Kein Atommüll im Schacht Konrad – 25 Jahre Widerstand

An diesem Wochenende feiert die Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad ihr 25 jähriges Bestehen. Bis heute ist kein Atommüll in das ehemalige Erzbergwerk – nicht weit von der ASSE II entfernt – eingelagert worden. Immer wieder haben sich die Pläne der Betreiber verzögert, nicht zuletzt aufgrund des großen Widerstands.

Einige Schnappschüsse rund um den Schacht Konrad (Fotos: Dirk Seifert)

Frühestens ab 2019 soll mit der Einlagerung begonnen werden – wenn nichts dazwischen kommt! Noch am 25. und 26. August feiert die AG in Bleckenstedt, direkt neben dem Schacht; ein vielfältiges Programm mit Camp, Ausstellung, Filmen, LiveMusik und vielem mehr. Mehr über das Programm auf der Seite der AG Schacht Konrad.

 

AKWs stilllegen – Sicherheit, Transparenz und Beteiligung

Bundesweit sind acht Atomkraftwerke nach der Katastrophe von Fukushima endgültig stillgelegt worden. Verniedlichend sprechen die Atomkonzerne gern von „grüner Wiese“ – doch die atomaren Hinterlassenschaften werden noch für viele Jahrtausende ein hohes ökologisches Risiko darstellen. Wie sieht der Prozess der Stilllegung aus? Welche Verfahren gibt es? Wie werden BürgerInnen und Öffentlichkeit beteiligt? Welche Gefahren sind damit verbunden? Und was passiert mit dem ganzen Atommüll?

Für die acht Atomkraftwerke, die nach Fukushima per Atomgesetz abgeschaltet wurden, ist die Betriebserlaubnis zur kommerziellen Stromerzeugung faktisch erloschen. Derzeit befinden sich die Reaktoren in der so genannten Nachbetriebsphase. Jetzt müssen die Betreiber entscheiden, wie sie weiter vorgehen wollen. Grundsätzlich stehen ihnen dazu bislang zwei Wege offen: Sie können entweder den Rückbau der Anlagen sofort beginnen oder zunächst den sog. sicheren Einschluss durchführen und den Rückbau dann erst später starten.

Welchen Weg die AKW-Betreiber gehen, ist im Atomgesetz nicht geregelt, grundsätzlich kommen daher derzeit beide Wege in Frage. Die neue Landesregierung in Kiel, die den sofortigen Rückkbau bevorzugt, hat aber inzwischen angekündigt, dass sie eine Gesetzesinitiative starten will, mit der das Atomgesetz künftig den Rückbau vorschreibt.

Im Koalitionsvertrag, der Grundlage für die seit Juni 2012 regierende Koalition aus SPD, Grünen und SSW ist, heißt es dazu: „Wir wollen den eingeleiteten Atomausstieg schnellstmöglich vollenden. Über eine Bundesratsinitiative und die Landesatomaufsicht wollen wir für den unverzüglichen Rückbau der stillgelegten Meiler sorgen. Um dieses sicherzustellen, muss die Option „sicherer Einschluss“ aus dem § 7 Atomgesetz gestrichen werden.“ (S.38)

Für die jetzt anstehenden Diskussionen und Entscheidungen in Sachen Stilllegung der AKWs gibt es bereits Erfahrungen. Wolfgang Neumann von der Intac aus Hannover (früher Gruppe Ökologie): „Es wurden bereits 19 Atomanlagen endgültig abgeschaltet
bzw. befinden sich in Stilllegung.“

Im Strahlentelex vom November 2011 findet sich ein ausführlicher Artikel von Neumann, in dem er über die grundsätzlichen Fragen einen Überblick gibt, aber auch zu derzeit laufenden Stilllegungsverfahren konkrete Hinweise gibt. (eine gekürzte Fassung gibt es hier als PDF).  Bereits 1999 hat sich Neumann in der Zeitung ak-analyse+kritik ausführlich mit der Frage nach Einschluss oder Rückbau auseinandergesetzt. (PDF)

Im Strahlentelex kommt Neumann zu einer kritischen Bilanz: „Die sicherheitstechnischen Anforderungen werden abgeschwächt und die Öffentlichkeitsbeteiligung wird ausgehöhlt.“ Er verweist vor allem auf das Stilllegungsverfahren für das AKW Obrigheim in Baden-Württemberg. Mit seiner Kritik steht er nicht allein. Bürgerinitiativen rund um Obrigheim haben inzwischen gegen den Rückbau des Atommeilers Klage eingereicht. Die Klage zielt auch darauf, dass bundesweit verbindliche Regelungen her müssen, in denen die Beteiligung der Öffentlichkeit in allen Rückbau- und damit verbundenen Gehnehmigungsschritten sicher gestellt werden.

Inzwischen hat die grün geführte Landesregierung in Baden-Württemberg auf die Kritik der AtomkraftgegnerInnen reagiert und im Mai 2012 per Pressemitteilung zugesagt, mehr Öffentlichkeitsbeteiligung anzubieten „als vorgeschrieben“ und beteuert, dass die Sicherheit beim Rückbau „höchste Priorität“ habe.

Der Grüne Umweltminister Franz Untersteller versucht die Kritik abzuwiegeln: „Im Gegenteil, sagte der Umweltminister, die EnBW Kernkraftwerk GmbH (EnKK) tue sogar mehr als rechtlich erforderlich, um die Bevölkerung insbesondere in der Region am unteren Neckar zu informieren und einzubeziehen. Franz Untersteller: „Die EnKK führt vor der Erteilung der dritten Abbaugenehmigung freiwillig eine  Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit durch. Und wir wollen neue Aspekte, die sich eventuell bei dieser Veranstaltung ergeben, im weiteren Verfahren berücksichtigen.“

Aber genau hier zeigt sich das Problem: Die rechtlichen Ansprüche für eine umfangreiche Beteiligung sind derzeit zu vage und es hängt vom Good-Will einer Landesregierung oder Atomaufsicht ab, wie weit sie in Sachen Bürgerbeteiligung geht. Und wenn der AKW-Betreiber nicht will, hat er derzeit gute rechtliche Möglichkeiten, die Beteiligung auf einen schmalen Rahmen zu begrenzen.

Auch die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat per Koalitionsvertrag erklärt: „Wir werden für maximale Transparenz sowohl beim Rückbau der stillgelegten Meiler als auch bei Betrieb, Wartung und Störfällen des AKW Brokdorf sowie Atomtransporten sorgen.“ (S.38)

Was das genau bedeutet und in welcher Weise die neue Landesregierung die Bevölkerung nicht nur informieren wird, sondern ihr auch im Rahmen der Genehmigungsverfahren für die Stilllegung rechtliche Einflussmöglichkeiten einräumen wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht wird auf der Veranstaltung der Stadt Geesthacht am 13. September 2012 über die Stilllegung des AKW Krümmel darüber mehr zu erfahren sein, denn dann könnte der Leiter der Atomaufsichtsbehörde in Schleswig-Holstein, Wolfgang Cloosters, dazu einiges darlegen. Inzwischen ist auch klar, wer für Vattenfall an dieser Veranstaltung teilnehmen wird: Dr. Neuhaus und Torsten Fricke vertreten das Unternehmen.

Auch für das AKW in Brunsbüttel ist die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständig.

Für die beiden Atommeiler in Biblis hat RWE vor kurzem die Anträge für den Rückbau beim hessischen Umweltministerium eingereicht. Das HMU hat darüber öffentlich informiert und hat auf seiner Homepage auch einen Fragen-Antwort-Katalog veröffentlicht, der einen Überblick über den derzeit geplanten Ablauf und Umfang des Genehmigungsverfahrens und des anschließenden Rückbaus gibt.

In den Fragen/Antworten werden in Frage 4 zwar indirekt Hinweise gegeben, dass die Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgen wird, zumindest im ersten Schritt. Unklar bleibt aber, wie sich das „gestufte Genehmigungsverfahren“ im einzelnen konkret darstellt und ob an allen einzelnen Schritten die Öffentlichkeit beteiligt wird. Genau das war beim Rückbau des AKW Obrigheim zum Problem geworden, wo ledliglich im ersten Schritt eine Öffentlichkeitsbeteiligung erfolgte, nicht aber mehr im zweiten.

Ein wichtiger Hinweis auf die Sicherheitsfrage wird in der Antwort zur Frage 10 geliefert. Da es bundesweit an Castor-Behältern mangelt, stehen alle AKW-Betreiber derzeit vor dem Problem, dass die hochradioaktiven Brennelemente nicht schnell aus den Nasslagern und dem Reaktor herausgeholt und in Castorbehältern in die vorhandenen Standortzwischenlager transportieren werden können. Deshalb scheinen die Betreiber zu planen, den Rückbau zu beginnen, auch wenn die hochradioaktive Fracht noch im Reaktor steht. Das stellt ein enormes Risiko dar! Nicht nur in Biblis, auch in den AKW Krümmel und Brunsbüttel, Unterweser etc. dürfte es hier zu gravierenden Problemen kommen. Sicherer wäre in jedem Fall, das die Brennelemente vor einem Rückbau ausgelagert sind!

Aber auch zahlreiche weitere Probleme stehen bei der Stilllegung im Raum: Für leicht- und mittelradioaktive Atomabfälle soll der Schacht Konrad genutzt werden. Der ist zwar genehmigt, aber der Ausbau verzögert sich seit Jahren immer wieder. Eine Inbetriebnahme ist nicht vor 2019 zu erwarten. Bis heute bestehen beim Schacht Konrad massive Sicherheitsbedenken, vor allem was die Langzeitsicherheit und das Risiko von Wassereinbrüchen angeht. Aber auch die zahlreichen Atomtransporte zum Schacht Konrad stehen immer wieder in der Kritik. Zuletzt hatte die Nachbar-Stadt Salzgitter, die gegen das Atommülllager geklagt hatte, eine Studie veröffentlicht, in der über die massiven Unfallrisiken berichtet wurde (siehe auch hier).

Herzlichen Glückwunsch – AG Schacht Konrad wird 25 und ist noch atommüllfrei!

Eine der größten und erfolgreichsten Anti-Atom-Initiativen wird dieser Tage 25 Jahre alt. Dazu gratulieren wir! Dem mutigen und ausdauernden Einsatz der zahlreichen Mitglieder (siehe unten) der AG Schacht Konrad ist es zu verdanken, dass immer noch über die Sicherheit der Atomenergienutzung und der Lagerung des dabei anfallenden Atommülls heftig diskutiert und gestritten wird. Dazu beigetragen hat ein einzigartiges Bündnis aus Städten, Gemeinden, Firmen, Initiativen, Parteien, Gewerkschaften und vielen mehr. „Quersteller des Jahres 2012“ wäre sicherlich ein Titel, den die AG Schacht Konrad zurecht verdient hätte!

Am kommenden Sonntag, dem 19. August vor 25 Jahren wurde die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD gegründet. Aus Anlaß des Jubiläums lädt die Arbeitsgemeinschaft für das Wochenende vom 24. – 26. August zu einem umfassenden Veranstaltungsprogramm mit einer Ausstellung, einem Camp, Konzerten und einem offiziellen Festakt nach Salzgitter-Bleckenstedt.

Zum Auftakt findet bereits am Mittwoch, dem 22. August um 19.00 Uhr im Universum-Kino in Braunschweig eine Vorpremiere des Dokumentarfilms „Das Ding am Deich“ mit Regisseurin Antje Huber und Gästen aus Brokdorf statt.

Alle Infos zum Jubiläumsprogramm fest.ag-schacht-konrad.de

Rückfragen: Peter Dickel  0531-89 56 01

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad:

Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD können alle natürlichen
und juristischen Personen sowie nichtrechtsfähige Vereine werden, die die Ziele des Vereins unterstützen. Mitglieder sind z.B.

Kommunen:
• Stadt Braunschweig
• Stadt Wolfenbüttel
• Landkreis Peine
• Landkreis Wolfenbüttel
• Gemeinde Edemissen
• Gemeinde Lengede
• Gemeinde Vechelde

Firmen, Gewerkschaften, Landwirtschaft
• Firma Windstrom, Edemissen
• anTec Energiesysteme KG, Hachum
• Hofgemeinschaft Lindenhof Brot und Gemüse GmbH, Eilum
• IG Metall Fraktion im Betriebsrat VW Salzgitter
• Feldinteressentschaft Salzgitter-Bleckenstedt
• Niedersächsisches Landvolk, KV Salzgitter

Bürgerinitiativen, Umweltverbände, Friedensgruppen
• Aktion Atommüllfreie ASSE II
• BürgeraktionSichereAsse (BASA)
• Umweltschutzforum Salzgitter
• Vallstedter gegen Schacht KONRAD e.V.
• Vechelder gegen Schacht KONRAD
• Naturschutzbund Bezirksgruppe Braunschweig
• Naturschutzbund, Ortsgruppe Schöppenstedt
• Carl-Kabat-Haus, Mutlangen
• Friedenszentrum Braunschweig
• IPPNW Regionalgruppe Braunschweig

Jugend und Bildung
• ASTA der FH Braunschweig / Wolfenbüttel
• Studierendenschaft der TU Braunschweig
• Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt

Parteien
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN: Landesverband Niedersachsen –
Kreisverbände Braunschweig , Helmstedt , Peine , Salzgitter , Wolfenbüttel ,
Wolfsburg – Ortsverbände Edemissen, Lengede
DIE LINKE: Kreisverbände Braunschweig und Salzgitter
DKP Kreis Braunschweig/Wolfenbüttel
SPD: Jungsozialisten, Bezirk Braunschweig – Ortsverein Vechelde

Exponierte Einzelpersonen wie Andreas Blechner (Betriebsratsvorsitzender
VW Salzgitter), Rebecca Harm (MdEP), Dorothea Menzner (MdB), Wilhelm
Schmidt (Ex-MdB), KONRAD-Kläger Walter Traube

Atomforschung – Reaktoren der GKSS sollen abgebaut werden

Eingangsbereich zu den Forschungsreaktoren auf dem Gelände der GKSS/HZG. Foto: Dirk Seifert

Die früher als GKSS bekannte Atomforschungsanlage in Geesthacht, direkt neben dem Atomkraftwerk Krümmel, soll zur „Grünen Wiese“ gemacht werden. Bereits seit längerer Zeit sind die beiden Forschungsreaktoren stillgelegt. Der heutige Betreiber, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht, hat jetzt die Bevölkerung eingeladen, um über den geplanten Rückbau zu informieren.

Wohin mit dem Atommüll?

Klar ist, dass bei dem geplanten Rückbau vor allem schwach- und mittelaktiver, aber auch hochradioaktiver Atommüll anfallen wird. Deren dauerhafte Lagerung ist immer noch umstritten oder sogar ungelöst. Der leicht- und mittelaktive Strahlenmüll aus der GKSS soll vermutlich im Schacht Konrad eingelagert werden. Der ist zwar genehmigt, aber seit Jahren verzögert sich der Ausbau immer wieder. Wichtiger aber ist: Nach wie vor bestehen erhebliche Sicherheitsbedenken gegen den Schacht Konrad als dauerhaftes Atommülllager. Einerseits haben kritische Experten auf Mängel beim Nachweis der Langzeitsicherheit hingewiesen, andererseits wird befürchtet, dass es zu Wassereinbrüchen kommen könnte. Aber auch die zahlreichen Atomtransporte zum Schacht Konrad stehen immer wieder in der Kritik. Zuletzt hatte die Nachbar-Stadt Salzgitter, die gegen das Atommülllager geklagt hatte, eine Studie veröffentlicht, in der über die massiven Unfallrisiken berichtet wurde (siehe auch hier).

Die GKSS und die Leukämien in der Elbmarsch

Die Frage es Rückbaus berührt aber auch noch eine andere Frage, nämlich die der Ursachen nach dem weltweit größten Leukämie-Cluster bei Kindern und Jugendlichen in der benachbarten Elbmarsch. Seit Anfang der 90er Jahre sind dort zahlreiche Kinder an der überaus seltenen Leukämie erkrankt. Über zehn Jahre haben staatliche Stellen und unabhängige Kommissionen nach den Ursachen geforscht. Bis heute ist umstritten, ob es in der GKSS Mitte der 80er Jahre im Rahmen geheimer Atom-Forschungen zu einer Explosion gekommen ist, bei der radioaktive Kugeln in die Umwelt gelangten und deren Strahlung für die Erkrankungen ursächlich ist.

Im Zusammenhang mit dem Rückbau werden diese Fragen sicherlich neu zu stellen sein. Siehe auch maus e.V. Bremen.

Dazu hat das ZDF die folgende Dokumentation Und keiner weiß warum: Leukämietod in der Elbmarsch gezeigt:

GKSS/HZG: Transparent und offen?

Am 1. Oktober 2012 ab 18:30 Uhr will das HZG mit einer Veranstaltungsreihe „im Dialog“ im Hörsaal auf dem Forschungsgelände in Geesthacht über die Stilllegung des 2010 abgeschalteten Forschungsreaktors des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums Geesthacht und der bevorstehende Abbau informieren und diskutieren.

Dazu soll es – durchaus neu – „moderierte Diskussionen in kleinen Gruppen und eine enge Abstimmung mit einer zukünftigen Begleitgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Bürgerinitiativen, der lokalen Politik und weiteren kommunalen Akteuren“ geben, weil das HZG „größtmögliche Offenheit und Transparenz herstellen“ will.

Nicht ganz so Transparent verlief vor wenigen Wochen der Abtransport von hochradioaktivem Atommüll, – den Brennelementen aus den Forschungsreaktoren. Mitten in der Nacht ist der Atomtransport Richtung Nordenham geschickt worden. Von dort wurden sie per Schiff in die USA transportiert. AtomkraftgegnerInnen hatten von den bevorstehenden Transporten Wind bekommen und den Transport begleitet und fotografiert.

Für den Auftakt zur Rückbau-Veranstaltung hat das HZG Silke Freitag beauftragt, eine Mediatorin – so das HZG in ihrer Pressemittelung, „die sich selbst seit Jahrzehnten für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie sowie einen achtsamen Umgang mit dem entstandenen Atommüll engagiert.“ Silke Freitag ist in der Tat seit langem bei X-Tausend-mal-querr aktiv.

Informationen zu den Planungen bei der ehemaligen GKSS gibt es von:  Dr. Torsten Fischer, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,  Telefon: 04152-87-1677

 

Atomtransporte in Hamburg – Radioaktiv über Straßen, Schienen und die Elbe

Atomtransporte im Hamburger Hafen – Verladung von Uranhexafluorid. Foto: Dirk Seifert

Im Rahmen einer aktuellen schriftlichen Kleinen Anfrage haben die beiden Hamburger Abgeordneten der Linken, Dora Heyeen und Christiane Schneider, Informationen über Atomtransporte durch die Hansestadt abgefragt. In der Antwort des Senats sind die zurückliegenden Atomtransporte durch Hamburg aufgelistet. Der Hamburger Hafen ist die internationale Drehscheibe für Atomtransporte: Allein im Jahr 2011 passierten 101 Transporte von Kernbrennstoffen (Uranhexafluorid und unbestrahlte Brennelemente) den Hamburger Hafen, etwa 800 Tonnen Kernbrennstoffe werden pro Jahr im Hafen umschlagenen.

Heyeen und Schneider stellen in der Anfrage fest: „Trotz Stilllegungen deutscher Atomkraftwerke nehmen die Transporte atomarer Stoffe laut Beobachtungen atomkritischer Bürgerinnen und Bürger weiter zu, unter anderem weil die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau im vergangenen September ihre letzte Ausbaustufe erreichte und nun 10 Prozent aller AKWs weltweit beliefern kann. Momentan wird dort noch ein Zwischenlager gebaut. Hamburg ist und scheint ein Drehkreuz des deutschen Atomtransportes zu bleiben.“

Bereits seit vielen Jahren ist es parlamentarische Praxis, dass der Senat im Rahmen Kleiner Anfragen Informationen über zurückliegende Atomtransporte durch die Hansestadt veröffentlicht. Seit Anfang der 90er Jahre lassen sich über die radioaktiven Frachten, die über Straße, Schiene und den Hafen gehen, die weltweiten Wege verfolgen. Auf Antrag der Linken-Fraktion in der Bürgerschaft wird derzeit auch über ein Verbot von Atomtransporten durch den Hamburger Hafen diskutiert. Im April 2012 fand dazu eine Experten-Anhörung statt, in der über die Möglichkeit diskutiert wurde, den Hafen für radioaktive Transporte zu schließen.

Damit wollen die Linken in Hamburg erreichen, was in Bremen bereits Gesetz ist: Bremen hat eine sogenannte Teilentwidmung des Hafens, die das Umschlagen radioaktiver Fracht untersagt, bereits beschlossen. Allerdings: In Bremen sind lediglich sogenannte Kernbrennstoffe von diesem Verbot betroffen. Diese unterliegen einer Genehmigungspflicht durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Aber nicht alle Atomtransporte unterstehen diesem Verbot. Obwohl ebenfalls radioaktiv, unterliegen Transporte z.B. mit abgereichertem Uran nicht diesem Verbot. Weil ihr Anteil an spaltbarem Material zu gering ist und diese daher nicht vom BfS zu genehmigen sind, hat die Bremer Bürgerschaft diese Transporte nicht verboten. Deshalb haben Bürgerinitiativen und die Linke in Bremen ein Volksbegehren für ein Verbot aller Atomtransporte an den Start gebracht.

Atomtransporte und Sicherheit: Der Spiegel über die Transporte durch Hamburg, 1990

Liste schriftlicher Kleiner Anfragen aus der Hamburgischen Bürgerschaft. Die Daten liegen auf dem Server der Bürgersschaft als PDF.

20/4783Schriftliche Kleine Anfrage30.07.2012
Wie viele Atomtransporte gehen tatsächlich durch Hamburg? Nachfragen zu Drs. 20/3680 und anderen
Dora Heyenn (Fraktion DIE LINKE), Christiane Schneider (Fraktion DIE LINKE)
20/3680Schriftliche Kleine Anfrage29.03.2012
Wie viele Atomtransporte gehen tatsächlich durch Hamburg? Nachfragen zu Drs. 20/2843 und 20/3074 und anderen
Dora Heyenn (Fraktion DIE LINKE), Christiane Schneider (Fraktion DIE LINKE)
20/3074Schriftliche Kleine Anfrage01.02.2012
Transporte von Atombrennstoffen über den Hamburger Hafen
Dr. Anjes Tjarks (GAL)
20/2843Schriftliche Kleine Anfrage12.01.2012
Wie viele Atomtransporte gehen tatsächlich durch Hamburg? Nachfragen zur Drs. 20/1354 und anderen
Dora Heyenn (Fraktion DIE LINKE), Christiane Schneider (Fraktion DIE LINKE)
20/2505Schriftliche Kleine Anfrage06.12.2011
Einsatz von Hamburger Polizeikräften zur Sicherung des Castor-Transportes im November 2011
Karl-Heinz Warnholz (CDU)
20/1354Schriftliche Kleine Anfrage24.08.2011
Wie viele Atomtransporte gehen tatsächlich durch Hamburg? / Nachfragen zu den Drs. 19/3835, 19/3011, 19/1108
Dora Heyenn (Fraktion DIE LINKE), Christiane Schneider (Fraktion DIE LINKE)
20/383Antrag03.05.2011
Hamburger Hafen für Atomtransporte sperren!
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