Gemeinsam in Gronau gegen Atomgefahren – Ostermarsch 2015

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich möchte euch einladen, gemeinsam mit mir am Karfreitag am Ostermarsch in Gronau zu demonstrieren. Inzwischen rufen über 50 Initiativen und Organisationen sie dieser Ostermarsch-Aktion auf, darunter auch der Landesvorstand der LINKEN in NRW. Wir brauchen gerade in diesen Wochen und Monaten eine starke Friedensbewegung und wir brauchen Abrüstung und weniger zivilmilitärische Atomgefahren. In Gronau steht eine Uranfabrik, in der nicht nur der Brennstoff für gefährliche AKWs in aller Welt hergestellt wird. Die Urananreicherungs-Technik der Gaszentrifugen, die dort zum Einsatz kommt, könnte jederzeit auch atomwaffenfähiges Uran herstellen. Die Urananreicherung der URENCO in Gronau ist der „der Schlüssel zur Atombombe“ schreibt die Süddeutsche Zeitung völlig zurecht. Grund genug also, gemeinsam in Gronau für den Ende dieser Atomanlage zu demonstrieren!

Informationen zum Ostermarsch 2015 in Gronau (Die Seite ist möglicherweise nicht erreichbar, es gibt offenbar Probleme mit dem Server/Provider)

Ausgerechnet diese auch militärisch extrem brisante Atomtechnik soll jetzt verkauft werden. Die Atomkonzerne E.on und RWE, denen ein Drittel der URENCO gehört, sind fast Pleite und brauchen dringend frisches Kapital. Dafür wollen sie gemeinsam mit den Regierungen von Großbritannien und den Niederlanden die Urananlagen verkaufen. Insgesamt rund 10 Mrd. Euro soll das einbringen. Ich bin der Meinung: Diese gefährliche Technik gehört nicht verkauft. Für mich das ein Spiel mit dem Feuer, denn jede Form der Weiterverbreitung erhöht das Risiko, dass diese gefährliche Technik in falsche Hände gerät. Die Urananlagen der URENCO und damit auch die Anlage in Gronau müssen endlich abgeschaltet und dicht gemacht werden!

Ein Skandal ist auch, dass die Uranfabrik in Gronau vom Atomausstieg komplett ausgenommen ist. An NRW geht der Atomausstieg komplett vorbei! Wenn 2021 und 22 die letzten sechs Atomkraftwerke vom Netz gehen, darf in Gronau hemmungslos weiter Atombrennstoff hergestellt werden. Ohne jede Befristung soll weiterhin jedes zehnte Atomkraftwerk auf der Welt mit Uranbrennstoff „Made in Germany“ versorgt werden. Statt Ausstieg gibt es immer mehr Atommüll. Noch in diesem Jahr soll in Gronau eine Atommüllhalle für 60.000 Tonnen Uranabfall in Betrieb genommen werden. Und auch dieser strahlende Müll soll ohne jede Befristung in Gronau gelagert werden!

Ich werde am Karfreitag in Gronau gegen Atomgefahren und für das Ende der Atommüllproduktion demonstrieren! Frieden und Atomenergie geht nicht zusammen! Und ich würde mich freuen, wenn wir als LINKE am Karfreitag gemeinsame ein starkes Statement abgeben. Um 11.57 Uhr geht es vor der URENCO in Gronau los. „Es ist Drei vor Zwölf – Urananreicherung sofort beenden statt verkaufen“ heißt es im Aufruf, den auch der Landesvorstand der LINKEN in NRW unterstützt!

Wir sehen uns in Gronau! Wie ihr da hin kommt erfahrt ihr hier! (Die Seite ist möglicherweise nicht erreichbar, es gibt offenbar Probleme mit dem Server/Provider)

Anfahrt: Mit dem Auto könnt ihr an der UAA parken (Röntgenstraße/Max-Planck-Straße), dazu nehmt ihr von der B54 die Abfahrt Gronau-Ost/Epe und fahrt direkt über die Kreuzung mit der Ochtruper Straße durch das Gewerbegebiet zur UAA. Am besten parkt ihr vor der Eisenbahnbrücke – die Auftaktkundgebung beginnt direkt auf der anderen Brückenseite vor dem UAA-Haupttor.
Mit dem Zug könnt ihr um 9.52 Uhr in Dortmund starten oder um 10.08 Uhr in Münster (Treffpunkt Münster: 9.45 Uhr am DB-Reisezentrum, Bremer Platz). Beide Züge werden von einem Shuttle-Bus in Gronau am Bahnhof mit der UAA verbunden. Auch für die Rückfahrt zum Gronauer Bahnhof ist gesorgt.

Hubertus Zdebel
NRW-Bundestagsabgeordneter aus Münster, Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE im Bundestag.
www.hubertus-zdebel.de

Klimaschutz aktiv: Erst zur Konferenz „Kampf ums Klima“ – dann AntiKohleKette und Camp gegen RWE

banner240x400Die Energiewende ist auf dem Weg, aber immer noch heizen viel zu viele Kohlekraftwerke das Klima weiter an. Vor allem die Braunkohle ist für verheerende Umweltschäden und viel zu hohe CO2-Emissionen verantwortlich. In NRW ist dafür der Konzern RWE verantwortlich, der sogar noch neue Braunkohlegebiete erschließen will. Grund genug aktiv zu werden. Zahlreiche Umweltverbände rufen daher für den 25. April zu einer Menschenkette im Rheinland auf. Vorher gibt es in Köln vom 10. – 12. April die Konferenz „Veranstaltet wird die Konferenz u.a. von der Rosa Luxemburg Stiftung, attac und ausgeCO2hlt. Außerdem wird Naomi Klein dabei sein, deren neues Buch ich gern empfehle!

anti-kohle.kette-1-300x300Beide Termine habe ich mir in den Kalender eingetragen und werde dabei sei, in Köln und im Rheinland. In Köln werde ich auch einen Workshop machen: „No risk, no… -Stromkonzerne vergesellschaften?!“

Wenn ich es schaffe, werde ich auch noch das Klima-Camp der BUND-Jugend besuchen. Bereits letzten Jahr war ich im Klima-Camp dabei und habe dort viele gute Gespräche geführt. Besonders für die Vernetzung und die Planung von weiteren Aktionen sind diese Camps sehr wichtig. Immerhin steht ja noch einiges in diesem Jahr an, um den Kohleausstieg durchzusetzen.
flyer-anti-kohle-camp-web-banner_hoch_ohne_logo_2Und Ende des Jahres findet in Paris die nächste internationale Klimakonferenz COP21 statt. Damit dort wirklich was für den Klimaschutz passiert, gibt es noch jede Menge zu tun. Den Auftakt machen wir im April!

Vattenfall, das Kohlekraftwerk Moorburg und die Kohle aus Südafrika

KohlekraftwerkMoorburgVattenfallLaut eigenen Aussagen wird das neue Kohlekraftwerk von Vattenfall in Hamburg Moorburg mit Kohle auch aus Südafrika befeuert. Das erklärte jüngst der Betriebsleiter in einem Interview mit den Klimarettern. Südafrika? Kohlebergbau? Darüber schreibt Victoria Schneider von den Krautreportern: „Mit Ruß beschmierte Kinder, giftige Gase, ungenießbares Trinkwasser: Für den Kohleabbau zahlen die ärmsten der armen Südafrikaner in der Nähe der Zechen einen hohen Preis. Doch Steinkohle bleibt weltweit eine wichtige Energiequelle. Wenn Deutschland ab 2018 nicht mehr selbst fördert, wird eben mehr importiert – auch aus Südafrika.“

Ausführlich widmet sich die Autorin den Folgen des Kohlebergbaus in Südafrika, was mit den Menschen und der Umwelt dort geschieht. Von Armut, von Konzernen die Kosten sparen wollen, von giftigem Wasser und vielem mehr ist dort die Rede.

Unter anderem schreibt sie: „Erdlöcher, Umweltverschmutzung, saures Grundwasser, die Liste der Umweltschäden und gesundheitlichen Folgen von Kohleabbau ist lang – und von zahlreichen Studien belegt. Denn der Abbau von und die Energiegewinnung durch Kohle verursacht nicht nur hohe Werte an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2). Auch Schwefeldioxid (SO2), Stickoxide (NOX), Feinstaub und Quecksilber werden freigesetzt.“

In dem Interview der Klimaretter sagte der Kraftwerksleiter von Moorburg: „Wir nehmen Kritik an den sozialen und ökologischen Standards in bestimmten Lieferländern sehr ernst. Es verbessert die Situation aber nicht, wenn wir keine Kohle aus diesen Ländern mehr kaufen. Der bessere Weg ist meines Erachtens, sich für die Verbesserung der Situation einzusetzen. Das tun wir. Wir sind Mitbegründer der Initiative Bettercoal, die das Ziel hat, die sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen in den internationalen Kohlelieferketten zu verbessern. Im Übrigen: Wir haben in Moorburg keine Kohle aus Kolumbien.“

Taumelnde Energiekonzerne: Atomenergie am Ende und was nun?

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Dokumentation: Mit dieser Anzeige, die der E.on-Werbung „nachempfunden“ ist, ist das Büro .ausgestrahlt aktiv, um zu verhindern, dass sich die Atomkonzerne bei den Kosten für die Atommülllagerung aus dem Staub machen.

Die Atomenergie geht – mit wenigen Ausnahmen(*) – Schritt für Schritt in Deutschland ihrem Ende entgegen. Oder eben nicht. Denn die atomaren Hinterlassenschaften werden noch für eine knappe Million Jahre ein wenig Aufmerksamkeit erfordern. Die Stromkonzerne sind mächtig ins Taumeln geraten und suchen verzweifelt nach neuen Perspektiven. Eine davon: Sich um die sogenannten Ewigkeitskosten für die Atommülllagerung zu drücken, neudeutsch als Schaffung einer Bad-Bank zu bezeichnen. Die Zeche sollen die BürgerInnen zahlen. Doch das reicht nicht aus, um aus der schweren Strukturkrise rauszukommen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die Konzerne stehen vor dem größten Strukturwandel in der Energiewirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg – und könnten ihn verlieren. „Taumelnde Energiekonzerne: Atomenergie am Ende und was nun?“ weiterlesen

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