Atomwaffen-Technik: Südkorea, Singapur oder Japan? Uranfabriken der URENCO unterm Hammer

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Uran-Zentrifugen stehen zum Verkauf – Zivile oder militärische Nutzung? Foto: URENCO

Atomwaffen-Technik mit deutscher Beteiligung steht zum Verkauf: In den Uranfabriken der URENCO – darunter die Anreicherungsanlage im westfälischen Gronau – wird Uranbrennstoff für Atomkraftwerke hergestellt. Ihre Technik ist aber auch geeignet, um Uran für den Gebrauch in Atombomben anzureichern. Daher sind die Anlagen der URENCO von höchstem militärischen Sicherheitsinteresse. Und es gibt zahlreiche Interessenten: Cameco aus Kanada, AREVA aus Frankreich, Toshiba aus Japan. Spekulationen gab es vor einiger Zeit auch über den staatlichen russischen Atomkonzern ROSATOM. Auch ein Börsengang wird seitens der Eigentümer bislang nicht ausgeschlossen! Jetzt werden weitere Interessenten bekannt:

Nach einer Meldung von XE hat die „Korea Economic Daily“ bereits im Juni vermeldet, dass der südkoreanische Stromkonzern „Korea Electric Power Corp“ (KEPCO) ein Konsortium plant, um am Bieterverfahren für die URENCO teilzunehmen. Daran sollen laut einem namentlich nicht genannten Offiziellen von KEPCO weitere Energiekonzerne aus Südkorea beteiligt werden, darunter SK Energy Co Ltd, die im Öl- und Gasgeschäft engagiert sind.

Oder geht die URENCO-Technik an einen Investmentfonds aus Singapur oder an den japanischen Mitsubishi-Konzern? Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete Ende Juli, dass der staatliche Investmentfonds GIC (Government of Singapore Investment Corporation) aus Singapur Interesse an der URENCO angemeldet hat: „Singapore sovereign wealth fund GIC and Japanese conglomerate Mitsubishi are considering making a bid for European nuclear fuel maker Urenco, Britain’s Sunday Times reported, without citing sources.“ Weiter berichtet Reuters: „The GIC could join a list of financial investors reported to have been interested in Urenco. Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB) and private equity houses KKR and CVC have also been reported to be mulling a bid for Urenco.“ Nicht weiter überraschend ist der Zusatz der Agentur: „GIC, Mitsubishi and Urenco were not immediately available to comment“.

URENCO mit Urananreicherungsanlagen in Deutschland (Gronau), den Niederlanden (Almelo), Großbritannien (Capenhurst) sowie den USA (New Mexico) steht nach den Aussagen seiner derzeitigen Besitzer zum Verkauf. Zu je einem Drittel halten die britische und die niederländische Regierung, außerdem die beiden deutschen Stromkonzerne E.on und RWE gemeinsam über die Uranit UK Limited Anteile an der URENCO.

Die Urananreicherung gilt als äußerst sensibel, da mit den Gaszentrifugen, in denen das Uran für die Kettenreaktion angereichert wird, nicht nur Brennstoff für Atomreaktoren, sondern auch für Uran-Atombomben hergestellt werden kann. Deshalb unterliegen die URENCO-Anlagen strengen Sicherheitsauflagen der Euratom sowie im Rahmen mehrerer Staatsverträge zwischen Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden  – z.B. dem Vertrag von Almelo (PDF).

Als besonders heikel bei dem geplanten Verkauf gilt auch die gemeinsame Tochter von URENCO und dem französischen Atomkonzern AREVA (je 50 Prozent der Anteile), die Enrichment Technology Company (ETC). Hier werden Forschung und Entwicklung sowie der Bau der Gaszentrifugen betrieben, also das Know-how für den Bau von Uranwaffen.

Die URENCO und die ETC stellen also in höchstem Maße ein Risiko hinsichtlich der Verbreitung von Atomwaffen-Technik dar. Derzeit laufen auf Ebene der Regierungen laut Mitteilung der Bundesregierung (Anfang September) Gespräche, wie nach einem Verkauf der URENCO und der ETC das staatliche Sicherheitsregime organisiert werden muss, um unter allen Umständen die Verbreitung dieser überaus riskanten Technologie sicherzustellen. Siehe dazu: Uranfabriken der URENCO – Bundesregierung an Verkaufsplänen beteiligt.

Vermutlich noch im November könnten erste Ergebnisse dieser Gespräche vorliegen. Eine Befassung des Bundestags ist bislang nicht vorgesehen.

Alles auf dieser Seite zu den Stichworten URENCO + Gronau + ETC + Almelo

Kampf um Rohstoffe: Uranabbau im Niger – Französische Geiseln des Atomkonzerns AREVA sind frei

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Kampf um Uran – Frankreichs Urangeschäfte im Niger und immer mehr Konflikte. Foto: Dirk Seifert

„Die von islamistischen Extremisten in Niger verschleppten vier Franzosen sind nach ihrer Befreiung in die Heimat zurückgekehrt.“ Das berichtet die Deutsche Welle (DW) am 30. Oktober auf ihrer Homepage. Und die FA Z schreibt: „Frankreich soll für die Freilassung von vier französischen Geiseln in Niger ein Lösegeld zwischen 20 und 25 Millionen Euro gezahlt haben. Das berichtete die Zeitung „Le Monde“ am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstquellen.

Präsident François Hollande hatte am Dienstagabend im Fernsehen gesagt, es sei kein Lösegeld gezahlt worden. Frankreich habe auch keine militärische Befreiungsaktion organisiert.“ Nach Angaben der DW „befinden sich weltweit noch insgesamt sieben weitere Franzosen in den Händen von Geiselnehmern – in Syrien, Nigeria und Mali.“ Die Konflikte rund um den Uranabbau der AREVA in Niger sind eng verbunden mit den (militärischen) Auseinandersetzungen in Mali. Das zeigt sich auch daran, dass die Freilassung der Geiseln in Mali erfolgte.

Die vier jetzt freigelassenen Mitarbeiter des französischen Atomkonzerns sind im September 2010 im Norden des Niger entführt worden. Dort betreibt der AREVA-Konzern seit den 60er Jahren eine Uranmine bei Arlit. Rund ein Drittel der französischen Atomkraftwerke werden mit Brennstoff aus dieser Mine versorgt. (Eine weitere Uranmine bei Imouraren sollte eigentlich dieses Jahr neu in Betrieb genommen werden. Das ist aber wohl wegen der anhaltenden Konflikte in der Region vorerst nicht passiert.)

Die ökologischen Folgen des Uranabbaus sind katastrophal: Riesige Abraumhalden mit radioaktivem Staub werden unter freiem Himmel aufgetürmt und mit dem Wind verbreitet. Der Uranabbau und die Verarbeitung des Erzes erfordert große Mengen Wasser. Das aber ist Mangelware in der Wüstenregion im Norden des Niger. Während die Menschen dursten, wird das Wasser aus großen Tiefen für die Erzgewinnung gefördert. Krankheiten haben sich in der Region ausgebreitet, die mit dem Abbau des Urans in Verbindung gebracht werden.

In den letzten Jahren haben sich die Konflikte um den Uranabbau im Niger enorm verschärft. Häufiger ist es auch zu bewaffneten Konflikten gekommen. Derzeit verhandelt die Regierung des Niger mit Frankreich über neue Verträge über den Uranabbau. Vor wenigen Wochen demonstrierten 5.000 Menschen in Arlit.

Nach dem Kriegseinsatz französischer Truppen im benachbarten Mali wurden auch Spezialtruppen zum Schutz der Uranminen im Niger abkommandiert. Die französische Regierung sprach ausdrücklich von „eigenen Interessen“, die hier zu schützen wären. Im Mai 2013 kam es dort zu einem schweren Terroranschlag mit vielen Toten. Siehe hier auf umweltfairaendern.de und hier die FAZ vom Mai. Siehe auch hier: Internationale Uran-Konferenz Tansania – Regierung ignoriert Risiken. Über Mali: Blog der Journalistin Charlotte Wiedemann.

Während die französische Regierung Lösegeldzahlungen für die Freilassung der vier AREVA-Mitarbeiter bestreitet, schreibt die FAZ: „Nach Informationen von „Le Monde“ soll das Lösegeld aus Geheimfonds des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE (Direction générale de la sécurité extérieure) aufgebracht worden sein. Der DGSE untersteht Verteidigungminister Le Drian.“

In der FAZ vom 1. November wird ausführlich über die Hintergründe und die Verhandlungen um die Freilassung der AREVA-Mitarbeiter berichtet. Unter der Überschrift „Der Preis der Freiheit“ berichtet das Blatt: „Nach der Rückkehr der französischen Geiseln zeichnen sich Vorteile für Nigers Präsidenten und die Tuareg ab. Dies dürfte auch die Verhandlungen mit dem Urankonzern Areva betreffen.“

Der Niger verhandelt derzeit mit AREVA über neue Verträge zum Uranabbau. Nicht zuletzt geht es darum, dass das bitterarme Land in der Sahelregion mehr Geld von den AREVA-Gewinnen abgekommen will. Bislang zeigt sich AREVA nur wenig kompromissbereit. Die FAZ berichtet, dass „ein 46 Jahre alter Targi aus Niger namens Mohamed Akotey, seines Zeichens Chefunterhändler des nigrischen Präsidenten Mahamadou Issoufou bei den Verhandlungen mit den Geiselnehmern“ von großer Bedeutung war. „Akotey gelang es nicht nur, vier Menschen aus unmenschlicher Gefangenschaft zu befreien. Er lieferte dem nigrischen Präsidenten zugleich ein außerordentliches Druckmittel für die Verhandlungen mit dem staatlichen französischen Urankonzern Areva über eine künftige Gewinnbeteiligung an die Hand. Und er sorgte dafür, dass die Tuareg in Mali, die im Frühjahr 2012 einen Krieg vom Zaun gebrochen hatten, ihr neues Image als freundliche Retter in einen politischen Vorteil ummünzen können.“ Akotey ist Aufsichtsratsvorsitzender von Imouraren SA, der nigrischen Tochterfirma von Areva.

Uran aus dem Niger auch in Deutschland im Einsatz.

Auch Deutschland dürfte mit Uran aus dem Niger beliefert werden. Offiziell bestätigt die Bundesregierung, dass Uran aus Frankreich bezogen werde, weigert sich aber detailliertere Angaben zu dem Ursprung des „französischen“ Urans zu machen. Da Frankreich auf dem eigenen Staatsgebiet keinen Uranabbau betreibt und rund ein Drittel seines Urans aus dem Niger bezieht, ist es sehr wahrscheinlich, dass z.B. in den Uranfabriken in Gronau und Lingen auch Uran aus dem Niger über französische Lieferungen verarbeitet wird. Die Uranfabrik in Lingen, die Brennelemente für Atomkraftwerke herstellt, ist zu 100 Prozent im Besitz der AREVA.

Siehe auch:

 

Immer diese Probleme: Atommülllager Schacht KONRAD – Brüchige Mauern – Rissige Fugen

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hier entsteht… oder auch nicht? Geplantes Atommülllager Schacht KONRAD. Foto: Dirk Seifert

Während die hohe Politik in Berlin so tut, als gäbe es bei der Atommülllagerung nur noch bei den hochradioaktiven Abfällen Probleme, ruckelt es bei der dauerhaften Lagerung für den leicht- und mitterradioaktiven Atommüll. Gemeint ist nicht die ASSE, sondern der Schacht KONRAD in Salzgitter. Der wird z.Zt. für die Einlagerung der genannten Abfälle vorbereitet und ausgebaut, aber mit immer neuen Problemen, die die Zeitpläne mächtig durcheinander bringen. Darüber berichtet jetzt die AG Schacht KONRAD auf ihrer Seite. Der Umweltausschuss der Stadt Salzgitter hat sich jüngst über den aktuellen Stand beim Ausbau informiert, nachdem bekannt geworden war, dass neue Probleme eine Inbetriebnahme vermutlich bis zum Jahr 2021 weiter verzögern könnten. Immer wieder ist der Einlagerungsbeginn verschoben worden, zuletzt war von 2019 die Rede.

Siehe auch: Atommüll-Konferenz: Absage an Endlager-Kommission – Initiativen kündigen Sorgenbericht über Atommüll-Desaster an

Mehr Infos über den Schacht KONRAD auf dieser Seite:

Gesellschaft für Nuklearservice – 80 Castoren pro Jahr

Castorbehälter für hochradioaktiven Atommüll. 80 Stück davon baut die GNS pro Jahr. Foto: GNS
Castorbehälter für hochradioaktiven Atommüll. 80 Stück davon baut die GNS pro Jahr. Foto: GNS

Am Standort Mülheim fertigt die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) 80 neue Castorbehälter pro Jahr. Darüber berichtet die Deutsche Welle in einem Beitrag vom Juli. Rund zwei Millionen Euro kostet ein solcher Behälter, in dem hochradioaktive Brennelemente aus Atomkraftwerken für einen Zeitraum von ca. 40 Jahren zwischengelagert werden. Danach – so zumindest der Plan – sollen die Brennelemente in ein so genanntes Endlager, wo sie dann für den Zeitraum von einer Million Jahre von der Umwelt isoliert verwahrt werden sollen. Ein solches Lager aber gibt es bis heute weltweit noch nicht.

Die GNS stellt sowohl Behälter für Druck- als auch für Siedewasserreaktoren her. Brennelemente für Druckwasserreaktoren (meist durch ihre Kuppel erkennbar, Brokdorf, Grohnde, …) bestehen aus einer größeren Anzahl von Brennstäben im Vergleich zu den Siedewasserreaktoren. Dadurch passenca. 52 Brennelemente aus Siedewasserreaktoren oder etwa 19 Brennelemente aus Druckwasserreaktoren in einen solchen Castorbehälter.

Für die Stilllegung von Atomreaktoren sind diese Behälter erforderlich, um die hochradioaktiven Brennelemente nach einer Abklingzeit von 4 – 5 Jahren aus dem Reaktor bzw. dem Nasslager auszulagern und in den Castorbehältern dann ins Trockenlager, den so genannten Standort-Zwischenlagern, abzustellen. Um die Sicherheit dieser Lagerung gibt es seit Jahren heftige Auseinandersetzungen. Erst vor wenigen Monaten hatte das Oberverwaltungsgericht wegen Sicherheitsmängeln die Betriebsgenehmigung für das Zwischenlager am AKW Brunsbüttel aufgehoben. Fast alle Standortlager sind mit dem in Brunsbüttel baugleich oder sogar noch einfacher gebaut.  

Die DW berichtet weiter: „Insgesamt beschäftigt die GNS 670 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Euro. In den kommenden 15 Jahren wird die GSN pro Jahr 80 Castor-Behälter ausliefern – zwar geht in neun Jahren das letzte deutsche Kernkraftwerk vom Netz, die Brennstäbe können dann noch weitere fünf Jahre im Abklingbecken verbringen. Aber auch danach rechnet sich Geschäftsführer Wimmer weiter einträgliche Chancen für den Absatz von wenigstens 25 Castoren pro Jahr aus. Und zwar auf dem internationalen Markt. Denn „in anderen Ländern laufen ja derzeit Neubauvorhaben oder auch Laufzeitverlängerungen, so dass wir für unsere Produkte in Japan, in Korea, in anderen europäischen Ländern und auch in den USA sehr wohl Chancen sehen, diese zu verkaufen“. Schon heute versorgt die GNS Kernkraftwerks-Betreiber in Tschechien sowie mit Einzelverträgen auch in Litauen, Bulgarien und der Schweiz.“

Tansania in Trouble 7 – Mkuju River Uranmine im Nationalpark verzögert sich

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Uranabbau in einem der größten Nationalparks Afrikas, dem Selous Game Reserve. Eine Bedrohung für Menschen, Tiere und Umwelt. Foto: Dirk Seifert, Giraffen im Mikumi-Nationalpark im Norden des Selous Game Reserve.

Uranabbau in Tansania: Bereits vor zwei Jahren sorgte der geplante Uranabbau in Tansanias Süden für einen Skandal. Weltweit gab es Proteste. Allein in Deutschland unterschrieben über 20.000 Menschen eine Protest-Erklärung: Denn die geplante Uranmine liegt im Südosten des als Weltkulturerbe geschützten Nationalparks Selous Games Reserve. Dort hatte die australische Firma MANTRA Uranerz gefunden und den Abbau beantragt.

Der Nationalpark gehört zu den größten Schutzgebieten Afrikas und zählt wegen seines Artenreichtums zu den wichtigsten Schutzzonen. MANTRA ist für das kanadisch-russische Unternehmen Uranium One tätig, das wiederum unter Kontrolle des russischen Staatskonzerns Rosatom steht. Nach Informationen des Uranium-Networks wird sich die Inbetriebnahme der ersten Uranmine in Tansania jedoch aufgrund bestehender Probleme weiter verzögern.

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Firmenwagen von MANTRA in Songea. Foto: Dirk Seifert

Nach den Uranfunden im Nationalpark stellt die Regierung von Tansania bei der UNESCO eine Ausnahmegenehmigung für den Uranabbau im geschützten Nationalpark. Das Gebiet um die Uranmine sollte von dem Gebiet ausgenommen werden, ohne dass der Titel „Weltkulturerbe“ gestrichen würde. Nach einer von der UNESCO geforderten Umweltverträglichkeitsstudie und unter der Führung Russlands – deren Konzern Rosatom wie erwähnt ein starkes Interesse an dem Urangebiet hat – gab es 2012 trotz massiver internationaler Proteste die Zustimmung. Wenig später erhielt MANTRA von der tansanischen Regierung die Genehmigung für den Betrieb der Uranmine und für die Produktion von Yellow Cake. Doch noch verzögert sich die Inbetriebnahme.

Tansania (Link zu einer Landkarte) hat bislang keinerlei Erfahrungen im Umgang mit radioaktiven Materialien, verspricht sich aber vom Uranabbau Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung. In nur wenigen Jahren hat Tansania daher ein entsprechendes System von Behörden und Rechtsvorschriften erlassen, eine Atomkommission etabliert und damit zumindest auf dem Papier die Voraussetzungen für den Uranabbau geschaffen. Neben dem Mkuju River Project wird in anderen Regionen Tansanias derzeit der mögliche Uranabbau erkundet (hier ein bebildeter Reisebericht im Rahmen der Internationalen Urankonferenz Anfang Oktober 2013: Bahi/Dodoma)

Während einer Internationalen Urankonferenz Anfang Oktober 2013 in Dar Es Salaam / Tansania berichteten sowohl der Gesundheitsminister als auch ein Vertreter des nationalen Umweltamts über die gesundheitlichen Vorkehrungen zum Schutz der Menschen vor den Folgen des Uranabbaus. Das war nicht sonderlich überzeugend. In einem Bericht des Ostafrika-Büros der Rosa Luxemburg Stifung – Mitveranstalter der Konferenz – heißt es dazu: „Der tansanische Gesundheitsminister, der die Konferenz offiziell eröffnete, betonte, dass der tansanischen Regierung die Probleme durchaus bekannt seien. Sie habe Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Erhebliche Zweifel schürte dagegen der Vertreter des nationalen Umweltamtes. Er musste zugeben, dass die tansanische Regierung bisher weder technisch, noch finanziell oder personell in der Lage sei, die von ihr erlassenen Auflagen beim Uranabbau zu kontrollieren. Vielmehr müsse man sich in erster Linie auf die Berichterstattung und die Selbstkontrolle der Bergbauunternehmen verlassen.“

Wann genau der Uranabbau in der Mkuju-River-Mine starten wird, bleibt bislang unklar. Mehrfach ist die Inbetriebnahme verschoben worden und nach Informationen von Günter Wippel vom Uranium-Network soll MANTRA derzeit von einem Beginn in 2016 sprechen.

Mehr Informationen in einer Übersicht über das Mkuju-Projekt vom Uranium-Network hier als PDF.

Hintergrund dafür dürften die derzeit sehr niedrigen Uranpreise sein, die einen wirtschaftlichen Betrieb für Mkuju-River nicht ermöglichen. Allerdings gibt es auch andere Probleme, z.B. ist die Frage zwischen der Regierung und MANTRA umstritten, auf welchem Weg das Yellow Cake aus Tansania heraus transportiert werden soll. Während MANTRA das radioaktive Material nach Namibia auf dem Landweg transportieren und dort verschiffen will, fordert die tansanische Regierung den Export über den am Indischen Ozean gelegenen Hafen in Mtwara. Hier sollen in Zukunft auch Gas und Öl umgeschlagen werden.

Allerdings: Bis heute besteht ein über 200 Kilometer langer Abschnitt der Strecke aus einer für Schwertransporte kaum passierbaren Sandpiste. In der Regenzeit ginge hier derzeit gar nichts. Diese Strecke soll zwar ausgebaut werden, was vermutlich bis zu zwei Jahre dauern dürfte. Aber derzeit ist der Ausbau der Strecke gestoppt, weil es mit der Baufirma offenbar Vertrags- oder Finanzierungsprobleme gibt.

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