Wisst ihr noch was Daktari war? Und kennt ihr Dubtari? Die waren bei der Anti-Atom-Menschenkette zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel dabei, rockten nach dem Erfolg mit 120.000 Menschen den „Karl Marx Platz“ in Elmshorn, zusammen mit der Kleingeldprinzessin. Neulich haben Dubtari ohne schielenden Löwen ein tolles Konzert in der Fabrik in Altona eingespielt. Davon gibt es eine tolle DVD. Aber vor allem: Wir planen neue Dinge mit Atomausstieg, Energiewende und Dub! Die Wende wird tanzbar sein!
Kategorie: Allgemein
Gundermann: Alle oder keiner
Es ist immer zu viel los, immer wieder Themen, die es verdient hätten, kommentiert, diskutiert, kritisiert zu werden. Skandale, Sauereien, Unverschämtheiten großer Konzerne oder vermeintlicher Volksvertreter. Und machmal braucht es ein Innehalten, um in all dem Oben und Unten, dem Hin und Her, dem Sowohl als Auch, dem Einerseits oder Anderseits, das Grundsätzliche nicht aus den Augen oder – machmal viel besser – den Ohren zu verlieren.
Gundermann hilft z.B. dabei, dieses Grundsätzliche wieder zu finden, nicht zu verlieren, es bei sich zu behalten: Alle oder Keiner!
Alle oder Keiner? Ja, das war auch Ernst Busch. Sklave, wer wird dich befreien? Und Gundermann hat bestimmt dies und – na klar – Neil Young auf der Zunge und im Sinn! Rocking in the free world!
Holger Strohms gewaltige Katastrophe: Mit Nazis gegen Atomenergie? NEIN DANKE!

Wie hält es die Anti-Atom-Bewegung mit Neo-Nazis? Eigentlich ist in weiten Teilen klar: Mit braunem Heimat- und Umweltschutz hat sie nichts gemein. Jetzt hat Holger Strohm, Autor des Anti-Atom-Klassikers „Friedlich in die Katastrophe“ und aktuell mit seinem neuen Film unter gleichem Titel in vielen Kinos am Start, dem der NPD nahestehenden rechtsextremen Magazin „Umwelt & Aktiv“ ein Interview gegeben. Darin macht er unmißverständlich klar, dass Nazis für ihn als Gesprächpartner im Kampf gegen die Atomenergie willkommen sind. Herr Strohm: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! (Foto: Udo Grimberg, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 DE)
(UPDATE: Inzwischen (4.12.) hat Holger Strohm einen offenen Brief an die Taz geschrieben. Siehe dazu Anmerkungen hier.)
Die taz berichtet mit einem Artikel von Andreas Speit darüber in ihrer Ausgabe vom Samstag: „In dem langen Gespräch wird die Anti-Atom-Ikone Holger Strohm sehr deutlich. „Ich habe mich immer dagegen gewehrt, dass man sagt: ’Mit den Schmuddelkindern, mit den Kommunisten, den Nazis oder den den, darfst du nicht spielen!“, sagt er.“ Und außerdem laut taz: „Es gebe „selbst unter Nazis gute Menschen“. Für ihn sei vielmehr „ein Maßstab, ob man gegen Atomenergie ist, ob man für die Menschheit ist“. Das Tun sei wichtig „und nicht, was man sagt“.“
Was Holger Strohm hier macht, ist zu verurteilen und zurückzuweisen – ohne wenn und aber! Was Nazis tun ist wichtig? Nicht was sie sagen? Gegen die Atomenergie und für die Menschheit? Wie bitte: Hat der Mann irgendwie Auschwitz, den zweiten Weltkrieg und alle die anderen Verbrechen der Faschisten vergessen? Hat er vielleicht nicht mitbekommen, dass die NSU mit Morden gegen Migranten auf ihre Weise „Umweltschutz“ im Dienste der „deutschen Bewegung“ betrieben hat? Und all die „guten Menschen“ bei den Neo-Nazis, die tagtäglich AusländerInnen und Andersdenkende überfallen oder dies billigen oder verharmlosen? Wer damit nichts zu tun haben will – aktiv oder passiv – muss sich distanzieren und verurteilen! Da gibt es nichts zu reden!
Herr Strohm: Es geht genau darum, was man tut und was man sagt! Wer Neo-Nazi ist und sich daran beteiligt, die Verbrechen der Nazis zu verharmlosen, zu relativieren oder zu leugnen, hat nichts in der Anti-Atom-Bewegung zu suchen! Faschismus ist und bleibt ein Verbrechen! Und wer im Angesicht von Auschwitz, den Morden der NSU oder auch den täglichen Übergriffen heute bei den Nazis „gute Menschen“ sieht, der beteiligt sich daran, diese Verbrechen zu verharmlosen! NO GO, Herr Strohm! In der Anti-Atom-Bewegung haben Sie nichts mehr zu suchen!
Faschismus ist keine Meinung – sondern ein Verbrechen!
Ist leider wahr: Es gibt noch viel zu tun – Irie Revoltes
Und außerdem: Die Schmetterlinge: Drei rote Pfiffe!
Vattenfall Kraftwerk Wedel – Es wird erörtert

Für das von der Stadt Hamburg und Vattenfall geplante neue Kraftwerk in Wedel zur Fernwärmeversorgung der Hansestadt hat heute der Erörterungstermin begonnen. Wie leider immer noch üblich, begann der Termin während der Arbeitszeit um 10 Uhr, so dass für viele EinwenderInnen und BürgerInnen die Teilnahme nur im Rahmen von Urlaubstagen möglich war.
Dennoch waren rund 250 Menschen gekommen, um ihre Kritik gegen das völliger überdimensionierte Kraftwerk einzubringen.
Insgesamt hatten fast 1.300 BürgerInnen und Umweltorganisationen Einwendungen erhoben. Gleich 18 Vattenfall-Beauftragte sitzen als Antragsteller auf der einen Seite und bis zu 16 VertreterInnen der Stadt Wedel und der Genehmigungsbehörde auf der anderen.
Der erste Tag der Erörterung behandelt vor allem bauplanerische Belange und den Standort. Am Nachmittag soll es dann um den Lärmschutz gehen.
Wesentliche Fragen, die mit dem energie- und klimapolitischen Umfeld der Kraftwerksplanung zu tun haben, sollen zwar am Rande behandelt werden. Wiebke Hansen von „Unser Hamburg Unser Netz“ kritisierte aber, dass viele der in den Einwendungen genannten Kritikpunkte in der Tagesordnung gar nicht auftauchen. So werden Aspekte wie die fehlende Transparenz der Planungen und Fragen nach der Wirtschaftlichkeit der Planung nicht aufgeführt.
Im Rahmen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes geht es vor allem um Aspekte wie den Lärmschutz, der Luftbelastung und ähnliche Fragen. Relevante Bereiche, wie z.B. der Klimaschutz oder der konkrete energiewirtschaftliche Bedarf spielen rechtlich kaum eine Rolle. Dabei drängen sich hier erhebliche Fragen auf:
Während Vattenfall und die Stadt Hamburg von einem Innovationskraftwerk für die Energiewende sprechen, wird genau das von den Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen massiv bestritten. Hintergrund ist, dass Vattenfall und die Stadt Hamburg das neue Kraftwerk einfach „aus dem Hut gezaubert“ haben. Eine Prüfung von Alternativen unter der Fragestellung, wie die Fernwärmeversorgung mit möglichst viel Klimaschutz gewährleistet werden kann, um das alte kohlebefeuerte Heizkraftwerk endlich vom Netz nehmen zu können, hat es bis heute nicht gegeben. Für Kritik sorgt seitens der Umweltorganisationen und Initiativen auch, dass das neue Kraftwerk fast doppelt so groß gebaut werden soll, wie das bisherige Heizkraftwerk.
Im Rahmen der in Hamburg laufenden Debatte zur vollständigen Rekommunalisierung der bislang noch von Vattenfall und E.on betriebenen Energienetze – dazu zählt auch die Fernwärmeversorgung – hat sich die alleinregierende SPD im Sommer 2012 nur zu einer Minderheitsbeteiligung von 25,1 Prozent an den Gesellschaften von Vattenfall und E.on entschlossen. Ein Schritt, den viele kritisieren, weil diese Maßnahme nur die Atomkonzerne Vattenfall und E.on unterstützt, ihre Marktmacht weiter zu stabilisieren. Mit der nächsten Bundestagswahl im September 2013 wird es daher in Hamburg zu einem Volksentscheid kommen. Dann geht es darum, dass Hamburgs BürgerInnen selbst entscheiden, ob Vattenfall und E.on weiterhin für die Netze zuständig sein dürfen oder ob es tatsächlich zu einer Energiewende kommt. (Stand: 15.00 Uhr, 28.11.2012)
Zu dem Erörterungstermin hat auch UNSER HAMBURG – UNSER NETZ eine Pressemitteilung herausgegeben, die es hier gibt:
Kraftwerk Wedel: Hamburg investiert 100 Millionen in ein fragwürdiges Kraftwerk
Erörterung über „Innovationskraftwerk“ startet / 1.600 Einwendungen / Vattenfall-Monopol soll festgeschrieben werden
Bei der heute startenden Erörterung zum geplanten Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) in Wedel vertritt die Volksinitiative UNSER HAMBURG – UNSER NETZ ihre Einwendung gegen das Vorzeige-Projekt des Netze-Deals zwischen Vattenfall und dem Hamburger Senat. Erst kürzlich hatte die Stadt Hamburg 325,05 Mio. Euro für die 25,1 %-Beteiligung an der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH gezahlt. Im Kaufpreis waren bereits etwa 110 Mio. Euro für die anteilige Investition für das noch nicht genehmigte GuD enthalten (Drs. 20/3766).
Die Initiative kritisiert vor allem, dass keine umfassende Alternativenprüfung vorgenommen und zudem über die Köpfe der BürgerInnen hinweg geplant wurde. Auch der abnehmende Wärmebedarf im Hamburger Gebäudebestand fand bei der Dimensionierung des Kraftwerks offensichtlich keine ausreichende Berücksichtigung. Das geplante Kraftwerk sichert vielmehr das Vattenfall- Monopol im Fernwärmenetz und verhindert eine grundlegende Modernisierung der Wärmeversorgung.
Auch die auf Druck der Betroffenen veröffentlichten „Gutachten“ können diesen Vorwurf nicht ausräumen. Es wurde lediglich eine Plausibilitäts-Prüfung anhand der Unterlagen von Vattenfall vorgenommen.
Fragestellungen etwa zu einer dezentralen und klimapolitisch günstigeren Lösung wurden nicht behandelt.
Außerdem sind neue Fragen zur Dimensionierung des neuen Kraftwerkes in Wedel aufgetaucht. Vattenfall treibt nun den Bau von Heizkesseln mit 165 MW am Haferweg mit Hochdruck voran – dreimal so groß wie angekündigt. Ob mit diesem Heizkessel überhaupt noch die beantragte Wärmeauskopplung in Wedel notwendig und wirtschaftlich ist, bleibt zweifelhaft.
„Wenn der Senat so viel Geld für die Fernwärmeversorgung in die Hand nimmt, soll er das mit einem schlüssigen Konzept für die BürgerInnen und den Klimaschutz tun, nicht für die Wirtschaftsinteressen Vattenfalls,“ so Wiebke Hansen, Kampagnenleiterin UNSER HAMBURG – UNSER NETZ.
Für Rückfragen: Wiebke Hansen, T: 040 – 600 387-17
Organisationen im Trägerkreis „UNSER HAMBURG – UNSER NETZ“ attac Hamburg, BUND-Landesverband Hamburg e.V., Diakonie u. Bildung des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost, Initiative „Moorburgtrasse stoppen!“, Robin Wood, Verbraucherzentrale Hamburg e.V.
Plutonium-Transporte – BUND fordert Sicherheitskontrolle des Atomfrachters Atlantic Osprey

In den nächsten Tagen startet erneut ein Transport mit hochgefährlichen Plutonium-Brennelementen aus Sellafield/UK für das AKW Grohnde. Für den Seeweg soll erneut der überalterte Atomfrachter Atlantic Osprey eingesetzt werden. In Nordenham soll der Schiffstransport dann auf der Straße fortgesetzt werden. Für Grohnde und Nordenham rufen Initiativen zu Protesten auf.
Aufgrund der zahlreichen Hinweise, dass die Atlantic Osprey nicht die erforderlichen Sicherheitsstandards beim Transport mit Plutonium erfüllt, hat jetzt der BUND Cuxhaven den niedersächischen Innenminister Uwe Schünemann (CDU) aufgefordert, das Atomschiff einer umfasssenden Inspektion zu unterziehen.
In einer Pressemitteilung heißt es: „Der BUND Cuxhaven sieht es als zwingend notwendig an, das Atomtransportschiff „Atlantic Opsrey“ beim nächsten Anlauf eines deutschen Hafens einer umfassenden Inspektion entsprechend den Vorschriften der Internationalen Maritimen Organisation IMO zu unterziehen.“
Das Schreiben finden sie hier als Dokumentation:
„Überfällige Sicherheitsinspektion des Atomtransportschiffes „Atlantic Osprey“ nach dem „Paris Memorandum of Understanding on Port State Control“ (PMoU) der „International Maritime Organisation“ (IMO)
Sehr geehrter Herr Minister,
mit dem Atomtransportschiff „Atlantic Osprey“, im Besitz der britischen National Decommissioning Authority (NDA), sind Transporte von MOX-Brennelementen und atomaren Abfällen über den Hafen von Nordenham geplant. In der jüngsten Vergangenheit ist dieses Schiff wiederholt durch Sicherheits- und Dokumentationsmängel bei Inspektionen in Frankreich aufgefallen.
Auch die letzte Fahrt nach Nordenham am 23. September 2012 erfolgte unter Verletzung von Annex 8, Absatz 11, Spiegelstrich 4 und Absatz 12, Spiegelstriche 5,6,7 und 8 des PMoU. Die Verletzung dieser internationalen Vorschriften des PMoU in der Fassung der 32.ten Änderung vom 11. Mai 2010, in Kraft getreten am 1. Januar 2011 zieht eine umfassende Inspektion beim nächsten Hafenanlauf nach sich.
Ferner ist das „Safety Management Certificate“ des Schiffes am 29.9.2012 abgelaufen.
Nach dem 29.9.2012 hat das Schiff noch eine Reise nach Antwerpen unternommen, eventuell ohne gültiges Sicherheitszertifikat.
Laut Aussage des Bundesamtes für Strahlenschutz obliegt Ihrem Hause die bundesweite Richtlinienkompetenz für Auflagen und Anforderungen an Transporte radioaktiven Materials.
Ihr Haus ist bekannt dafür, daß es auf anderen Rechtsgebieten bundesdeutsche Gesetze und Verordnungen rigoros anwendet und durchsetzt. Im Falle eines Transportes von radioaktivem Material mit erheblichem Gefährdungspotential für die Bevölkerung und die Umwelt in weitem Umkreis um den Transportweg, wie jetzt wieder mit der „Atlantic Osprey“ vorgesehen, erwarten wir von Ihnen, daß Sie zwingende internationale Vorschriften zur Anwendung bringen werden.
Sollten Sie dies nicht beabsichtigen, bitten wir um Mitteilung, warum dies nicht erfolgen soll.
Mit freundlichen Grüßen
BUND Kreisgruppe Cuxhaven“
