Nach intensiven Gesprächen mit BürgerInnen und Initiativen ist jetzt vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) der Antrag für die Stilllegung der ehemaligen Atomforschungsreaktoren der GKSS (PDF) bei der Atomaufsicht in Schleswig-Holstein gestellt worden. Die Antragstellung erfolgt jetzt mit einer Verzögerung von rund vier Monaten gegenüber den ehemaligen Planungen der HZG: Dies war notwendig, damit die Initiativen sich über die Vorgehensweise und die damit verbundenen Sicherheitsfragen bei der Stilllegung ein eigenständiges Bild machen und damit zusammenhängende Fragen zwischen Betreiber und Initiativen geklärt werden konnten. „Dialog für die Stilllegung: Antrag für den Rückbau der Atomforschungsreaktoren der GKSS ist gestellt!“ weiterlesen
Schlagwort: Atommüll
Atomtransporte: 117 mal radioaktive Kernbrennstoffe durch Hamburg im Jahr 2012

Insgesamt 117 genehmigungspflichtige Atomtransporte haben im Jahr 2012 durch die Hansestadt Hamburg stattgefunden! Das geht aus den Antworten des Hamburger Senats auf Schriftliche Kleine Anfragen von Abgeordneten der LINKEN im Laufe des Jahres (zuletzt Drucksache 20/6819) hervor. „Atomtransporte: 117 mal radioaktive Kernbrennstoffe durch Hamburg im Jahr 2012“ weiterlesen
AKW Gundremmingen: Vorbereitungen für Bau der Terrorschutzmauer haben begonnen
„Am AKW Gundremmingen haben die Vorbereitungen zum Bau der Terrorschutzmauer begonnen. Sie soll 210 Meter lang, 10 Meter hoch und 85 Zentimeter dünn werden. Umweltschützer bejahen bestmöglichen Schutz des Atommülls und fordern Informationen über die Bedrohungseinschätzung.“ So heißt es in einer Pressemitteilung des „FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager“. Weiter schreibt die Initiative:
„Im zwischen Augsburg und Ulm gelegenen Gundremmingen läuft Deutschlands größtes AKW und lagert mit Abstand Deutschlands meister hochradioaktiver Müll. Jetzt haben Vorbereitungen für den Bau einer Terrorschutzmauer an der Außenseite des Castorlagers begonnen. Die atom- und die baurechtlichen Genehmigungen stehen allerdings noch aus.
Unsere Bürgerinitiative fordert viererlei:
Grundlegende Informationen über die Einschätzung der Bedrohung. Wir haben gerade mit Hinweis auf die Anschlagsgefahren gegen die Genehmigung dieses Atommüll-Lagers protestiert und geklagt. Noch vor wenigen Jahren hieß es von RWE, EON und Bundesamt für Strahlenschutz, dass auch das Gundremminger „Zwischenlager“ sicher sei. Unsere Bedenken, dass mit panzerbrechenden Waffen wie auch Raketen- und Drohnenangriffen das Atommüll-Lager aufgebrochen und so die Region verseucht werden kann, wurden zurückgewiesen. Leider bestätigen sich jetzt unsere Sorgen, dass die Atommüll-Lagerung auch in Gundremmingen wahrlich nicht sicher ist. Die Atomkonzerne als Bauherren wie die Genehmigungsbehörden in Salzgitter und München sind der Bevölkerung grundlegende Informationen schuldig, wie die Bedrohungslage jetzt und für die Zukunft eingeschätzt wird. Selbstverständlich sollen sicherheitsrelevante Details geheim bleiben, aber grundsätzliche Einschätzungen sind überfällig.
Auch die Gundremminger Zwischenlagerhalle muss umfassend gesichert werden. Heute auch Terroristen zugängige Waffen können über das Dach eindringen. Insofern ist die jetzt geplante Terrorschutzmauer unzulänglich.
Die oberirdische Lagerung dieses Atommülls, der über 1 Million Jahre abklingen muss, um seine tödliche Wirkung zu verlieren, ist unverantwortlich. Es muss in Deutschland am best geeigneten Ort ein möglichst sicheres unterirdisches Endlager gebaut werden.
Atomkraftwerke und Atommüll-Lager sind und bleiben gefährlich. Deswegen müssen die Reaktoren schnellstmöglich abgeschaltet und somit auch die Atommüllproduktion beendet werden.“
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V., Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm“ Mehr Infos unter: www.atommuell-lager.de
„Atomausstieg muss auch in NRW endlich ankommen“ – 1.200 Menschen demonstrieren vor Urananreicherungsanlage Gronau
PM über die Demonstration gestern in Gronau aus Anlass des zweiten Fukushima-Jahrestages: „Rund 1200 Menschen haben am Samstag, 9. März, aus Anlass des 2. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau demonstriert. Sie forderten von der Bundes- und Landesregierung die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage, die derzeit rund 10. AKW weltweit mit Uranbrennstoff zur Brennelementefertigung beliefert.
Naho Dietrich-Nemoto aus Fukushima City schilderte eindrücklich die dramatischen Folgen der Atomkatastrophe. Insbesondere viele Kleinkinder haben inzwischen gesundheitliche Probleme. Die Demonstration in Gronau wurde ausdrücklich von mehreren japanischen Initiativen unterstützt, denn die Gronauer Betreiberfirma Urenco hatte in der Vergangenheit von anderen Betriebsstandorten auch den Fukushima-Betreiber Tepco mit angereichertem Uran beliefert.
Die russische Journalistin Swetlana Slobina aus Angarsk in Sibirien erinnerte an den Gronauer Uranmüll, der zwischen 1995 und 2009 nach Russland zur Endlagerung gebracht wurde. Einer der drei Atommüllstandorte ist dabei Angarsk am Baikalsee. Insgesamt 27 000 Tonnen Uranmüll gelangten von Gronau nach Russland, die Entsorgung ist jedoch völlig ungeklärt.
Die französische Umwelt- und Kletteraktivistin Cécile Lecomte rief zu weiteren Protestaktionen gegen die Urananreicherung in Gronau auf. Für den 19.-27. Juli ist deshalb ein großes Anti-Atom-Sommer-Camp im westlichen Münsterland geplant.
Kerstin Ciesla vom BUND Nordrhein-Westfalen kritisierte insbesondere die NRW-Landesregierung, die ihren vollmundigen Ausstiegsankündigungen im Koalitionsvertrag keine Taten folgen lässt. Sie forderte auch die sofortige Stilllegung der Atommüllkonditionierungsanlage in Duisburg sowie den Stopp aller Atomtransporte durch NRW. Der Atomausstieg müsse endlich auch in NRW ankommen.
Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ forderte angesichts der völlig ungeklärten Endlagerungsfrage einen sofortigen Einlagerungsstopp für das Zwischenlager Ahaus. Zugleich forderte er, dass das Endlagerprojekt endgültig aufgegeben werden müsse.
Udo Buchholz vom örtlichen Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz verdeutlichte die riesigen Ausmaße der Urananreicherungsanlage in Gronau. Tausende Tonnen Uran lagern unter freiem Himmel und nächstes Jahr soll ein neues Zwischenlager für 60 000 Tonnen Uranmüll in Betrieb gehen. Auch erinnerte er daran, dass die Urananreicherungstechnologie bei der Herstellung von atomwaffenfähigem Uran eine zentrale Rolle spielt.
Zeitgleich demonstrierten rund 20 000 AtomkraftgegnerInnen mit einer Aktions- und Menschenkette für die Stilllegung des AKW Grohnde an der Weser. Viele der Aktionen fanden dabei in Ostwestfalen-Lippe statt.
Am morgigen Sonntag, 10. März, findet am belgischen AKW Tihange, 60 km westlich von Aachen, eine internationale Demonstration mit starker Beteiligung aus dem Rheinland statt. Sowohl in Grohnde wie in Tihange gibt es schwerwiegende Sicherheitsprobleme.
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Weitere Infos: www.fukushima-jahrestag.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.kein-castor-nach-ahaus.de, www.bbu-online.de“
28.000 Menschen demonstrieren bundesweit für Atomausstieg
Bundesweit 28.000 Menschen haben heute aus Anlass des zweiten Jahrestages der Katastrophe von Fukushima für den Atomausstieg demonstriert. Rund 20.000 beteiligten sich an der Aktions- und Menschenkette rund um das AKW Grohnde. Die Veranstalter der Anti-Atom-Proteste, darunter auch ROBIN WOOD, berichten von den Aktionsorten:
An der Urananreicherungsanlage in Gronau demonstrierten etwa 1.200 Menschen. Erst am Mittwoch hatten ROBIN WOOD und die Münsterländer Anti-Atom-Gruppen mehr als 10.000 Unterschriften für die Abschaltung der Urananlage an die für Atomsicherheit zuständige Wirtschaftsbehörde in Düsseldorf überreicht (Siehe hier). In Gronau beteiligten sich Robin Wood AktivistInnen und Cecile Lecomte sprach auf der Kundgebung vor der Uranfabrik.
In Günzburg, nahe des AKW Gundremmingen, versammelten sich 3.500 und am AKW Neckarwestheim 3.000 Demonstrantinnen und Demonstranten.
An einer Aktions- und Menschenkette im Abstand von 40 Kilometer rund um das AKW Grohnde - einer Fläche in den Ausmaßen der Evakuierungszone um Fukushima - beteiligten sich etwa 20.000 Menschen. Auf der Kundgebung in Göttingen sprach auch Dirk Seifert, Energiereferent von ROBIN WOOD. Die Rede finden sie hier zum nachlesen: Kundgebung Göttingen, Rede Energierefernt PDF
Auch in Paris fand heute eine Demonstration für den Atomausstieg statt, an der sich etwa 20.000 Menschen beteiligten.
