Schmetterlinge – Hände über Hönnepel – Der Schnelle Brüter Kalkar ging nie ans Netz

Die östereichische Band  Schmetterlinge ging Ende der 70er Jahre auf eine Tournee durch Deutschland mit dem Titel „Herbstreise“. Dabei entstand der Song „Hände über Hönnepel“, in dem die Band sehr „intim“ aus dem Widerstand gegen den Plutonium-Brut-Reaktor von Kalkar erzählt. Ein AKW, dass nie ans Netz ging, ein Song der dazu beigetragen hat.

Auftakt gegen Plutonium-Transporte – Proteste am AKW Grohnde und in Nordenham

Demonstration gegen das AKW Grohnde. Statt Plutonium-Transporte fordern die AtomkraftgegnerInnen die sofortige Stilllegung des AKW. Foto: Dirk Seifert

Die Wolken liegen schwer über dem AKW Grohnde, doch die Stimmung unter den DemonstrantInnen ist gut: Fast 500 Menschen sind an diesem regnerischen 3. November vor dem Atommeiler an der Weser zur Abschlusskundgebung versammelt: Anlass sind die bevorstehenden Plutoniumtransporte aus Sellafield. Statt Plutonium fordern sie die sofortige Stilllegung des AKW Grohnde.

Aus Hamburg, Husum, dem Wendland, Dortmund und Duisburg, Bielefeld, Braunschweig, Salzgitter, Hannover und Uelzen und Orten aus dem Weserbergland sind AtomkraftgegnerInnen angereist, um für diese Forderungen zu streiten. Viel wird über die nächsten Aktionen gesprochen, wenn die Atomtransporte kommen… Absprachen, Termine, wer besorgt was und wer kann noch wen mitbringen?

Mit einer markigen Rede unterstrich ein örtlicher Bauer die Entschlossenheit zum Widerstand, gegen den Atommeiler von E.on und gegen die bevorstehenden Plutonium-Transporte.

Auch in Nordenham protestieren AtomkraftgegnerInnen aus Anlass dieser Atomtransporte. Die brisante Fracht aus Sellafield soll dort in den nächsten Tagen mit dem veralteten Atomfrachter Atlantic Osprey eintreffen und dann per LKW zum AKW Grohnde weiter transportiert werden.

Rund 200 Menschen versammelten sich vor den Umschlagsanlagen, die die Stadt Nordenham an ein örtliches Hafenunternehmen verpachtet hat, inspizieren genau, wie die Straße verläuft, welche Absperrungen vorhanden sind und was es sonst noch zu sehen gibt. Man kann ja nie wissen…

Alle Fotos auf dieser Seite: Dirk Seifert

Berichte auch hier:

Proteste in Grohnde und Nordenham gegen Mox-Transport
 | dapd. Mehrere hundert Atomkraftgegner haben am Samstag in Grohnde und Nordenham gegen eine weitere Lieferung plutoniumhaltiger Mischoxid (Mox)-Brennelemente nach Niedersachsen demonstriert.

Mox-Transport durch Nordenham
Radio Bremen Online – ‎Nordenham dürfe nicht zur Drehscheibe für Atomtransporte werden, fordern die Demonstranten. Von den Transporten gingen unkalkulierbare Gefahren aus, denn das Plutonium sei hochgiftig, so die Gegner. Schon allerkleinste Mengen reichten aus, um zum
Atomkraftgegner demonstrieren gegen Mox-Transporte
Hannoversche Allgemeine – ‎Grohnde. 200 Demonstranten versammelten sich in Nordenham, wo der Frachter mit den plutoniumhaltigen Brennstäben voraussichtlich wie beim ersten Transport Ende September im Hafen anlegen wird. Weitere 500 Demonstranten zogen im Nieselregen …

 

 

NDR erklärt Stilllegung von Atomkraftwerken

Wegen enormer Sicherheitsprobleme verzögert sich der Ausbau des Atommülllagers Schacht Konrad immer wieder: Hier soll der leicht- und mittelaktive Atommüll hin, der beim Abriss der Atomkraftwerke entsteht. Foto: BfS

Der NDR erklärt in diesem Artikel die Grundzüge, wie das formale Verfahren zur Stilllegung von Atomkraftwerken läuft: „Vom Meiler zur grünen Wiese – Wie läuft das? Der Energiekonzern Vattenfall will das schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) abreißen.“ (siehe auch hier) „Der AKW-Betreiber reichte am Donnerstag einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Kieler Energiewende- und Umweltministerium ein. Viele Bürger und Bürgerinnen hoffen jetzt, dass von dem 60 Meter hohen Reaktor bald nichts mehr zu sehen ist. Der Rückbau ist jedoch aufwendig und dauert Jahrzehnte.“ Mehr zu Vattenfall und dem Rückbau in Brunsbüttel hier.  Was Vattenfall mit dem AKW Krümmel vor hat, hier.

Welche Probleme es dabei mit dem Atommüll gibt, ist hier zu lesen. Und auch hier.

Katastrophale Risiken – AKW Brokdorf stilllegen – Aktionswoche: 5.-11. November 2012

ROBIN WOOD-Pressemitteilung : Gemeinsam mit Initiativen, Umweltverbänden und andere Organisationen aus dem Norden der Republik ruft ROBIN WOOD zu einer dezentralen Aktionswoche gegen den Weiterbetrieb des schleswig-holsteinischen Atomkraftwerks Brokdorf auf. Vom 5. – 11. November werden in einem Umkreis von 170 Kilometern rund um das AKW Brokdorf Aktionen stattfinden.

In diesem 170-Kilometer-Radius und – bei ungünstiger Wetterlage noch darüber hinaus – könnten Gebiete bei einem Super-GAU unbewohnbar werden.

Das hat das Bundesamt für Strahlenschutz im Frühjahr 2012 in einer Studie auf Basis des Verlaufs der Reaktorunfälle in Fukushima festgestellt.

Um das Risiko sichtbar zu machen und die öffentliche Aufmerksamkeit auf die inakzeptablen, atomaren Gefahren zu lenken, wird es in zahlreichen Städten Aktionen, Veranstaltungen und Ausstellungen geben, darunter in Elmshorn, Pinneberg, Brokdorf, Wewelsfleth, Itzehoe, Kiel, Hamburg-Bergedorf, Lübeck und Glückstadt.

Dass es auch im AKW Brokdorf, das E.on und Vattenfall gehört, zu einem schweren Unfall mit Freisetzung von Radioaktivität kommen kann, belegt der im Auftrag der Bundesregierung durchgeführte „Stresstest“ aus dem vergangenen Jahr: Gegen den Absturz einer schweren Verkehrsmaschine ist der Reaktor nicht gesichert. Fukushima hat außerdem gezeigt, dass die Intensität einzelner Unfallursachen (Deichbruch bei Sturmflut, Erschütterungen, Explosionen) und die Verkettung von Unfallereignissen zu einer Katatrophe enormen Ausmaßes führen können. Dann heißt es nur noch: Rette sich, wer kann.

„Es gibt keinen wirksamen Katastrophenschutz bei einem Super-GAU. Die Konsequenz aus Fukushima und allen früheren schweren Reaktorunfällen kann nur heißen: Abschalten, und zwar sofort!“, sagte ROBIN WOOD-Energiereferent Dirk Seifert.

Der sogenannte Atomausstiegsbeschluss der Bundesregierung sieht vor, dass das AKW Brokdorf noch bis 2021 in Betrieb bleiben darf.

Weitere Infos zu der Aktionswoche finden Sie unter: www.robinwood.de/energie und www.brokdorf-akut.de

Vattenfall – AKW Krümmel soll wieder ans Netz?

Stilllegung wird weiter verzögert – pokert Vattenfall um eine erneute Inbetriebnahme des AKW Krümmel? Foto: Dirk Seifert

Heute hat der Atomkonzern Vattenfall unter Bedingungen den Antrag für den Rückbau des AKW Brunsbüttel gestellt. Für das ebenfalls stillgelegte AKW Krümmel wird Vattenfall nach eigenem Bekunden aber in nächster Zeit keinen Antrag stellen. Das Unternehmen wartet das Ergebnis seiner Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht und dem Weltbankgericht in Washington ab. Laut Presseberichten soll Vattenfall über eine Milliarde Euro als Entschädigung für die Stilllegung der AKWs Krümmel und Brunsbüttel einklagen wollen.

Der NDR berichtet: „Das Kernkraftwerk nehme eine Sonderstellung ein, heißt es aus dem Unternehmen. Der Hintergrund: Nach dem Brand in dem als „Pannenmeiler“ bundesweit bekannt gewordenen AKW im Jahr 2007 wurden Millionensummen investiert. Jetzt hofft Vattenfall wegen der zwischenzeitlich beschlossenen Energiewende und dem damit verbundenen Atomausstieg auf eine Entschädigungszahlung.“

Bis zu einer Entscheidung der Gerichte will Vattenfall am AKW Krümmel nun nichts weiter unternehmen, um die Stilllegung voranzutreiben. Auch wenn Vattenfall offiziell auf Entschädigung klagt: Würden die Klagen für den Atomkonzern erfolgreich verlaufen, würden dem deutschen Steuerzahler horrende Entschädigungszahlungen ins Haus stehen. Die Bundesrepublik Deutschland müsste den Atomkonzern Vattenfall dann auszahlen – oder aber das Atomgesetz ändern und die Stilllegung des AKW Krümmel zurück nehmen.

Für diesen Moment will Vattenfall offenbar vorbereitet sein und daher werden im AKW Krümmel keine Maßnahmen ergriffen, die eine Wiederinbetriebnahme verhindern würden.

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