Total historische Konsenstage: Grüne Schleswig-Holstein beraten Castorannahme – CDU/FDP für Gorleben

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Energieminister Robert Habeck streitet
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gemeinsam mit der Europaabgeordneten Rebecca Harms, Fotos: Dirk Seifert

Während die Grünen in Schleswig-Holstein am Abend über die Bedingungen diskutieren, unter denen Castortransporte aus der Wiederaufarbeitung in das nördlichste Bundesland rollen dürfen, halten CDU und FDP voll dagegen – und zeigen, wie wenig tragbar der vermeintliche Konsens bei der Endlagersuche ist. „Total historische Konsenstage: Grüne Schleswig-Holstein beraten Castorannahme – CDU/FDP für Gorleben“ weiterlesen

„Die Kohle ist blutbefleckt“ – Die Zeit über die andere Seite der Kohleverstromung

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Umweltzerstörung im großen Stil: Braunkohletagebau von Vattenfall in der Lausitz. Foto: Dirk Seifert

Kohlekraftwerke bringen Umweltzerstörung, Gesundheitsrisiken und Klimakatastrophe mit sich. Nicht nur in Deutschland, sondern z.B. auch dort, wo die Kohle abgebaut wird. Die Zeit berichtet über das Beispiel Kolumbien:  „Ganze Dörfer müssen in Kolumbien dem Bergbau weichen. Menschen werden bedroht und ermordet. Der Tagebau verursacht enorme Umweltschäden. Deutsche Versorger, die kolumbianische Kohle importieren, kümmert das wenig“ (hier der gesamte Text auf der Seite der Autorin Alexandra Endres).

Auf diese Probleme will auch die Aktion Gegenstrom13 aufmerksam machen. Dazu läuft eine Kampagne gegen das noch im Bau befindliche Vattenfall-Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Am 10. Mai findet als Höhepunkt der Kampagne eine symbolische Hafenblockade in Hamburg statt.

Mehr zum Thema:

Nach-Lese: Vattenfalls Vorgehen bei „Lesen ohne Atomstrom“ hat parlamentarisches Nachspiel

lesen_logoVattenfall und die für die Vattenfall-Lestage beauftragte Kuratorin hatten versucht, Unterstützer und AutorInnen der Gegenveranstaltung „Lesen ohne Atomstrom“ unter Druck zu setzen (siehe hier). Das wird nun ein parlamentarisches Nachspiel haben. Die Kultursenatorin ist Schirmfrau der Vattenfall-Veranstaltung und die Stadt Hamburg ist als Minderheits-Aktionär beim Strom- und Fernwärme-Netz mit Vattenfall verbandelt.

Anlass genug für den Vorsitzenden des Kulturaussschusses der Hamburgischen Bürgerschaft, Norbert Hackbusch (Die Linke), die Vorgänge genauer unter die Lupe zu nehmen. Er hat das Thema daher auf die Tagesordnung der nächsten Ausschuss-Sitzung gesetzt: „Wir haben es hier mit einem ausgewachsenen politischen Skandal zu tun“, erklärte Hackbusch:  „Die Stadt arbeitet nicht nur im Kulturbereich eng mit Vattenfall zusammen – sie kann und darf ein solch übles Verhalten nicht unkommentiert lassen.“

Der Kulturausschussvorsitzende forderte Senatorin Kisseler auf, im Rahmen der nächsten Ausschusssitzung Auskunft zu diesen Vorgängen zu geben. „Besorgniserregend finde ich außerdem, dass auch noch der Vorwurf im Raum steht, dass die SPD-Fraktion sich vor den Vattenfall-Karren hat spannen lassen“, so Hackbusch. „Wir werden darauf bestehen, dass sich der Senat zu den Vorwürfen verhält.“

Die Kuratorin der Vattenfall-Lesetage hat verschiedenen Medienberichten zur Folge „Mails an Autorinnen und Autoren (geschrieben), die bei „Lesen ohne Atomstrom“ auftreten und wies sie darauf hin, dass die Initiative „linksradikal“ sei und ein „Bündnis aus autonomen Aktivisten, Öko-Saft-Produzenten und Fernseh-Promis“. Auch die Worte „Steinewerfer“ und „vom Verfassungsschutz beobachtet“ sollen Verwendung gefunden haben. (Spiegel Online)

Christoph Twickel berichtet auf Spiegel online nun, dass auch der Ehemann der Kuratorin aktiv wurde, um gegen „Lesen ohne Atomstrom“ vorzugehen. „Außerdem seien Mails bei Kooperationspartnern wie dem NDR und dem Europa Verlag aufgelaufen, in denen nach dem Engagement von Mitarbeitern bei der mutmaßlich linksradikalen Initiative gefragt worden wäre“, berichtet Twickel. „Diese Mails gehen wiederum auf das Konto von Matthias Schumann, Ehemann der Vattenfall-Lesetage-Kuratorin, wie dieser SPIEGEL ONLINE gegenüber bestätigte.“

Vattenfall behauptet, von diesen Vorgängen nichts gewußt zu haben: „Vattenfall selbst will von all dem nichts gewusst haben. „Wir waren überrascht über das Vorgehen von Frau Heine“, so Sprecher Kleimeier. „Wir empfinden das als sehr unglücklich.““

Allerdings hat auch Vattenfall selbst direkt Druck auf UnterstützerInnen der „Lesetage ohne Atomstrom“ ausgeübt. Spiegel online und andere Medien berichten: „Die „Hamburger Morgenpost“ zitiert die Chefin der Hamburger Bücherhallen, die angibt, eine Vattenfall-Delegation habe sie „sehr intensiv ersucht“, die Kooperation mit der Gegenveranstaltung aufzugeben und wieder zu den „Vattenfall Lesetagen“ zurückzukehren. Der Konzern habe außerdem über den SPD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Dressel versucht, die Entscheidung der Bücherhallen, nicht mehr mit Vattenfall zusammenzuarbeiten, in Frage zu stellen. Dressel bestreitet das – und auch Konzersprecher Kleimeier betont, man habe lediglich das Gespräch über eine weitere Zusammenarbeit gesucht.“

Hier das Programm von „Lesen ohne Atomstrom„.

Außerdem ging gestern eine weitere Lesereihe gegen Vattenfall zu Ende: Die HEW-Lesetage.

Weitere Informationen zum Thema: HEW-Lesetage: Stellungnahme zum Vorgehen von Vattenfall gegen Lesen ohne Atomstrom

und: Gegen Vattenfall lesen….

Kurz vor Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe: AtomkraftgegnerInnen demonstrieren für Sofort-Ausstieg

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Sicher ist nur das Risiko. Auch ROBIN WOOD hatte zu den Protesten am AKW Brokdorf aufgerufen. Foto: Dirk Seifert

Rund 2.000 Menschen demonstrierten nach Medienberichten heute am Atomkraftwerk Grafenrheinfeld für die sofortige Stilllegung. Ebenso viele Menschen forderten am AKW Brokdorf die Stilllegung.  Laut Hamburger Abendblatt soll die Polizei 800 TeilnehmerInnen gezählt haben. Am AKW Grohnde kettete sich eine Aktionsgruppe von rund 15 Menschen an das Eingangstor zum Atommeiler.

Anlass der Aktionen für den Atomausstieg ist der bevorstehende 27. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl.

Gegen Vattenfall lesen….

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Hanna Poddig liest im Gängeviertel gegen Vattenfall

Gleich zweimal heißt es in Hamburg derzeit: Lesen gegen Vattenfall. Mit den Veranstaltungsreihen “Lesen ohne Atomstrom” und den “HEW-Lesetagen” wollen die Initiatoren den offiziellen “Vattenfall-Lesetagen” contra geben. Literatur ist eine gute Sache, aber nicht wenn ein Atom- und Klimakiller-Konzern damit von seiner katastrophalen Energiepolitik ablenken will. ROBIN WOOD unterstützt die HEW-Lesetage, gestern Abend auch mit einer Veranstaltung im Gänge-Viertel. Hanna Poddig las aus ihrem Buch “Radikal mutig: Meine Anleitung zum anders sein”. Über Absurditäten aus deutschen Gerichtssälen, von klimaneutralen Würsten und den Problemen mit Tschüss-Vattenfall-Aufklebern und SPD-Wahlplakaten wusste Hanna Poddig amüsant, aber immer kritisch zu berichten. Die etwas über 4o Gäste hatten sichtlich Spaß.  Unterstützt wurde die Lesung von dem Duo Cheerup, die mit Latin- und Soul-Musik für eine wunderbare Untermalung der Gespräche über und gegen Vattenfall sorgten.

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Cheerup mit Latin und Jazz gegen Vattenfall

Keinen Spaß hat Vattenfall mit den Lesetagen. Jetzt wurde bekannt, dass die Kuratorin der Vattenfall-Lesetage Autoren von “Lesen ohne Atomstrom” per Mail vor “linksradikalen Unterstützern” gewarnt hat und damit wohl erreichen wollte, dass diese ihre Unterstützung zurück ziehen. Außerdem sollen Vattenfall-Manager die Geschäftsführerin der “Hamburger Öffentlichen Bücherhallen” unter Druck gesetzt haben. Die Bücherhallen hatten die letzten Jahre die Vattenfall Lesetage unterstützt und haben in diesem Jahr die Fronten gewechselt. Das wollte Vattenfall verhindern. Mehr dazu unter diesem Link.

Die HEW-Lesetage finden noch bis Sonntag statt. Das Programm findet sich hier. Am Dienstag nächster Woche startet dann “Lesen ohne Atomstrom“.

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