Menschenkette für Energiewende und Ausstieg aus der Braunkohle

menschenkette_header-768x434_ketteMenschenkette Flyer_DV_Seite_1aJetzt aber mal los: Am Samstag heißt es Menschenkette in der Lausitz! Vattenfall will dort – mit Zustimmung der rot-roten Landesregierung von Brandenburg – neue Braunkohlegebiete erschließen und damit weitere Umweltzerstörungen anrichten, Menschen vertreiben, Dörfer abgraben und die Klima weiter aufheizen. Aus vielen Orten sind Busse für die Teilnahme an der internationalen Aktion angekündigt. Die Menschenkette soll die deutsche und polnische Seite verbinden, denn auf beiden Seiten sollen nach dem Willen der Stromkonzerne neue Tagebaugebiete entstehen. Seit Wochen mobilisieren regionale Initiativen und viele bundesweite Umweltverbände mit Aktionen in zahlreichen Städten für den Ausstieg aus der (Braun)Kohle und damit für mehr Klimaschutz. Schon seit dem letzten Wochenende findet in Kerkwitz, einem Ort der ebenfalls von Vattenfall abgegraben werden soll, ein Klimacamp statt. Das wurde u.a. von Bürgermeistern aus der Region eröffnet.

Alle Infos über die Pläne von Vattenfall und Co und über die Anreisemöglichkeiten hier auf Anti-Kohle-Kette. Energiewende muss weiter gehen – der Ausstieg aus der Braunkohle muss kommen!

Mit dem Bus aus Hamburg zur Menschenkette in die Lausitz

Daher gibt es die Möglichkeit am 23. August mit dem Bus in die Lausitz zu fahren und gegen Vattenfall und Kohleverstromung auf die Straße zu gehen.  Der Bus fährt um 6 Uhr morgens am Dammtor / Moorheide ab und bringt euch ganz entspannt gegen Mitternacht wieder zurück. Die Menschenkette wird gegen von 13.45-14.15 Uhr vor Ort über 8 Kilometer zwei Orte in Deutschland und Polen, verbinden, die durch weitere Braunkohle-Tagebaue bedroht sind.

Im Anschluss findet die Abschlußkundgebung mit Musikfestival statt (u.a. mit Asian Dub Foundation). Danach steigt ihr bequem wieder in den Bus und werdet entspannt nach Hamburg zurückgebracht. Das ganze kostet 30 Euro.

Die Tickets gibt es in der
Buchhandlung im Schanzenviertel
Schulterblatt 55, 20357 Hamburg
Öffnungszeiten: 9:30 Uhr – 19 Uhr

Siehe weitere Infos: http://www.braunkohle.info

Wenn ihr Fragen habt, wendet ihr euch an Alev 040-30618 368

Wichtig: Am 23.8. werden neben ca. 100 Bussen aus ganz Europa auch viele Menschen mit dem Zug anreisen. da die Bahnstrecke nach Kerkwitz normalerweise nicht stark frequentiert ist, ist dort nur ein sehr kurzer Zug mit wenig Kapazitäten in Betrieb. Damit ihr wirklich sicher rechtzeitig ankommt würden wir euch bitten lieber den Bus zu nehmen als mit dem Zug zu fahren. das macht die Organisation leichter und sichert euch die An- und Abreise.

 

Angereicherte Gefahr – Globale Geschäfte mit Uran

Urangestein-Wismut-2014-Ippnw-TagungDokumentation aus iz3w: „Uran – ist das ein Thema, das ausreicht für einen Schwerpunkt in der iz3w? Das fragte ein Jahr vor der Veröffentlichung die iz3w-Redaktion. In Kooperation mit der AG uranium-network.org sammelten wir Fragen. Die AG uranium-network.org arbeitet innerhalb des Freiburger Vereins Menschenrechte 3000. In verschiedenen Ländern unterstützt sie KritikerInnen des Uranabbaus in ihrer politischen Arbeit und ermöglicht Betroffenen, ihre Argumente und Fragen in einen gesellschaftlichen Aushandlungsprozess einzubringen. Die Zusammenarbeit mit der AG hat es erleichtert, Perspektiven aus Nord und Süd zusammen zu denken. Das hat auch zum Umfang des Schwerpunktes beigetragen.“

„Übrigens: weitere Aspekte sind im südnordfunk – der Magazinsendungdes iz3w – zu finden. Ob das Thema Uran über nunmehr 24 Heftseiten spannend aufgezogen werden kann, das können die geneigten LeserInnen nach der Lektüre nun selber beantworten.“

Einige Texte aus dem Schwerpukt-Heft sind auch online. Das alles steht hier.

Siehe auch: Südnordfunk, Abgebaut, angereichert, endgelagert? Das weltweite Geschäft mit Uran

Einige Artikel zu Urangeschäften auf umweltFAIRaendern:

Whistle-Blower über Sichtheitsmängel bei Atomtransporten der Stena Line Rostock – Schweden

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Risiko fährt mit: Atomtransporte bei der Fährverbindung der Stena Line nach Schweden. Foto: Screen-Shot des Panarama-Berichts vom NDR.

Auf Basis der Informationen eines Whistle-Blowers über die mangelhaften Sicherheitseinrichtungen bei Atomtransporten mit der Passagierfähren der Stena Line zwischen Rostock und Trelleborg in Schweden berichtet die Panorama-Redaktion des NDR in einem TV-Beitrag. Vor allem bei den Transporten mit dem besonders riskanten Uranhexafluorid zeigen sich gravierende Sicherheitsmängel. Die Fähren transportieren auf den oberen Decks Passagiere. In den unteren Decks werden LKW auch mit Gefahrgütern und PKW geladen.

Uranhexafluorid (UF6) steht im Zusammenhang mit der Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke. Es wird benutzt, um in Zentrifugen das spaltbare Uran235 anzureichern. In Deutschland wird das in der zum URENCO-Konzern gehörenden Urananlage in Gronau getan. Von hier aus wird angereichertes Uran auch nach Schweden geliefert, wo es in Västerås, nordwestlich von Stockholm zu Brennelementen verarbeitet wird. Anschließend werden von dort aus die frischen Brennelemente an Atomkraftwerke in aller Welt ausgeliefert – u.a. wiederum über die Fährverbindung Trelleborg – Rostock.

Die Brennelemente-Fabrik in Schweden gehört heute dem Westinghouse-Konzern. Das Nuklear-Forum.ch schreibt: „Die Westinghouse Nuclear Fuel besitzt zehn Produktionsstätten weltweit, darunter zwei in Europa: Springfields Fuels Limited (Preston, Lancashire, Grossbritannien) und Westinghouse Electric Sweden (Västeras, Schweden). Die Westinghouse liefert Brennstoff für insgesamt 153 Kernkraftwerkseinheiten weltweit.“ Unter anderem beliefert Westinghouse von Schweden aus auch bundesdeutsche Atomkraftwerke von E.on.

Kommt es bei Atomtransporten mit Uranhexafluorid auf den Fähren zu einem Brand, können schnell  hohe Temperaturen unter Deck entstehen. Ein Experte wird in dem Beitrag zitiert, der von Feuer mit bis zu 1.000 Grad Celsius spricht. Die Behälter für Uranhexafluorid, die auf diesen Fähren transportiert werden, sind jedoch nur für Feuer bis 800 Grad getestet. Diese Temperatur müssen sie eine halbe Stunde lang überstehen, ohne undicht zu werden.

Höhere Temperaturen können zu einem früheren Versagen führen. Feuer wird an Bord der Stena-Schiffe nicht wie z.B. auf reinen Frachtschiffen mit CO2 bekämpft, sondern mit Wasser-Sprenglern. Diese können zwar das Feuer kühlen, nicht aber wirklich löschen, berichtet Panorama. Kommt es auf offener See zu einem Feuer und zu einem Behälterversagen, würde das hochgiftige und äußerst aggressive UF6 vor allem durch die Fluorverbindungen zur Todesfalle: Durch das Löschwasser würde Flusssäure entstehen, die sich gasförmig ausbreitet und damit zur akuten Lebensgefahr für die Passagiere werden würde.

Hubertus Zdebel, Bundestagsabgeordneter und atompolitischer Sprecher der Links-Fraktion, stellte jüngst mit Blick auf Atomtransporte und Lagerung von UF6 fest: „Uranhexafluorid ist ein hochgefährlicher ätzender und radioaktiver Stoff. Die Behälter halten einem Feuer von 800 Grad nur maximal eine halbe Stunde stand. Nach einer Freisetzung entsteht Flusssäure, die Lungen verätzt und sogar Glas zerfrisst. Todesfälle in vielen hundert Metern Entfernung sind nicht ausgeschlossen.“

Erst vor wenigen Tagen machten auch  AtomkraftgegnerInnen im Rahmen eines Anti-Atom-Camps in Kiel auf die Atomtransporte mit der Stena Line aufmerksam.

Uranfabrik Gronau: Uran-Lager verzögert sich – mehr Atomtransporte künftig nach England.

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Hat einiges vor. Zdebel will die Urananreicherungsanlage Gronau stilllegen.

Mehrere Tageszeitungen berichten heute über den Atommüll in der Urananreicherungsanlage in Gronau. Anlaß  ist die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel. Demnach lagern in Gronau Ende Juli insgesamt 18.510 Tonnen hochgiftiges Uranhexafluorid (abgereichert und als Natururan) unter freiem Himmel. Eine neue Lagerhalle, die eigentlich schon in diesem Jahr in Betrieb gehen sollte, soll demnach nun erst 2015 eingeweiht werden. Dieses neue Uran-Lager ist ohne zeitliche Befristung genehmigt. Anti-Atom-Initiativen befürchten, auf diese Weise ein „Endlager durch die Hintertür“ entstehen könnte.  Zdebel verweist außerdem darauf, dass künftig auch Uran-Transporte im Pendelverkehr über den Ärmelkanal zwischen einer neuen Konversions-Anlage in Capenhurst (Großbritannien) und der Anlage in Gronau vermehrt stattfinden werden. 2016 soll diese neue Anlage in Betrieb gehen. Denkbar ist, dass diese Atomtransporte dann auch über die Häfen in Bremen stattfinden könnten. „Uranfabrik Gronau: Uran-Lager verzögert sich – mehr Atomtransporte künftig nach England.“ weiterlesen

Uranfabrik Gronau: Immer mehr Uran unter freiem Himmel

Ende Juli lagern 18.510 Tonnen hochgiftiges Uranhexafluorid unter freiem Himmel bei der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau (NRW). Das ergibt sich aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel, Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE (18/02253). Die eigentlich für dieses Jahr geplante Inbetriebnahme einer Lagerhalle wurde verzögert.

Lagerung und Transport von Uranhexafluorid sind riskant. Hubertus Zdebel: „Uranhexafluorid ist ein hochgefährlicher ätzender und radioaktiver Stoff. Die Behälter halten einem Feuer von 800 Grad nur maximal eine halbe Stunde stand. Nach einer Freisetzung entsteht Flusssäure, die Lungen verätzt und sogar Glas zerfrisst. Todesfälle in vielen hundert Metern Entfernung sind nicht ausgeschlossen.“

Ohne Begründung teilte die Bundesregierung mit, dass die neue Lagerhalle für 60.000 Tonnen Uran nun erst 2015 in Betrieb gehen soll. Außerdem werden künftig Atomtransporte von Gronau nach Großbritannien im Pendelverkehr stattfinden – möglicherweise über die Häfen in Bremen. Um das in großen Mengen in Gronau anfallende abgereicherte Uranhexafluorid (UF6) längerfristig lagerfähig zu machen, muss es zu Uranoxid (U3O8) umgewandelt werden. Dass soll künftig in Capenhurst, Großbritannien stattfinden. Dort geht 2016 eine entsprechende Konversionsanlage in Betrieb.

Der Betrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau ist vom Atomausstieg ausgenommen. Sie verfügt über eine unbefristete Dauergenehmigung. Damit sind zahlreiche Atomtransporte von und nach Gronau verbunden: „Die Uranfabrik in Gronau ist wie eine Spinne im Netz der Atomtransporte. Der Atomausstieg muss auch für Gronau kommen“, fordert Zdebel.

Auch die neue Lagerhalle, deren Inbetriebnahme sich verzögert, verfügt über eine völlig unbefristete Genehmigung. Im Rahmen der Diskussionen um eine dauerhaft sichere Lagerung des anfallenden Atommülls in der sogenannten Endlagersuchkommission in Berlin spielt dieser Uranmüll aus Gronau bislang keine Rolle. Bürgerinitiativen in der Region befürchten daher, dass in Gronau ein „Endlager durch die Hintertür“ entstehen könnte.

Die Mengen an Uranhexafluorid, die in Gronau immer noch unter freiem Himmel lagern, wachsen an: Während Ende 2012 lediglich 6.700 Tonnen UF6 dort aufbewahrt wurden, sind es inzwischen 18.510 Tonnen. Weitere rund 13.000 Tonnen abgereichertes Uran lagern außerdem derzeit noch in Frankreich. Mit der Inbetriebnahme der neuen Lagerhalle wird auch dieses radioaktive Material als Uranoxid nach Gronau zurücktransportiert.

Die Antworten der Bundesregierung auf meine Schriftliche Kleine Anfrage finden sie hier (PDF)

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