Volksentscheid Hamburg: U-Bahn stoppt Kulturwerbung für den Volksentscheid

Werbung für Kulturveranstaltungen zur Unterstützung des Volksentscheids „Unser Hamburg – Unser Netz“ müssen draußen bleiben. Jedenfalls bei der Hamburger U-Bahn. Mit der Begründung, einige Fahrgäste hätten „sich beschwert“, hat die Hamburger Hochbahn die Werbung im Fahrgast-TV stoppen lassen. Außerdem moniert wurde eine Vermischung von Kultur und Politik. Kurz und gut: Die Agentur, die das Fahrgast-TV in der U-Bahn betreibt, hat dem Volksentscheids-Bündnis „Unter Hamburg – Unser Netz“ mitgeteilt, dass die Werbung für „Musikalische Lesungen im Knust“ aus dem Programm „entfernt“ wurden. So einfach geht das!

Chef der Hamburger Hochbahn ist Günther Elste, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der SPD in der Hamburgischen Bürgerschaft. Bis Ende letzten Jahres war Hauke Eugen Wagner Referent bei Günther Elste. Heute ist Hauke Eugen Wagner bei Vattenfall und dort für den von der SPD-Hamburg in der Bürgerschaft durchgesetzten Minderheitsdeal bei den Stromnetzen und der Fernwärme zuständig. Außerdem ist Hauke Wagner Mitglied im Landesvorstand der SPD. (Siehe dazu: Vattenfall ist nun Mitglied im Hamburger SPD-Landesvorstand – Wie Filz geht!)

Nun aber nichts Falsches denken! Natürlich fahren – glaube ich jedenfalls – weder Elste noch Wagner mit der U-Bahn. Die haben sich sicher nicht beschwert, dass so eine Volksentscheid-Kultur-Werbung in der U-Bahn läuft und irgendwie gegen Vattenfall (und E.on) ist. Aber warum erwähne ich das eigentlich?

Volksentscheid gelesen, gespielt, gesungen: Von Schamoni-Pintschovius-FalcoTrio-Duo über Stemm zu Droste-Schlösser

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FalcoTrio als Duo für den Volksentscheid

Immer mehr KünstlerInnen mischen sich ein – für den Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“. Nachdem Rantanplan und der Netze-Chor mit einer – laut Abendblatt – „umstrittenen Coverversion“ vor zwei Tagen (Das ist unser Netz, Youtube) vorgelegt haben, sind heute Abend Rocko Schamoni, Joshka Pintschovius und das Falco Trio als Duo auf die Bühne gegangen, um den Abschied von Vattenfall und E.on zu unterstützen. Dafür hatte der Knust den Saal zur Verfügung gestellt und die Initiative „Hamburger Unternehmen gegen Atomkraft“ hatten geladen!

Lesung als Improvisation oder umgekehrt? Schamoni und Pintschovius. Foto Dirk Seifert
Lesung als Improvisation oder umgekehrt? Schamoni und Pintschovius. Foto Dirk Seifert

Die Initiative aus kleinen Hamburger Unternehmen – die auch das Projekt „Lesen ohne Atomstrom – Die erneuerbaren Lesetage“ mit ins Leben gerufen hat, mischt sich für den Volksentscheid unter dem Motto “Vattenfall vom Netz trennen“ ein. Eingerahmt zwischen Musik und Lesung interviewte Ingo Werth von der Unternehmens-Initiative auch Manfred Braasch von der Volksentscheids-Initiative zu den Hintergründen des Volksentscheids.

Am Freitagvormittag (also quasi gleich) gibt es ebenfalls im Knust ab 10 Uhr eine Lese- und Bastelreise mit Antje von Stemm für Kinder: „Zipp Zapp Zauber“ heißt das Buch von Stemm.

Braasch im Interview. Ingo Werth von den Hamburger Unternehmen gegen Atomkraft fragt nach. Foto: Dirk Seifert
Braasch im Interview. Ingo Werth von den Hamburger Unternehmen gegen Atomkraft fragt nach. Foto: Dirk Seifert

Am Freitag Abend (also am 23. August) gehen dann Wiglaf Droste und Sebastian Schlösser an den Start, wiederum musikalisch unterstützt durch das Falco Trio (Duo). Alle Veranstaltungen sollen helfen, auch finanziell den Volksentscheid zu unterstützen. Alles im Knust Hamburg zum Unterstützer-Preis von 9 Euro und ermäßigt 6 Euro!

Siehe auch hier: Mit Stimmen und Tönen für den Volksentscheid: Rocko Schamoni und viele Freunde im Knust Hamburg

Auch das noch: Kulturkritik der Konservativen gegen „Unser-Netz-Song“

Sound of UHUN
Sound of UHUN

Was ein Elend. Jetzt gibt es auch noch schwere Kritik gegen das neue Musik-Video von Rantanplan und dem Netze-Chor. „Umstrittene Coverversion von „Ton, Steine, Scherben““, nennt das Abendblatt das. Der Nörgler ist: Walter Scheuerl. Das ist der, der sich „Unser Hamburg – Gutes Netz“ nennt, parteiloser CDU-Fraktionsabgeordneter in der Bürgerschaft ist. Und dieser Kulturkenner und Literaturexperte hat sofort entdeckt: Gleich drei Fettnäpfe enthält der Song. Verdammt. Hat sich da wer verspielt? Falsch gesungen? Schaut einfach mal hier nach:

Welche Fettnäpfe sind gemeint? Eure Meinung bitte einfach unten schreiben!

Am 4. September ist Rantanplan live für den Volksentscheid in der Hamburger Fabrik am Start. Gemeinsam mit Pensen, Le Fly und Jan Plewka (der kann bestimmt auch Fettnäpfe singen!). Hier die Infos: ROCKEN für den Volksentscheid – Hamburg

 

Volksentscheide in Berlin und Hamburg – Die Netze für alle!

Nicht nur in Hamburg wird per Volksentscheid über die Energiewende abgestimmt. Auch in Berlin kommt es zum Volksentscheid. Allerdings nicht wie in Hamburg am 22. September, dem Tag der Bundestagswahl, sondern nach Tricksereien des rot-schwarzen Senats wird in Berlin erst am 3. November abgestimmt.

In beiden Fällen geht es darum, die Energienetze (Strom, Wärme, Gas in Hamburg) bzw. das Stromnetz von Vattenfall (Berlin) vollständig zu rekommunalisieren. Bundesweit gibt es 170 erfolgreiche Rekommunalisierungen lokaler Netze.

Während in Berlin die SPD den Volksentscheid unterstützt, ist sie in Hamburg gegen das Bürgerbündnis.

Am 11. September wird der Sprecher des Berliner Energietisches, der den Volksentscheid auf den Weg gebracht hat, auf einer Veranstaltung gemeinsam mit Theo Christiansen von „Unser Hamburg – Unser Netz“ über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Volksentscheide und der politischen Ausgangslage diskutieren.

Einladung zu einer Diskussionveranstaltung: am Mittwoch, den 11.9.2013 um 19.00 Uhr

Stefan Taschner, Kampagnenleitung, Berliner Energie-Tisch

Theo Christiansen, Diakonie und Bildung des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-Ost Vertrauensperson UNSER HAMBURG – UNSER NETZ

Gemeindesaal der Christuskirche Wandsbek Schloßstr. / Wandsbeker Allee (Nähe U-Bahnhof Wandsbek Markt)

Wir erwarten eine interessante Diskussion und laden Sie dazu recht herzlich ein.

Berliner Volksentscheid: SPD-CDU-Senat für Vattenfall und gegen mehr Demokratie

Berliner Volksentscheid gegen Vattenfall und Wahlkampf: SPD-Fraktion will mit CDU über Annahme im Abgeordnetenhaus sprechen

Der Sound der Netze: Rantanplan und der Netze-Chor – DAS IST UNSER NETZ

Den Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ kam man jetzt hören, sehen und fühlen: Die Ska-Band Rantanplan und der Netze-Chor haben den Soundtrack für den Volksentscheid eingespielt: Das ist unser Netz. Bevor ihr das Video anklickt: Am 4. September das große Benefiz-Konzert für den Volksentscheid mit Rantanplan, Le Fly, Jan Plewka und Pensen. Hier die Infos, einfach jetzt Tickets kaufen und damit den Volksentscheid unterstützen! Alle Infos hier: ROCKEN für den Volksentscheid – Hamburg

Anschnallen, Lautsprecher aufdrehen, los gehts:

Alles klar? Natürlich ein Song von Rio Reiser und Ton Steine Scherben, den viele von euch sicherlich im Original kennen: Der Rauch Haus Song (Youtube). Es ist zwar Zufall, aber dennoch: Heute, dem Tag wo dieser Scherben-Song neu vertextet online geht, ist der 17. Todestag von Rio Reiser. Siehe hier: Nie vergessen – Für immer und dich: Rio Reiser – Der Traum ist aus und immer wieder: Lass uns ein Wunder sein.

Möglich wurde das Video durch die freundliche Unterstützung von R.P.S. Lanrue und Gert Möbius, den Song nicht nur zu covern, sondern ihn für den Hamburger Volksentscheid gegen Vattenfall und E.on (erstmals) umzutexten. Dafür ein fettes Danke! Weitere Danksagungen gleich weiter unten.

Fotos von den Aufnahmen für den Song findet ihr hier: RANTANPLAN trifft “Unser Netz Chor”

Danksagung:
Unser Hamburg – Unser Netz e.V. dankt für die Unterstützung zum „Unser Netz Song“:
– der Band Rantanplan für alles,
– den Tao-Studios für den Ton,
– Fabian Pieper für Bild und Schnitt,
– für Videomaterial – Graswurzel.TV,
– den Sängerinnen und Sängern des „Unser Netz“ Chor,
– der Rauch Haus Song ist von Ton Steine Scherben, T/M: Rio Reiser und R.P.S. Lanrue,
– Gert Möbius und R.P.S. Lanrue für die Unterstützung und die Genehmigung,
– Dirk Seifert für die Idee und den Text der Coverversion.
Alles wird gut: Tschüss Vattenfall!
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