Atommüllentsorgung: „Neben der Spur“ – Scharfe Kritik am Koalitionsvertrag vom niedersächischen Umweltminister

Radioaktiv-07.jpgStefan Wenzel, Grüner Umweltminister in Niedersachsen, kritisiert scharf den zwischen SPD und CDU/CSU ausgehandelten Koalitionsvertrag für eine künftige Bundesregierung. In der „Welt“ listet er eine große Palette von ungelösten Sicherheitsfragen bei den noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerken bis hin zur Atommülllagerung von leicht- und mittelradioaktiven Abfällen ebenso wie zu den hochradioaktiven Brennelementen auf. „Der grüne Umweltminister Stefan Wenzel ist „enttäuscht“, beklagt im Gespräch mit dem Abendblatt große Differenzen und damit Reibungsflächen mit der Koalitionsvereinbarung auf Landesebene“, berichtet die Welt.

Da geht es nicht nur um Gorleben und die künftige Politik des Bundes, sondern auch darum, ob Konsequenzen aus dem Desaster in der ASSE II für das geplante Lager im Schacht Konrad gezogen werden. Einige Aussagen im Koalitionsvertrag seien „neben der Spur“. Wenzel kritisiert den laschen Umgang der Bundes-SPD in zahlreichen Fragen der Atomsicherheit und beim Umgang mit den Problemen bei der Atommülllagerung. Es lohnt sich, den Artikel in der Welt genauer zu studieren.

Gerechtere Bedingungen beim Uranbergbau im Niger? AREVA „droht“ mit Abzug

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Uranverarbeitung in Deutschland, z.B. bei der URENCO in Gronau. Vermutlich auch hier wird Uran aus dem Niger verarbeitet: Das Uran muss in der Erde bleiben.

Uranbergbau: Derzeit verhandelt das bitterarme Niger mit dem französischen Atomgiganten AREVA über eine Neugestaltung der Verträge, auf deren Basis der Konzern den Uranbergbau rund um die Wüstenstadt Arlit im Norden des Landes betreibt. Anfang Oktober hat der nigrische Präsident Mahmadou Issoufou bekannt gegeben, alle Verträge mit Areva würden bis Ende des Jahres überprüft. Das Land will mehr von den Gewinnen abbekommen, die AREVA mit dem für Frankreich so wichtigen Uran verdient und den Konzern dazu bewegen, mehr für die sozialen und Umweltbedingungen rund um die Uranminen zu tun.

Bislang scheint AREVA nicht sonderlich bereit, auf die Forderungen des Niger einzugehen. „Areva hängt zwar stark von Uran aus dem Niger ab, der 2012 hinter Kasachstan sein zweitwichtigster Lieferant war. Trotzdem hat Areva-Präsident Luc Oursel angekündigt, er werde den Betrieb in einer der Minen im Niger einstellen. Und vor einigen Tagen unterzeichnete er ein Abkommen zur Ausbeutung von Uran in der Mongolei. Areva will der Regierung Nigers damit zu verstehen geben, dass der Konzern auf andere Länder ausweichen könnte, wenn diese einen höheren Uranpreis fordert.“ Das berichtet SwissAid im November auf ihrer Homepage.

Für die französischen Atomkraftwerke ist derzeit der Niger noch eines der wichtigsten Versorgungsländer für Frankreich. Planungen für die Inbetriebnahme einer weiteren nigrischen Uranmine sind nach dem Kriegseinsatz Anfang des Jahres in Mali und der Zuspitzung der Konflikte auch im Niger vorerst auf Eis gelegt. Im Sommer kam es zu einem schweren Terroranschlag rund um Arlit mit zahlreichen Toten und Verletzten. Außerdem gab es wohl schwere Schäden an wichtigen Minen-Baugeräten.

Der Uranabbau ist schwer umstritten. Einerseits weil die Umwelt- und Gesundheitsschäden massiv sind. Außerdem wird für den Uranabbau in einer der trockensten Regionen der Welt (Sahelzone) enorm viel Wasser verbraucht und mit Radioaktivität und Chemikalien vergiftet. Andererseits bleibt von den Gewinnen, die AREVA mit dem Uranabbau macht, nur wenig im Ursprungsland. Zuletzt haben im Oktober 5.000 Menschen gegen AREVA in Arlit demonstriert.

Weitere Informationen über gerechtere Bedingungen für den Uranbergbau siehe auch hier (englisch/französisch).

Mongolei: Atomindustrie und Bergbaukonzerne contra Nomaden

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Atomgigant AREVA aus Frankreich: Weltweite Umweltzerstörung und Gesundheitsrisiken durch Atomenergie und Uranabbau. Auch in der Mongolei.

Weltweit forcieren Konzerne und Investoren die Suche nach Rohstoffen. Ganz weit oben auf der Liste der begehrten Stoffe ist das für die Atomenergie wichtige Uran. Auch in der Mongolei spitzen sich die Konflikte um den überaus umwelt- und gesundheitsschädlichen Uranabbau zu. Mit dabei ist der französische Atomgigant AREVA, der dort zur Zeit Probebohrungen zur Erkundung für künftige Uranminen durchführt. Darüber berichtet die deutschsprachige Homepage „Munx-Tenger“ (Ewiger Himmel). Über die aktuelle Lage berichtet der folgende Text, der auch in der Zeitung „ak-analyse und kritik“ (Nr. 588) erschienen ist.

Und hier der Artikel über die Atomindustrie und Bergbaukonzerne in der Mongolei:

„Der Konflikt zwischen den Tierhaltern und der Bergbauindustrie spitzt sich zu. Im Frühjahr 2013 protestierten 319 Tierhalter aus der Ostgobi (Dornogobi) gegen die Uran-Bohrungen des französischen Atomriesen AREVA und machten diese Probebohrungen verantwortlich für Mißbildungen und Totgeburten bei ihrem Vieh. Im September protestierten Nomaden und Umweltschützer gegen eine Revidierung des „Gesetzes mit dem langen Namen“, das den Bergbau an Flußufern und in Waldgebieten untersagt. Ende Oktober hat nun AREVA  ein Abkommen mit der mongolischen Atombehörde Monatom geschlossen, um zwei Lagerstätten in der Ostgobi mit insgesamt 60.000 Tonnen Uranerz auszubeuten.“ Weiterlesen auf der Seite von Munx-Tenger…

Pass bloß auf. Anti-Atom-Aktion: Kein Schutz bei Katastrophe

Atomalarm!
Mehr Infos? Auf das Bild klicken!

Am 16.11.2013 werden rund um die Atomkraftwerke Grafenrheinfeld, Neckarwestheim, Philippsburg, Lingen, Grohnde und Isar Anti-Atom-Aktionen stattfinden. Jeweils um 5 vor 12 Uhr werden an diesen sechs AKWs Luftballone aufsteigen. Im Aufruf zu den Aktionen heißt es: „Mit dieser Aktion untersuchen wir, wie sich radioaktive Stoffe bei einer großen Reaktorkatastrophe ausbreiten würden. Aus fachlichen Untersuchungen und Erfahrungen wissen wir, dass die Ausbreitung viele hundert Kilometer betragen kann.

Wir verbinden diese Aktion mit der Forderung an die Innenministerkonferenz im Dezember in Osnabrück, nachzuweisen, wie sie die Menschen bei einer großen Katastrophe schützen wollen. Da das nicht möglich ist, fordern wir, alle noch laufenden Atomanlagen sofort stillzulegen.“

Siehe: Ärtzeorganisation warnt: Unzureichender Katastrophenschutz im Falle eines Atomkraftwerksunfalls mit atomaren Freisetzungen

Nach Fukushima hatte das Bundesamt für Strahlenschutz per Gutachten ermittelt, dass der Katastrophenschutz in Deutschland völlig unzureichend ist. Eine Katastrophe wie in Fukushima würde Evakuierungen noch in bis zu 170 km vom Reaktor entfernt erfordern. Das aber stellt die Katastrophenschutzbehörde vor unlösbare Aufgaben, denn so viele Menschen sind kaum dauerhaft zu evakuieren. Darüber berichtete jüngst auch die Frankfurter Rundschau.  Nur zögerlich machen sich deutsche Behörden an die Umsetzung der neuen Erkenntnisse. Die Strahlenschutz-Kommission, Beratergremium der Bundesregierung, hat nun erste Vorschläge gemacht, wie die Planungen angepasst werden müssten. Einfacher und vor allem wirkungsvoller wäre: Alle Atomkraftwerke stilllegen, bevor es zur Katastrophe kommt.

Siehe: Bundesamt schlägt Alarm – Behörden sind auf Katastrophen mit vielen Evakuierungen nicht vorbereitet

Alles zum Thema Katastrophenschutz auf dieser Seite.

Dreckiger Uranabbau: Immer mehr Länder wollen mitmischen

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Uran muss in der Erde bleiben. Das fordern viele von Uranbergbau Betroffene und die Anti-Atom-Bewegung. Foto: Dirk Seifert

Kasachstan, Canada, Australien, Niger, Namibia, Russland. Das sind derzeit die führenden Länder in Sachen Uranbergbau. In diesen Ländern wird derzeit mit erheblichen Umweltschäden und vielen Menschenrechtsverletzungen der Brennstoff für den Betrieb von Atom-Kraftwerken oder auch -Waffen aus der Erde geholt. Eine detaillierte Übersicht über den Beginn der Atomspirale, die zum weltweit ungelösten Problem der dauerhaften Atommülllagerung führt, ist auf der Seite World Uranium Mining zu finden. Dort sind die Fördermengen für das Jahr 2012 veröffentlicht.

Unternehmen aus Canada, Australien, aber auch Frankreich (AREVA) und Russland (ROSATOM) dominieren das internationale Geschäft mit dem Uran. Siehe auch: Russlands Atomgigant ROSATOM – Von der Uranmine über Reaktoren bis zur Atombombe

In Deutschland wird dieses Uran in zwei Fabriken verarbeitet: In Gronau wird das Uran angereichert, damit es als Brennstoff für Atomkraftwerke weiter verarbeitet werden kann. Das Unternehmen dazu heißt URENCO. Die Anreicherung ist besonders brisant, weil mit der Zentrifugen-Technik grundsätzlich auch atomwaffenfähiges Uran hergestellt werden könnte. Außerdem werden in Lingen von der AREVA aus angereichertem Uran Brennstäbe hergestellt, die in aller Welt zum Einsatz kommen.

Viele weitere Länder wollen in den nächsten Jahren trotz enormer Gesundheits- und Umweltprobleme mit dem Uranbergbau beginnen. Eben erst hat Grönland verkündet (siehe Spiegel), künftig Uranbergbau auf seinem Territorium zu genehmigen. Auch afrikanische Staaten wie Tansania und Mali wollen künftig Uranbergbau betreiben. In Mali und insbesondere im benachbarten Niger ist der Uranabbau entweder eine der Ursachen oder aber zumindest Hintergrund auch für massive bewaffnete Konflikte.  Siehe auch Kampf um Rohstoffe: Uranabbau im Niger – Französische Geiseln des Atomkonzerns AREVA sind frei

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