Dreckiger Uranabbau: Immer mehr Länder wollen mitmischen

inthefield-bahi-UraniumGrpund-Messgeraet-01-01102013
Uran muss in der Erde bleiben. Das fordern viele von Uranbergbau Betroffene und die Anti-Atom-Bewegung. Foto: Dirk Seifert

Kasachstan, Canada, Australien, Niger, Namibia, Russland. Das sind derzeit die führenden Länder in Sachen Uranbergbau. In diesen Ländern wird derzeit mit erheblichen Umweltschäden und vielen Menschenrechtsverletzungen der Brennstoff für den Betrieb von Atom-Kraftwerken oder auch -Waffen aus der Erde geholt. Eine detaillierte Übersicht über den Beginn der Atomspirale, die zum weltweit ungelösten Problem der dauerhaften Atommülllagerung führt, ist auf der Seite World Uranium Mining zu finden. Dort sind die Fördermengen für das Jahr 2012 veröffentlicht.

Unternehmen aus Canada, Australien, aber auch Frankreich (AREVA) und Russland (ROSATOM) dominieren das internationale Geschäft mit dem Uran. Siehe auch: Russlands Atomgigant ROSATOM – Von der Uranmine über Reaktoren bis zur Atombombe

In Deutschland wird dieses Uran in zwei Fabriken verarbeitet: In Gronau wird das Uran angereichert, damit es als Brennstoff für Atomkraftwerke weiter verarbeitet werden kann. Das Unternehmen dazu heißt URENCO. Die Anreicherung ist besonders brisant, weil mit der Zentrifugen-Technik grundsätzlich auch atomwaffenfähiges Uran hergestellt werden könnte. Außerdem werden in Lingen von der AREVA aus angereichertem Uran Brennstäbe hergestellt, die in aller Welt zum Einsatz kommen.

Viele weitere Länder wollen in den nächsten Jahren trotz enormer Gesundheits- und Umweltprobleme mit dem Uranbergbau beginnen. Eben erst hat Grönland verkündet (siehe Spiegel), künftig Uranbergbau auf seinem Territorium zu genehmigen. Auch afrikanische Staaten wie Tansania und Mali wollen künftig Uranbergbau betreiben. In Mali und insbesondere im benachbarten Niger ist der Uranabbau entweder eine der Ursachen oder aber zumindest Hintergrund auch für massive bewaffnete Konflikte.  Siehe auch Kampf um Rohstoffe: Uranabbau im Niger – Französische Geiseln des Atomkonzerns AREVA sind frei

Uranfabriken der URENCO – Welche Risiken für die Verbreitung von Atomwaffen-Technik bestehen?

Zentrifugen für Atomwaffen
Zentrifugen für Atomwaffen

In Deutschland wird bislang erstaunlich wenig über den anstehenden Verkauf der Uranfabriken des URENCO-Konzerns berichtet. Es gibt ein, zwei Anfragen der Linken-Bundestagsfraktion und wenige Meldungen dazu. Dabei geht es bei der URENCO um eine Technologie für die Urananreicherung, die nicht nur für AKWs, sondern auch militärisch von größter Brisanz ist. Die von der URENCO entwickelten und eingesetzten Gas-Zentrifugen, die für die Anreicherung des Urans genutzt werden, sind technisch in der Lage, Uran bis zu einem Grad anzureichern, um daraus Atombomben herzustellen. Und obendrein: Während die Bundesrepublik den Atomausstieg in Form der schrittweisen Stilllegung der Atomkraftwerke ansteuert, ist die Uranfabrik im westfälischen Gronau davon ausgenommen: Dort darf völlig unbefristet Uranbrennstoff für Atommeiler in aller Welt hergestellt werden.

Zu den Kaufinteressenten: Atomwaffen-Technik: Südkorea, Singapore oder Japan? Uranfabriken der URENCO unterm Hammer

Dass heute Staaten wie Pakistan und der Iran über Atombomben verfügen, wäre ohne die Existenz der URENCO vielleicht nicht möglich gewesen. In einem Beitrag für den Thinktank „Carnegie Endowment for International Peace“ zu den Risiken für die Verbreitung von Atomwaffen-Technik beim URENCO-Verkauf, verweisen die Insider n darauf: „In the 1970s and 1980s, the technology was stolen by agents of Pakistan and Iraq and put to use in clandestine nuclear-weapons-development programs in these countries and elsewhere. Since then, the Almelo governments have taken steps to better protect the company’s classified know-how.“

Der Diebstahl erfolgte in der niederländischen URENCO-Anlage in Almelo, nach der auch der Staatsvertrag benannt ist, mit dem Deutschland, Großbritannien und die Niederlande ein staatliches Kontrollregime über die Nicht-Verbreitung dieser Technologie vereinbart haben und geregelt wird, dass in den URENCO-Anlagen kein waffenfähiges Uran hergestellt werden darf.

Wie die Sicherheit gewährleistet werden kann, darüber wird derzeit zwischen den drei Staaten gesprochen, denn immerhin steht mit dem Verkauf die vollständige Privatisierung der URENCO auf der Tagesordnung. Denn bislang sind mit je einem Drittel die Staaten Großbritannien und Niederlande direkt Eigentümer der URENCO. Lediglich der deutsche Anteil wird von privaten Unternehmen, nämlich E.on und RWE, betrieben. Diese Struktur stellt weitgehend sicher, dass das operative Geschäft des URENCO-Vorstands eng mit dem staatlichen Kontroll-Regime von Almelo verknüpft war. Diese Verbindung wird durch eine vollständige Privatisierung in Folge des Verkaufs getrennt. Dadurch können zwischen den wirtschaftlichen Interessen der neuen Eigentümer und den Sicherheitsanforderungen im Sinne der Nicht-Verbreitung neue Risiken entstehen.

n stellen unter diesem Link die Ausgangslage bei der URENCO dar und diskutieren die Risiken eines Verkaufs mit Blick auf die Sicherheitsanforderungen im Rahmen des Alemlo-Vertrags und welche Sachverhalte von Bedeutung sind.

Atomwaffen-Technik: Südkorea, Singapur oder Japan? Uranfabriken der URENCO unterm Hammer

centrifuge
Uran-Zentrifugen stehen zum Verkauf – Zivile oder militärische Nutzung? Foto: URENCO

Atomwaffen-Technik mit deutscher Beteiligung steht zum Verkauf: In den Uranfabriken der URENCO – darunter die Anreicherungsanlage im westfälischen Gronau – wird Uranbrennstoff für Atomkraftwerke hergestellt. Ihre Technik ist aber auch geeignet, um Uran für den Gebrauch in Atombomben anzureichern. Daher sind die Anlagen der URENCO von höchstem militärischen Sicherheitsinteresse. Und es gibt zahlreiche Interessenten: Cameco aus Kanada, AREVA aus Frankreich, Toshiba aus Japan. Spekulationen gab es vor einiger Zeit auch über den staatlichen russischen Atomkonzern ROSATOM. Auch ein Börsengang wird seitens der Eigentümer bislang nicht ausgeschlossen! Jetzt werden weitere Interessenten bekannt:

Nach einer Meldung von XE hat die „Korea Economic Daily“ bereits im Juni vermeldet, dass der südkoreanische Stromkonzern „Korea Electric Power Corp“ (KEPCO) ein Konsortium plant, um am Bieterverfahren für die URENCO teilzunehmen. Daran sollen laut einem namentlich nicht genannten Offiziellen von KEPCO weitere Energiekonzerne aus Südkorea beteiligt werden, darunter SK Energy Co Ltd, die im Öl- und Gasgeschäft engagiert sind.

Oder geht die URENCO-Technik an einen Investmentfonds aus Singapur oder an den japanischen Mitsubishi-Konzern? Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete Ende Juli, dass der staatliche Investmentfonds GIC (Government of Singapore Investment Corporation) aus Singapur Interesse an der URENCO angemeldet hat: „Singapore sovereign wealth fund GIC and Japanese conglomerate Mitsubishi are considering making a bid for European nuclear fuel maker Urenco, Britain’s Sunday Times reported, without citing sources.“ Weiter berichtet Reuters: „The GIC could join a list of financial investors reported to have been interested in Urenco. Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB) and private equity houses KKR and CVC have also been reported to be mulling a bid for Urenco.“ Nicht weiter überraschend ist der Zusatz der Agentur: „GIC, Mitsubishi and Urenco were not immediately available to comment“.

URENCO mit Urananreicherungsanlagen in Deutschland (Gronau), den Niederlanden (Almelo), Großbritannien (Capenhurst) sowie den USA (New Mexico) steht nach den Aussagen seiner derzeitigen Besitzer zum Verkauf. Zu je einem Drittel halten die britische und die niederländische Regierung, außerdem die beiden deutschen Stromkonzerne E.on und RWE gemeinsam über die Uranit UK Limited Anteile an der URENCO.

Die Urananreicherung gilt als äußerst sensibel, da mit den Gaszentrifugen, in denen das Uran für die Kettenreaktion angereichert wird, nicht nur Brennstoff für Atomreaktoren, sondern auch für Uran-Atombomben hergestellt werden kann. Deshalb unterliegen die URENCO-Anlagen strengen Sicherheitsauflagen der Euratom sowie im Rahmen mehrerer Staatsverträge zwischen Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden  – z.B. dem Vertrag von Almelo (PDF).

Als besonders heikel bei dem geplanten Verkauf gilt auch die gemeinsame Tochter von URENCO und dem französischen Atomkonzern AREVA (je 50 Prozent der Anteile), die Enrichment Technology Company (ETC). Hier werden Forschung und Entwicklung sowie der Bau der Gaszentrifugen betrieben, also das Know-how für den Bau von Uranwaffen.

Die URENCO und die ETC stellen also in höchstem Maße ein Risiko hinsichtlich der Verbreitung von Atomwaffen-Technik dar. Derzeit laufen auf Ebene der Regierungen laut Mitteilung der Bundesregierung (Anfang September) Gespräche, wie nach einem Verkauf der URENCO und der ETC das staatliche Sicherheitsregime organisiert werden muss, um unter allen Umständen die Verbreitung dieser überaus riskanten Technologie sicherzustellen. Siehe dazu: Uranfabriken der URENCO – Bundesregierung an Verkaufsplänen beteiligt.

Vermutlich noch im November könnten erste Ergebnisse dieser Gespräche vorliegen. Eine Befassung des Bundestags ist bislang nicht vorgesehen.

Alles auf dieser Seite zu den Stichworten URENCO + Gronau + ETC + Almelo

Kampf um Rohstoffe: Uranabbau im Niger – Französische Geiseln des Atomkonzerns AREVA sind frei

areva-01
Kampf um Uran – Frankreichs Urangeschäfte im Niger und immer mehr Konflikte. Foto: Dirk Seifert

„Die von islamistischen Extremisten in Niger verschleppten vier Franzosen sind nach ihrer Befreiung in die Heimat zurückgekehrt.“ Das berichtet die Deutsche Welle (DW) am 30. Oktober auf ihrer Homepage. Und die FA Z schreibt: „Frankreich soll für die Freilassung von vier französischen Geiseln in Niger ein Lösegeld zwischen 20 und 25 Millionen Euro gezahlt haben. Das berichtete die Zeitung „Le Monde“ am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstquellen.

Präsident François Hollande hatte am Dienstagabend im Fernsehen gesagt, es sei kein Lösegeld gezahlt worden. Frankreich habe auch keine militärische Befreiungsaktion organisiert.“ Nach Angaben der DW „befinden sich weltweit noch insgesamt sieben weitere Franzosen in den Händen von Geiselnehmern – in Syrien, Nigeria und Mali.“ Die Konflikte rund um den Uranabbau der AREVA in Niger sind eng verbunden mit den (militärischen) Auseinandersetzungen in Mali. Das zeigt sich auch daran, dass die Freilassung der Geiseln in Mali erfolgte.

Die vier jetzt freigelassenen Mitarbeiter des französischen Atomkonzerns sind im September 2010 im Norden des Niger entführt worden. Dort betreibt der AREVA-Konzern seit den 60er Jahren eine Uranmine bei Arlit. Rund ein Drittel der französischen Atomkraftwerke werden mit Brennstoff aus dieser Mine versorgt. (Eine weitere Uranmine bei Imouraren sollte eigentlich dieses Jahr neu in Betrieb genommen werden. Das ist aber wohl wegen der anhaltenden Konflikte in der Region vorerst nicht passiert.)

Die ökologischen Folgen des Uranabbaus sind katastrophal: Riesige Abraumhalden mit radioaktivem Staub werden unter freiem Himmel aufgetürmt und mit dem Wind verbreitet. Der Uranabbau und die Verarbeitung des Erzes erfordert große Mengen Wasser. Das aber ist Mangelware in der Wüstenregion im Norden des Niger. Während die Menschen dursten, wird das Wasser aus großen Tiefen für die Erzgewinnung gefördert. Krankheiten haben sich in der Region ausgebreitet, die mit dem Abbau des Urans in Verbindung gebracht werden.

In den letzten Jahren haben sich die Konflikte um den Uranabbau im Niger enorm verschärft. Häufiger ist es auch zu bewaffneten Konflikten gekommen. Derzeit verhandelt die Regierung des Niger mit Frankreich über neue Verträge über den Uranabbau. Vor wenigen Wochen demonstrierten 5.000 Menschen in Arlit.

Nach dem Kriegseinsatz französischer Truppen im benachbarten Mali wurden auch Spezialtruppen zum Schutz der Uranminen im Niger abkommandiert. Die französische Regierung sprach ausdrücklich von „eigenen Interessen“, die hier zu schützen wären. Im Mai 2013 kam es dort zu einem schweren Terroranschlag mit vielen Toten. Siehe hier auf umweltfairaendern.de und hier die FAZ vom Mai. Siehe auch hier: Internationale Uran-Konferenz Tansania – Regierung ignoriert Risiken. Über Mali: Blog der Journalistin Charlotte Wiedemann.

Während die französische Regierung Lösegeldzahlungen für die Freilassung der vier AREVA-Mitarbeiter bestreitet, schreibt die FAZ: „Nach Informationen von „Le Monde“ soll das Lösegeld aus Geheimfonds des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE (Direction générale de la sécurité extérieure) aufgebracht worden sein. Der DGSE untersteht Verteidigungminister Le Drian.“

In der FAZ vom 1. November wird ausführlich über die Hintergründe und die Verhandlungen um die Freilassung der AREVA-Mitarbeiter berichtet. Unter der Überschrift „Der Preis der Freiheit“ berichtet das Blatt: „Nach der Rückkehr der französischen Geiseln zeichnen sich Vorteile für Nigers Präsidenten und die Tuareg ab. Dies dürfte auch die Verhandlungen mit dem Urankonzern Areva betreffen.“

Der Niger verhandelt derzeit mit AREVA über neue Verträge zum Uranabbau. Nicht zuletzt geht es darum, dass das bitterarme Land in der Sahelregion mehr Geld von den AREVA-Gewinnen abgekommen will. Bislang zeigt sich AREVA nur wenig kompromissbereit. Die FAZ berichtet, dass „ein 46 Jahre alter Targi aus Niger namens Mohamed Akotey, seines Zeichens Chefunterhändler des nigrischen Präsidenten Mahamadou Issoufou bei den Verhandlungen mit den Geiselnehmern“ von großer Bedeutung war. „Akotey gelang es nicht nur, vier Menschen aus unmenschlicher Gefangenschaft zu befreien. Er lieferte dem nigrischen Präsidenten zugleich ein außerordentliches Druckmittel für die Verhandlungen mit dem staatlichen französischen Urankonzern Areva über eine künftige Gewinnbeteiligung an die Hand. Und er sorgte dafür, dass die Tuareg in Mali, die im Frühjahr 2012 einen Krieg vom Zaun gebrochen hatten, ihr neues Image als freundliche Retter in einen politischen Vorteil ummünzen können.“ Akotey ist Aufsichtsratsvorsitzender von Imouraren SA, der nigrischen Tochterfirma von Areva.

Uran aus dem Niger auch in Deutschland im Einsatz.

Auch Deutschland dürfte mit Uran aus dem Niger beliefert werden. Offiziell bestätigt die Bundesregierung, dass Uran aus Frankreich bezogen werde, weigert sich aber detailliertere Angaben zu dem Ursprung des „französischen“ Urans zu machen. Da Frankreich auf dem eigenen Staatsgebiet keinen Uranabbau betreibt und rund ein Drittel seines Urans aus dem Niger bezieht, ist es sehr wahrscheinlich, dass z.B. in den Uranfabriken in Gronau und Lingen auch Uran aus dem Niger über französische Lieferungen verarbeitet wird. Die Uranfabrik in Lingen, die Brennelemente für Atomkraftwerke herstellt, ist zu 100 Prozent im Besitz der AREVA.

Siehe auch:

 

Tansania in Trouble 6 – Nach dem Uranabbau: Urananreicherung und die URENCO

DarEsSalaam-Tanzania-Urankonferenz-Foto-DirkSeifert0017Eine Vielzahl von Experten und AktivistInnen waren in der Woche vom 1. bis zum 7. Oktober in der Region Bahi/Dodoma (dort wird Uran exploriert, siehe hier den Bericht vom Fieldtrip der Konferenz) und in Dar Es Salaam, Tansania, zusammen gekommen, um über den Uranabbau und die damit verbundenen Risiken für die Gesundheit und die Umwelt zu diskutieren (hier zum Bericht und der Abschlusserklärung). Viele der TeilnehmerInnen der Internationalen Konferenz sind entweder selbst vom Uranabbau betroffen oder kamen aus Gebieten, in dener derzeit der Uranabbbau erkundet wird. Beteiligt waren auch WissenschaftlerInnen, MedizinerInnen ebenso wie GeologInnen und andere Fachbereiche, die über die Erfahrungen und Forschungen im Umgang mit dem Uranabbau aus den unterschiedlichen Ressorts berichteten. Die Beiträge werden demnächst auf dieser Seite veröffentlicht. Hier die Artikel zu Uranabbau und Tansania in der Übersicht.

Die Uranpreise sind im Moment auf einem Tiefstand, so dass viele der Uranprojekte derzeit quasi geparkt sind, weil sich der Abbau angesichts der Weltmarktpreise zur Zeit nicht lohnt. Erheblichen Einfluss auf den Fortgang der Uranwirtschaft wird auch die internationale Entwicklung der Atomenergienutzung haben. Der letzte Welt-Statusbericht über die Atomenergie (2013) kommt zu dem Ergebnis, dass trotz zahlreicher Ankündigungen von AKW-Neubauten die Atomenergie insgesamt an Bedeutung verlieren wird, weil immer mehr ältere Reaktoren abgeschaltet werden und weniger neue hinzugebaut werden.

In Deutschland soll der Ausstieg aus der atomaren Stromproduktion 2022 mit der Stilllegung der dann letzten drei von jetzt neun Reaktoren abgeschlossen werden.

robinwood_uranfabrig_gronauAllerdings: Die Bedeutung Deutschlands im internationalen Urangeschäft wird auch nach 2022 groß bleiben. Der Grund dafür ist, dass die in Deutschland in Betrieb befindlichen Uranfabriken in Gronau (Anreicherung) und in Lingen (Brennelemente-Herstellung) vom Ausstieg nicht betroffen sind. Die Anlagen haben eine unbefristete Betriebsgehnehmigung und sind daher vom Atomausstieg in keiner Weise betroffen. Diese Uranfabriken werden auch in Zukunft im internationalen Uranhandel eine große Bedeutung für die Versorgung von Atomkraften mit Uranbrennstoff haben. Nicht nur Uran aus Kanada, Australien, Kasachstan oder aus dem Niger werden in Deutschland verarbeitet. Künftig könnte auch Uran aus Gebieten in die deutschen Anlagen kommen, wo der Abbau aktuell noch gar nicht begonnen hat. Mehr dazu hier auf umweltfairaendern.de (Suchwort Gronau, URENCO) und bei Robin Wood.

AnneStolmar_MG_3363Auf der Konferenz in Dar Es Salaam konnte ich über den zweiten bedeutsamen Schritt in der Uranspirale einen Vortrag halten. Der nimmt die Urananreicherung bei URENCO in den Blick, dem derzeit zum Verkauf anstehenden deutsch-englisch-nierderländischen Konzern. In Deutschland betreibt die URENCO eine Anreicherungsanlage für Uran im westfälischen Gronau.

Hier der Vortrag in schriftlicher Form und in englisch:

After Mining – The next Step – The Enrichment of Uranium – Example: URENCO COMPANY – Dirk Seifert, Robin Wood – Germany, Dar Es Salaam, 05.10.2013

⦁    Its a long way from Uranium-Minung to use in Nuclear Power Plants – or Weapons. It is no cycle, it a SPIRAL! At the End there will be nuclear Waste, that have to be storaged for one Million Years (IAEO). No Country in the World has solved the Problems on the waste – no matter if lowradioaktive or highactive waste.

⦁    The Way of the Uranium: Mining (Transportation) – Yellow Cake – (Transportation) – Uranhexafluroid  – (Transportation) – Urandioxid – (Transportation) – Producing Fuel Elements (Assembly) – Transport – Chain-Reaktion in NPP – Transport –  Storage for the waste.

⦁    After Mining: Uranium (Yellow Cake) will be transformed to UF6 – Uranhexafluorid (p.E. in France, AREVA). Its a Gas, highly explosive in contact with water (even Water in the Air), poisinous, because Fluor is an accid. To use Uranium für Nuclear-Power-Plants (NPP) – or Uranium-Weapons, the U235 has to be enriched. For use in NPP you have to enrich Natural-Uran235 from roundabout 0,7 % up to roundabout 5 %.

Different Ways to do the Enrichment

1.    Diffussion
2.    Gas-Centrifuge (URENCO)
3.    Maybe in next Future: Laser
International „State of the Art“ is the technic of Enrichment with Gas-Zentrifuges.

⦁    From a technical view: The Technic of the Gas-Zentrifuge is able to enrich Uranium-235 up to 5 % – or to more than 80 %. Thats the reason, because the World is talking on the Gas-Zentrifuges oft he IRAN. You can use it for NPP or for Weapons.

Maybe someone told you: Germany is finishing the Nuclear Power until 2022. After Fukushima 8 Reactor were shut down. The last 9 Reactors will be closed step by step. In 2021 and 2022 the last 6 ones will be shotdown. But: With no Limits, Germany will is going on to produce Nuclear-Fuel for all the Reactors in the world.

There are still two very important Factorys for the Nuclear-Industry in the world and they have no Limitation for Producing Fuel in all the Future:

⦁    One Factory belongs to the french Company AREVA. You all will know this Company for Mining also. In Germany AREVA produces Nuclear Fuel – Elements in a town called Lingen.

⦁    The Enrichment of Uranium will be done in Gronau, Germany, near to the Boarder to the Netherlands. This Factory produces 4.500 Tons of enriched Uranium. Every tenth NPP in the World uses Uranium „Made in Gronau, Germany“.

⦁    The Enrichment-Facility in Gronau belongs to the international Company called URENCO. (URanium-ENrichment-COmpany), founded in the 70ths and owned by the britisch Goverment, the Goverment of the Netherlands and the German Electricity Companys E.on an RWE. URENCO has Facilitys in Germany, the Netherlands, Great Britain and in the USA.

⦁    The URENCO produces one/third of the Worlds Uranium Enrichment. And is willing to grow. In 2011 the Company had a sale of  1,302 Billion € netto and a profit of 359 Mio. €.

⦁    URENCO has Production on enriched Uranium and the Research and Development of the Enrichment-Technic and Building those Factorys. Since 2007 the Research, Devolpment and Buidling, done by a Daugther called Enrichment Techology Company (ETC) is shared 50/50 between URENCO (D, NL, GB) and AREVA (F).

⦁    Actually: All actually Owners will sell the URENCO. Some Experts talk about, that the Company has a worth between 8 to 10 Billion Euros. As far a we know: Cameco, Canada, AREVA, France and Rosatom, Russia are interested to buy the URENCO.

Enrichment: The Technic for NPP and for Uran-Weappons

There are two Ways for Building Nuclear Weapons. Reprocessing/Separate Plutonium out of Fuel-Elementes – or Enrichment of Uran235 over 80 % in Gas-Centrifuges. So every Country, who has one of these Technics is able, to built Weapons.

Germany (and the Netherlands) are no States owning such Weapons. But: They are able to do that. So: The URENCO is under control of the IAEO/Euratom, that no uranium will be produced with over 6 % Uranium235.

But there is another military Desaster: While upgrading natural Uranium there will be downgraded Uranium also. Even if URENCO-downgraded Uranium will not be used for that at this time: Downgraded Urannium will be used for Armour-Piercing Weapons, against Tanks and Bunkers. This kind of Uran-Weapons have been used in several Wars, in Afghanistan, in Irak. About the longterm Problems for People and Enviroment, where these Weapons are used, the IPPNW can tell u a lot more.

Uranium from all over the World will be used in Gronau and by URENCO.
The Uranium, that is used for enrichment is coming from all over the world. From Canada, Australia, Kasachstan – and from France.

You know: France has no mining of Uranium in ist own country, but France is Mining in a lot of Countrys. If we ask the German Goverment, if there is Uranium from Niger to be used in Gronau, they tell us: The Uranium is coming from France. But we know: There is Uranium coming from Niger to France and will go to Germany to be enriched in Gronau.
Acting against Nuklear Company for to stop the Minung.

ROBIN WOOD is a NGO for Action. We do a Campaign for 2 Years now, to inform people and to bring politicians to stop URENCO.  Our Activists stopped Trains with Uranium coming to or leaving Gronau, so Media will have a closer look a our goals.

One of our important arguments for to close the nuclear energy are the Danger and Trouble on Uranium-Mining.  That is the reason, because I am here, to get more Information on that from all of you. We inform the people in Germany on what will happen and we are trying to stop the Nuclear-Industry.

×