Herzlichen Glückwunsch – AG Schacht Konrad wird 25 und ist noch atommüllfrei!

Eine der größten und erfolgreichsten Anti-Atom-Initiativen wird dieser Tage 25 Jahre alt. Dazu gratulieren wir! Dem mutigen und ausdauernden Einsatz der zahlreichen Mitglieder (siehe unten) der AG Schacht Konrad ist es zu verdanken, dass immer noch über die Sicherheit der Atomenergienutzung und der Lagerung des dabei anfallenden Atommülls heftig diskutiert und gestritten wird. Dazu beigetragen hat ein einzigartiges Bündnis aus Städten, Gemeinden, Firmen, Initiativen, Parteien, Gewerkschaften und vielen mehr. „Quersteller des Jahres 2012“ wäre sicherlich ein Titel, den die AG Schacht Konrad zurecht verdient hätte!

Am kommenden Sonntag, dem 19. August vor 25 Jahren wurde die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD gegründet. Aus Anlaß des Jubiläums lädt die Arbeitsgemeinschaft für das Wochenende vom 24. – 26. August zu einem umfassenden Veranstaltungsprogramm mit einer Ausstellung, einem Camp, Konzerten und einem offiziellen Festakt nach Salzgitter-Bleckenstedt.

Zum Auftakt findet bereits am Mittwoch, dem 22. August um 19.00 Uhr im Universum-Kino in Braunschweig eine Vorpremiere des Dokumentarfilms „Das Ding am Deich“ mit Regisseurin Antje Huber und Gästen aus Brokdorf statt.

Alle Infos zum Jubiläumsprogramm fest.ag-schacht-konrad.de

Rückfragen: Peter Dickel  0531-89 56 01

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad:

Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD können alle natürlichen
und juristischen Personen sowie nichtrechtsfähige Vereine werden, die die Ziele des Vereins unterstützen. Mitglieder sind z.B.

Kommunen:
• Stadt Braunschweig
• Stadt Wolfenbüttel
• Landkreis Peine
• Landkreis Wolfenbüttel
• Gemeinde Edemissen
• Gemeinde Lengede
• Gemeinde Vechelde

Firmen, Gewerkschaften, Landwirtschaft
• Firma Windstrom, Edemissen
• anTec Energiesysteme KG, Hachum
• Hofgemeinschaft Lindenhof Brot und Gemüse GmbH, Eilum
• IG Metall Fraktion im Betriebsrat VW Salzgitter
• Feldinteressentschaft Salzgitter-Bleckenstedt
• Niedersächsisches Landvolk, KV Salzgitter

Bürgerinitiativen, Umweltverbände, Friedensgruppen
• Aktion Atommüllfreie ASSE II
• BürgeraktionSichereAsse (BASA)
• Umweltschutzforum Salzgitter
• Vallstedter gegen Schacht KONRAD e.V.
• Vechelder gegen Schacht KONRAD
• Naturschutzbund Bezirksgruppe Braunschweig
• Naturschutzbund, Ortsgruppe Schöppenstedt
• Carl-Kabat-Haus, Mutlangen
• Friedenszentrum Braunschweig
• IPPNW Regionalgruppe Braunschweig

Jugend und Bildung
• ASTA der FH Braunschweig / Wolfenbüttel
• Studierendenschaft der TU Braunschweig
• Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt

Parteien
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN: Landesverband Niedersachsen –
Kreisverbände Braunschweig , Helmstedt , Peine , Salzgitter , Wolfenbüttel ,
Wolfsburg – Ortsverbände Edemissen, Lengede
DIE LINKE: Kreisverbände Braunschweig und Salzgitter
DKP Kreis Braunschweig/Wolfenbüttel
SPD: Jungsozialisten, Bezirk Braunschweig – Ortsverein Vechelde

Exponierte Einzelpersonen wie Andreas Blechner (Betriebsratsvorsitzender
VW Salzgitter), Rebecca Harm (MdEP), Dorothea Menzner (MdB), Wilhelm
Schmidt (Ex-MdB), KONRAD-Kläger Walter Traube

Atomenergie Belgien – 8.000 Risse im Reaktor des AKW Doel

In dem vor einigen Tagen aus Sicherheitsgründen abgeschalteten Block 3 des belgischen AKW Doel sind rund 8.000 Risse bei  Ultraschallprüfungen entdeckt worden, berichten örtliche Medien heute, am Freitag, unter Berufung auf den Chef der belgischen Atomaufsichtsbehörde AFCN, Willy de Roovere. Ein weiteres AKW – Tihange 2 – in dem der Reaktordruckbehälter von der gleichen Firma hergestellt wurde, wird am 10. September weiter untersucht.

Vom gleichen Reaktor-Typ existierten weltweit noch 21 weitere Reaktorbehälter. Sie wurden von einer seit 1996 nicht mehr bestehenden niederländischen Firma in Rotterdam gefertigt.

Zwei dieser Druckbehälter sollen auch in deutschen Reaktoren eingesetzt sein. Laut neueren Meldungen könnte einer im stillgelegten AKW Brunsbüttel zum Einsatz gekommen sein. Ein weiterer ist im stillgelegten AKW Philippsburg 1 verbaut. Dies bestätigte der Betreiber EnBW der Nachrichtenagentur dpa in Karlsruhe. Allerdings betonte der Unternehmenssprecher demnach: „Im Philippsburger Reaktorbehälter haben wir keine Risse festgestellt.“

Schwäbische.de zitiert weiter: „„Sie sind nicht vergleichbar“, so der EnBW-Sprecher. In Belgien handele es sich um einen Druckwasserreaktor, auf dessen Behälter mehr Druck wirke als auf den im Philippsburger Siedewasserreaktor. Die EnBW überprüft nach den Meldungen aus Belgien sicherheitshalber aber intensiv auch ihren Behälter.“

Interessant ist auch diese Information: Im Reaktorbehälter von Philippsburg 1 „sind der EnBW zufolge keine radioaktiven Brennelemente mehr. „Sie sind zum Abklingen im Brennelemente-Lagerbecken“, erläuterte der Sprecher.“

Hilflose Helfer – Kein Schutz bei nuklearer Katastrophe

Wohin wenn es im AKW kracht? Die Katastrophenschützer können nicht helfen. Foto: Gerd Altmann/pixelio.de

„Sollte es in Krümmel zur Katastrophe kommen, gäbe es in Hamburg «nichts mehr zu schützen», sagte Hamburgs oberster Katastrophenschützer Werner Hackmann dem Spiegel – im Jahr 1986.“ (Zitiert nach Hamburgs Horrorszenario, AKW Krümmel, 2009)

An diesem Eingeständnis hat sich bis heute nicht wirklich was verändert. Bis heute ist der Katastrophenschutz rund um die deutschen Atommeiler auf einen wirklichen Störfall in keinster Weise eingerichtet. Nicht erst der Unfall von Fukushima hat gezeigt, welche riesigen Gebiete von einer radioaktiven Katastrophe betroffen wären, die dauerhaft unbewohnbar blieben. Noch heute sind zahlreiche Gebiete rund um den 1986 explodierten Reaktor von Tschernobyl großräumig für Menschen gesperrt.

Auch wenn inzwischen das Bundesamt für Strahlenschutz nach einer Untersuchung auf Basis der Ausbreitung der radioaktiven Wolken von Fukushima feststellt, dass es Handlungsbedarf beim Katastrophenschutz gibt. Großstädte wie Hamburg (AKW Brokdorf), Hannover oder Bielefeld (AKW Grohnde) oder München (Isar, Gundremmingen) sind nicht zu evakuieren, wenn es zum Fall der Fälle käme.

Im April 2011 – direkt nach der Katastrophe in Fukushima – hat der Spiegel detailliert über den Zustand des nuklearen Katastrophenschutzes berichtet und kommt zu einer fatalen Einschätzung: „Der deutsche Katastrophenschutz ist auf ein nukleares Unglück wie in Japan nicht vorbereitet. Ein durchdachter Notfallplan existiert ebenso wenig wie genügend Ausrüstung für den Fall einer atomaren Verseuchung. Eine Evakuierung größerer Städte halten Experten für nicht machbar.“ Spiegel, Größter unmöglicher Unfall, April 2011.

Während die AKW-Betreiber und politisch Verantwortlichen bis heute so tun, als würden sie im Krisenfall den atomaren Wahnsinn kontrollieren können, kommen von den in der Praxis verantwortlichen Akteuren erschreckende Wahrheiten. Der Spiegel zitiert Heribert Koob, den obersten Katastrophenschützer des Kreises Bergstraße (Biblis): „Doch seit er die Bilder von den explodierenden Reaktoren in Fukushima gesehen hat, ist Koob das Scherzen vergangen: „In einem solchen Katastrophenfall könnte man hier nicht mehr viel regeln.“

Doch noch immer laufen Atomkraftwerke, gegen die es keinen Schutz gibt. Der Bevölkerung wird von Betreibern und Genehmigungsbehörde immer noch erzählt, dass sie das nukleare Chaos kontrollieren könnten: Mit einem Ratgeber (!) muss jedes AKW die Bevölkerung in der direkten Nähe der Atommeiler über die behördlichen Katastrophenpläne informieren. Der Ratgeber Katastrophenschutz für das AKW Brokdorf (PDF) und der  Ratgeber Katastrophenschutz für das AKW Grohnde (PDF) stammen jeweils aus dem Jahr 2008.

Wie wenig realitätstüchtig das alles ist, was in diesen hübschen Broschüren beschrieben wird, machen die Behörden rund um das AKW Grohnde derzeit deutlich. Derzeit liegen neue Entwürfe zum nuklearen Katastrophenschutz aus und BürgerInnen können diese einsehen und Einwände erheben. Wie absurd das ist wird klar, wenn man weiß: Diese neuen Pläne basieren nicht etwa auf den Ereignissen von Fukushima, ignorieren auch weiter die Hinweise der im April veröffentlichen Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz und sehen immer noch Evakuierungszonen von nur zehn Kilometern rund um das AKW vor. Auf viel Papier werden viele Maßnahmen beschrieben, die nur eines verhindern: Das Eingeständnis, dass es im Falle einer Nuklearkatastrophe keine Hilfe geben wird.

Der Spiegel zitiert im April 2011 Peer Rechenbach, Hamburgs obersten Katastrophenschützer: „“Wir müssen alles, was wir bislang angenommen, durchgerechnet und simuliert haben, noch einmal auf den Kopf stellen“, fordert etwa Peer Rechenbach, oberster Katastrophenschützer Hamburgs.

Horst Schnadt, der SSK-Experte für Notfallplanung, fordert laut Spiegel: „“Dazu zählt auch, die Größe der Evakuierungszonen in Deutschland zu überdenken“, berichtet der ehemalige Sachverständige des TÜV.“

Für den Strahlenschutzexperten Schnadt ist klar, dass ohne ausreichenden Schutz Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen. Der Spiegel schreibt: „Aus seiner Sicht, so Schnadt, stehe schon jetzt fest: „Wenn wir einen Unfall wie in Fukushima bei uns nicht mehr ausschließen können, dann bedeutet dies das Ende der Kernenergie in Deutschland.““

Die Katastrophenschützer aus Politik, Behörden und Unternehmen gehen in ihren Vorstellungen im Grunde davon aus, dass eine radioaktive Wolke zeitlich begrenzt aus einem Reaktor austritt. Das ist nicht erst seit der Katastrophe von Fukushima völlig unrealistisch.

Der Spiegel berichtet denn auch über die letzte Katastrophenschutzübung am AKW Brokdorf, bei der eine abgerissene Hauptkühlmittelleitung als Unfallursache unterstellt worden ist: „Eine längere Evakuierung atomar verseuchter Gebiete im Umkreis von 30 Kilometern wie in Fukushima ist in Deutschland nicht vorgesehen. Pläne gibt es allenfalls für einen Evakuierungsradius von zehn Kilometern.“

Gegenüber dem Spiegel beschreibt der  Hamburger Katastrophenschützer Rechenbach auf der Basis der Ereignisse von Fukushima den Verlauf einer Reaktorkatastrophe: „Die Linie (der Strahlung) steigt stark an und bleibt konstant auf hohem Niveau. „Das ist der Alptraum für uns“, gesteht er: „Ein so lang anhaltendes Großschadensereignis frisst unsere Ressourcen in Windeseile auf.““

Praktisch sieht auch Hamburgs derzeitiger Katastrophenschützer – wie einst Werner Hackmann – keine Chance, im Ernstfall wirklich eine Millionenmetropole wie Hamburg zu evakuieren. Der Spiegel fasst seine Einschätzung mit den Worten zusammen:  „Müsste etwa ein Radius von 30 Kilometern um das AKW Krümmel geräumt werden, wären auch die südlichen und östlichen Teile der Millionenstadt Hamburg betroffen. Einige zehntausend Menschen wären vielleicht gerade noch zu bewältigen. Aber wenn die Zahl in die Hunderttausende ginge? Keine Chance.“

Zwar ist das AKW Krümmel inzwischen stillgelegt, aber bereits 1992 hatte eine Studie im Auftrag der Hansestadt deutlich aufgezeigt, dass die Dimension eines Super-GAUs und die erforderlichen Katastrophenschutzmaßnahmen noch weit über das von Rechenbach gedachte Szenario hinausgeht. Nicht von hunderttausend ist in dieser Studie die Rede: Sollte es nach einem Unfall zu einer schnellen Freisetzung einer massiven radioaktiven Wolke kommen, müssten rund eine Million Menschen allein aus Hamburg evakuiert werden, so eine der zentralen Aussagen der damaligen Studie.

Auszüge aus dem Gutachten finden Sie hier: Katastrophenschutz – Krümmel – Gutachten 1992 (PDF)

Altenheime, Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten, Betriebe… überall müsste eine Evakuierung in wenigen Stunden organisiert werden. Dabei ist völlig offen, wohin mehrere hunderttausend Menschen dann sollen. Rechenbach zum Spiegel: „Ich müsste eigentlich heute schon mit einem Tourismusverband im Süden Verträge abschließen, damit die Pensionen dort im Krisenfall Hamburger Atomflüchtlinge aufnehmen“, sagt Rechenbach. „Doch die Kosten für ein solches Abkommen würde mir keiner zahlen.“

Der Spiegel führt im April 2011 zahlreiche weitere Beispiele an und zitiert eine Serie von ratlosen Helfern. Hier weiterlesen.

Weitere Informationen:

Krümmel: Hamburg bei Reaktorunfall bedroht – Greenpeace-Berechnungen: Flugzeugabsturz würde Katastrophe auslösen

Katastrophenmedizin – Leitfaden für die ärztliche Versorgung im Katastrophenfall (PDF)

 

 

Atomforschung – Reaktoren der GKSS sollen abgebaut werden

Eingangsbereich zu den Forschungsreaktoren auf dem Gelände der GKSS/HZG. Foto: Dirk Seifert

Die früher als GKSS bekannte Atomforschungsanlage in Geesthacht, direkt neben dem Atomkraftwerk Krümmel, soll zur „Grünen Wiese“ gemacht werden. Bereits seit längerer Zeit sind die beiden Forschungsreaktoren stillgelegt. Der heutige Betreiber, das Helmholtz-Zentrum Geesthacht, hat jetzt die Bevölkerung eingeladen, um über den geplanten Rückbau zu informieren.

Wohin mit dem Atommüll?

Klar ist, dass bei dem geplanten Rückbau vor allem schwach- und mittelaktiver, aber auch hochradioaktiver Atommüll anfallen wird. Deren dauerhafte Lagerung ist immer noch umstritten oder sogar ungelöst. Der leicht- und mittelaktive Strahlenmüll aus der GKSS soll vermutlich im Schacht Konrad eingelagert werden. Der ist zwar genehmigt, aber seit Jahren verzögert sich der Ausbau immer wieder. Wichtiger aber ist: Nach wie vor bestehen erhebliche Sicherheitsbedenken gegen den Schacht Konrad als dauerhaftes Atommülllager. Einerseits haben kritische Experten auf Mängel beim Nachweis der Langzeitsicherheit hingewiesen, andererseits wird befürchtet, dass es zu Wassereinbrüchen kommen könnte. Aber auch die zahlreichen Atomtransporte zum Schacht Konrad stehen immer wieder in der Kritik. Zuletzt hatte die Nachbar-Stadt Salzgitter, die gegen das Atommülllager geklagt hatte, eine Studie veröffentlicht, in der über die massiven Unfallrisiken berichtet wurde (siehe auch hier).

Die GKSS und die Leukämien in der Elbmarsch

Die Frage es Rückbaus berührt aber auch noch eine andere Frage, nämlich die der Ursachen nach dem weltweit größten Leukämie-Cluster bei Kindern und Jugendlichen in der benachbarten Elbmarsch. Seit Anfang der 90er Jahre sind dort zahlreiche Kinder an der überaus seltenen Leukämie erkrankt. Über zehn Jahre haben staatliche Stellen und unabhängige Kommissionen nach den Ursachen geforscht. Bis heute ist umstritten, ob es in der GKSS Mitte der 80er Jahre im Rahmen geheimer Atom-Forschungen zu einer Explosion gekommen ist, bei der radioaktive Kugeln in die Umwelt gelangten und deren Strahlung für die Erkrankungen ursächlich ist.

Im Zusammenhang mit dem Rückbau werden diese Fragen sicherlich neu zu stellen sein. Siehe auch maus e.V. Bremen.

Dazu hat das ZDF die folgende Dokumentation Und keiner weiß warum: Leukämietod in der Elbmarsch gezeigt:

GKSS/HZG: Transparent und offen?

Am 1. Oktober 2012 ab 18:30 Uhr will das HZG mit einer Veranstaltungsreihe „im Dialog“ im Hörsaal auf dem Forschungsgelände in Geesthacht über die Stilllegung des 2010 abgeschalteten Forschungsreaktors des ehemaligen GKSS-Forschungszentrums Geesthacht und der bevorstehende Abbau informieren und diskutieren.

Dazu soll es – durchaus neu – „moderierte Diskussionen in kleinen Gruppen und eine enge Abstimmung mit einer zukünftigen Begleitgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der regionalen Bürgerinitiativen, der lokalen Politik und weiteren kommunalen Akteuren“ geben, weil das HZG „größtmögliche Offenheit und Transparenz herstellen“ will.

Nicht ganz so Transparent verlief vor wenigen Wochen der Abtransport von hochradioaktivem Atommüll, – den Brennelementen aus den Forschungsreaktoren. Mitten in der Nacht ist der Atomtransport Richtung Nordenham geschickt worden. Von dort wurden sie per Schiff in die USA transportiert. AtomkraftgegnerInnen hatten von den bevorstehenden Transporten Wind bekommen und den Transport begleitet und fotografiert.

Für den Auftakt zur Rückbau-Veranstaltung hat das HZG Silke Freitag beauftragt, eine Mediatorin – so das HZG in ihrer Pressemittelung, „die sich selbst seit Jahrzehnten für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie sowie einen achtsamen Umgang mit dem entstandenen Atommüll engagiert.“ Silke Freitag ist in der Tat seit langem bei X-Tausend-mal-querr aktiv.

Informationen zu den Planungen bei der ehemaligen GKSS gibt es von:  Dr. Torsten Fischer, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,  Telefon: 04152-87-1677

 

Vattenfall – Unterlagen für GuD-Kraftwerk werden ausgelegt

Trotz Sommer-Ansicht: Das Kohle-Heizkraftwerk von Vattenfall ist ein Klimakiller. Foto: Cekora/pixelio.de

Nachdem Vattenfall mit einer Fernwärmeleitung vom Kohlekraftwerk Moorburg  mitten durch den Hafen und durch den Grüngürtel von Hamburg-Altona am Widerstand aus der Bevölkerung gescheitert ist, soll nun ein neues gasbetriebenes GuD-Kraftwerk am Standort Wedel gebaut werden. Damit soll auch das bisherige kohlebetriebene Heizkraftwerk ersetzt werden.

Bereits am 27. August werden in der Stadt Wedel die Antrags- und Genehmigungsunterlagen sowie die Umweltverträglichkeitsprüfung für das rund 500 Millionen Euro teure GuD-Kraftwerk ausgelegt. Vier Wochen lang haben dann die BürgerInnen Zeit, die Unterlagen einzusehen und gegebenenfalls Einwände zu erheben. Bis zum 10. Oktober können diese dann bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. Die Wedeler Bürger-Initiative „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ hat bereits angekündigt, dass sie gegen das neue Kraftwerk Widerspruch erheben wird.

Das Wedel-Schulauer-Tageblatt berichtet: „Gibt es Einwendungen, stellt sich Vattenfall am Mittwoch, 21. November, ab 10 Uhr im Audimax der Fachhochschule in einem Erörterungstermin denjenigen, die sie vorgebracht haben.“

Bis spätestens Mitte 2013 erwartet Vattenfall dann eine Genehmigung für den Bau des neuen Kraftwerks. Doch die Entscheidung, ob das Kraftwerk dann auch gebaut wird, fällt abschließend wohl erst im September 2013. Dann nämlich wird in Hamburg parallel zur Bundestagswahl ein Volksentscheid über die vollständige Rekommunalisierung der Energienetze stattfinden.

Das Bündnis „Unser Hamburg – unser Netz“ (UHUN) will erreichen, dass die Energienetze wieder vollständig von der Stadt übernommen werden und sowohl Vattenfall (Fernwärme- und Stromnetz) sowie E.on Hanse (Gasnetz) als bisherige Netzbetreiber abgelöst werden.

Bereits die ersten beiden Schritte in diesem Verfahren – die Volksinitiative und das Volksbegehren – hat UHUN überaus erfolgreich abgeschlossen und jeweils deutlich mehr BürgerInnen mobilisiert, als nötig gewesen wäre.

Aufgrund des Drucks, den das Rekommunalisierungs-Bündnis aus Kirche, Verbraucherzentrale, Mieterorganisationen und Umweltverbänden entwickelt hat, hat die Hamburger SPD schließlich beschlossen, sich mit 25,1 Prozent als Minderheitsgesellschafter an den drei Netzgesellschaften von Vattenfall und E.on zu beteiligen – und dann in der Bürgerschaft gegen das Volksbegehren gestimmt. Mit dieser Minderheitsbeteiligung versucht der Hamburger-SPD-Senat den laufenden Volksentscheid zu unterlaufen.

Auf den bislang zwei Bürgerschaftsanhörungen haben nahezu alle geladenen Experten gegen das Modell einer Minderheitsbeteiligung argumentiert. Aber auch UHUN hat mit eigenen Studien gezeigt, dass die vollständige Rekommunalisierung machbar und gut für das Klima in Hamburg ist. Das jetzt geplante GuD-Kraftwerk in Wedel ist Teil der Vereinbarung mit der Hansestadt Hamburg.

Mehr Informationen:

Mehr über Unser Hamburg – unser Netzt gibt es hier in einem aktuellen Flyer (PDF) und hier.

Über die Hamburger Gewerkschaften IG Metall und Ver.di und ihre Haltung zur Rekommunalisierung erfahren Sie hier mehr. Außerdem zur Haltung des DGB Nord.

 

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