Gorleben und kein Konsens: Der schwarze Fleck auf der weißen Atommüll-Landkarte

19012016-Gesicht zeigen-Konrad stoppen78Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat nicht nur etwas gegen ein von der Kommission vorgezogenes nationale Begleitgremium zur Beseitigung eines „schwarzen Lochs“ im Standortauswahlgesetz, sondern auch dagegen, einen „schwarzen Fleck“ auf der atomaren Landkarte zu beseitigen. Der Streit um ein Papier in Sachen Gorleben für den Endbericht (PDF) der „Kommission zu Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ eskaliert. „Umweltministerin Hendricks hält es für einen Fehler, Gorleben schon vor dem neuen Suchlauf für ein Atomendlager aus dem Verfahren zu nehmen. Der Chef der Endlagerkommission hatte eine Klärung der Gorleben-Frage verlangt“, schreibt der Tagesspiegel.

Der Umweltverband BUND – Mitglied in der Kommission – schreibt auf seiner Seite nach der Vorlage des Berichts zu Gorleben in der letzten Kommissions-Sitzung: „Es war lange geplant, dass sich die Kommission in dem Berichtsabschnitt „nationale Erfahrungen“ auch zum Standort Gorleben äußern will. Dennoch sorgte die Vorlage in der Kommission für heftige Proteste. Dies gipfelte in der Forderung, die Vorlage aus dem Netz zu nehmen. Der BUND begrüßte die Vorlage ausdrücklich.“ In einer Presseerklärung des BUND vom 28. April heißt es mit Blick auf das Papier: „Außerdem gehe es auch um die kritische Aufarbeitung des Streits um den Standort Gorleben. Den dazu der Endlager-Suchkommission für ihren Abschlussbericht zuletzt vorgelegten Text unterstütze der BUND.“

Bereits zuvor hatte CDU-Kommissionsmitglied Steffen Kanitz das Papier scharf kritisiert. Jetzt berichtet Michael Bauchmüller in der Süddeutschen: „Nächste Woche will sich die Kommission mit der Streitfrage befassen. „Da steckt viel Sprengstoff drin“, sagt Unionsmann Kanitz. Knüpfe Müller den Erfolg des Gremiums an das Schicksal Gorlebens, „dann scheitert die ganze Kommission“.“

Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks springt nun ihrem Koalitionspartner in der Sache bei und widerspricht ihrem Partei-Genossen Michael Müller, der eine Klärung der Gorleben-Frage in der Kommission auf die Tagesordnung gesetzt hat.

Im Tagesspiegel heißt es dazu: „Hendricks sieht das anders. „Der große Fehler der Vergangenheit war, dass Gorleben ohne einen fairen und wissenschaftlichen Standort-Vergleich zum Endlager bestimmt werden sollte“, sagte sie. Gorleben sei „politisch gesetzt“ gewesen. Das habe „die Endlagerdebatte über Jahrzehnte vergiftet“. Aber dieser Fehler dürfe sich nicht wiederholen. „Wenn jetzt ein Standort aus politischen Gründen ausgeschlossen würde, hätten wir das gleiche Problem: Jeder andere Standort könnte sich darauf berufen, dass es keinen fairen, unvoreingenommenen wissenschaftsbasierten Vergleich gab“, gab Hendricks zu bedenken. Ihrer Einschätzung nach kann die Endlagersuche nur gelingen, „wenn in einem transparenten, wissenschaftlichen Vergleich der bestmögliche Standort ermittelt wird“.“

UPDATE!! Mit Schärfe reagieren nun auch Franz Untersteller (Grüne, Baden-Württemberg), Ulrike Scharf  (CSU, Bayern) und Christian Pegel (SPD, Mecklenburg-Vorpommern) in einer gemeinsamen Presseerklärung: „Die gute Arbeit der Endlagerkommission darf nicht torpediert werden“, heißt es dort und dann wird gegen Michael Müller scharf geschossen: „Mit Besorgnis haben heute (06.05.) drei Mitglieder der Endlagerkommission, der baden-württembergische Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller (GRÜNE), Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) sowie der Energieminister aus Mecklenburg-Vorpommern, Christian Pegel (SPD), auf Äußerungen des Kommissionsvorsitzenden Michael Müller reagiert. Medienberichten zufolge hatte dieser zuvor gefordert, die Endlagerkommission solle einen möglichen Standort Gorleben vorab aus dem weiteren Suchverfahren ausschließen.“ Der Rest dieser PM ist hier online.

Die Süddeutsche zitiert Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel: „“Gorleben ist eine offene Wunde“ … Wie viel Wahrheit in der Feststellung von der politischen Durchsetzbarkeit stecke, „würde jeder erfahren, der Gorleben durchzusetzen versucht“.“ Die SZ zitiert auch den Grünen Energieminister aus Schleswig-Holstein, Robert Habeck, der darauf verweist, dass Gorleben zu Beginn des Verfahrens im Rennen geblieben ist: „“Die Kommission wurde unter dieser Bedingung eingesetzt“, sagt Robert Habeck, grüner Umweltminister in Schleswig-Holstein. „Ein Kriterium wie ,politische Akzeptanz‘ wurde bewusst verworfen.“ Jetzt, kurz vor Ende des Projekts, müsse das so akzeptiert werden.“

Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (*), für die LINKE in der Kommission, reagierte vor einigen Tagen: „Die Erfahrungen aus Gorleben können in der Kommission nicht ignoriert werden. Daher braucht es ein solches Papier und es braucht auch eine Konsequenz. Gorleben ist im Konsens nicht machbar und gehört daher nicht in den Topf. Wenn wir zügig ein dauerhaft möglichst sicheres Atommülllager finden wollen, dann muss Gorleben endlich aus dem Verfahren genommen werden.“

Diese Position ist schon mit der Vorlage des Gesetzes zur Standortsuche und dem Beginn der Arbeit der Kommission immer wieder massiv von Bürgerinitiativen und Umweltverbänden wie Greenpeace massiv kritisiert worden. Einen Neustart bei der Endlagersuche mit Gorleben könne es vor dem Hintergrund einer Geschichte von Lügen, Tricks und politischen Setzungen nicht geben, ein neuer Konsens sei mit Gorleben nicht möglich.

Michael Müller, Co-Vorsitzender der Kommission laut SZ: „“Wenn man glaubwürdig einen Neuanfang machen will, dann muss man eine geschichtliche Aufarbeitung zulassen“, sagt Müller. Wäre da nur nicht dieses Fazit, auf das der ganze Text zuarbeitet: Ein Endlager in Gorleben, so heißt es ganz am Ende, wäre „angesichts der Geschichte (. . .) politisch nicht durchsetzbar“. Kurzum: Gorleben fiele aus der Suche heraus. „Auch Ausschlusskriterien sind politisch bestimmt“, sagt Müller. „Warum sollen soziale und geschichtliche Kriterien dazu nicht zählen?““

Dieser Position springt die BI Umweltschutz Lüchow Dannenberg in einer gestern veröffentlichten Presseerklärung zur Seite. Deren Sprecher Wolfgang Ehmke machte klar, dass das bisherige Abtauchen der Kommission in der Gorleben-Frage nicht funktionieren kann: „Und das hat aus Sicht der BI einen gewichtigen Grund, denn der Parteienkonsens, den einst die Unionsparteien, SPD und Grüne ausgehandelt hatten und ins Standortauswahlgesetz (StandAG) übersetzten, endete genau da, wo ein Schlussstrich unter die jedes Vertrauen zerstörenden Fehler in der Causa Gorleben hätte gezogen werden können.“ Weiter heißt es in der PM: „Das ist die wahre Kernbotschaft, denn man verschanzt sich hinter gut klingenden Textenpassagen und tut so, als ginge es im Kern nicht um Gorleben“, sekundiert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die BI kritisiert diejenigen in der Kommission, die nicht einmal ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen wollen, etwas Klärendes und Ehrliches zum bisherigen Standort zu formulieren.“

(*) Der Autor dieses Textes ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des MdB Hubertus Zdebel und Mitglied im BUND.

 

 

 

 

Klimawandel, Postwachstum, Kapitalismus: Zdebel bei Kongreß „Marx is muss“

Was kann man gegen den Klimawandel tun?“ und ein Streitgespräch mit Alexis Passadakis [Mitglied im Koordinierungskreis von Attac]  über „Postwachstumsökonomie im Kapitalismus?“ Das sind zwei Themen, mit denen sich der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel beim diesjährigen Kongreß „Marx is muss“ vom 5. – 8. Mai in Berlin beschäftigten wird. Mit inzwischen über 600 Anmeldungen dürfte es der größte Kongreß werden, den „marx21 – Netzwerk für internationalen Sozialismus“ organisiert hat.

Postwachstumsökonomie im Kapitalismus – Ein Streitgespräch

Höher, schneller, weiter? Unbegrenztes Wachstum findet auf Kosten der sozialen Gerechtigkeit und der ökologischen Nachhaltigkeit statt. Deshalb ist eine Wachstumswende nötig, um anders zu wirtschaften, besser zu leben und weniger zu verbrauchen. Das sagen die einen. Andere meinen hingegen: Die ökologische Ausbeutung und Ausplünderung unseres Ökosystems und die extreme Bereicherung weniger auf Kosten der Mehrheit liegen in der kapitalistischen Wirtschaftsweise begründet. Eine wirkliche Wende zu einer Postwachstumsökonomie wird es nur geben, wenn der Kapitalismus überwunden wird. Diesem Gegensatz widmen sich Alexis Passadakis [Mitglied im Koordinierungskreis von Attac] (angefragt) und der Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Hubertus Zdebel, in einem Streitgespräch.

Ort: Seminarraum 2 Datum: 6. Mai 2016 Zeit: 15:00 – 16:30
  • Kann man was gegen den Klimawandel tun?

Mit dem Abkommen des Klimagipfels in Paris brachen viele Kommentatoren und Beobachter in Jubelstürmen aus: erstmals seit Kyoto sieht es so aus, als ob sich die Staatengemeinschaft auf verbindliche Ziele zum Klimaschutz geeinigt haben. Doch das Abkommen bleibt eine Mogelpackung. Die entscheidenden Akteure des Klimawandels, etwa die extrem auf fossile Brennstoffe ausgerichtete Großindustrie, werden weiterhin mit Samthandschuhen angefasst. Selbst das vage Wort der „Dekarbonisierung“ fiel den angeblich „historischen“ Verhandlungen zum Opfer. Wir wollen grundsätzlich diskutieren, ob Kapitalismus und Klimaschutz überhaupt zusammmengehen können, und ob nicht viel mehr ein „System Change“ vorangehen müsste, um das Klima tatsächlich zu retten.

Ort: Münzenbergsaal 1 Datum: 8. Mai 2016 Zeit: 10:00 – 11:30 mit

„Endlager“-Kommission: Gorleben und die Geschichte von „Oberschiedsrichtern“, Diffamierungen und „gottgleicher Stellung“

ASSE-2016-Kleemann-ua
Der Geologe Ulrich Kleemann (rechts im Bild), ehemals BfS und ASSE GmbH und heute Mitglied der „Endlager“-Kommission

Gorleben und damit der jahrzehntelange Konflikt ist in der „Endlager“-Kommission nun angekommen und steht auf der Tagesordnung. Im Hintergrund war Gorleben immer Thema, aber bislang nur einmal im Zusammenhang mit der sogenannten „Veränderungssperre“ war das auch deutlich zu vernehmen. Jetzt sorgt ein Text-Entwurf für den Bericht der Kommission für offene Debatte, denn da wird nicht nur die wissenschaftliche und politische Kontroverse nach gezeichnet. Es wird auch eine Konsequenz für die weitere Endlager-Suche nahegelegt: Gorleben ist vor dem Hintergrund dieser Kontroverse politisch nicht durchsetzbar, heißt es in Anlehnung an eine Aussage des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (CDU). Die längst überfällige Kontroverse ist da. Auf Steffen Kanitz (CDU) und eine Stellungnahme der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) reagiert jetzt mit deutlichen Worten der Geologe Ulrich Kleemann.

Auch wenn Kleemann (Vorstellung auf der Homepage der Kommission) einräumt, dass „Textkürzungen und Umformulierungen einiger Passagen“ des Entwurfs für den Gorleben-Berichts-Teil nachvollziehbar sind. Massiv widerspricht er der Auffassung des CDU-Kommissionsmitglieds Steffen Kanitz:

„Ich empfinde den Text aber keineswegs als tendenziös, da er die zahlreichen Widersprüche offen anspricht, ohne einseitig zu sein. Die Stellungnahme der BGR vom 21.4.2016 bestätigt dies im Kern. Es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass es immer wieder erhebliche wissenschaftliche Zweifel an der Eignung des Salzstocks Gorleben gab. Von Seiten der staatlichen Organisationen oder politischen Kräften wurden über Jahrzehnte hinweg kritische Wissenschaftler jedoch ignoriert, teilweise diffamiert oder in ihren beruflichen Möglichkeiten beschränkt. Hier wären teilweise noch viel schärfere Formulierungen möglich, als dies in dem Berichtsentwurf der Fall ist“, heißt es in der Drucksache K-Drs.217 „Zu K-Drs. 215 / Stellungnahme der BGR zum Entwurf des Berichtsteils zu Kap. 4.2.4„.

Kleemann, der lange im Bundesamt für Strahlenschutz tätig war, schreibt weiter: „Die BGR war in der Auseinandersetzung um Gorleben über Jahrzehnte hinweg als nachgeordnete Behörde des Bundeswirtschaftsministeriums „Partei“, die den Standort Gorleben nach außen zu verteidigen hatte.“

Für einen Neuanfang bei der Endlagersuche brauche es aber „Raum für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit kritischen Stimmen geschaffen wird, ohne dass Kritiker mundtot gemacht werden.“

Kleemann erinnert in diesem Zusammenhang an Auseinandersetzungen, von denen er selbst betroffen war und gegen die er  juristisch erfolgreich 2011 gegen zwei CDU/CSU-Abgeordnete vorgegangen war. Diese hätten versucht, ihn mit „ehrabschneidenden Behauptungen zu diffamieren“, schreibt er. Auch die BGR spielte dabei eine unrühmliche Rolle:

„In diesen zeitlichen und inhaltlichen Kontext fiel auch die BGR-Stellungnahme vom 12. Januar 2012, in der die BGR auf die wesentlichen Kernfragen meiner Studie überhaupt nicht eingeht und stattdessen nur Widersprüche in meiner, von der BGR verächtlich in Anführungsstriche gesetzten Studie, aufzudecken versucht. Ich habe die offenen Kernfragen 2012 auf meiner Homepage (www.kleemann-geologe.de/neues.htm) veröffentlicht, die meines Wissens bis heute unbeantwortet blieben:

  • Warum werden die unveröffentlichten Berichte der BGR nicht veröffentlicht?
  • Die BGR erwähnt zwar, dass Bewegungen im Erdmantel – also in ca. 30 km Tiefe – zu einer Aufwölbung auch im Bereich Gorleben geführt haben. Sie ignoriert aber, dass durch diese Aufwölbung die Erdkruste instabil geworden ist. Welche Folgen hat diese Instabilität für den Salzstock, wenn die nächsten Eiszeiten Gletscher über die Region Gorleben schieben? Warum setzt die BGR sich nicht mit der jüngeren Literatur zu den entsprechenden Störungen auseinander, die durch Eiszeiten ausgelöst werden können?
  • Zum Ausschluss der Tiefenstörungen ist die 2D-Seismik untauglich – warum verzichtet die BGR auf Untersuchungen mittels 3D-Seismik?
  • Wo berücksichtigt die BGR die Verhältnisse im Rotliegenden, also der Gesteinsschicht unter dem Salzstock, in der sich Gasvorkommen gebildet haben?
  • Auch die BGR streitet die Existenz von Bruchzonen, über die Gas von unten in den Salzstock gelangen könnte, nun nicht mehr ab. Die entscheidende Frage ist: wann waren diese noch aktiv? Die BGR schweigt dazu.
  • Wie belegt die BGR, dass keine Gase in den Endlagerbereich gelangen können?
  • Eiszeitgletscher haben tiefe Rinnen in die norddeutsche Erdoberfläche gefräst. Allerdings nicht bei jeder Eiszeit und nicht überall, sondern überwiegend in der Elsterzeit und in der mitteleuropäischen Senkungszone. Dabei ist das Deckgebirge über dem Gorlebener Salzstock verletzt worden, andere Salzstöcke blieben dagegen unversehrt. Wie begründet die BGR ihre Auffassung, dass diese Salzstöcke in Zukunft ebenfalls von Eiszeitgletschern beschädigt werden?
  • Warum bezieht die BGR die Arbeiten des Geologischen Landesamtes von Brandenburg nicht mit ein, die eine bedeutende aktive Bruchzone im Bereich des Gorlebener Salzstockes zeigen? (Beispielsweise sämtliche Arbeiten von Stackebrandt, auch die aus den Jahren 2004 und 2005?).
  • Warum wurden und werden auch andere wesentliche Literaturstellen nicht erwähnt?“

Diese Hinweise adressiert Kleemann ausdrücklich an das Kommissionsmitglied Kanitz, der sich in seiner Erwiderung auf den Gorleben-Entwurf auch auf diese Stellungnahmen der BGR bezogen hatte.

Kleemann zieht sein Fazit so: „Für die Schaffung von Vertrauen in das neue Standortauswahlverfahren ist es m.E. unerlässlich, wenn für kritische Wissenschaftler gleiche Augenhöhe auch gegenüber Bundesbehörden sichergestellt wird. Das bedeutet, dass staatlichen Organisationen nicht als „Oberschiedsrichter“ quasi eine gottgleiche Stellung gegeben wird. Ein transparentes und nachvollziehbares Standortauswahlverfahren setzt voraus, dass staatliche Behörden Kritik nicht als Majestätsbeleidigung ansehen, sondern sich offen und selbstkritisch mit den Argumenten auseinandersetzen. Ich setze da stark auf die neue Führung der BGR.
Ich bitte ebenfalls um Veröffentlichung dieses Briefes als Kommissionsdrucksache.“

  • Siehe auch: Dr. Ulrich Kleemann: „Bewertung des Endlager-Standortes Gorleben – Geologische Probleme und offene Fragen im Zusammenhang mit einer Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben“ (2011). Eine Studie im Auftrag der Rechtshilfe Gorleben.

 

 

Fracking-Verbot in NRW: Hannelore Kraft kann sich nicht auf SPD-Bundestagsfraktion verlassen und muss endlich ihre Hausaufgaben machen

IMAG0058„Anstatt immer mit dem Finger auf die CDU zu zeigen, muss Ministerpräsidentin Hannelore Kraft endlich einen Landesentwicklungsplan (LEP NRW) vorlegen, der Fracking ohne Ausnahmen ausschließt“,  kritisiert der aus NRW stammende Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Umweltausschuss. „Entgegen dem Eindruck, den die SPD-Grünen Landesregierung in NRW hervorrufen will, wird Fracking im Entwurf des LEP nicht umfassend ausgeschlossen. Die Landesregierung präsentiert stattdessen eine Mogelpackung. So wäre beispielsweise Fracking im Sandgestein erlaubt. Und wenn Frau Kraft erklärt, sie würde in NRW Forschungsbohrungen ausschließen, dann steht das im Widerspruch zu ihrem LEP-Entwurf. Denn danach sind Erkundungsbohrungen, Probe- und Forschungsbohrungen in jedem Gestein erlaubt. Wohlweislich verschweigt sie zudem, dass die SPD im Bundestag sogar bereit gewesen wäre, sich mit der CDU/CSU auf ein Fracking-Erlaubnisgesetz zu einigen.“ Zdebel weiter:

„Ministerpräsidentin Hannelore Kraft weiß, dass sie angesichts der Pläne der Großen Koalition in Berlin für ein Pro-Fracking-Gesetz ihr Versprechen gegenüber der Bevölkerung nicht halten kann, Fracking in NRW nicht zuzulassen. Dabei kann sie sich nicht einmal auf die SPD-Bundestagsfraktion verlassen. Wie jetzt bekannt wurde, war diese vor wenigen Tagen in Verhandlungen mit der CDU/CSU von ihrer Forderung abgerückt, den Bundesländern ein Veto-Recht beim Fracking zuzugestehen. Ferner hätte die SPD die umstrittene, einseitig besetzte Expertenkommission, die laut Gesetzentwurf die Unbedenklichkeit von Fracking in bestimmten geologischen Formationen. feststellen soll, mitgetragen – wenn auch nur in beratender, nicht entscheidender Funktion. Doch das würde angesichts der faktischen Wirkung von Stellungnahmen dieser Kommission nicht wirklich etwas ändern. Darüber hinaus war die SPD-Bundestagsfraktion bereit, einem Verfahren zustimmen, nach dem zwar das Parlament das letzte Wort haben, aber automatisch ein Genehmigungsverfahren beginnen sollte, träfe das Parlament dann keine Entscheidung – was angesichts der Koalitionsdisziplin der Regelfall sein dürfte.

Angesichts dieser Gemengelage fordert DIE LINKE einen sofortigen Abbruch der Verhandlungen  zum Pro-Fracking-Recht in Berlin. Stattdessen muss endlich ein Fracking-Verbot durch eine konsequente Änderung des Bundesberggesetzes festgeschrieben werden.“

Russland und Uran aus Tansania

DarEsSalaam-Tanzania-Urankonferenz-Foto-DirkSeifert0020
Uranbergbau bedroht in Tansania Menschen und die Tierwelt

Sputniknews berichtet über russische Aktivitäten zum Uranabbau in Tansania: „Russland will nach Angaben von Industrie- und Handelsminister Denis Manturow Uran in Tansania fördern. Ein dahin gehender Vertrag dürfte in nächster Zeit unterzeichnet werden, sagte der Minister am Donnerstag in Daressalam“, ist dort zu lesen. Derzeit werde noch an den Vertrags-Details gearbeitet, heißt es bei Sputniknews weiter. Diese sollen aber angeblich in nächster Zeit abgeschlossen sein.

In Tansania wird an mehreren Orten nach Uran gesucht bzw. der Uranbergbau vorbereitet. Unter anderem mitten in einem der größten Tierschutzgebiete der Welt, für das die UN auf Drängen Russlands eine Ausnahmegenehmigung erteilt hatte.

Auch die Region Bahi gilt als Gebiet, in dem es zu einem Uranabbau kommen könnte:

×