Uranfabrik Gronau: Rot-Grüne Landesregierung sieht keinen akuten Handlungsbedarf

Radioaktiv-05.jpgDie rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen hat heute das Ergebnis einer Sicherheitsüberprüfung der Uranfabrik des URENCO-Konzerns in Gronau bekannt gegeben. Allerdings lediglich in Form einer Pressemitteilung. Darin teilt sie mit, dass sie keinen „akuten Handlungsbedarf“ sehe, allerdings seien „Maß­nahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit der Anlage angezeigt“. Was das bedeuten soll, wird nicht näher erläutert. „Uranfabrik Gronau: Rot-Grüne Landesregierung sieht keinen akuten Handlungsbedarf“ weiterlesen

HEW-Lesetage gegen Vattenfall – Lesen und demonstrieren für die Energiewende

hew-plakatganz-kleinDie HEW sind zurück – zumindest als literarische Variante für den Hamburger Energie Wechsel. In der kommenden Woche vom 15. bis zum 20. April wird in Hamburg auf über 30 Veranstaltungen gegen das Greenwashing von Vattenfall gelesen und eine Alternative zu den Vattenfall-Lesetagen geboten. Die HEW-Lesetage werden organisiert von einem Initiativen-Netzwerk. ROBIN WOOD unterstützt das Lesefestival, das engagiert auftritt gegen die Ökonomisierung der Kultur durch Konzerne sowie – mit Blick auf den im September anstehenden Volksentscheid über den Rückkauf der Hamburger Energienetze – für eine demokratische Kontrolle von Netzen und Energieerzeugung.

Noch hat Vattenfall eine beherrschende Rolle im Energiemarkt – und ist der Energiewende im Weg. Über 80 Prozent seines Stromes erzeugt der Konzern mit der besonders klimaschädlichen Braunkohle. In Hamburg-Moorburg baut er ein überflüssiges, großes neues Kohlekraftwerk. Den Atomausstieg versucht er mit Klagen zu blockieren. (siehe hier: Kohlekraftwerk Moorburg: Vattenfall stellt sich weiterhin gegen Gewässerschutz)

„Lesetage von Vattenfall, damit wir Klimakatastrophe und Atommüll vergessen? Damit das nicht gelingt, unterstützt ROBIN WOOD die klimafreundlichen HEW-Lesetage und empfiehlt den Ökostromwechsel“, sagt ROBIN WOOD-Energiereferent Dirk Seifert.

Wer im Anschluss an die HEW-Lesetage aktiv für die Energiewende streiten will, kann dies in Norddeutschland am besten bei der Protest- und Kulturmeile, die am 21. April aus Anlass des Tschernobyl-Jahrestages rund um das Atomkraftwerk Brokdorf stattfinden wird. Die Anti-Atom-Initiativen machen dort Druck für die sofortige Stilllegung der Atomanlagen. Siehe hier: Das AKW Brokdorf muss vom Netz – Keine Castortransporte nach Schleswig-Holstein

Durch die Debatte um das Endlagersuchgesetz ist vielen noch mal stärker bewusst geworden, dass das Atommüll-Problem ungelöst ist. Diskutiert wird nun auch, CASTOR-Behälter aus der britischen Plutoniumfabrik Sellafield nach Brunsbüttel zu verfrachten.

„In Brokdorf und acht weiteren AKW-Blöcken wird hierzulande noch immer Atommüll erzeugt, in Brunsbüttel hat der Rückbau noch nicht mal begonnen. Kein Mensch kann heute sagen, wohin der Atommüll zur sicheren Lagerung für eine Million Jahre soll. Angesichts dieses Atommüll-Notstands müssen das AKW Brokdorf und alle weiteren Atomanlagen sofort vom Netz!“, fordert Seifert.

VERANSTALTUNGS-TIPP

ROBIN WOOD-Veranstaltung im Rahmen der HEW-Lesetage: Lesung, Diskussion und Musik. Hanna Poddig „Radikal mutig“, musikalisch unterstützt von CHEERUP am 19. April um 20.00 Uhr in der Jupibar, Gängeviertel, Valentinskamp 39 (U-Bahn Gänsemarkt), Eintritt Spende

Das Programm der HEW-Lesetage sowie Infos zum Tschernobyl-Jahrestag finden Sie hier: http://www.robinwood.de/energie

Für Rückfragen: Dirk Seifert, Energiereferent,

Siehe auch: Komm in die Gänge … Anti Vattenfall Lesetage

und: Noch mehr Lesen gegen Vattenfall – “Lesen ohne Atomstrom – Die Erneuerbaren Lesetage” 2013

Tschernobyl – Atomausstieg – Energiewende: Anti-Atom-Demo gegen das AKW Grafenrheinfeld am 21. April 2013

sos01Kurz vor dem Tschernobyl-Jahrestag wird am Sonntag, dem 21. April, für den Atomausstieg am AKW Grafenrheinfeld demonstriert, zahlreiche Anti-Atom-Gruppen aus Süddeutschland rufen dazu auf. Alle Informationen dazu gibt es hier. „Tschernobyl – Atomausstieg – Energiewende: Anti-Atom-Demo gegen das AKW Grafenrheinfeld am 21. April 2013“ weiterlesen

Berliner Energietisch zieht nach zwei Monaten Bilanz – Fast 50.000 Unterschriften zur Halbzeit

Berlin-Banner130x130gDer Berliner Energietisch teilt mit: „48.700 Berlinerinnen und Berliner haben in den ersten beiden Monaten für das Volksbegehren „Neue Energie für Berlin“ unterschrieben. Diese Zahl gab heute die Landesabstimmungsleiterin offiziell bekannt. Damit haben die Aktiven des Berliner Energietisches zur Halbzeit etwa ein Viertel der Unterschriften gesammelt die für einen Volksentscheid zur Bundestag notwendig sind. Es verbleiben nun noch zwei Monate für die noch fehlenden Unterschriften.

„Leider haben wir unser eigenes Zwischenziel vom 50.000 Unterschriften zur Halbzeit nicht ganz erreicht. Dennoch steht unser Energievolksbegehren auch weiterhin im Vergleich zu anderen Berliner Volksbegehren gut da. So hatte der Berliner Wassertisch zum gleichen Zeitraum 53.800 Unterschriften gesammelt. Trotzdem werden wir unsere Anstrengungen im nächsten Monat verdoppeln müssen, um auch weiterhin in der Erfolgsspur zu bleiben. Konkret heißt das: wir müssen mit deutlich mehr Sammlerinnen und Sammlern in Berlin präsent sein“, erklärt Michael Efler, Vertrauensperson des Volksbegehrens.

„Der kälteste März seit über 100 Jahren hat uns viele Unterschriften verschneit. Mit dem endlich beginnenden Frühling muss sich das ändern. Bis zur nächsten Zählung am 11. Mai haben wir uns 100.000 Unterschriften zum Ziel gesetzt“, so Stefan Taschner, Sprecher des Berliner Energietisches.

Das Volksbegehren des Berliner Energietisches sieht die Rekommunalisierung der Stromnetze und die Gründung eines berlineigenen Stadtwerkes vor. Bis zum 10. Juni muss das Bündnis aus über 50 Organisationen 200.000 Unterschriften sammeln, damit die Berlinerinnen und Berliner zur Bundestagswahl über die zukünftige Energieversorgung ihrer Stadt in einem Volksentscheid abstimmen können.“

Berlin ist eine Reise wert: Aktions- und Sammelcamp vom 10.-29. Mai, Volksbegehren in Berlin unterstützen, alle Infos hier.

 

 

Noch ein Brief: Der Energiewendeminister von Schleswig-Holstein erklärt, warum Atommüll nach Brunsbüttel muss

Radioaktiv-07.jpgIn einem Brief an die Grünen-Mitglieder in Schleswig-Holstein hat der Energiewendeminister Robert Habeck erklärt, wie es zu dem Vorschlag gekommen ist, Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und England nicht wie bislang vorgesehen nach Gorleben, sondern vielleicht besser zum stillgelegten Vattenfall-Reaktor nach Brunsbüttel zu transportieren. Der Brief steht hier zum download bereit (PDF).

In einem flammenden Appell und mit tiefer Überzeugung, dass es eine wahrlich historische Leistung der Grünen sei, schreibt der Minister: „Es ist keine Ironie der Geschichte sondern Gründungsauftrag der Grünen, dass ein grüner Ministerpräsident (Winfried Kretschmann) die Lösung für eine Endlagerfrage möglich gemacht hat, indem er die ergebnisoffene Suche auch in seinem Bundesland zugestanden hat, dass ein niedersächsischer grüner Umweltminister (Stefan Wenzel) eine Struktur gefunden hat, die eine Einigung über die „Gorlebenfrage“ ermöglicht, und dass eine jetzt von den Grünen verantwortete Atomaufsicht auf die Frage nach einer Zwischenlagerung nicht Nein sagt.“

Wären die Grünen nicht so großartig, wäre es schlimm gekommen: „Ein Nein hätte an allen drei Weggabelungen bedeutet, dass Gorleben immer weiter zum Endlager wird. Ein Nein würde gegen alles gehen, wofür wir uns im Wendland kalte Füße geholt haben – und wofür die Grünen stehen.“

Na gut, einen Haken gibt es: „Dem Kompromiss nach soll der Salzstock Gorleben erst einmal im Verfahren bleiben.“ Das wäre ja nun ein nicht ganz unwichtiger Aspekt und nun erwartet man irgendwie, dass Habeck erklärt, mit welch raffinierten grünen Winkelzügen Gorleben zwar im Verfahren bleibt, aber in jedem Fall verhindert wird. Doch…. nein. Der Minister kommt auf dieses Detail nicht wieder zu sprechen. Irgendwie verzettelt er sich in einer Vielzahl von verdammt komplizierten und irgendwie auch wichtigen Dingen, die allesamt nach „historisch“ klingen.

Schade eigentlich.

Toll aber, wie Habeck sich das mit dem Castor per Schiff so vorstellt: “ Ein Schiff könnte in Brunsbüttel anlanden. Der Hafen ist nur zwei Kilometer vom Zwischenlager entfernt. Erspart bliebe somit auch ein Großteil der sonst notwendigen massiven Polizeibegleitung.“

Klasse. Dann können nicht so viele stören, wenn der Castor kommt. Echt umsichtig!

Da fällt mir nur eins ein: Ein Schiff wird kommen….

Siehe auch: Der Brief vom Bundesumweltminister an den Energiewendeminister: Brunsbüttel ist Top-Favorit für Atommüll

Atommüll-Endlagersuche von Demokratiewelle überrollt – 24 für den Konsens

und: Das AKW Brokdorf muss vom Netz – Keine Castortransporte nach Schleswig-Holstein

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