Plutonium-Transporte: Mahnwache am AKW Grohnde – Protest-Paddeln Sonntag in Nordenham

Die Atlantic Osprey ist mit ihrer Plutonium-Fracht auf den Weg nach Nordenham. Die Proteste gegen den Atomwahnsinn beginnen heute.

Heute, am Freitag startet vor dem AKW Grohnde eine Dauermahnwache aus Protest gegen die hochgefährlichen Transporte mit plutoniumhaltigen Brennelementen. Am Sonntag beginnen die Proteste im Umschlaghafen von Nordenham. Anti-Atom-Initiativen rufen zum Protest entlang der vermuteten Strecke von Nordenham zum AKW Grohnde auf.

Die so genannten MOX-Brennelemente kommen aus Sellafield per Schiff über den Hafen von Nordenham und sollen dann weiter per LKW zum AKW Grohnde transportiert werden. Der Atomfrachter, die Atlantic Osprey, ist offenbar inzwischen mit dem Plutonium an Bord auf dem Weg nach Nordenham. Ein weiterer Transport steht für November an, insgesamt müssen noch rd. 5.000 kg Plutonium aus Sellafield und La Hague zurück genommen werden. Weitere Infos siehe auch hier.

Die mögliche Straßen-Transportstrecke sehen sie hier.

PROTEST IN GROHNDE

Beginn der Dauermahnwache: am Freitag ab 18 Uhr
Wo: natürlich vor dem AKW Grohnde/Emmerthal
Wie lange: voraussichtlich bis der Transport beendet ist
Anreise: Routenplaner über Google-Maps hier
Mit der Bahn fahrt Ihr ab Hannover oder Paderborn zum Bahnhof Emmerthal und folgt den anderen Aktivisten. Bringt Schlafsack, Isomatte etc. und Sachen wie Instrumente, Bücher etc. zum Zeitvertreib mit!
Infos zum MOX-Transport und den Aktionen auf Twitter: https://twitter.com/castorticker

PROTESTE IN NORDENHAM

Für Sonntag, 23.9., rufen Atomkraftgegner zu einem “Protestpaddeln” auf der Weser, nahe des Umschlagplatzes für den LKW vom Schiff aufs Land auf. Natürlich brauchen die PaddlerInnen landseitig Unterstützung!

  • Um 13.30 Uhr ist Treffen am Weserufer, Neptunstraße, 26954 Nordenham. Um 14 Uhr ist Paddeln auf der Weser angesagt mit Fahnen und Transparenten.

Für die Menschen die Paddeln (um schwimmfähige Gefährte solltet Ihr Euch selber kümmern) sollten Schwimmwesten selbstverständlich sein. Am Ufer wird Unterstützung benötigt, Traktoren sind natürlich gerne gesehen. Ende soll gegen 15 Uhr sein. Eine Versammlung ist bei der Stadt Nordenham angemeldet.

100 mal Plutonium-Transporte aus Sellafield und La Hague

Noch rund 100 Atomtransporte mit plutoniumhaltigen Brennelementen aus den Anlagen Sellafield (UK) und La Hague bzw. von AREVA (Frankreich) stehen in den nächsten Jahren noch an. Darüber berichtet die NOZ ausführlich in ihrer heutigen Ausgabe.

Derzeit gibt es immer mehr Anzeichen, dass der Plutonium-Transport mit MOX-Brennelementen aus Sellafield über den Hafen von Nordenham zum AKW Grohnde begonnen haben könnte und am Wochenende in Nordenham eintreffen wird. Die Atlantic Osprey scheint ihren britischen Hafen verlassen zu haben.

Hier den Protest online unterstützen!

Aufruf: Bürgerinitiativen gegen Plutonium-Brennelemente (MOX)!

20.9.: Die Polizeidirektion Oldenburg bestätigte gegenüber dem Bremer WESER-KURIER, dass sie am Wochenende mit dem Eintreffen der Mox-Elemente rechne.

ab Fr. 21.9., 18 Uhr: Dauermahnwache vor AKW Grohnde | Ort der Mahnwache, Karte

Im September und November sollen Plutonium-Mischoxid (MOX) – Brennelemente aus der britischen Plutoniumfabrik Sellafield per Schiff nach Nordenham gebracht und von dort per LKW quer durch Niedersachsen zum Atomkraftwerk Grohnde (bei Hameln) gebracht werden. Beim Transport und beim Einsatz im Reaktor gehen von den plutoniumhaltigen Brennelementen besondere Gefahren aus.

Deshalb bitten wir insbesondere Gruppen in Niedersachsen aber gerne auch darüber hinaus, sich mit eigenen Aktionen entlang der Transportstrecke zu beteiligen. Das reicht von Infoständen, mit denen die Bevölkerung schon vor den Transporten informiert werden kann über Mahnwachen während der Transporte bis hin zu öffentlichkeitswirksamen Aktionen in Orten und auf der Straße.

Der erste Transport steht unmittelbar bevor. Bitte prüft, ob die Transporte bei Euch vorbeikommen könnten und entscheidet schnell, ob Ihr dabei seid – evtl. auch, wenn ihr ein wenig bis zur Transportstrecke fahren müßtet. Alle (uns bekannten) Infos, wann das Schiff in Sellafield losfährt, in Nordenham ankommt und wie es dann über Land weitergeht, findet Ihr zeitnah unter twitter.com/castorticker und twitter.com/MOX_Ticker

Mehr Infos zu Hintergründen und Material (auch zum Verteilen) findet Ihr auf unserer Homepage www.grohnde-abschalten.de

Bis zum 2. Transport, der für November geplant ist, wäre dann auch noch Zeit für örtliche Info-Veranstaltungen, kommunale Initiativen und bessere Aktionsvorbereitung.

Laßt uns wissen, ob Ihr mitmacht und wie wir Euch unterstützen können.

Plutonium-MOX-Transporte stoppen ! – Kein Einsatz von Plutonium-MOX-Brennelementen ! – Stilllegung aller Atomkraftwerke !

Regionalkonferenz Grohnde-abschalten,
Göttingen, 16. September 2012

Kontakt:
Bernd Schlinkmann
0171 – 6803358
hubschlinkmann(at)t-online.de

Infos als PDF
(enthält zusätzlich eine Karte mit der möglichen(!) Straßen-Transport-Strecke) – bitte auch weitere Menschen/Gruppen informieren

Atomtransport mit der Atlantic Osprey – Protokoll einer Sicherheitsprüfung

Plutonium-Transport: Protokoll einer Kontrolle der Atlantic Osprey. Mängel beim Strahlenschutz.

Atomtransporte werden nur im Einzelfall bzw. stichprobenartig von Genehmigungs- oder Überwachungsbehörden oder der Polizei kontrolliert. Berichte über derartige Kontrollen gelangen meist nicht an die Öffentlichkeit, selbst wenn es zu Beanstandungen gekommen ist. Dabei werden Atomtransporte auch unter abenteuerlichen Bedingungen durchgeführt.

Hier ist so ein seltener Bericht über eine (unangemeldete) Kontrolle des Atomtransporte-Frachters „Atlantic Osprey“ vom 6. September 2006 durch die französische Atomaufsicht Autorité de Sureté Nucléaire (ASN) im Hafen von Dünkirchen. Das Original in französischer Sprache (PDF) und hier eine „schnelle“ Übersetzung ins deutsche (PDF, Dank an Norbert Welker, BUND Cuxhaven).

Die Atlantiv Osprey wird vermutlich in den nächsten Tagen mit plutoniumhaltigen MOX-Brennelementen von Sellafield/UK aus starten. Im Midgard-Hafen von Nordenham sollen diese hochgefährlichen Brennelemte umgeladen und dann weiter auf der Straße zum AKW Grohnde transportiert werden. Die Atlantic Osprey steht wegen zahlreicher Sicherheitsmängel in der Kritik.

Der Bericht zeigt auf, dass es vor allem hinsichtlich des Strahlenschutzes für die Beschäftigten Mängel gibt, aber auch Defizite bei der Verpackung der radioaktiven Materialien.

Die Kontrolleure können nur wenige Dinge vor Ort tatsächlich überprüfen. Dazu zählte:

  • die Kennzeichnung und Markierung des Packstückes
  • die Transportpapiere
  • die Radioaktivitätsmessungen
  • die Handhabung von Beförderung und Entladung
  • die Bordpapiere des Schiffes und seine Ausrüstung
  • die Papiere und die Ausrüstung des Strassenbegleitfahrzeugs

Dennoch fanden die Kontrolleure diverse Mängel: So war die radioaktive Fracht (frische Brennelemente) so schlecht verladen, dass es beim Endladen diverse Probleme gab. Dabei hielten sich zahlreiche Mitarbeiter unnötigerweise in direkter Nähe der radioaktiven Fracht auf, was zu einer unnötigen Strahlenbelastung führte.

In dem Bericht heißt es: „Darüber hinaus hielten sich zahlreiche Personen in der Phase der Überlegung, wie die Entladung vonstatten gehen könnte, während langer Zeiträume in unmittelbarer Nähe des Packstückes. Auch wenn die radioaktive Strahlung des Packstückes nur sehr gering sein sollte, entspricht diese Vorgehensweise nicht den Vorgaben von ALARA. Der Entladevorgang hat einen Mangel in der Vorbereitung dieser Phase des Transports aufgezeigt.“

Der Strahlenschutz für die mit dem Transport befassten MitarbeiterInnen scheint ein größeres Problem zu sein, denn die Kontrolleure kritisieren die für den Atomtransport Verantwortlichen: „Die Vorschriften des Schiffes zum Strahlenschutz sehen die tägliche Durchführung  von einer Kontrolle der Dosimeter der Besatzung und eine Kontrolle des Laderaums auf Strahlung vor.
Die Besatzung konnte den Nachweis der Befolgung dieser Vorschrift nicht führen.
Das Besatzungsmitglied, das uns begleitete, wusste nichts vom Vorhandensein der
Strahlenmessgeräte , noch kannte es den Ort ihrer Lagerung. Eine Aktion zur Sensibilisierung erscheint notwendig.“

Gegen den Umschlag der Plutonium-Brennelemente haben sich auch der Kreis Wesermarsch und die Stadt Nordenham ausgesprochen.

Unterstützen Sie den Protest mit ihrer Unterschrift online – hier!

Kreis Wesermarsch und Stadt Nordenham gegen Plutonium-Transporte

Herstellung von Plutonium-Brennelementen in Sellafield. Nur hinter dickem Panzerglas und einer massiven Abschirmung lässt sich das hochgiftige und gefährliche Material verarbeiten. Foto: Betreiber Sellafield

Gegen die geplanten Plutonium-Transporte aus dem britischen Sellafield zum AKW Grohnde hat sich jetzt der Kreis Wesermarsch und die Stadt Nordenham ausgesprochen. Über den Midgard-Hafen von  Nordenham soll der Umschlag vom Schiff auf LKW erfolgen. (Weitere Infos hier und hier.)

Gestern haben die Kommunalpolitiker der Stadtversammlung und des Kreistages eine entsprechende Resolution verabschiedet. Sie wollen verhindern, dass Nordenham zur Atomdrehscheibe des Nordens wird. Nachdem Bremen seine Häfen per Gesetz für derartige Transporte gesperrt hat und Wilhelmshaven und Cuxhaven sich schon vor einiger Zeit gegen solche Transporte ausgesprochen hatten, haben die Atom-Betreiber Nordenham als Umschlagshafen gewählt. Mehrfach ist in den letzten Monaten auch hochradioaktiver Atommüll über den Hafen an der Weser umgeschlagen worden.

Noch vor der gestrigen Sitzung hatte der NDR berichtet: Sondersitzung zu MOX-Transporten.

Darin stellt der Landrat Michale Höbrick fest, dass die Katastrophenschutzbehörde, zuständig, für den Plutonium-Transport, über die Risiken ebenso wenig informiert ist, wie über den Umschlagstermin und die geplante Fahrtroute.

Radio Bremen berichtet online über die Sitzung unter der Überschrift: Stopp der MOX-Transporte über Nordenham gefordert

Und auch die Nordwestzeitung fasst das Ergebnis der Sitzung zusammen: Keine „Atomdrehscheibe Nordenham“ erwünscht.

Von verschiedenen Seiten hat es Kritik wegen zahlreicher Sicherheitsmängel und Risiken bei den geplanten Plutoniumtransporten gegeben.

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