Immer diese Probleme: Atommülllager Schacht KONRAD – Brüchige Mauern – Rissige Fugen

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hier entsteht… oder auch nicht? Geplantes Atommülllager Schacht KONRAD. Foto: Dirk Seifert

Während die hohe Politik in Berlin so tut, als gäbe es bei der Atommülllagerung nur noch bei den hochradioaktiven Abfällen Probleme, ruckelt es bei der dauerhaften Lagerung für den leicht- und mitterradioaktiven Atommüll. Gemeint ist nicht die ASSE, sondern der Schacht KONRAD in Salzgitter. Der wird z.Zt. für die Einlagerung der genannten Abfälle vorbereitet und ausgebaut, aber mit immer neuen Problemen, die die Zeitpläne mächtig durcheinander bringen. Darüber berichtet jetzt die AG Schacht KONRAD auf ihrer Seite. Der Umweltausschuss der Stadt Salzgitter hat sich jüngst über den aktuellen Stand beim Ausbau informiert, nachdem bekannt geworden war, dass neue Probleme eine Inbetriebnahme vermutlich bis zum Jahr 2021 weiter verzögern könnten. Immer wieder ist der Einlagerungsbeginn verschoben worden, zuletzt war von 2019 die Rede.

Siehe auch: Atommüll-Konferenz: Absage an Endlager-Kommission – Initiativen kündigen Sorgenbericht über Atommüll-Desaster an

Mehr Infos über den Schacht KONRAD auf dieser Seite:

Gesellschaft für Nuklearservice – 80 Castoren pro Jahr

Castorbehälter für hochradioaktiven Atommüll. 80 Stück davon baut die GNS pro Jahr. Foto: GNS
Castorbehälter für hochradioaktiven Atommüll. 80 Stück davon baut die GNS pro Jahr. Foto: GNS

Am Standort Mülheim fertigt die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) 80 neue Castorbehälter pro Jahr. Darüber berichtet die Deutsche Welle in einem Beitrag vom Juli. Rund zwei Millionen Euro kostet ein solcher Behälter, in dem hochradioaktive Brennelemente aus Atomkraftwerken für einen Zeitraum von ca. 40 Jahren zwischengelagert werden. Danach – so zumindest der Plan – sollen die Brennelemente in ein so genanntes Endlager, wo sie dann für den Zeitraum von einer Million Jahre von der Umwelt isoliert verwahrt werden sollen. Ein solches Lager aber gibt es bis heute weltweit noch nicht.

Die GNS stellt sowohl Behälter für Druck- als auch für Siedewasserreaktoren her. Brennelemente für Druckwasserreaktoren (meist durch ihre Kuppel erkennbar, Brokdorf, Grohnde, …) bestehen aus einer größeren Anzahl von Brennstäben im Vergleich zu den Siedewasserreaktoren. Dadurch passenca. 52 Brennelemente aus Siedewasserreaktoren oder etwa 19 Brennelemente aus Druckwasserreaktoren in einen solchen Castorbehälter.

Für die Stilllegung von Atomreaktoren sind diese Behälter erforderlich, um die hochradioaktiven Brennelemente nach einer Abklingzeit von 4 – 5 Jahren aus dem Reaktor bzw. dem Nasslager auszulagern und in den Castorbehältern dann ins Trockenlager, den so genannten Standort-Zwischenlagern, abzustellen. Um die Sicherheit dieser Lagerung gibt es seit Jahren heftige Auseinandersetzungen. Erst vor wenigen Monaten hatte das Oberverwaltungsgericht wegen Sicherheitsmängeln die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager am AKW Brunsbüttel aufgehoben. Fast alle Standortlager sind mit dem in Brunsbüttel baugleich oder sogar noch einfacher gebaut.  

Die DW berichtet weiter: „Insgesamt beschäftigt die GNS 670 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro. In den kommenden 15 Jahren wird die GSN pro Jahr 80 Castor-Behälter ausliefern – zwar geht in neun Jahren das letzte deutsche Kernkraftwerk vom Netz, die Brennstäbe können dann noch weitere fünf Jahre im Abklingbecken verbringen. Aber auch danach rechnet sich Geschäftsführer Wimmer weiter einträgliche Chancen für den Absatz von wenigstens 25 Castoren pro Jahr aus. Und zwar auf dem internationalen Markt. Denn „in anderen Ländern laufen ja derzeit Neubauvorhaben oder auch Laufzeitverlängerungen, so dass wir für unsere Produkte in Japan, in Korea, in anderen europäischen Ländern und auch in den USA sehr wohl Chancen sehen, diese zu verkaufen“. Schon heute versorgt die GNS Kernkraftwerks-Betreiber in Tschechien sowie mit Einzelverträgen auch in Litauen, Bulgarien und der Schweiz.“

Tansania in Trouble 7 – Mkuju River Uranmine im Nationalpark verzögert sich

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Uranabbau in einem der größten Nationalparks Afrikas, dem Selous Game Reserve. Eine Bedrohung für Menschen, Tiere und Umwelt. Foto: Dirk Seifert, Giraffen im Mikumi-Nationalpark im Norden des Selous Game Reserve.

Uranabbau in Tansania: Bereits vor zwei Jahren sorgte der geplante Uranabbau in Tansanias Süden für einen Skandal. Weltweit gab es Proteste. Allein in Deutschland unterschrieben über 20.000 Menschen eine Protest-Erklärung: Denn die geplante Uranmine liegt im Südosten des als Weltkulturerbe geschützten Nationalparks Selous Games Reserve. Dort hatte die australische Firma MANTRA Uranerz gefunden und den Abbau beantragt.

Der Nationalpark gehört zu den größten Schutzgebieten Afrikas und zählt wegen seines Artenreichtums zu den wichtigsten Schutzzonen. MANTRA ist für das kanadisch-russische Unternehmen Uranium One tätig, das wiederum unter Kontrolle des russischen Staatskonzerns Rosatom steht. Nach Informationen des Uranium-Networks wird sich die Inbetriebnahme der ersten Uranmine in Tansania jedoch aufgrund bestehender Probleme weiter verzögern.

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Firmenwagen von MANTRA in Songea. Foto: Dirk Seifert

Nach den Uranfunden im Nationalpark stellt die Regierung von Tansania bei der UNESCO eine Ausnahmegenehmigung für den Uranabbau im geschützten Nationalpark. Das Gebiet um die Uranmine sollte von dem Gebiet ausgenommen werden, ohne dass der Titel „Weltkulturerbe“ gestrichen würde. Nach einer von der UNESCO geforderten Umweltverträglichkeitsstudie und unter der Führung Russlands – deren Konzern Rosatom wie erwähnt ein starkes Interesse an dem Urangebiet hat – gab es 2012 trotz massiver internationaler Proteste die Zustimmung. Wenig später erhielt MANTRA von der tansanischen Regierung die Genehmigung für den Betrieb der Uranmine und für die Produktion von Yellow Cake. Doch noch verzögert sich die Inbetriebnahme.

Tansania (Link zu einer Landkarte) hat bislang keinerlei Erfahrungen im Umgang mit radioaktiven Materialien, verspricht sich aber vom Uranabbau Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung. In nur wenigen Jahren hat Tansania daher ein entsprechendes System von Behörden und Rechtsvorschriften erlassen, eine Atomkommission etabliert und damit zumindest auf dem Papier die Voraussetzungen für den Uranabbau geschaffen. Neben dem Mkuju River Project wird in anderen Regionen Tansanias derzeit der mögliche Uranabbau erkundet (hier ein bebildeter Reisebericht im Rahmen der Internationalen Urankonferenz Anfang Oktober 2013: Bahi/Dodoma)

Während einer Internationalen Urankonferenz Anfang Oktober 2013 in Dar Es Salaam / Tansania berichteten sowohl der Gesundheitsminister als auch ein Vertreter des nationalen Umweltamts über die gesundheitlichen Vorkehrungen zum Schutz der Menschen vor den Folgen des Uranabbaus. Das war nicht sonderlich überzeugend. In einem Bericht des Ostafrika-Büros der Rosa Luxemburg Stifung – Mitveranstalter der Konferenz – heißt es dazu: „Der tansanische Gesundheitsminister, der die Konferenz offiziell eröffnete, betonte, dass der tansanischen Regierung die Probleme durchaus bekannt seien. Sie habe Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Erhebliche Zweifel schürte dagegen der Vertreter des nationalen Umweltamtes. Er musste zugeben, dass die tansanische Regierung bisher weder technisch, noch finanziell oder personell in der Lage sei, die von ihr erlassenen Auflagen beim Uranabbau zu kontrollieren. Vielmehr müsse man sich in erster Linie auf die Berichterstattung und die Selbstkontrolle der Bergbauunternehmen verlassen.“

Wann genau der Uranabbau in der Mkuju-River-Mine starten wird, bleibt bislang unklar. Mehrfach ist die Inbetriebnahme verschoben worden und nach Informationen von Günter Wippel vom Uranium-Network soll MANTRA derzeit von einem Beginn in 2016 sprechen.

Mehr Informationen in einer Übersicht über das Mkuju-Projekt vom Uranium-Network hier als PDF.

Hintergrund dafür dürften die derzeit sehr niedrigen Uranpreise sein, die einen wirtschaftlichen Betrieb für Mkuju-River nicht ermöglichen. Allerdings gibt es auch andere Probleme, z.B. ist die Frage zwischen der Regierung und MANTRA umstritten, auf welchem Weg das Yellow Cake aus Tansania heraus transportiert werden soll. Während MANTRA das radioaktive Material nach Namibia auf dem Landweg transportieren und dort verschiffen will, fordert die tansanische Regierung den Export über den am Indischen Ozean gelegenen Hafen in Mtwara. Hier sollen in Zukunft auch Gas und Öl umgeschlagen werden.

Allerdings: Bis heute besteht ein über 200 Kilometer langer Abschnitt der Strecke aus einer für Schwertransporte kaum passierbaren Sandpiste. In der Regenzeit ginge hier derzeit gar nichts. Diese Strecke soll zwar ausgebaut werden, was vermutlich bis zu zwei Jahre dauern dürfte. Aber derzeit ist der Ausbau der Strecke gestoppt, weil es mit der Baufirma offenbar Vertrags- oder Finanzierungsprobleme gibt.

Still und Leise: Einsprüche gegen das Urteil des OVG Schleswig in Sachen Atommülllager Brunsbüttel sind erhoben

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Stillgelegtes AKW Brunsbüttel – Atommülllager ist laut OVG Schleswig nicht sicher. Foto: Dirk Seifert

Laut einer Mitteilung der Kläger in Sachen fehlender Sicherheit des Atommülllagers Brunsbüttel haben die Beklagten – das Bundesamt für Strahlenschutz und Vattenfall – offenbar Rechtsmittel eingelegt, um das Urteil des OVG Schleswig anzufechten. Auf der Homepage des BfS findet sich dazu allerdings keine Pressemeldung. Damit dürfte das Urteil des OVG, mit dem die Betriebsgenehmigung des Zwischenlagers für hochradioaktive Atomabfälle aufgehoben wurde, offenbar zunächst noch nicht rechtskräftig sein.

Siehe: Atommüllentsorgung – Erhöhte Schutzanforderungen, bestehende Sicherheitsmängel und erhebliche Machtkämpfe – OVG Schleswig legt schriftliches Urteil vor

Auch Vattenfall hat offenbar zu diesem Vorgehen nicht informiert. Auf der Homepage ist keine Pressemeldung zu finden. Und auch auf der Info-Veranstaltung zum Rückbau des AKW Brunsbüttel, die am letzten Donnerstag vor Ort stattfand, hat Vattenfall dazu offenbar nicht Stellung genommen. Jedenfalls ist den Medienberichten dazu nichts zu entnehmen gewesen. Siehe hier und hier vom NDR.

Vattenfall und Rückbau AKW Brunsbüttel

130921 VATTENFALLAnzeigeMit großen Anzeigen in der regionalen Presse kündigt Vattenfall für den 26. September eine Informationsveranstaltung zum Rückbau des AKW Brunsbüttel an. Das Ganze findet im Elbe-Forum in Brunsbüttel statt.

Die Probleme beim Rückbau haben sich in den letzten Wochen drastisch erhöht, weil die Genehmigung für das Atommüll-Zwischenlager für hochradioaktive Brennelemente vom OVG Schleswig aufgehoben wurde, weil erhebliche Sicherheitsanforderungen nicht ausreichend geprüft und nachgewiesen werden konnten. Zwar ist damit zu rechnen, dass die zuständige Genehmigungsbehörde, das Bundesamt für Strahlenschutz, dieser Tage das Urteil vor dem Bundesverwaltungsgericht anfechten wird. Dennoch könnte es sein, dass für das Zwischenlager ein komplett neues Genehmigungsverfahren durchgeführt werden muss.

Siehe auch: Atommüllentsorgung – Erhöhte Schutzanforderungen, bestehende Sicherheitsmängel und erhebliche Machtkämpfe – OVG Schleswig legt schriftliches Urteil vor

 

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