Die Atombombe kam aus Deutschland – Ein Bericht von RBB

Radioaktiv-07.jpgBereits vor 1945 forschten Physiker in Deutschland intensiv an der Atomenergienutzung. Die Entwicklung von Reaktor-Prototypen ebenso wie die militärische Nutzung spielten dabei eine Rolle. Im Zentrum dabei stand der Uran-Verein, der die deutschen Forscher zusammen fasste. Ausführlich berichtet Rainer Karlsch in seinem 2005 veröffentlichten Buch „Hitlers Bombe: Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche“ (siehe hier auf Wikipedia). Darin versucht Karlsch nachzuweisen, dass es möglicherweise im März 1945 im deutschen Faschismus zu einer Explosion mit Kernenergiefreisetzung kam. In der Folge der Veröffentlichung kam es zu einer heftigen Kontroverse.

Eines der Unternehmen, das im Rahmen dieser Forschungen und Entwicklung eine bedeutsame Rolle spielte, waren die Auer-Werke in Oranienburg, in der Nähe von Berlin. Für die Alliierten stellten die Auer-Werke ein herausragendes Ziel dar. Ein Beitrag des öffentlich-rechtlichen Senders RBB befasst sich mit dem faschistischen Atomprogramm. Der ist auf YouTube online anzusehen:

Tschüss Vattenfall Berlin – Aktions- und Sammelcamp eröffnet

Berlin-Banner130x130gDas Berliner Volksbegehren gegen Vattenfall und für die Rekommunalisierung der Stromnetze bekommt Unterstützung. Heute ist das Aktions- und Sammelcamp eröffnet worden. Noch bis zum 10. Juni läuft das Begehren, 200.000 Unterschriften werden benötigt. Derzeit ist der Stand bei ca. 75.000. Wer in Berlin die Demokratisierung der Energiewende unterstützen will, findet hier mehr Informationen.

Der Berliner Energietisch als Initiator des Volksbegehrens berichtet heute per Pressemitteilung:

„Wohnen, Sammeln und Feiern! Berliner Energietisch eröffnet Aktions- und Sammelcamp

Heute startet der Berliner Energetisch sein Aktions- und Sammelcamp. Bis zum 29. Mai werden im  alternativen Kultur- und Bildungszentrum (KuBiZ) in Berlin-Weißensee engagierte Leute aus verschiedensten Initiativen und Städten aus ganz Deutschland einquartiert. Zusammen mit Aktiven aus Berlin werden die vorwiegend jugendlichen Sammlerinnen und Sammler den Energietisch bei seinem Vorhaben unterstützen.

So hat sich auch Valerie Hollunder aus Freiburg auf dem Weg nach Berlin gemacht. Eine Woche lang sammelt sie für die Rekommunalisierung der Berliner Stromversorgung Unterschriften. „Gleich als ich vom Camp des Energietisches erfuhr, hab ich mich angemeldet. Ich möchte dazu beitragen, dass in Zukunft wieder den Berlinerinnen und Berliner die Energieversorgung gehört und nicht den Energiewendeblockierern von Vattenfall“, beschreibt die 20jähirge aus dem Schwarzwald ihre Motivation.

„Wir freuen uns, dass soviel Engagierte aus ganz Deutschland extra zu uns kommen und uns unterstützen. Gemeinsam wollen wir in den nächsten Wochen unsere Unterschriftenzahl deutlich anheben“, ergänzt Michael Efler, Vertrauensperson des Berliner Energetisches.

Das Volksbegehren sieht die Rekommunalisierung der Stromnetze und die Gründung eines berlineigenen Stadtwerkes vor. Bis zum 10. Juni muss das Bündnis aus über 50 Organisationen 200.000 Unterschriften sammeln, damit die Berlinerinnen und Berliner zur Bundestagswahl über die zukünftige Energieversorgung ihrer Stadt in einem Volksentscheid abstimmen können.“

Atommüll unterwegs – Vattenfall AKW Krümmel schickt Strahlenmaterial nach Duisburg

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Atommüll-Container am AKW Krümmel wird auf Waggon verladen. Foto: umweltFAIRaendern

Am Montag (6. Mai 2013) verließen drei Container mit leichtradioaktivem Atomschrott das Vattenfall-AKW Krümmel. Laut Medienberichten soll die Strahlenfracht per Bahn zu einer Anlage der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) in Duisburg transportiert werden. Darüber berichtet u.a. die Bergedorfer Zeitung. Dort heißt es: „Bei dem Inhalt handelt es sich um schwach- und mittelradioaktiven Abfall aus dem Kraftwerk am Elbufer, für dessen Lagerung es keine Kapazitäten mehr in Krümmel gibt. Der stark strahlende Atommüll aus dem abgeschalteten Kraftwerk wird weiterhin direkt am Standort gelagert. Aktuell stehen 19 Castoren mit Brennelementen aus dem Siedewasserreaktor in dem für 40 Jahre genehmigten Zwischenlager.“ Update: Das AntiAtom-Bündnis Niederrhein hat eine Pressemitteilung zu dem Transport veröffentlicht. Siehe unten! „Atommüll unterwegs – Vattenfall AKW Krümmel schickt Strahlenmaterial nach Duisburg“ weiterlesen

Rückbau AKW Obrigheim steckt voller Risiken – Einwendungen gegen wasserrechtliche Genehmigung JETZT!

Radioaktiv-09.jpgZur Zeit läuft ein Genehmigungsverfahren für eine neue wasserrechtliche Genehmigung für das AKW Obrigheim. Obwohl das AKW abgebaut wird, soll weiterhin Abwasser mit radioaktiven Stoffen in den Neckar geleitet und auch Neckarwasser zu Kühlzwecken genutzt werden. Beantragt ist die Genehmigung für 20 Jahre, also bis 2033, obwohl der Abbau bis etwa 2023 beendet sein soll. Das meldet die „Initiative AtomErbe Obrigheim“ (www.atomerbe-obrigheim.de). „Rückbau AKW Obrigheim steckt voller Risiken – Einwendungen gegen wasserrechtliche Genehmigung JETZT!“ weiterlesen

Zum Tode Lutz Schulenburgs: Ein radikaler Optimist

Layout 1„Er war wie sein Nautilus-Verlag – undogmatisch, radikal, libertär, neugierig. Mit Lutz Schulenburg ist ein Verleger gestorben, der zu einer seltenen Spezies gehörte: Er machte Bücher, weil er die Gesellschaft verändern wollte.“ So schreibt Christopf Twickel auf Spiegel Online zum Tod von Lutz Schulenberg. Noch bis vor wenigen Tagen war Lutz mit den HEW-Lesetagen und seinem Verlag aktiv dabei, um Widerstand gegen den Atomkonzern Vattenfall zu leisten. (HEW-Lesetage)

Auf der Seite des Nautilus-Verlag :»Was suchst du Ruhe, wenn du zur Unruhe geboren bist.« (Thomas von Kempen)

Wir trauern um Lutz Schulenburg, der am 1. Mai 2013 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Seit nahezu vierzig Jahren war Lutz Schulenburg als Verleger der Edition Nautilus eine feste, wenn auch subversive Größe in der Verlagswelt. Er wird fehlen.

Am 21. April 1953 in der Hamburger Vorstadt Bergedorf als zweites von drei Kindern geboren und in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, war er bereits mit 14 Jahren aktiv in der örtlichen sozialistischen Schüler- und APO-Gruppe. Die Schule brach er ab, ebenso eine Lehre als Dekorateur – doch seit der Lehrzeit ist er aktiv in der anarchistischen Bewegung, was ihm sogar einen Ausschluss aus der Gewerkschaft eintrug und ihn in der nach-68er-Zeit mit Pierre Gallissaires zusammenbrachte, mit dem er 1971 die anarchistische Theorie-Zeitschrift MAD (später umbenannt in Revolte!) gründete. Es folgte eine zweite, inoffizielle Lehrzeit, diesmal in Sachen Verlagsbuchhandel, beim Spartacus Buchvertrieb im Keller unter dem Abaton-Kino in Hamburg. 1972 begann das Trio Schulenburg, Gallissaires und Hanna Mittelstädt mit der Buchproduktion, am 1. April 1974 wurde ein Gewerbeschein beantragt für den MAD-Verlag, der 1976 aus juristischen Gründen in Edition Nautilus umbenannt wurde.

Als Verleger bewies er immer wieder das richtige Gespür für besondere Buchperlen. Die Crew der Nautilus wird nun in seinem Sinne weiter beweglich durch das Büchermeer kreuzen.

Nachrufe von Freunden und Kollegen:

Edition Nautilus auf Facebook am 2.5.2013

Hajo Steinert im Deutschlandfunk am 2.5.2013

Theodor Marloth auf Jasminrevolution am 2.5.2013

Schattenblick am 2.5.2013

Rainer Nitsche im Börsenblatt am 3.5.2013

Jochen Schimmang in der taz am 3.5.2013

Christoph Twickel auf Spiegel Online am 3.5.2013

Sabine Vogel in der Frankfurter Rundschau am 3.5.2013

Gerald Grüneklee auf Systempunkte am 3.5.2013

Tobias Gohlis im CULTurMAG am 4.5.2013

Jürgen Schneider in der jungen Welt am 4.5.2013

Raimund Samsun, Blog

Anares Buchvertrieb auf scharf-links

 

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