Atomtransporte und Uranlieferungen aus Lingen für neuen Atomreaktor in Finnland – Bundesregierung bleibt tatenlos!

„Atomtransporte mit frischen Brennelementen aus der Uranfabrik in Lingen versorgen den neuen Atomreaktor EPR in Finnland – und die vermeintlich atomausstiegsorientierte Bundesregierung sieht dabei tatenlos zu. Das ist maximal unglaubwürdig“, kritisiert der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) die Antwort der Bundesregierung auf seine entsprechende Anfrage (PDF).

Hubertus Zdebel weiter: „Die zuständige Staatssekretärin bestätigt in ihrer Antwort, dass in den letzten Monaten von Lingen aus der erste Reaktorkern des AKW-Neubaus im finnischen Olkiluoto über den Hamburger Hafen mit Uran-Brennelementen beliefert wurde. Neben den zwei am Standort befindlichen Siedewasserreaktoren soll der neue Block 3 des Druckwasserreaktors in Olkiluoto nach enormen Baukostensteigerungen und mit vielen Jahren Verzögerung 2019 in Betrieb gehen.

Der deutsche Atomausstieg ist und bleibt eine bestenfalls halbe Sache. Atomkraftwerke in Deutschland stillzulegen, beim Betrieb von maroden AKWs wie in Tihange oder sogar neuen Reaktoren wie in Finnland tatenlos zuzusehen, ist eine unglaubwürdige Politik. Die Uranfabriken in Lingen und Gronau versorgen ohne jede Befristung weltweit Atommeiler und garantieren damit deren Betrieb. Dabei zeigen Gutachten im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMUB), dass die Stilllegung von Gronau und Lingen machbar ist – wenn der politische Wille da ist. Es ist mehr als überfällig, dass bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen für die Fortsetzung einer Großen Koalition auch die Stilllegung der deutschen Uranfabriken auf die Tagesordnung gehört!“

Dokumentation Schriftliche Frage und Antwort der Bundesregierung:

Ihre Schriftliche Frage mit der Arbeitsnummer 1/1 85 vom 17. Januar 2018 (Eingang im Bundeskanzleramt am 17. Januar 2018) beantworte ich wie folgt:

Frage MdB Hubertus Zdebel: „ Ist es nach Kenntnis der Bundesregierung zutreffend, dass der noch im Bau befindliche neue Atomreaktor EPR im finnischen Olkiluoto seit Oktober 2017 mit frischen Brennelementen aus der Uranfabrik in Lingen mit bis zu 30 Atomtransporten über den Hamburger Hafen beliefert wird, und welche Konsequenzen will die Bundesregierung daraus ziehen, dass trotz des Atomausstiegs in Deutschland mit derartigen Uranlieferungen hiesige Atomanlagen weiterhin den Betrieb von Atomkraftwerken in aller Welt sicherstellen (Quelle: Tabelle auf der Homepage des BfE http://www.bfe.bund.de/SharedDocs/Downloads/B(E!DEl{achinfolne/transportgenehmigungen.html, abgerufen am 9.1.2018).“

Antwort BMUB, Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin, Mitglied des Deutschen Bundestages: „Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hat am 7. August 2017 eine entsprechende Genehmigung für den Transport von Brennelementen für Druckwasserreaktoren von Lingen nach Finnland erteilt. Das Atomgesetz gibt keine rechtlich belastbare Handhabe, die Verbringung von Brennelementen aus Deutschland zu verhindern. Bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen müssen Genehmigungen zum Transport und zur Ausfuhr solcher Brennelemente erteilt werden.“

Mehr zum Hintergrund:

Die Uranfabriken in Gronau und Lingen versorgen zahlreiche Atomkraftwerke in der Welt mit dem erforderlichen Uranbrennstoff. Im weltweiten Uranhandel nimmt die Bundesrepublik trotz Atomausstiegsbeschluss weiterhin eine führende Rolle ein. Versorgt werden so marode Reaktoren wie in Tihange und Doel (beide Belgien), aber eben auch der neue so genannte fortgeschrittene Reaktorneubau EPR in Olkiluoto. Die Bauzeit des Reaktors hat sich inzwischen um rund zehn Jahre verzögert und soll nun nach einer abermaligen Verschiebung im Mai 2019 in Betrieb gehen. Die Baukosten haben sich gegenüber früheren Vereinbarungen zwischen den damaligen Konstrukteuren Siemens und Framatome und dem finnischen Betreiber TVO verdreifach. Von ehemals rund drei Milliarden Euro sind die Baukosten heute bei fast zehn Milliarden angekommen. Immer wieder hat es gravierende Baumängel gegeben. Über die enormen Baukosten liegen die ehemaligen Partner bis heute im Rechtsstreit.

Auch das vergleichbare Projekt des EPR im französischen Flamanville ist finanziell und bezüglich der Bauzeiten aus dem Ruder gelaufen. Zahlreiche Bauteile sollen nicht den technischen Anforderungen entsprechen.

Neuer finnischer Atomreaktor mit Brennstoff aus deutscher Uranfabrik Lingen

„Nicht nur marode und gefährliche Atommeiler wie im belgischen Tihange werden mit Uranbrennstoff „Made in Germany“ beliefert. Auch der immer noch im Bau befindliche neue Atomreaktor im finnischen Olkiluoto (Block 3) wird derzeit offenbar mit Atombrennstoff aus der Uranfabrik in Lingen (AREVA) beliefert“, erklärt der Münsteraner Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE). Mit einer Schriftlichen Frage an die Bundesregierung will er jetzt klären, ob seine Informationen zutreffen.

Zdebel weiter: „Zahlreiche Atomtransporte mit frischen Brennelementen sind in den letzten Monaten des Jahres 2017 wiederholt von Lingen über den Hamburger Hafen nach Finnland exportiert worden. Weitere Transporte werden offenbar noch erfolgen. Deutsche Uranfabriken sorgen damit weiterhin dafür, dass weltweit die Atomgefahren bestehen bleiben. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Uranfabriken in Lingen und Gronau endlich dicht macht.“

TVO, der finnische Betreiber des AKW, teilte jüngst auf seiner Homepage mit: „The existing fuel contract between Areva and TVO extends to 2019. Areva will also produce the fuel for initial core loading of OL3 in 2017.“ OL3 ist der neue, noch im Bau befindliche EPR-Reaktor in Olkiluoto. Insgesamt fünf Atomtransporte von Lingen wurden 2017 mit jeweils mehreren frischen Brennelementen über den Hamburger Hafen nach Finnland geliefert. Laut einer Tabelle (PDF, Stand 09.01.2018) der zuständigen Genehmigungsbehörde, des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), ist der (vorerst) letzte Transport am 17. Dezember durchgeführt worden. (Die Tabelle wird regelmäßig hier erneuert.)

Hintergrund:

Die Uranfabriken in Gronau und Lingen versorgen zahlreiche Atomkraftwerke in der Welt mit dem erforderlichen Uranbrennstoff. Im weltweiten Uranhandel nimmt die Bundesrepublik trotz Atomausstiegsbeschluss weiterhin eine führende Rolle ein. Versorgt werden so marode Reaktoren wie in Tihange und Doel (beide Belgien), aber eben auch der neue so genannte fortgeschrittene Reaktorneubau EPR in Olkiluoto. Die Bauzeit des Reaktors hat sich inzwischen um rund zehn Jahre verzögert und soll nun nach einer abermaligen Verschiebung im Mai 2019 in Betrieb gehen. Die Baukosten haben sich gegenüber früheren Vereinbarungen zwischen den damaligen Konstrukteuren Siemens und Framatome und dem finnischen Betreiber TVO verdreifach. Von ehemals rund drei Milliarden Euro sind die Baukosten heute bei fast zehn Milliarden angekommen. Immer wieder hat es gravierende Baumängel gegeben. Über die enormen Baukosten liegen die ehemaligen Partner bis heute im Rechtsstreit.

Auch das vergleichbare Projekt des EPR im französischen Flamanville ist finanziell und bezüglich der Bauzeiten aus dem Ruder gelaufen. Zahlreiche Bauteile sollen nicht den technischen Anforderungen entsprechen.

Krise der Atomkonzerne: Französischer Atomgigant AREVA vor dem Super-GAU

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Schaltet sich AREVA bald selbst ab? Foto: Pay Numrich

Der Stolz der Grande Nation bald ein Scherbenhaufen? 2014 erzielt der französische Atomgigant einen „Rekordverlust von 4,8 Milliarden Euro“… „Seither arbeitet die sozialistische Regierung von Präsident François Hollande an einem Rettungsplan.“ AREVA steht mit dem Rücken zur Wand. Die Misere spitzt sich zu, weil ausgerechnet der neue Super-Reaktor von einer Krise zur nächsten Panne taumelt. Der Reaktordruckbehälter des EPR-Neubau in Flamaville hat Mängel, die einen kompletten Austausch erforderlich machen könnten. China hat schon mal mit einem Baustopp reagiert. Das wird in jedem Fall teuer. AREVA ist mit Ausnahme des Betriebs der Atommeiler in allen Facetten des Atomgeschäfts aktiv. Um den wirtschaftlichen Super-Gau zu verhindern ist jetzt sogar eine engere Kooperation mit der EDF im Gespräch, dem zweiten Großkonzern im französischen Atomgeschäft, der die 58 Atomreaktoren betreibt.

Die Welt berichtet ausführlich über das gegenwärtige und möglicherweise kommende Desaster für AREVA. „Denn die Mängel, die die französische Atomsicherheitsbehörde ASN (Autorité de sûreté nucléaire) nun an dem Druckwasserreaktor in Flamanville entdeckte, werfen neue Zweifel an der Leistungsfähigkeit des Atomkonzerns auf – denn das effizientere Druckwassersystem soll eigentlich eine neue Epoche der Atomkraft einläuten. Und die Mängel gefährden andere Projekte Arevas. So entschied China, wo der Konzern im Süden des Landes ebenfalls zwei EPR-Druckwasserreaktoren baut, die Arbeiten zu stoppen. Man werde keine Brennstäbe in die zwei Reaktoren in Taishan einsetzen, solange nicht alle Zweifel an der Sicherheit der Einrichtung komplett beseitigt seien, kündigte das chinesische Umweltministerium an. Die Reaktorbehälter müssen Temperaturen von mehr als 300 Grad und sehr hohen Druck aushalten. Und sie müssen über Jahrzehnte hinweg sicher sein. Doch die nun festgestellten Unregelmäßigkeiten in der Zusammensetzung des Stahls an Deckel und Bodenplatte des Reaktorbehälters könnten nach Ansicht der französischen Atomsicherheitsbehörde zu Rissen führen. Sie will nun weitere Untersuchungen durchführen. Areva selbst beauftragte eine französisch-britische Gesellschaft als „unabhängigen Experten“ zusätzlich zu den eigenen, internen Überprüfungen.“

Das Handelsblatt hatte vor einigen Tagen ebenfalls über die massiven Probleme in Flamaville berichtet. „Das Reaktorprojekt EPR sollte der Atomkraft einen Aufschwung bescheren. Doch zahllose Pannen machen das Projekt zum Albtraum für die französischen Bauherren. Ein weiterer Konstruktionsfehler könnte nun das Aus besiegeln.“ Weiter heißt es dort: „Im Falle des EPR geht es um ein elf Meter hohes Stahltrumm mit fast fünf Metern Außendurchmesser, das über 500 Tonnen wiegt. Dieses Gefäß enthält die Brennstäbe, es muss Temperaturen von über 300 Grad und sehr hohem Druck standhalten. Es ist das einzige Bauteil, das nicht ausgetauscht werden kann. Deshalb muss es absolut zuverlässig sechzig Jahre lang den Reaktorkern einschließen. Genau diese Sicherheit wird beim EPR von der französischen Atomaufsicht ASN angezweifelt: „Es gibt ernste, sehr ernste Anomalien am Druckbehälter des EPR“ sagte Pierre-Franck Chevet, Chef der ASN, am Donnerstag. Deckel und Bodenplatte des Gefäßes wiesen Unregelmäßigkeiten in der Zusammensetzung des Stahls auf. Die könnten zu Rissbildung führen. Bei ersten Tests hatte die ASN diesen fatalen Fehler festgestellt. Nun soll eine weitere Serie von Untersuchungen zeigen, ob sich die Defekte bestätigen. Sollte das geschehen, sind die Folgen für Chevet klar: „Entweder gibt EDF das Projekt auf, oder der Druckbehälter wird ausgetauscht, was hohe Kosten und mehrere Jahre Verzögerung bedeutet.““

Flamaville könnte zum Desaster für AREVA werden, schreibt jetzt auch die Welt: „Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schätzt, dass die Kosten für den Druckwasserreaktor dort mittlerweile auf zehn Milliarden Euro gestiegen sind. Er sollte ursprünglich bereits 2012 in Betrieb gehen. Zuletzt war die Rede von 2017, aber angesichts der neuen Probleme dürfte auch dieses Datum schwer zu halten sein.“ Nicht erwähnt wird, aber die Frage stellt sich auch: Was eigentlich ist mit dem Druckbehälter im zweiten AREVA-Neubau im finnischen Olkiluto? Auch dort sind die Kosten über die Jahre explodiert und haben sich die Bauzeiten immer wieder verlängert.

Die Welt berichtet weiter: „Die sozialistische Regierung Hollandes arbeitet fieberhaft an Plänen, wie dem Atomkonzern finanziell wieder auf die Beine geholfen werden kann. Energieministerin Ségolène Royal versprach nun eine schnelle Entscheidung – und plädierte erneut für eine Annäherung des Atomkonzerns und des Reaktorbetreibers EDF.“ Ob der zu rund 87 Prozent in Staatsbesitz befindliche Konzern auf staatliche Hilfen rechnen kann, ist in Frankreich umstritten, wie die Welt schreibt. „Doch Areva hat frisches Geld bitter nötig. Spätestens seit einer Gewinnwarnung von Ende Februar erwarten Experten, dass Areva bald eine Kapitalerhöhung über zwei bis 2,5 Milliarden Euro vornehmen muss. Eine staatliche Finanzspritze für den Atomkonzern dagegen hat Wirtschaftsminister Macron bisher ausgeschlossen. Die Frage einer Kapitalerhöhung sei verfrüht, sagte er der konservativen Tageszeitung „Le Figaro“ im März. Priorität hätten die operative Genesung des Konzerns und die Verbesserung der Partnerschaft mit EDF. Für Areva wird die Zeit langsam knapp. Konzern-Chef Knoche und Verwaltungsratschef Philippe Varin warnten bereits, dass die Verschuldung des Atomkonzerns von zuletzt 5,8 Milliarden Euro in diesem und kommenden Jahr steigen dürfte. Die Mängel, die jetzt an dem Reaktorbehälter des Druckwasserreaktors in Flamanville entdeckt wurden, setzen Areva finanziell noch mehr unter Druck.“

Atomenergie Made in Niedersachsen: Uran aus Lingen für neuen Atomreaktor in Finnland

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Atomtransport im Hamburger Hafen. Hier mit Uranhexafluorid. Neuerdings werden auch frische Brennelemente in Hamburg wieder umgeschlagen.

Die zum AREVA-Konzern gehörende Uranfabrik im niedersächsischen Lingen produziert und liefert die Brennelemente für den noch im Bau befindlichen neuen Atomreaktor im finnischen Olkiluoto. Damit sorgen deutsche Atomanlagen weiter dafür, dass Atomkraftwerke in aller Welt betrieben werden können. Soweit bekannt, sind frische Brennelemente zuletzt am 7. Februar von Lingen aus per LKW nach Hamburg transportiert und am Unikai auf ein Schiff Richtung Finnland verladen worden.

Die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen gehört wie die Urananreicherungsanlage in Gronau (NRW) zu den beiden Atomanlagen, die vom vermeintlichen Atomausstieg in keiner Weise betroffen sind. Ihr Betrieb ist bis heute nicht befristet worden.

Der Atomtransport von Lingen über Hamburg nach Finnland ist in einer Anfrage der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft gelistet.  Das Gewicht des spaltbaren Uranbrennstoffs betrug 25,96 Tonnen. Der letzte bekannte Atomtransport von Lingen nach Olkiluoto fand nach den Daten aus Hamburg am 19. März 2012 statt. Auch damals sind 25,96 Tonnen spaltbares Uran als Brennelemente per LKW und Schiffsumschlag im Hamburger Hafen nach Finnland gegangen.

Soweit anhand der Hamburger Daten (siehe unten) und denen vom BfS erkennbar, scheint es seit Anfang 2012 bislang nur diese beiden Transporte mit frischen Brennelementen nach Finnland gegeben zu haben. Dabei bestand im letzten Jahr eine Genehmigung mit der Nummer 7187  (für die Nuclear Cargo Servive, NCS) von insgesamt 15 Transporten für frische Brennelemente. Die Genehmigung war am 09.03.2012 erteilt worden und galt bis zum 01.09.2012. Auch das BfS nennt jedoch nur einen einzigen Transport im Rahmen dieser Genehmigung am 19.03.2012.

Unklar ist, warum in 2012 nur einer von den geplanten 15 Atomtransporten stattgefunden hat. Gründe könnten entweder Probleme bei der Herstellung der Brennelemente in Lingen sein oder aber die Verzögerungen beim Bau des Reaktors in Olkiluoto.

Der Umschlag frischer Uranbrennelemente im Hamburger Hafen ist in den letzten Jahren eher unüblich. Möglicherweise ist das eine Folge des Verbots von Atomtransporten durch Bremen. Bremen hat im Frühjahr 2012 seine beiden Häfen für derartige radioaktive Frachten gesperrt. Siehe dazu: Hansestadt Bremen lehnt Atomtransport-Anträge ab!

Auf der Seite der Genehmigungsbehörde, dem Bundesamt für Strahlenschutz, ist heute (18. Februar) bislang keine Genehmigung für den Transport am 7.2. angeführt (Stand der Liste mit den gültigen Genehmigungen ist der 08.02.2012) Das BfS veröffentlicht vorliegende Genehmigungen (PDF) angeblich dann, wenn der erste Atomtransport im Rahmen der Genehmigung stattgefunden hat.

Rot-Grün in Niedersachsen will Sicherheit von Uranfabrik in Lingen prüfen

Ohne die Anlage in Lingen explizit zu nennen, hat die neue rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen mit Blick auf die Uranfabrik angekündigt: „Sicherheitsüberprüfung anderer Atomanlagen – Alle anderen niedersächsischen Atomanlagen einschließlich der atomaren Zwischenlager und Unternehmen, die radioaktive Stoffe bearbeiten oder entsorgen, werden gleichfalls einer Sicherheitsüberprüfung nach dem Stand von Wissenschaft und Technik unterzogen. Die Sicherheitsphilosophie der atomaren Zwischenlager ist grundsätzlich zu überdenken.“ Seite 88, Koalitionsvertrag als PDF)

Kleine Anfragen der Linken aus der Hamburgischen Bürgerschaft zu Atomtransporten im Jahr 2012 (alle PDF):

Atomtransporte-Hamburg-Drucksache 20-2843

Atomtransporte-Hamburg-Drucksache 20-3680

Atomtransporte-Hamburg-Drucksache 20-4783

Atomtransporte-Genehmigungen beim BFS mit Datum 08.02.2013

Zum Thema Atomtransporte siehe auch:

Atomtransporte in Hamburg – über 60 mal radioaktiv durch die Hansestadt

Atommüll unterwegs in Hamburg – 44 Atomtransporte seit Anfang August

Risiko Atomtransporte – Radioaktiv quer durch Städte und Häfen

Atomtransporte in Bremen und Gronau

Hansestadt Bremen lehnt Atomtransport-Anträge ab!

Uranfabrik Gronau – Atomtransporte per LKW unterwegs

Plutonium-Brennelemente – Alternativen zum Einsatz im Atomreaktor

 

 

 

Atomtransporte in Hamburg – über 60 mal radioaktiv durch die Hansestadt

Einbahnstrasse
Besser keine Atomtransporte durch Hamburg und anderswo. Foto: Dirk Seifert

Seit Mitte November 2012 haben in Hamburg über 60 Atomtransporte stattgefunden. Darunter auch ein erster Transport mit Brennelementen für das im Bau befindliche AKW Olkiluoto/Finnland. Das teilt der Hamburger Senat auf eine Kleine Anfrage der Linken in der Bürgerschaft mit (Drucksache 20/6819). Auf Schiff, Schiene und LKW sind die radioaktiven Frachten durch die Hansestadt transportiert worden. Insgesamt hat das Bundesamt für Strahlenschutz als zuständige Behörde 29 Genehmigungen für diese Transporte erteilt. Zu den radioaktiven Materialien für die Versorgung von Atomkraftwerken gehören Uranhexafluorid, Urandioxid und unbestrahlte Brennelemente. In vielen Fällen ist die Nuclear Cargo Service (NCS) Inhaber der Genehmigungen. Ein größerer Anteil der bestehenden Genehmigungen lässt Atomtransporte sogar bis ins Jahr 2014 zu.

Brennelemente für das im Bau befindliche AKW Olkiluoto/Finnland

Offenbar sind von der AREVA Brennelementefabrik in Lingen inzwischen auf unbestrahlte Brennelemente zu dem noch im Bau befindlichen AKW in Olkiluoto/Finnland über Hamburg transportiert worden. Der erste Transport hat offenbar am 7. Februar 2013 stattgefunden. Siehe dazu direkt: Neue Atomkraftwerke? Kosten-Super-Gau in Frankreich und Finnland

Eine Genehmigung für den Transport von Plutonium-Brennelementen (MOX) für das AKW Brokdorf liegt laut Senats-Antwort bislang nicht vor.

Weitere Artikel auf dieser Seite zu Atomtransporten in Hamburg und deren Risiken.

Atommüll unterwegs in Hamburg – 44 Atomtransporte seit Anfang August

Risiko Atomtransporte – Radioaktiv quer durch Städte und Häfen

Atomtransporte in Bremen und Gronau

Hansestadt Bremen lehnt Atomtransport-Anträge ab!

Uranfabrik Gronau – Atomtransporte per LKW unterwegs

Plutonium-Brennelemente – Alternativen zum Einsatz im Atomreaktor

 

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