWende: „Auf dem Weg ins Erneuerbare Wilhelmsburg“

HEW1Wie geht die Hamburger EnergieWende (HEW)? In vielen kleinen Schritten, könnte man einfach behaupten. Einen solchen Schritt stellt vielleicht die Veranstaltung der IBA Hamburg GmbH dar, die am 26. Januar im IBA Dock stattfinden wird. Kurioserweise wird – kurz vor den anstehenden Bürgerschaftswahlen Mitte Februar – sogar die noch amtierende Umweltsenatorin Jutta Blankau an der Diskussion über „erfolgreichen Klimaschutz auf nationaler, regionaler und Quartiersebene“ teilnehmen.

Gleich um die Ecke von Wilhelmsburg geht dann ein anderer wichtiger Baustein für die Klimakatastrophe in Betrieb: Vattenfall will – so der Vorsatz – mit vielen Jahren Verspätung den ersten Block des 1.600 MW Kohlekraftwerks Moorburg in Betrieb nehmen. Eine sicherlich ärgerliche Kulisse, vor dem über Klimaschutz in Wilhelmsburg debattiert werden muss. Aber so ist Vattenfall eben.

Die Einladung der IBA als Dokumentation: „Im Jahr 2010 erschien der Energieatlas der IBA Hamburg. Vier Jahre lang wurde das darin entwickelte Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg praktisch und mit viel positiver Resonanz umgesetzt. Mit Ende der Internationalen Bauausstellung stellt sich daher nun auch für das Klimaschutzkonzept die Frage, wie es weitergeht.

„Im Energieatlas – Werkbericht 1 ziehen wir aus den bisherigen Erfahrungen Bilanz und stellen die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzeptes in den Kontext aktueller Diskussionen zur Energiewende.

Zur Präsentation des Werkberichtes 1 möchten wir Sie nun herzlich einladen:

ENERGIEATLAS – WERKBERICHT 1
Auf dem Weg ins Erneuerbare Wilhelmsburg — Resultate und Ausblicke
26. Januar 2015 auf dem IBA DOCK, 13.00 Uhr Fachforum, 18.30 Uhr Buchpräsentation und Diskussion

Fachforum: Ab 13 Uhr werden im Rahmen einer Fachveranstaltung einige Aspekte des Werkberichtes genauer vorgestellt. Themen wie das Gebäude-Monitoring einzelner IBA-Projekte, Fragen der Sanierung, die Einbindung dezentraler Stromproduktion und die Erstellung einer Wärmestrategie für die Stadt Hamburg möchten wir mit Ihnen diskutieren. Das genaue Programm finden Sie laufend aktualisiert unter www.iba-hamburg.de/aktuelles.

Buchpräsentation und Diskussion: Ab 18.30 Uhr wird die Publikation feierlich präsentiert. Gemeinsam mit der Hamburger Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt Jutta Blankau diskutieren die Herausgeber Uli Hellweg (IBA Hamburg), Dr. Klaus Müschen (Umweltbundesamt) und Prof. Manfred Hegger (TU Darmstadt), wie erfolgreicher Klimaschutz auf nationaler, regionaler und Quartiersebene organisiert werden kann. Wer übernimmt die Verantwortung und steuert die Prozesse? Welche Folgen ergeben sich für die städtebaulich-architektonischen Planungen?

Anmeldung: Wir möchten Sie herzlich zu der Veranstaltung einladen und freuen uns über Ihre Anmeldung bis zum 20.1.2015 unter anmeldung@iba-hamburg.de. Bitte geben Sie im Falle Ihrer Anmeldung an, ob Sie an einem oder beiden Veranstaltungsteilen teilnehmen werden.

Veranstaltungsort: IBA DOCK, Am Zollhafen 12, 20539 Hamburg (Nähe S-Bahn Hamburg-Veddel)“

Verkauf von Atomwaffen-Technik der URENCO: Die internationalen Verträge und der Super-Gau der Weiterverbreitung

Urananreicherung findet in Deutschland bei der URENCO statt: Technisch ist die Herstellung von atomwaffenfähigem hochangereichertem Uran möglich. Foto: Dirk Seifert
Urananreicherung bei der URENCO: Technisch ist die Herstellung von atomwaffenfähigem hochangereichertem Uran möglich. Internationale Verträge zwischen den Staaten, in denen URENCO aktiv ist, sollen die Nicht-Verbreitung von Atomwaffen-Technik und -Material verhindern. Foto: Dirk Seifert

Atomwaffen-Technologie zur Anreicherung von Uran der URENCO soll verkauft werden. Darüber verhandeln derzeit die drei Staaten Deutschland, Großbritannien und die Niederlande. Ein erster Markttest ist Anfang des Jahres abgeschlossen worden. Die Urananreicherung im Rahmen der URENCO ist aufgrund seiner hohen militärischen Brisanz mehreren internationalen Staats-Verträgen unterworfen. Die Verträge regeln einerseits die kommerzielle Förderung der Nutzung der Gaszentrifugen-Technologie zur Herstellung von angereichertem Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken zur Stromerzeugung. Andererseits regeln die Verträge das Verbot zur Anreicherung von Uran235 zur Herstellung von atomwaffenfähigem Uran.

Vier internationale Verträge mit völkerrechtlicher Verbindlichkeit sind seit der Gründung Anfang der 1970er Jahre durch die jeweiligen Vertragsstaaten über die Tätigkeit der URENCO verhandelt und ratifiziert worden. Die Verträge gibt es gleich unten als PDF mit jeweiligen kurzen Erläuterungen.

In den 70er Jahren kam es bei der URENCO zum Super-Gau in Sachen Weiterverbreitung von Atomwaffen-Technologie. Der pakistanische Wissenschaftler Abdul Qadeer Khan, der heute als Vater der Pakistanischen Atombombe gilt, konnte unbemerkt Knowhow, Blaupausen und Material stehlen. Während in Pakistan damit die Entwicklung der Atombombe vorangetrieben wurde, verkaufte Khan sein Wissen und Knowhow an weitere Staaten. Darüber berichtet diese Dokumentation auf Youtube:

Der gefährlichste Mann der Welt – Abdul Qadeer Khan
Teil 1 https://www.youtube.com/watch?v=8wAIf4W3u8E
Teil 2 https://www.youtube.com/watch?v=4tQPhEriaFw
Teil 3 https://www.youtube.com/watch?v=Loty2cVEXRw

Siehe dazu auch auf Phoenix diese Texthinweise: Die großen Atomspione (2/2). Der gefährlichste Mann der Welt – Abdul Qadeer Khan

Die internationalen Staats-Verträge zur Kontrolle und Förderung der URENCO

Der Vertrag von Almelo (PDF), 1970, Vertrag zur Gründung der URENCO für Forschung, Entwicklung, Bau und Betrieb von tri-nationalen Uranreicherungsanlagen auf Basis von Gaszentrifugen, Deutschland, Niederlande, Großbritannien

Der Vertrag von Washington (PDF), 1992-94, Vertrag über Bau und Betrieb einer Urananreicherungsanlage der URENCO in den USA. Vertragspartner: Deutschland, Niederlande, Großbritannien und die USA

Der Vertrag von Cardiff (PDF) 2005/6, Vertrag zur Beteiligung der AREVA/Frankreich zu 50 Prozent an der Enrichment Technology Company ETC für Forschung, Entwicklung und Bau von Urananreicherungsanlagen mit Gaszentrifugen. Die ETC war vorher als Unternehmen von URENCO ausgegründet worden, um den Betrieb von Forschung, Entwicklung und Bau zu trennen. Die ehemals 100 Prozentige Urenco-Tochter wird seit 2007 zu gleichen Teilen von URENCO und AREVA betrieben. U.a. baut die ETC für die AREVA eine neue Urananreicherungsanlage George-Bresse-II. Vertragspartner: Deutschland, Niederlande, Großbritannien und Frankreich.

Der Vertrag von Paris (PDF), 2011-12, Vertrag zum Bau und Betrieb von Urananreicherungsanlagen auf Basis der von URENCO entwickelten und für ETC lizensierten Gaszentrifugen. Vertragspartner sind die USA und die im Cardiff-Vertrag beteiligten Partner Deutschland, Niederlande, Großbritannien und Frankreich.

Uranfabrik Gronau: „Sperrmüll statt Atommüll“ – Blockade der Urananreicherungsanlage

Urenco-Wertstoff-Spermuell03Die Uranfabrik in Gronau dürfte in diesem Jahr noch vielfach in die Schlagzeilen geraten. Nicht nur, weil ihr Betrieb vom Atomausstieg ausgenommen ist. Nicht nur, weil die militärisch brisante Urananreicherungstechnik mit ihren Zentrifugen zum Verkauf steht. Aber auch, weil in Gronau immer neuer Atommüll entsteht, den die Betreiber lieber Wertstoff nennen und den sie in diesem Jahr in ein neues Lager packen wollen. Auch dieses Lager ist ohne jede zeitliche Befristung genehmigt. Kein Wunder also, dass heute Anti-Atom-AktivistInnen zur Tat schritten und eine kleine Blockade der Uran-Anlage organisierten. Parole: „Sperrmüll statt Atommüll“! umwelfFAIRaendern dokumentiert die Presseerklärung der AktivistInnen:

Urenco-Wertstoff-Spermuell01Am heutigen Morgen gegen 9.30 Uhr wurde die Schienenzufahrt der Urananreicherungsanlage in Gronau unter dem Motto „Sperrmüll statt Atommüll“ blockiert. Dabei wurde auf das zur Anlage führende Stichgleis verschiedenster Sperrmüll gestellt. Beschriftet waren die ausgedienten Sofas, Schranktüren, Matratzen und Wäschespinnen mit Urenco-Wertstoff-Spermuell02Sprüchen wie „Sperrmüll gegen Atommüll“ oder „Dieser Müll strahlt nicht“. Hintergrund der Aktion ist, dass in diesem Jahr die Urenco ein neues Dauerlager für Uranmüll in Betrieb nehmen will.

Urenco-Wertstoff-Spermuell04„Wir wenden uns mit unserer Aktion gegen die Produktion und Einlagerung weiteren radioaktiven Mülls in Gronau. Im Gegensatz zu Sperrmüll strahlt dieser Müll auch nach Milliarden von Jahren noch und kann nicht einfach entsorgt werden.“, erklärt eine der beteiligten Atomkraftgegner*innen. „Mit der Blockade soll symbolisch verhindert werden, dass das neue Lager in Betrieb genommen werden kann und Atommüll hier Jahrtausende vor sich hinstrahlt. Unsere Sperrmüllkunst ist nichts gegen Urencos Atommüll.“

Die Urananreicherungsanlage in Gronau hat eine unbefristete Betriebsgenehmigung und darf somit unbefristet Atommüll (in Form von abgereichertem Uran) produzieren. Eine neue Lagerhalle wurde im letzten Jahr fertig gestellt – hier soll abgereichertes Uranoxid unbefristet gelagert werden. Andere Lagerungsmöglichkeiten sind keine in Sicht, in Gronau entsteht also ein neues Endloslager. Verbunden ist dies auch mit zahlreichen Urantransporten – das abgereicherte Uranhexafluorid wird erst in eine Konversionsanlage in Pierrelatte in Frankreich gefahren, dort umgewandelt und als Uranoxid zurückgefahren und in Gronau gelagert. „Das ist ein atomarer Wahnsinn. Deshalb gehört die Urananreicherungsanlage sofort stillgelegt.“ sind sich die Atomkraftgegner*innen einig.“

Siehe auch hier bei Indimedia.

Je suis CHARLIE

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Deutschlandfunk: Die letzte Karikatur des Chefs von „Charlie Hebdo“, Stéphane Charbonnier. (Stéphane Charbonnier/“Charlie Hebdo“) „Immer noch keine Attentate in Frankreich.“ Der Bärtige erwidert: „Na, warten Sie mal ab. Man hat bis Ende Januar Zeit, um die Festaggsgrüße auszurichten.“

 

Die Süddeutsche: „Das ist gegen den Islam“

FAZ: Satiremagazin „Titanic“ „Wir müssen jetzt erst recht Witze machen“

taz: Kommentar Anschlag auf „Charlie Hebdo“: Angriff auf die Pressefreiheit

DLF: „Charlie Hebdo“ Trauer und Solidaritätsbekundungen nach dem Anschlag

Deutschlandfunk-Dokument: Die letzte Karikatur des Chefs von „Charlie Hebdo“

Atomtransporte: Radioaktiv durch Rheinland-Pfalz

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Atomtransporte mit Uranerzkonzentrat rollen auch durch Rheinland-Pfalz Richtung Frankreich. Hier ein Atomzug mit Uranerzkonzentrat aus Namibia. Nach der Ankunft per Schiff, geht die Reise von Hamburg über NRW und RP zur Weiterverarbeitung für die Herstellung von Brennelementen für AKWs zunächst nach Frankreich. Foto: Dirk Seifert

Atomausstieg? Nicht, wenn man die Zahlen und Daten der Atomtransporte betrachtet. Denn obwohl in Deutschland acht Atomkraftwerke nach Fukushima abgeschaltet wurden, sind für die Versorgung von Atommeilern in aller Welt die beiden Uranfabriken in Gronau (Anreicherung) und Lingen (Brennelementeherstellung) weiterhin unbefristet im Geschäft. Das verursacht zahlreiche Atomtransporte. Außerdem rollen kreuz und quer Atomtransporte im Transit durch Deutschland, z.B. aus Schweden oder Russland Richtung Frankreich, Belgien oder die Schweiz. Auch das rot-grüne Bundesland Rheinland-Pfalz wird von den atomaren Geisterfahrten nicht verschont. Parlamentarische Anfragen über die geheimen Transporte zeigen: Die Zahl bestimmter Atomtransporte steigt sogar teilweise. „Atomtransporte: Radioaktiv durch Rheinland-Pfalz“ weiterlesen

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