Ach dieser ewig dumme Atommüll – Rot-Grün in NRW für Atommüllschiebereien

Radioaktiv-01.jpgZu Blöd: Da wird in Berlin grad über große Kompromisse bei der Endlagersuche verhandelt, über Konsens geschwätzt und von historischen Momenten. Dumm nur, dass es die Wirklichkeit gibt, die den Parteistrategen, die es alle nur gut meinen, immer wieder  im Wege steht: Im Atommüll-Zwischenlager Jülich steht der hochradioaktive Atommüll bis unters Dach und nun läuft dort demnächst die Genehmigung aus. Daher – so die taz – hat das rot-grüne Nordrhein-Westfalen eine tolle Idee: „Das Forschungszentrum Jülich steht bald ohne Genehmigung für Brennelemente da. Die Landesregierung will sie in die USA bringen lassen.“ Wie war das noch? Niemand will Atommüll, der in Deutschland verursacht wurde, ins Ausland exportieren? Wirklich niemand? Naja, fast niemand. Die taz weiß von einer Ausnahme zu berichten: „Zur Beseitigung des Atommülls im Forschungszentrum Jülich will die nordrhein-westfälische Landesregierung offenbar den eigenen rot-grünen Koalitionsvertrag ignorieren. Der Transport von rund 290.000 in Jülich lagernden Brennelementen in die USA werde „von Bund und Land eindeutig unterstützt“, sagte ein Sprecher des für die Anlage zuständigen Forschungsministeriums.

Im erst ein Jahr alten Koalitionsvertrag hatten SPD und Grüne dagegen festgeschrieben, dass die 152 Jülicher Castoren „nur noch einmal transportiert werden – nämlich zu einem Endlager, wenn hierfür ein Standort gefunden ist“.“ Luftholen. Genau: Das kommt jetzt nicht von der CDU, sondern von der rot-grünen Landesregierung in NRW. 

Ein kleiner Hinweis an die Landesregierung: Kümmert euch doch gleich noch mal um den Atommüll im Zwischenlager Ahaus. Dort könnte ab 2020 der Atommüll auch illegal werden, weil das vermeintliche Endlager am Schacht Konrad nicht wie vorgesehen zur Verfügung steht. Wo schiebt man dieses Zeug dann hin? Siehe hier: Atommülll-Desaster: In Ahaus lagert Atommüll demnächst illegal

Toll, dass es bald Konsens gibt! Der ändert zwar die Wirklichkeit nicht, aber das Gefühl!

ROBIN WOOD: Protestaktion gegen Atomtransporte am historischen Kran in der Hamburger HafenCity

Logo-robinwood-gwNach dem 16stündigen Brand auf einem Frachter mit radioaktiver Ladung im Hamburger Hafen Anfang Mai protestierten Aktive heute in luftiger Höhe gegen weitere Atomtransporte und die mangelhafte Information der Bevölkerung

Mehrere AktivistInnen von ROBIN WOOD fordern heute Vormittag mit einer Kletter- und Banneraktion an einem historischen Kran in der HafenCity (Kaiser-Kai) einen Stopp von Atomtransporten durch die Hansestadt.

Während der Kletteraktion gelang es ihnen, ein über zehn Meter großes Transparent mit der Aufschrift „Hallo! Geht’s noch? Atomtransporte stoppen“ zu entrollen. Mit Flyern informierten sie zudem PassantInnen über die Gefahren der Atomtransporte. Erst vor einer Woche war bekannt geworden, dass sich Anfang Mai bei einem Brand an Bord der ‚Atlantic Cartier‘ im Hamburger Hafen in unmittelbarer Brandnähe radioaktives Material, u.a. das besonders gefährliche Uranhexafluorid, befunden hatte.

„Der Vorfall auf der ‚Atlantic Cartier‘ zeigt eindrücklich, warum ein schneller und vor allem vollständiger Atomausstieg unbedingt nötig ist“, so Kletteraktivistin Cécile. „Es ist höchst fahrlässig, dass Atomtransporte und atomindustrielle Anlagen wie in Gronau und Lingen, zu denen regelmäßig Transporte hingehen, unbegrenzt weiterlaufen sollen“, ergänzt Kletteraktivist Dennis aus Münster.

Während Bremen seine Häfen bereits teilweise für Atomtransporte gesperrt hat, gibt es im Hamburger Hafen wöchentlich Transporte radioaktiven Materials.

Tests haben ergeben, dass Brände und Anschläge die Gefahrgut Container beschädigen und radioaktives Material freisetzen können. Uranhexafluorid reagiert zudem zu lebensgefährlicher Flusssäure mit einer Reichweite bis zu mehreren hundert Metern.

Hochbrisant war dies beim Brand an Bord der ‚Atlantic Cartier‘: In 500 Meter Entfernung befanden sich mehrere Tausend Teilnehmende des Kirchentags. Der Frachter hatte auch Munition geladen. Hamburg entging knapp einer Katastrophe. Um solche inakzeptablen Risiken auszuschließen, wollen die AktivistInnen weiter Druck machen:

„Wir werden kreativ und konsequent weiter protestieren, um Ausmaß und Gefahren dieser Transporte bekannt zu machen und ihren Stopp zu fordern. Nur wenn die betroffenen Menschen von den Atomtransporten vor ihrer Haustür erfahren, können sie entscheiden, wie sie mit dem Risiko umgehen wollen.“

In der vergangenen Nacht ist bereits ein weiterer Atom-Transport in den Norden gerollt: Zwei Lkw brachten unter strenger Geheimhaltung – vermutlich via Hamburg – plutoniumhaltige MOX-Brennelemente aus dem belgischen Dessel zum AKW Brokdorf.

Siehe hier mit Fotos den Blog von ROBIN WOOD.

Hintergrundinformationen:

ROBIN WOOD-Blog: Unter strenger Geheimhaltung: Plutonium-Transport im AKW Brokdorf angekommen
http://www.robinwood.de/Atomtransporte.283.0.html
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/sand/SAND-Dateien/Atomtransporte_Info.html

Plutonium im AKW Brokdorf: Grüne Partei demonstriert – Grüner Minister schweigt

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Immer mehr Plutonium im AKW Brokdorf. Foto: Dirk Seifert

Aus Anlaß der Atomtransporte mit Plutonium-Brennelementen in das schleswig-holsteinische AKW Brokdorf demonstriert die Grüne Partei heute um 18 Uhr vor dem Kraftwerk. „Solange Brokdorf am Netz ist, produzieren wir hochradioaktiven Müll, für dessen Entsorgung überhaupt keine Lösung erkennbar ist“, heißt es in dem Aufruf. Vor dem Werkstor werden die Landesvorsitzende Ruth Kastner und der Landtagsabgeordnete Bernd Voss sprechen. Die Ärtzeorganisation IPPNW hatte gestern den grünen „Atomminister“ Robert Habeck aufgefordert, dein Einsatz von Plutonium-Brennelementen in Brokdorf zu stoppen. Während die Partei demonstriert, schweigt der Minister bislang. In Niedersachsen hat der Grüne Umweltminister inzwischen eine umfassende Prüfung zum Einsatz vom MOX in den dortigen AKWs angekündigt. Gestern und in der letzten Woche sind mit zwei geheim gehaltenen Atomtransporten insgesamt 12 Plutonium-Brennelemente (MOX) aus dem belgischen Dessel in das AKW Brokdorf gebracht worden. Am 26. Mai sind in Schleswig-Holstein Kommunalwahlen.

Siehe auch: Nix gelernt und falsch: Hamburger Umweltbehörde erklärt Plutoniumtransporte für harmlos

Unter strenger Geheimhaltung: Plutonium-Transport im AKW Brokdorf angekommen

AKW-Brokorf-21April2013147Der zweite Transport mit Plutonium-Brennelementen aus der belgischen Fabrik in Dessel ist bereits gestern am AKW Brokdorf eingetroffen. Das bestätigen der Betreiber E.on und die Polizei. Der gefährliche Atomtransport wurde unter strenger Geheimhaltung durchgeführt.

Zu den Risiken siehe z.B. Lübecker Nachrichten.

Der NDR berichtete gestern um 19.30: „Brennelemente in Brokdorf eingetroffen: Ein Transport mit sechs plutoniumhaltigen Brennelementen aus Belgien ist im Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) eingetroffen. Das bestätigte eine Sprecherin des Kraftwerksbetreibers E.ON. Atomkraftgegner hatten die Lkw-Transporte wegen der aus ihrer Sicht mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen kritisiert. Bereits vor einer Woche waren sechs Brennelemente nach Brokdorf gebracht worden. Nun ist die komplette Menge aus Belgien am Bestimmungsort. Betreiber E.ON und die Polizei hatten sich zum Zeitpunkt des Atomtransports und zur Strecke in Schweigen gehüllt. | 22.05.2013 19:31.“

Plutonium-Brennelemente gelten als besonders brisant. Das auch für Atomwaffen taugliche Material ist besonders giftig und löst schon in kleinsten Mengen Krebs aus. Im Reaktor führt es dazu, dass die Auslegungsgrenzen gegen Störfälle deutlich verkleinert werden und damit das Risiko schwerer Unfälle steigt.

Weitere Artikel auf umweltFAIRaendern.de:

Ärzteorganisation fordert “Atomminister” Robert Habeck auf, Plutonium-Einsatz in Brokdorf zu stoppen

Verdammt in alle Ewigkeit – Plutonium in Atomreaktoren (pdf, 1991)

Nix gelernt und falsch: Hamburger Umweltbehörde erklärt Plutoniumtransporte für harmlos

Plutoniumeinsatz im AKW Grohnde stoppen – die neue Regierung in Niedersachsen ist gefordert.

Risiko Atomtransporte – Radioaktiv quer durch Städte und Häfen

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